Ritalin und Intuniv und Hilfe bei der Medikation für meinen Sohn 10 Jahre alt

Irgendwo habe ich noch das Abreißkalenderblatt mit „Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.“

Würde es helfen, wenn ich das raussuche, damit wir es zerknüllen und anzünden können? Als kleines Feuer der Hoffnung?

Ist wohl leider so, dass wir manchmal ausgerechnet auf die Liebsten und Nächsten schießen. Weil wir uns da sicher gebunden wissen…

Ich weiß, Kalendersprüche sind allenfalls zu einem Viertel wahr und oft sogar eher belastend. Aber unsere eigenen Befürchtungen zum eigenen Anteil oder zum Anteil des Vaters oder dies oder das … sollten wir uns eben auch nicht zu 100 % glauben.

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Und genau da versage ich. Immer und immer wieder. Ich werde selbst so wütend darüber, dass er sich schon wieder so verhält, da ist keine Liebe mehr. Nicht in diesem Moment. Und dass wir dann immer allein sind, ich nie aus der Situation gehen kann und keiner mal eben übernehmen kann, ist schädlich. Für ihn. Für mich. Für uns alle drei.

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Ich bekomme es gerade nicht mehr im Detail zusammen und gut erklärt, aber da stehen auch bestimmte biochemische Prozesse im Gehirn hinter, Amygdala und so. D.h. deine Möglichkeiten da in dem Moment zu steuern und zu regulieren sind tatsächlich ziemlich begrenzt.
Vielleicht könnte dieses Verständnis etwas entlasten und auch den Fokus auf den Teil lenken, wo du mehr Handlungsmöglichkeiten hast… Ich muss das nochmal nachlesen, dann wird es vielleicht weniger kryptisch :zany_face:

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Das ist scheiße vom Universum.

Ich gehe schnell das Kalenderblatt suchen. Es kann nur in einem von 7 bis 9 staubigen Stapeln sein. Dann machen wir daraus eine Voodoo-Puppe und zünden sie an. @Wombat2 bringt sicher Brennholz und Benzin.

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Klar!
Da bin ich voll dabei, ich zerlege schnell mein Regal der Erkenntnisse - muss nur noch die Axt finden…

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Danke, dass ihr da seid! :people_hugging:

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Also in den ersten zwei Stapeln war das Kalenderblatt jetzt noch nicht. Aber dafür habe ich beim Suchen gerade mal wieder das Lachenmeier-Buch gefunden. Das Eselsohr war bei der Methode „My treasured Self“.

Wombi hat die auch schon mal erwähnt irgendwann. So eine (innere) Schatzkiste mit 5, 6 ausgewählten Erinnerungen, mit denen man den Selbstwert wieder spüren kann. Oder die guten Eigenschaften anderer in schwierigen Beziehungen.

Wenige, robuste Souvenirs, damit man nicht groß wählen muss. Soll helfen, sich aus negativem Hyperfokus rauszuziehen.

Aber ich will nicht ablenken. Ich suche weiter nach dem Blatt… Wombi sucht die Axt. Du kannst ja derweil nach den Schätzen suchen. Mir fallen ja schon allein aus Deinen Threads 10 ein.

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Ich hab mich beim Suchen ablenken lassen :pensive_face:

Mir fiel dabei jedoch was ein: Wusstet ihr (nein, konntet ihr nicht wissen, rhetorische Frage), dass ich lange gebraucht habe, dieses Umarmungs-Emoji zu verstehen.
Ich hab mich ständig gefragt, wieso Menschen mit dem Emoji „Hasenohren hinter Felsblock“ reagieren und was das überhaupt bedeuten könnte.
Ich hab wirklich doll darüber nachgedacht in der festen Überzeugung, es gäbe ein entsprechendes „Memo“, dass ich nur finden müsste…

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die Darstellung damals noch anders aussah - zumindest an meinem Endgerät.
Vielleicht hätte ich aber trotzdem auch auf die richtige Lösung kommen können (dass es vielleicht doch kein Hase hinterm Felsblock ist) und wahrscheinlich bin ich damit auch für alle weiteren Diskussionen über Emojis disqualifiziert :grimacing:

Edit:
Der Zusammenhang mit dem „Hasenjahr im Forum“ ist mir gerade erst aufgefallen und tatsächlich zufällig :see_no_evil_monkey:
Meine Geschichte ist keine Metapher oder so, es stimmt tatsächlich :grimacing:

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Könnte es ein Schutzmechanismus sein? Sich bestimmten Situationen/ Gefühlen in den Momenten nicht stellen zu können/wollen? Oder auch ein Zeichen für einen zu hohen Grundstress?

Ich selbst kenne dies so von mir. Als Kind war meine Stategie - Angriff ist die beste Verteidigung.

Jedes Mal, bevor jemand an mit rumnörgeln oder mich kritisieren/ abstafen/ mich blossstellen wollte, habe ich verbal zugeschlagen. Das hat auch immer funktioniert, da die meisten Erwachsenen damit nicht zurecht kamen (zu Recht) und das Gespräch beendet haben. Aber genau das was meine Ziel, wenn meine Ressoursen es nicht mehr hergaben. Für mich war diese Stategie damals überlebenswichig.

Heute bin ich die Erwachsene, die das Gespräch abbricht - meine Tochter, die, welche verbal um sich schlägt. Aus Angst vor Kritik, Überzeizung, Überforderung, Unwohlsein bei Unterbrechungen ihrer Routinen.

Und morgens und abends, ausserhalb der Wirkungzeit der Medis, ist es nicht leicht mit uns. Da fallen schon oft wirklich gemeine Worte.

Es ist ein Schutzmechanismus. Ein „für mich“ kein „gegen dich“.

Mittlerweile schaffe ich es, nicht mehr auf die Worte zu achten, sondern dahinter zu sehen. Ihre Wut, ihre Verzweifelung, ihre Überforderung.

Keine Ahnung ob dir das weiterhilft. Ich lasse dir mal eine Umarmung da.

:people_hugging:

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Also es war wohl tatsächlich besser mit den 30 mg am Morgen!

Er meinte er hätte besser zuhören können und sei „innendrin friedlicher“ gewesen.

Voller Erfolg, oder? :slightly_smiling_face:

Mittags möchte er auch mehr. Die 10 mg reichen nicht sagte er. Das glaube ich ihm sofort, trotzdem denke ich dass es vielleicht besser ist wenn wir ein paar Tage lang jetzt nur morgens erhöhen…?

Oder was meint ihr?

Ansonsten wäre 30 - 20 - 10 mg auch gut denkbar.

Ist 60 mg Ritalin schon die Höchst Dosis/Tag für Kinder? Ich glaube ja… Muss ich mal nachlesen.

Der Tag war jedenfalls friedlicher. So friedlich, dass ich den Therapietermin vom Söhnchen vergessen habe :partying_face:

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Du bist die richtige Mutter für ihn, du siehst ihn, machst dir Gedanken, suchst und fragst um Hilfe.

Du zeigst aber auch deine Grenzen auf, das ist ebenso richtig und wichtig!

Mein jüngerer Sohn hatte auch solche Phasen, er hat eine Schulbegleitung und wir arbeiten hier zuhause sehr langsam und niederschwellig am Verhalten.

Das ganze ist ein Marathon … ooooooohmmmmmmm! Du schaffst das und ja, du darfst auch von der Situation genervt sein und ihm auch mal zeigen, dass das Verhalten nicht ok geht für dich (und alle anderen!).

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Juhuuu super! :smiley:

Bei der Nachmittagsdosis würde ich auf dein Gefühl hören. Ich persönlich würds wahrscheinlich wagen, wenn er schon selbst danach fragt. Und 30-20-10 klingt gut, wenn er dann noch schlafen kann. Alternativ gingen statt der 10 retardiert auch 5 unretardiert.

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Heute Morgen hat er ca 30 Minuten nach der Einnahme von den 30 mg über Herzklopfen und Schwindel geklagt. Aber normal weiter gemacht. Also nicht wirklich dramatisch.

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Hallo @Pippilotta ,

ich erschrecke auch darüber, was ADHS aus mir macht. Gelegentlich einen egozentrischen, ungerechten, motzenden Rüpel. Und während man in diesem Modus ist, nimmt man sich nicht so wahr.

Und ich bin sicher, auch dein Sohn möchte nicht so sein und erschreckt über sich. Vielleicht nicht jetzt als 10-jähriger, aber bald vermutlich schon.

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Ja. Du hast Recht. Danke für die Erinnerung.

Ich bin ja vor allem auch nicht anders… Nur zu anderen Zeiten und morgens vor der Medikation zu müde zum streiten.

Und mein Sohn (er ist inzwischen elf) sagt mir das sogar immer wieder, dass er so nicht sein will.

Ich habe ihm gestern 30/20/10 gegeben. Alles retardiert. Und es scheint ihm tatsächlich besser zu gehen.

Zuerst war ich ja noch unsicher ob es schlau ist morgens und mittags zu erhöhen, aber wenn er selbst danach verlangt und ihm mehr auch mehr hilft, gibt es ja keinen Grund das zu verweigern.

Jetzt hoffe ich nur, dass die Ärztin auch tatsächlich mit geht. Ich schreibe ihr nachher.

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Ich verlange zu viel von meinem Sohn. Wenn er zum Beispiel sagt, dass er so nicht sein will, dann denke ich „dann mach es doch anders“… Ich habe das auch schon ausgesprochen…

Dass er nicht anders kann, sehe ich in diesem Moment nicht. Oder ich glaube es einfach nicht.

Merkwürdig. Von mir.

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Du verlangst auch (zu) viel von dir :rabbit_face: :rock:

Ein Stress-Gehirn ist sehr schwer zu regulieren und für den Stress den du hast kannst du nichts.
Ich will es nicht relativieren, es ist nicht gut wenn wir ungerecht, laut, … mit unseren Kindern umgehen. Aber ich glaube auch, wir sollten versuchen ‚realistische‘ Strategien zu finden und da stellen die Umstände eben manchmal sehr große Hürden dar.

Ich weiß aber auch genauso gut, dass ich dir das hier zwar schreiben kann und mich trotzdem oft genug ähnlich fühle, mir Vorwürfe mache, es überhaupt nicht gut hinbekomme, usw…
Heute fühle ich mich auch mal wieder so, als hätte ich es an einigen Stellen verk**** (vielleicht auch hier im Forum).

Es klingt gut, dass es deinem Sohn mit der Medikation besser geht! Ich hoffe, ihr habt ein gutes Wochenende zusammen und dass du vielleicht auch ein paar entspannte Momente für dich haben kannst.

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Liebe @Pippilotta jetzt erst entdecke ich diesen Thread von Dir.

Ich habe nur den Anfang und die letzten Posts gelesen.

Vielleicht ist es Dir bekannt und wurde schon verworfen - aber man kann die Intuniv Dosis auch auf zweimal täglich verteilen.

Wenn Dein Sohn morgens so unleidlich ist, könnte das vielleicht besser werden, wenn er am späten Nachmittag einen Teil der Dosis nimmt, die dann morgens vielleicht noch etwas stärker wirkt, und morgens könnte er den anderen Teil nehmen.

Eine eventuelle Müdigkeit könnte vielleicht so auch vermieden werden und alles wäre gleichmäßiger.

Noch ein anderer Gedanke, ohne genau gelesen zu haben, wie dein Sohn so ist - aber wenn solche Probleme bestehen - könnte, könnte, könnte da vielleicht auch ein bislang unerkannter Autismus reinspielen? Mein Sohn ist auch morgens oft ganz abenteuerlich unterwegs. Irgendwelche Hiebe wegen nichts kriegt man durchaus ab und zu ab.

Und noch ein Gedanke: hast Du Dich schon irgendwie mal mit dem PDA Profil befasst oder glaubst Du, dass Euer Arzt sich damit auskennt? Viele kennen sich ja noch nicht so damit aus. Es ist ja auch erst in den letzten 3, 4, 5 Jahren so allmählich im deutschsprachigen Raum aufgetaucht… und vieles ist auch noch nicht so ganz klar, scheint es.

Jedenfalls gibt es die Ansicht, dass es die Folge von Überforderung aufgrund der gegensätzlichen Bedürfnisse in der Person sein kann, die aus dem gleichzeitigen Vorhandensein von Autismus und ASHS resultieren.

Und: ganz eventuell könnte man, wenn das Ritalin so spät „startet“, gleich morgens ohne Frühstück auch schon ganz, ganz wenig unretardiertes MPH geben.

Allerdings scheint die Tagesdosis an MPH, die Dein Sohn nimmt, doch schon eine ganze Menge zu sein.

Deshalb würde ich am Ehesten erstmal nachfragen, ob die gesplittete Einnahme des Intuniv als mögliche Lösung ausprobiert werden könnte.

Übrigens nimmt mein Sohn morgens Concerta und spätnachmittags Intuniv (also jetzt inzwischen in einer Einzeldosis). Bevor die Psychotik auftrat, durfte er mittags noch ein Medikinet Retard nehmen. Das geht jetzt leider nicht mehr.

Alles Gute Euch!

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Ach ja, und mein anderer Sohn hat zunächst mehrere Jahre lang auch drei mal täglich Medikinet Retard nehmen dürfen.

Und dann irgendwann wurde uns klar, dass ich ihn einfach nicht ins Bett bekam, weil das Medikinet ihn doch zu stark aktiv hielt.

Er hat es dann zunächst durch ein Unretardiertes ersetzt, wodurch es schon eher besser wurde.

Und irgendwann hat er einfach aufgehört, es zu nehmen und es war für ihn dann auch in Ordnung und das Zubettgehen wurde einfacher.

Also dabei fällt mir für Deinen Sohn ein, dass durch die gesplittete Einnahme von Intuniv ganz, ganz vielleicht auch morgens weniger Ritalin wieder ausreichen könnte und ganz eventuell auch das spätnachmittags eingenommene Intuniv so hilfreich sein könnte, dass das nachmittägliche Ritalin vielleicht auf unretardiert umgestellt werden könnte.

Ich habe jetzt noch nicht gelesen, wie es abends bei ihm ist.

Jedenfalls ist es mir bei meinem Sohn und bei mir aufgefallen, dass zunächst die Medikation bis in den Abend hinein kein Problem für das Zubettgehen war, sondern eher hilfreich. Aber nach etwa zwei Jahren hat es sich dann bei uns beiden unabhängig verändert, und wir kamen besser klar ohne die letzte Dosis.

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