Ritalin und Intuniv und Hilfe bei der Medikation für meinen Sohn 10 Jahre alt

Jetzt haben wir schon einige Wochen Schule hinter uns.

Insgesamt läuft es besser als je zuvor! :hugs:

Morgens direkt nach dem aufstehen 20 mg Ritalin retardiert

Mittags vor dem Mittagessen 2 mg Intuniv, nach dem Mittagessen 10 mg Ritalin retardiert

Nachmittags (ca 17.00 Uhr) 5 mg Ritalin unretardiert

Diese Medikation hat nun bewirkt, dass mein Sohn einige Wochen lang weniger depressiv wirkte und auch meist gerne in die Schule ging.

Ausbrüche waren und sind sehr selten.

Seit ungefähr einer Woche hat er leider wieder sehr oft miese Laune, kaum Freude an eigentlich schönen Aktivitäten und schimpft viel. Eigentlich nur… :see_no_evil_monkey:

Vor allem über eine Lehrerin, die wohl öfter Kollektivstrafen einsetzt und er dann mitbestraft wird obwohl er nichts gemacht hat. Das kann ich supergut nachvollziehen, dass ihn das ärgert. Aber wir werden leider nicht jede Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen können, obwohl ich da ja auch schon dran bin seit ich auf der Welt bin :sweat_smile:

Das Ausmass, wie sehr er sich darüber ärgert, wie sehr es ihn gefangen nimmt, wie sehr es ihn belastet und auch am “normalen” Leben und auch Lernen hindert macht mir Sorgen. Es nimmt viel zu viel Raum ein. Er kann dann das Gute nicht mehr sehen.

So hat diese Lehrerin ihn zum Beispiel bei der Schulwanderung ganz unauffällig an seine Medikamente erinnert. Ohne dass die anderen Kinder es mitbekommen haben. Das ist meinem Sohn sehr wichtig. Und ich hatte die Lehrerin darum gebeten und sie hat es echt gut gemacht.

Ich hatte nach einem Nachteilsausgleich bezüglich mehr Zeit für Prüfungen/Tests gefragt und die Leherinnen hatten mir geantwortet, dass sie in der Primarstufe noch so viel Spielraum hätten, dass sie das noch nicht für nötig halten, er bekäme mehr Zeit wenn er sie brauche! Einfach so!

Was mich daran wieder sehr ärgert ist, dass ihm dann bei den vorherigen Lehrpersonen so viel Zeitdruck gemacht wurde bis er dachte er sei dumm!

Aber jedenfalls scheint er jetzt verständnisvollere Lehrpersonen bekommen zu haben und das ist ja schön.

Wir probieren es jetzt mal ohne offiziellen Nachteilsausgleich und schauen wie es klappt.

Leider kann mein Sohn nicht benennen weshalb es ihm jetzt gerade wieder schlechter geht. Und ich finde auch keinen Anlass.

Von Seiten der Medikation wirkt es auf mich so als würde die Wirkung nachlassen….

Ich möchte wieder einführen, dass wir abends beim zu Bett gehen wieder ein paar Dinge aufzählen, die heute schön waren. Das habe ich früher immer mit den Kindern gemacht und ich glaube mit meinem Sohn muss ich etwas mehr üben die schönen Dinge des Lebens zu suchen und zu finden.

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Ich selbst bemerke leider immer wieder, dass sein “Zuviel” bei mir auslöst, dass ich ihn weniger gut auffangen kann als seine kleine Schwester.

Er redet “zu laut” und “zu viel” oder eben “zu wenig” bzw. nichts… Wenn er einen Ausbruch hat ist es natürlich auch “zu viel”. Er schreit dann die schlimmsten Worte gegen mich “ich bring dich um” etc…

Das war früher an der Tagesordnung. Und kam jetzt im Sommer zwei Mal vor. Also nicht der Rede wert im Vergleich zu ohne Medikation!!!

Gestern hat ihn eine Wespe gestochen. Er schreit dann wirklich so, dass man denke könnte er wird seines Lebens bedroht. Das führt bei mir in der Situation dazu, dass ich ihn weniger schnell trösten kann weil ich auch erst mal komplett überfordert bin mit der Situation.

Und wahrscheinlich verstärkt mein Verhalten dann seine übersteigerte Reaktion und er wird immer lauter und dramatischer weil ja nicht sofort Hilfe naht….

Ich verstehe viel. Aber ich bin trotzdem nicht in der Lage es in der Situation, in meiner Überforderung, sofort besser zu machen.

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Oh ich kann dich sooooo gut verstehen. Mein Großer macht auch immer Drama, das man den Eindruck hat, er wäre in Todesgefahr. Weil ich dann auch nicht so reagiere wie er es sich wünscht, wird er zusätzlich auch noch wütend auf mich (“beim Bruder kommst immer sofort wenn er weint! “) und traurig (“keiner hat mich lieb! “). Aber sein Bruder weint auch selten und wenn ja, weiß ich er hat sich wirklich verletzt.

Ich fühle mit dir. :people_hugging:

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Macht er eine Therapie? Ich glaube es gibt Dinge da können externe Vertrauenspersonen besser helfen. Wir haben jetzt (neben der VT) eine Erziehungsbeistandschaft und ich hab Hoffnung, dass Maxi sich da wohlfühlt und mit einem anderen Erwachsenen “einfach reden” kann, ohne Mama und Papa.

Ja. Er geht schon über zwei Jahre zum Therapeuten.

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Es ist echt wieder mühsamer geworden. Wie doof. Hatte ich mich zu früh gefreut endlich die richtige Medikation gefunden zu haben?

Heute Morgen war es wieder kaum zum aushalten mit meinem Sohn. Bis die Medis wirken ist schon viel zerbrochen an seiner Boshaftigkeit. Und das ist schon auch immer wieder der Punkt, der mir sehr zusetzt. Weshalb diese Boshaftigkeit??? Das hat doch nichts mit ADHS zu tun…?

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Wärs vielleicht eine Möglichkeit, die Medis direkt im Bett zu geben? Und ihn dann noch eine halbe Stunde in Ruhe zu lassen?

Ist das denn besser mit den Medis? Ich denke nicht, dass die Boshaftigkeit = ADHS ist. Aber vermutlich eine Folge davon, dass er in der Welt aneckt mit seiner Art. Schlechte Erfahrungen macht. Überfordert ist mit der Welt. So in etwa. Könnte das sein?

Ach ja, noch etwas: Ist er vielleicht „unterzuckert“ am Morgen? Dann ev. einen Kakao mit den Medis ans Bett.

Bei uns ist der Morgen auch immer eine Herausforderung, aber sobald etwas im Magen ist und die Medis wirken, wird es einfacher.

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Ja. Es ist viel besser geworden insgesamt. Ich bin wahrscheinlich schon zu sehr daran gewöhnt, dass es gut läuft, dass mich einzelne Entgleisungen mehr aus der Bahn werfen als früher tägliche :grimacing:

Wenn ich die Kraft finde noch früher aufzustehen wäre das eine gute Möglichkeit….

Ich gehe zur Zeit extrem spät ins Bett. Dazu später mehr in meinem Tagebuch.

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Ja. Das ist bei uns auch so.

Er eckt eigentlich nicht an. Er ist sehr angepasst “da draussen”. Eben eher überangepasst. Diese seine Anstrengung darf ich nicht vergessen.

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In einer Stunde habe ich einen Termin bei einer Kinderpsychiaterin. Allein. Ich möchte erst mal schauen ob ich mit ihr kann. Ohne meinen Sohn.

Und ich bin nervös. Sehr nervös.

Ich hoffe ich kann gut und schnell erkennen ob wir “zusammen arbeiten” können.

Nachdem unsere derzeitigen Behandler uns tatsächlich im Stich gelassen hatten und mein Sohn mehrere Tage komplett ohne Medikamente gewesen wäre, hätte ich ihn nicht mit meinen Medis versorgen können (was die natürlich nicht wissen), habe ich das Vertrauen echt verloren.

Machtkämpfe auf dem Rücken eines Kindes sind ein absolutes No Go!!!

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Und sich daran klammern, dass bei Ritalin LA auf der Packung steht, dass es nur 1 x täglich verabreicht wird zeugt von nicht sehr viel Ahnung.

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Ich hoffe die Ärztin heute geht bei “meinem” Behandlungsplan mit. Vielleicht ist es nicht perfekt, aber die hilfreichste Medikation seit zwei Jahren.

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Ich drücke dir die Daumen und hoffe auf gute Neuigkeiten :four_leaf_clover::heart:

Und, wie wars? :heart:

Es war glaub ganz gut. Ich vertraue mir, bzw. meinem Gefühl nicht so gut. Wobei ich eigentlich ein recht gutes Gespür habe…

Zum Nachdenken bringt mich, dass die Psychiaterin ASS ins Spiel gebracht hat, bzw. mich gefragt hat ob ich das mal in Betracht gezogen hätte?

Ich weiss glaub zuwenig über ASS. Habe wahrscheinlich auch viele Vorurteile im Kopf und denke natürlich auch immer wieder darüber nach. Vor allem weil ja hier im Forum viel darüber geschrieben wird.

Mein Sohn ist jedenfalls sehr empathisch. Er kann Gefühle anderer Menschen gut erkennen und benennen. Auch seine eigenen. Er ist oft reflektiert und seiner Altersgruppe voraus. Immer schon.

Er ist sehr sensibel. Nimmt viel zu viel wahr um ihn herum. Alles geht ungefiltert in ihn rein und was zum Beispiel zwischen den Kindern allein schon auf dem Pausenplatz so abgeht ist ihm zu viel.

Er erzählt mir gefühlt alles was um ihn herum geschieht. Besonders die Ungerechtigkeiten, die Gemeinheiten, wenn ein Kind geweint hat oder fast geweint hat udn weswegen etc.

Eigentlich glaube ich, dass wir beide “nur” ADHS haben. Und dass es am ADHS liegt, dass wir kein “normales” Leben mit vielen Terminen, Treffen etc leben können.

Veränderungen bringen uns beide ins Schleudern. Aber deswegen hat man doch kein ASS?

Nun denn. Ich muss mich mal mehr einlesen….

Jedenfalls will sie uns erst mal dabei unterstützen die Medikation so beizubehalten. Sie kennt sich nicht gut mit Intuniv aus und ist deshalb unsicher, will sich aber auch einlesen.

Ich bin natürlich auch offen dafür Intuniv noch weiter zu reduzieren, bzw. vielleicht mal weg zu lassen.

Mit dem Ritalin hatte ich vorgeschlagen, dass ich morgens zusätzlich noch 2,5 mg oder 5 mg unretardiert gebe weil ich mir eine schnellere Wirkung erhoffe. Und dass ich ihm die 20 mg Ritalin LA dann erst nach dem Frühstück gebe.

Das könne ich gerne ausprobieren.

Prima. Was will ich mehr? :wink:

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Sie fand übrigens auch, dass bei Elvanse 30 mg zu viel gewesen wären als wir das damals ausprobierten und mein Sohn dann recht schnell nicht mehr leben wollte und ich Elvanse dann natürlich abgesetzt habe.

Sie würde die Medikation nicht so machen wie ich es nun verabreiche. Sie würde eher Concerta geben wollen weil das länger wirkt.

Aber mein Argument, dass mein Sohn in den Wirkungspausen, bzw. wenn die Wirkung von Ritalin LA nachlässt, essen kann fand sie auch ok.

Evtl. hat sie mir auch bissel nach dem Mund geredet…? Aber besser als dagegen! :sweat_smile:

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Das klingt doch soweit super :+1:t2:

Das hat bei uns die Schulsozialarbeiterin auch mal angesprochen, wegen „Meltdowns“ (zu Hause), fehlendem Augenkontakt, sozialen Schwierigkeiten etc. Kann aber meines Erachtens auch alles ADHS-bedingt sein. Überschneiden sich halt ziemlich die Symptome… Aber es schadet ja nicht, mal darüber nachzudenken.

Ja, das stimmt :slightly_smiling_face:

Hallo, die Symptome die du hier beschreibst treffen 1zu1 auf meinen Sohn fast 8 hin. Wir haben mit methylphenidat angefangen… erst 10 dann 20 mg. Erst dachte ich es wäre die Lösung… endlich ist er glücklich und ohne diesen innerlichen Druck… aber dann kamen die Tics. Er hatte durchgehend alle paar Sekunden bis zu 8 verschiedene Tics. Es war so schlimm das er nicht mehr schreiben konnte…. Dann habe ich das Medikament abgesetzt…. Es wurde besser…. Elvanse war das nächste Medikament aber hier gab es dann erneut die Tics…. Noch schlimmer als bei dem ersten Medikament …. Plus das er dauernd sagte er möchte nicht mehr leben…. Dann haben wir es wieder abgesetzt und jetzt ist er seit ner Woche ohne alles…

Heute beim Psychiater sagte er er möchte tot sein. Mit 7 …verdammt… ich bin so fertig. Ich versuche seit 2 Jahren alles…. Ich war beim ergo, physio, Heilpädagogik, Psychiater… ich habe dann versucht gleichzeitig mit Omega und einer Darmsanierung. Jetzt hat er auch eine Schulbegleitung… Aber sobald er eine kleine Niederlage hat… wie zb heute das der Lehrer ihn ermahnt sagt er solche Dinge…. In der Klasse sagte er heute dass er sich wie eine Fehlgeburt fühlt und besser wäre wenn er weg wäre… und das sein Bruder ihn hasst…. Danach hatte er seinen Termin beim Psychiater wo er an einer Gruppentherapie teilnimmt…. Da meinte er eben er möchte sich am liebsten umbringen…

Ich weiß nicht mehr weiter… mir wurde jetzt intuniv vorgeschlagen…. Es ist ein neuer Versuch… aber ich habe solche Angst weil eben die Tics eventuell wieder kommen…. Wie kann man ihm helfen??? Ich kann heute garnicht schlafen und weine weil ich nur dann wenn alle schlafen endlich mal meinen Gefühlen freien Lauf lassen kann…. Die ganzen Tipps von Verwandten die ja alles besser wissen… Du musst strenger sein, du musst zum Neurologen…. Das lag an deiner Hirnhautentzündung Blabla bla… schon mal nen Termin beim Neurologen gemacht? Wartezeit 9 Monate… und dann weißt du auch nicht ob der nur rum doktort oder nicht… Ich habe schon so viel Sachen erlebt… Ärzte die nur Vermutungen haben und einfach mal probieren…. Die Psychiaterin ist sehr nett aber mei, ich bekomme halt mal das Medikament und dann wieder ein anderes….

Ich bin so verzweifelt!!!

Wenn ich mit ihm rede ist er so wahnsinnig reif. Ich habe ihn heute gefragt ob er wirklich so traurig mit seinem Leben ist. Er meinte… er will so sein wie die anderen… er will Freunde und er will erst an Altersschwäche sterben…. Oh man. Woher kommen diese Aussagen nur… er ist von ganz oben immer gleich wieder ganz unten….

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