Serien/Filme schauen

Hallo,
ich bin neu hier und setze mich gerade erst mit dem Thema ADHS auseinander.

Mir ist aufgefallen, dass ich bei Filmen/Serien so mitfühlend bin, dass ich irgendwann Probleme bekomme, die Gefühle von meinen eigenen Gefühlen auseinander zu halten. Kennt das Problem noch jemand von euch?

Liebe Grüße
Lemon

Willkommen an Bord.

Es gab dazu mal eine ganz interessante Studie: Suchtpotential von Netflix & Co – arbeitsblätter news

Ich vermute, die Filme und Serien werden immer gezielter so geschrieben, dass ein hohes Identifikationspotenzial besteht und daher noch mindestens ein Monat Netflix rangehängt wird, um weiter das Bindungsbedürfnis zu stillen.

Hinzu kommt, dass bei ADHS-Betroffenen die Neigung zu Animismus oder „magisch-animistischer Partizipation“ - im Sinne einer gewissen Verwechslung von Phantasie und Realität - über die Kindheit hinaus fortbestehen kann (bei Neuhaus). Mir reichten z.B. schon die Bücher, um von der realen Existenz von Sherlock Holmes überzeugt zu sein.

Magische Grüße in diesem Sinne :wink:

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Das hat mit Sicherheit auch was mit dem Reifungsgrad des Gehirns bei der Hirnentwicklungsstörung bzw. Hirnreifungsverzögerung ADHS zu tun, des Weiteren mit dem Geschlecht und auch dem Identifizieren mit geschlechterspezifischen Rollenbildern…

…außerdem mit der Realitätsnähe von Filmen bzw. Serien und natürlich mit der Fähigkeit zur persönlichen Identifikation mit Charakteren in Filmen und Serien…

…ich persönlich schaue gerne Splatter-Filme und kann mir über so Kettensägen-Massaker und kannibalistische Hillbillies, die College Kids durch die Wälder von West Virginia jagen wie bei der Wrong Turn-Reihe zum Beispiel wunderbar den Arsch ablachen, weil es NICHT realistisch ist….

…realistische Filme wie Open Water 1 Open Water (2003) Official Trailer #1 - Thriller Movie - YouTube dagegen finde ich beklemmend…

…aber letztendlich sind es Filme und es ist ein Ausdruck von Wohlstand und einer eigentlich, verglichen mit allen Zeiten davor, sorglosen Situation, dass man sich gute und schlechte, realistische und lächerliche Filme auf dem Sofa anschauen kann…

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Ich bei mir auch so, Zombie-Splatter kann ich mir stundenlang reinziehen, bei Psycho-Horror klinke ich mich aus. Früher habe ich mir das angetan, aber das hat heftige Auswirkungen bei mir gehabt. Ich habe das Gesehene nicht mehr losbekommen und meine Verfolgungsangst ist wieder stärker geworden.
Nachrichten kann ich keine schauen, bei dem ganzen Schei…, der auf der Welt abgeht und ich nicht ändern kann, da kommen mir vor Wut und Verzweiflung die Tränen, ich werde aggressiv und in mir schnürt sich alles zusammen. Gar nicht gut. Bei gut gemachten Dramen bin ich zu mitfühlend, ich kann das nicht! Vor einiger Zeit habe ich eine Serie angefangen, sie hat mir gut gefallen, aber die vielen Vergewaltigungsszenen haben mich im Schlaf verfolgt…ich schaue die Serie nicht mehr.
Manchmal denke ich mir: komm, zieh dir die Schlümpfe rein und sonst nichts, da bist du sicher!

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Ja, das mit den Nachrichten geht mir auch ähnlich. Ich habe sie noch nie ertragen, vor allem, wenn es um Krieg geht und andere Gewalt-Dingen. Damit komm ich nicht klar. Ich wurde von meinen Eltern gezwungen, Nachrichten zu schauen, jeden Tag. Es war für mich ein Alptraum. Ich habe nur noch geweint, wenn ich wusste, es ist wieder soweit und ich habe versucht die Augen zu schließen, aber nur den Ton zu hören ohne zu sehen, was passiert, macht es noch schlimmer. :zipper_mouth_face: Es sind Erinnerungen, die keiner braucht.

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Nein, Nachrichten sind nicht jugendfrei. Ich bin ja ein Radiojunkie und höre fast jeden Tag stundenlang Deutschlandfunk.

Wenn ich mal (in der Mediathek oder bei Bekannten) Fernsehnachrichten ansehe, fühle ich mich fast erschlagen von der Bilderflut, und finde auch den Quasi-Zwang, zu allen Ereignissen Filmsequenzen zu zeigen, unsinnig. Da haben Minister oder Staatschefs zusammen gesessen und etwas besprochen. Gut. Muss ich dann sehen, wie sie vor ein Redepult treten oder, noch dümmer, wie sie im Auto vorfahren und dem Journalisten ins Mikrofon sagen, dass sie nichts sagen? Ist doch überflüssig, im Gegenteil, lenkt von der Information ab.

Oder noch schlimmer, irgendeine Armee hat eine andere Armee angegriffen. Grausam genug das zu erfahren, ich muss nicht auch noch sehen wie die Bomben detonieren.

Fernsehzuschauer sind nicht besser informiert als Radiohörer, sie wissen nur besser wie die Politiker aussehen.

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Also ganz ehrlich, Nachrichten gucken, und das jeden Tag, tut mir mit meinen Depressionen einfach nicht gut, da kommt so eine extrem starke Weltuntergangsstimmung auf, kriege ich zum Teil schon Alpträume davon. :scream:
Wenn, dann höre ich eigentlich lieber Radio, da habe ich wenigstens Musik dabei, das tut mir gut. :notes:

Habe irgendwo gelesen, das Leonardo di Caprio gesagt hat, das wir noch 9 Jahre Zeit haben um die Erde zu retten, und das wird wohl ehr nicht klappen, von daher?, geht eh alles den Bach runter, was soll’s.
:sweat_smile: :disappointed_relieved:

So Filme wo ich starke Emotionen habe?, ganz klar beim Herr der Ringe, da versinke ich regelrecht drin.
:hugs:

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@Lemon ich „leihe“ mir mal deinen Serien Thread um eine Frage los zu werden, hoffe, es ist ok für dich :wink:

Mir ist aufgefallen, dass ich einen enormen Drang habe, Lieblingsserien zig mal rauf und runter zu gucken, immer wieder …

Mein „Comfort Binge“ Streaming Verhalten ist echt auffällig. Ich hab Abo’s bei Netflix & Co und trotzdem gibts oft bei mir nur „Aufgewärmtes“.

Ich zoome so durch die neuen Streams umd bleibe bei den alten Serien hängen…warum nur?
Kommt euch das bekannt vor?

Meine Theorie:

  1. etwas Bekanntes löst wenig Stress aus, beruhigt und düdelt so mit, während ich parallel am Handy bin. Ich muss mich quasi nicht konzentrieren. Es läuft so mit, vertraute Geräuschkulisse
  2. Es gibt mir ein Heimatgefühl, Geborgenheit, die Protagonisten kenne ich , sie gehören quasi zu meiner „Familie“

Bin auf eure Theorien gespannt :slight_smile:

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Liebe @Lea mein Schatz ist da genau gleich wie Du, der kann sich zig mal das selbe anschauen, hat da seine Favoriten Listen, sozusagen.
Bei mir geht das wirklich nur bei absoluten Lieblings Filmen oder Serien von denen ich total begeistert bin, wie zum Beispiel von den Herr der Ringe oder Hobbit Filmen.
Ansonsten kriege ich schnell die Krise bei Sachen die ich zwar nicht schlecht fand, aber jetzt auch nicht sooo ober Hammer geil das ich das immer wieder sehen muss, dann werde ich unruhig und nervös und fängt es mich an zu nerven.
Ausser es ist etwas bei dem ich gut einpennen kann, dann ist es wieder anders.

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Huhu liebe @AbrissBirne ich glaube, du wolltest mir antworten :wink:

Auf jeden Fall danke für dein Feedback :adxs_peace:

Ja liebe @Lea , zum Glück konnte ich es gerade eben noch schnell nachträglich verbessern nach dem Du mir den Hinweis gabst. :sweat_smile::heart:

Hab mich schon gewundert :wink:

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@Lea
Finde deinen Ansatz sehr gut.

Ich bin da offen für neues.
Filme und Serien die ich persönlich sehr mag und zig Male gesehen habe, sind irgendwann durch.
Vielleicht beim Fernsehen durch Zufall, wenn ich etwas sehe, was ich in meiner Kindheit oder Jugend gesehen habe, bleibe ich vielleicht hängen.
Es gibt auch Serien, Filme und Dokumentationen die starke Emotionen in mir freisetzen.
Da muss ich für mich aufpassen in welcher Tagesform ich mich befinde um nicht zu stark Emotional zu reagieren.

Sehr entspannend empfinde ich Horrorfilme. Da sie keine Emotionen in mir auslösen sondern eher belustigend.

Fantasie, Syfi,Thriller und Drama, alles Genre mit denen ich was anfangen kann.
Außer Krimi🤔

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Haha, das passt gerade so gut :grin: Bei uns läuft seit Freitag Babylon 5 nonstop :star_struck:

Mir geht es genauso… bei mir ist es so:

  1. Ich wurde beim ersten Mal gut unterhalten. Also möchte ich das wiederholen.
  2. Ich kenne die Handlung schon und entdecke dann neues - besonders, wenn viele Gags kurz aufeinander folgen oder mehrere Handlungen parallel laufen.
  3. Ich mag die Protagonisten, bin vielleicht sogar ein bisschen verliebt, das ist wunderbar.

In Bezug auf die Streaming-Dienste finde ich es sehr entspannend, wenn ich bestimme, was mich berieselt.

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Freue mich, dass es mir nicht allein so geht, kam mir schon vor wie ein alien :smile:

Bei mir ist es „the Office“ oder „Pastewka“, was ich hoch und runter düdeln kann, aber trotzdem läuft es immer wieder :sweat_smile:
Oder King of queens, Friends…alles Wohlfühl - und Anitistress Serien…fällt mir gerade so ein beim
aufzählen…interessant!

Vllt.könnten die Streaming Anbieter den Algorithmus dahingehend updaten, dass er Stimmungen erkennt, so dass die Vorschläge danach auswählbar sind :wink:

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Unsere Kinderpsychiaterin hat sich zum Medienkonsum unseres Kindes erkundigt. Sie fand es super, dass er immer wieder die gleichen Hörbücher hört (Herr der Ringe, Die Schwerter Chroniken usw) Dadurch verschafft er seinem Hirn Pause, weil er die Handlung kennt und das entspannt. Kritisch hätte sie es gesehen, wenn er immer neue Anregung sucht.

Das gleiche gilt fürs Gaming. Immer wieder Minecraft oder AoE ist ok, aber nicht ständig neue Actionspiele.

Bei mir kehrt zunehmend Ruhe ein. Kein Radio, kein Fernsehen, bisschen Youtube, bisschen Netflix.

@Lea die machen das nicht nur „vielleicht“ sondern das funktioniert so, je nach dem was Du Dir so ansiehst wird ein Profil über Dich erstellt.

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Ich glaube, das passiert schon… naja, die Stimmung kann man selbst vorgeben, dann kommen Vorschläge.

Ich höre auch immer die gleiche Musik durch Kopfhörer, es ist Musik die ich wirklich mag. Schaltet den Kopf bei mir auch aus, wirkt dadurch aber antreibend und macht mich produktiv, weniger ablenkbar. Radio ist ein No Go dafür.

Alle anderen Medien sind gefährlich für mich und lassen mich die Zeit vergessen? 3 Uhr? Ach, das war schon die 10. Folge Golden Girls diesen Abend?:sweat_smile:

Bei mir setzt glücklicherweise spätestens 21:30 Uhr Müdigkeit ein. Dann schleppe ich mich noch maximal eine Stunde und versinke dann im Meer der Träume. Deshalb versacke ich kaum.