Skills für Selbstbewusstsein

Hallo Forum,

ich merke, dass die Ursache für meine Depressionen mein mangelndes Selbstbewusstsein sind und die Unfähigkeit mich abzugrenzen und auch mal etwas einzufordern, wenn mich etwas stört.
Das kann ich nicht gut, aus Sorge, dass ich anderen dabei auf den Schlips trete.

Ich kriege es einfach nicht hin…
Wie kann man das lernen? Ich muss das können, sonst kommt man nur schwerlich durchs Leben. Bzw mein belastet sich unnötig.

Ebenso ist das mangelnde Selbstwertgefühl und die nicht empfundene Selbstwirksamkeit ein großes Problem.
Warum ist das so? Wieso habe ich kein Selbstbewusstsein? Wie kann man es lernen?

Ich kriege so viel auf einem ziemlich hohen Niveau geregelt, aber ich empfinde nie auch nur ein bisschen Stolz für meine Leistung. So als würden mir da die Rezeptoren fehlen.
Dies ist auch der Grund warum ich immer so tief stapele und unter meinen Möglichkeiten bleibe.

Es ist echt schwer diese Macken auszubügeln.

Habt ihr daran arbeiten können bzw kennt ihr das auch?

Grüße,

Irrlicht

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Langzeittherapie

hat mir eine gute Basis geschaffen. Reflektieren und laut Aussprechen und Sortieren, wo ich mich stärker hätte durchsetzen können. Und hat auf jeden Fall auch geholfen anzuerkennen, wenn das mit der Selbstwirksamkeit mal klappt.

Und dann muss ich ganz ehrlich sein: Medikinet hat nochmal ein gutes Stück was verändert bei mir. Nimmt mir zumindest die Spitze des Overthinkings.

Ich glaube viele der Selbstbewusstseinsprobleme hatten bei mir damit zu tun, dass ich um mein Potential wusste, aber mich nicht auf mich verlassen konnte, dieses Potential auzuschöpfen.
Ganz simple Dinge, wie das kontinuierliche Arbeiten an einem Projekt (gerade in Kooperation mit anderen) habe ich oft gar nicht begonnen, weil ich nicht sicher sein konnte, ob die Begeisterung und Energie dafür auch in zwei Tagen noch abrufbar sein würde.

Dass ich mich jetzt zumindest auf mich besser verlassen kann, macht, dass ich mich nicht mehr so sehr als Störfaktor oder in einer Bittstellerrolle sehe. Da ist es dann auch leichter beharrlich zu sein mit der eigenen Position.

Eine richtige Anleitung oder Tips oder ein 12 Schritteprogramm kenne ich aber leider auch nicht.
Möchte dir aber nochmal sagen:
DU MUSST NICHT NETT SEIN UND ERST RECHT NICHT ALLEN GEFALLEN

Und ansonsten denke ich, dass man das alles mal in belastbaren Beziehungen erproben kann.
Das Risiko anzuecken in der Probezeit bei einer neuen Arbeitsstelle wär vielleicht zu hoch.
Aber mal dem:der Partner:in zu sagen „Hey, das was du gestern gesagt hast, ist mir im Gedächtnis geblieben und ich war verletzt davon, können wir darüber sprechen?“ scheint vielleicht machbar.
Und dabei eben ganz wichtig: sich Menschen ins Umfeld holen, mit denen so eine Kommunikation gut funktioniert. Vielleicht liegt das Problem nicht allein bei dir, sondern auch in den Kommunikationsstrategien von anderen. Oder im Wechselspiel zwischen einander.
Das unterscheiden zu lernen ist glaube ich eine sehr gute Sache.

Je mehr ich schreibe, desto mehr sprudeln die Ideen.
Ich arbeite mit Jugendlichen und merke da immer wieder, wie wichtig es ist verschiedene soziale Räume zu haben.
Die finden in der Schule vielleicht keinen Anschluss, sind einerseits total weit im Kopf, andererseits auch gar nicht reif in ihren Interaktionen. Und dann braucht es Angebote, bei denen sie mal unter Gleichgesinnte kommen, mal raus aus der Heimatstadt, Erfahrungen machen, Grenzen austesten.
Runtergebrochen: Hobbies und Reisen.
Wie das für Erwachsene gut zu gestalten ist? Puh… Äh… gute Frage.
Aber ich denke, dass sowas wie ein Sportkurs, Töpferkurs, Seminar, Amateurtheater einen ähnlichen Zweck erfüllen kann.

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Liebe @Irrlicht
Ich verstehe dich absolut. Mir geht es ähnlich. Das liegt vielleicht daran, dass wir ADHSler im Leben soviel aus Sicht der anderen falsch gemacht haben, so dass wir schon früh viel Ablehnung erfahren haben. Unsere Verhalten macht uns „anders“, das spüren wir, was uns das Gefühl gibt, wir sind nichts wert, da unsere Umfeld uns das so signalisiert. Da vieles in der Kindheit abläuft von diesen Mustern, sitzt es so tief, dass es als Erwachsener schwierig ist, es zu „überschreiben“. Ich mache es so: ich gehe in kleinen Schritten vor, d.h. ich traue mich nach vorn, sage mal meine Meinung anderen gegenüber oder auch mal mit Nachdruck „nein“ und schon ist eine gute Erfahrung da, die mein Selbstbewusstsein puscht. Es gibt natürlich Rückschläge, aber ich weiss dann, okay, nächstes mal klappt es sicher wieder, weil die gute Erfahrung habe ich dann ja bereits gemacht . Es ist so wie bei allem: wir können die schlechte Erfahrung durch gute Erfahrungen überschreiben. Ein Raucher der alle Lebenslagen nur mit Fluppe in der Hand gemeistert hat, muss lernen, dass es auch ohne gut klappt, also seine alten Muster durch neue überschreiben. Dadurch wird er selbstbewusst und stolz. Ich wünsche dir, dass du viele tolle Erfahrungen machen wirst und sehr stolz auf dich bist. Merry Christmas :evergreen_tree: :dizzy:

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Hallo! Mir geht es ähnlich. Interessant, dass ich in meiner Familie viel selbstbewusster sein kannn als im Beruf, weil ich ständig Angst vor Zurückweisung habe bzw. keine Energie für Auseinandersetzungen. Andere forcieren das richtig…Das mit dem nicht nett sein müssen zu anderen krieg ich nicht in den Kopf rein, weil ich gern höflich und respektvoll bin und auch so behandelt werden möchte, aber bei schroffen Kolleg*innen merke, wie mich das erstaunt und ich kaum was dazu sagen kann. Vielleicht, so hab ich mir das gedacht, werde ich einen „Nicht-Nett-Tag“ einführen, wo ich von morgens bis abends mal ausprobiere, was passiert, wenn ich Verhalten spiegele. Und eben nicht lächle ,oder versuche Kompromisse zu finden. Ich hab gerade mit Therapie angefangen und bin mal gespannt, was ich so erkenne und anders mach auf lange Sicht.

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Das ist ein sehr weites Feld und kann brutalst viele Ursachen haben.

Es ist mitunter sehr hilfreich, in einer Therapie mögliche Ursachen aus der Vergangenheit zu suchen und nachzubearbeiten.

So alltäglich daran arbeiten ist auch schwierig, weil Selbstwert und -bewusstsein ja eher unterbewusst agieren.

Ganz konkret kannst du aber auf jeden Fall damit anfangen, dir Gedanken zu machen, was du genau willst. Das kannst du dir dann z.B. aufschreiben und dann einfach machen.

Das muss jetzt nicht gleich das ganz große Kino sein, sondern du kannst mit etwas Kleinem anfangen. Also bewusst einfach ein bisschen auf einen kleinen Schlips treten, bei dem es nicht ganz so tragisch ist, wenn der beleidigt ist :grin:

Und dabei lernst du 1. solche Situationen auszuhalten und 2. dass davon nicht die Welt untergeht.

Dann kommt der nächstgrößere Schlips und ehe du es dich versiehst, trittst du Schlips wie ein Profi. :sunglasses:

Und das ist der schwierige Punkt, du musst dich selbst wertschätzen um Selbstwert zu haben. Indem du Dinge für dich tust und einforderst, wertschätzende Erfahrungen machst und andere nicht als höherwertig ansiehst.

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Hallo,
bei mir ist es auch so mit dem Nettsein.
Aber ich habe ja auch Angst, andere zu verprellen.
Denn durch die Abhängigkeit durch andere, da ich ziemlich Unselbstständig war und bin, trotz vielem Bemühen, kann ich mir nichts verscherzen.
Ich laufe so in Richtung Dependenter und Ängstlich Vermeidender Persönlichkeit.
Kein Wunder, bei ADS.
Aber wenn ich mal was geschafft habe, durch 1000%, kann ich auch Selbstbewusster sein.
Und zum anderen, wenn ich merke, die anderen kochen auch nur mit Wasser.
In dieser „Schönen Schein-Gesellschaft“ nicht leicht, da ich mich zu oft blenden lasse, da spielt mein Autismus mit herein.
Das führt zu Perfektionismus und immer mehr inneren Druck.
Was weiss ich, wass mein Gehirn in den nächsten Minuten für Ideen hat und kleine Schritte im Alltag sind mir dann zu popelig.
Ich laufe so ständig mit Schuldgefühlen herum, und denke keiner mag mich.
Das sind so die Introjekte und Erfahrungen. Nicht einzelne Anteile von mir sind schlecht, ich bin es als ganzes.
Ich bin das Problem.
Hinzu kommt noch, dass von aussen ADHS nicht ernst genommen wird.
So bin ich Faul, Dumm und Unzuverlässig.
Und ich muss mein schwaches Ich ständig nach aussen verteidigen.
Wir leben ja nicht auf einer Insel. Da könnte ich vor mich hinschludern, ohne Vergleich.
Was mir helfen würde, wäre mehr Akzeptanz von innen und von aussen.
Aber oft kann ich Masken, und wirke für kurze Zeit Kompetent, aber nicht auf Dauer.
Vielleicht erkennst du dich da wieder und kannst es nachvollziehen und eigene Schlüsse ziehen…?

Gruss Hypo, und Frohe Weihnachten.

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Guten Morgen alle Zusammen,

Wenn ich so lese was ihr schreibt, dann frage ich mich wieso ich nicht etwas von euch habe. Mein ADHS ist erst vor ein paar Monaten diagnostiziert worden.

Mich empfinden alle Menschen um mich herum als Stark, Zielstrebig und als eine Person die was auf dem Kasten hat. Doch es ist nicht so. Das sind alles angelernte Skills die ich bei anderen gesehen habe und für mich übernommen habe und das schon sehr früh.

Um selbstbewusst zu sein hat es nur die Erkenntnis gebraucht, da war ich 7 Jahre alt, das die meisten um mich herum echt „dumm“ sind. Zumindest habe ich es als Kind so empfunden. Wenn mir in der Schule jemand gesagt hat, dass war gut, antwortete ich, das weiß ich. :laughing:

Nun später in der Ausbildung und den ersten Jobs führte es zu echten Problemen. Besserwisser, Klugscheißer usw. Alles was mich in der Kindheit gefühlsmäßig gerettet hat, war auf einmal sehr, sehr hinderlich.

Also hat es eine abgebrochene Ausbildung und 20 Arbeitsstellen gebraucht um festzustellen dass eine Anpassung an Dummheit und sinnfreie Tätigkeiten echt nicht geht.

Doch immer mehr lernte ich Menschen kennen die es toll fanden wie ich bin. Zu erst verstand ich das nicht, doch dann ist mir aufgefallen dass viele das Selbstbewusste nicht können und an sich zweifeln.

Nun ich denke das eher mir ein nettsein Gen fehlt. Alle meine Skills bringen mir was, sind für andere voll nervig. Heute weiß ich, vielles davon ist nur eine Schutzmaßnahmen meiner Selbst. Dass habe ich durch meinen Mann herausgefunden. Durch ihn weiß ich auch wie schlimm es sein kann, wenn ein Intelligentes Kind, wie er es war, von der Umwelt nieder gemacht wird. Er hatte am Anfang unser Beziehung echt null Selbstbewusstsein. Ich kann nix, ich bin nix, traf auf mich, Miss Wichtig und mach Platz ich komme. Mit viel Geduld konnte ich meinem Mann aufzeigen das er toll ist. Klug, Perfekt auf seine Weise. Das kein Mensch ein Recht hat zu sagen, du bist falsch.

Also denke ich Selbstbewusstsein kann man echt üben. Schwieriger ist es mit Zurückhaltung und Demut.

Liebe Grüße
Mona

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@Irrlicht
Vieles wurde hier ja schon genannt und ich kann, um es kurz zu machen, dem nur zustimmen. Aus verschiedenen Gründen hatten wir ADxSler es im Kindesalter nicht leicht, vieles steckt im Nervensystem und ist dort seit Jahrzehnten tief verankert. Und jedesmal wenn uns eine Situation triggert, greifen wir auf das kränklich Erlernte zurück, auch und gerade dann wenn es um Eigenkritik geht.
Ohne Therapie wird man das wahrscheinlich nicht alleine bewältigen können, vielleicht gibt es Wenige die das können…ich nicht!
Vielleicht magst Du dich bei den folgenden links mal einlesen, ich finde diese Therapieformen sehr interessant und sie sind auch ein Bestandteil meiner Therapie:

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So viele spannende und erhellende Antworten!
Ich schreibe, sobald der Xmas-Terror beendet ist :wink:

Viele Grüße und Euch ein schönes Fest! *

*war das jetzt schonwieder zu nett? :smiley:

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Ja, auf jeden Fall. Das hat mich erst darauf gebracht, dass ich damit überhaupt Probleme habe. Ich kann inzwischen mehrere Situationen benennen wo ich mich stärker hätte durchsetzen müssen.
Und da mein Blick dafür geschärft ist, merke ich diese Momente sofort, wo ich es wieder mache oder machen will.
Das passiert ganz automatisch.

Ja :frowning: Ich weiß das, aber ich traue mich nicht es zu ändern, weil ich Angst habe. Sowieso ist Angst ganz oft meine Grundlage für irgendwelche Entscheidungen gewesen. Auch für die Entscheidung dieses dumme Studium anzufangen.

Ich laufe auch unter meinen Möglichkeiten und das hinterlässt mich in einem Umfeld, in dem ich nur unglücklich sein kann, eben weil ich so anders ticke.

Ja :smiley: Das Phänomen habe ich bei Entscheidungen. Woher will ich wissen, ob das, wofür ich mich gerade total interessiere jetzt die Offenbarung bzw endlich der richtige Weg ist ist oder nur etwas, was ich mir wieder eingeredet habe und das in ein paar Monaten wieder verpufft. Oder sogar erst in ein paar Jahren.

Is so :wink:
Aber es geht bei mir nicht darum, dass ich allen gefallen möchte. Ich kann mich bloß oft so gut in andere hineinversetzen, empfinde dann Mitleid und handele dann so, dass es für den Gegenüber eben gut ist.
Bestes aktuelles Beispiel: mein Vater. Liegt über Weihnachten im Krankenhaus, ich male mir aus wie er Heiligabend alleine da ist und habe ein schlechtes Gewissen. Habe es nicht geschafft ihn zu besuchen, aber die Schwester war so freundlich, dass wir miteinander reden konnten.
Erste Reaktion meines Vaters: bring mir mal Tabak und Hülsen mit…
Ich so: -__________-
Danach hatte ich echt die Schnauze voll.

Ich will nicht allen gefallen, das ist nicht mein Motor. Ich male mir eben bloß oft aus wie sich der andere fühlen könnte. Und das ziemlich extrem. Das sollte ich dringend lassen und da egoistischer werden.

Dieses „nett“ sein ist für mich ein höflicher Umgangston, den ich pflege. Ich kann es nicht leiden, wenn man so pampig ist. Das ist respektlos.
Aber mir ist eben auch klar geworden, dass man durch Nettigkeit und Höflichkeit immer als die „Schwache“ und „Dumme“ gesehen wird. Mit der kann man es ja machen.

Viele, viele Baustellen.

In der Partnerschaft klappt es sehr gut. Da habe ich keine Probleme.

Danke dafür! Ich sehe vieles so wie du :slight_smile:

Ja, genau das. Training :slight_smile: Und zu lernen, dass es mich nicht mehr interessieren muss wie der andere sich damit fühlt.

1:1 bei mir. Wobei ich mich auch in der Familie manchmal schwer tue. In der Partnerschaft bin ich allerdings ganz ich :slight_smile:

100% Zustimmung. Zumal ich eben auch erlebt habe, dass es so geht! Man muss sich nicht anpampen.

Das hatte ich einmal unbewusst gemacht. Viele haben mich gefragt, was mit mir los ist.
Da ist mir aber auch klar geworden, dass wenn man höflich und nett ist, eben auch sehr oft Hilfe bekommt oder ein: „lass mal, ich mach das schon.“
Läuft man miesgelaunt durch die Gegend, dann flüchten die anderen und bieten Dir erst recht keine Hilfe an. Und man stößt auf mehr Widerstände.
Ich möchte nicht unhöflich und unfreundlich sein, das geht mir völlig ab. Aber ich muss lernen, selektiv zu sein und bei Notwendigkeit den Modus wechseln zu können.

Mobbing, kaputte Familienverhältnisse, Hartz4-kind in Kleinstadt…naja. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Habe ich immer angenommen, dass ich das weggesteckt habe, aber nichts da.

Das ist der einzige richtige Weg. Mein Freund macht es ständig bei seinen Arbeitskollegen und er steht auch noch in Lohn und Brot. Und: er ist nicht unbeliebt! Komisch…?

Ich habe ADHS zu 100% auf dem Schirm, aber ich teile das nicht mit meinem Umfeld. Vor allem nicht beruflich. Warum auch, die meisten können damit eh nichts anfangen und sind was die Thematik angeht extrem ungebildet. Da kann nichts Gutes bei rum kommen.

Schuldgefühle habe ich auch oft. Siehe das Beispiel mit meinem Vater im Krankenhaus. Aber ich merke, dass ich gerade einen Schalter umlege. Mir reichts.
Ich hoffe ich kann das lernen.

Gott sei Dank! Immer wenn ich jetzt nach langer Zeit nach Hause komme, frage ich mich: wie hast du das ausgehalten?! Es ist schrecklich!
Nicht, weil ich meine Familie nicht liebe, das tue ich, aber es ist absolut chaotisch. Jeder steckt irgendwie so in seinen Verhaltensweisen fest und ist auf seine Art anstrengend. Es wird sich wenig für den anderen interessiert und alle sind mit so Kleinigkeiten überfordert.
Angst, soziale Angst, ist in meiner Familie ein großes Thema.
DAHER HABE ICH DAS! Wie hätte ich mich dort entwickeln können? Es ging nie um Förderung, es war nur Schadensbegrenzung. Nicht böswillig, aber mehr war eben nicht drin. Weder finanziell noch vom Mindset.
Kein Wunder, dass ich in meine Traumwelt geflüchtet bin.

Ich fahre momentan den Konfrontationskurs. Ich will das nicht mehr. Ich will nicht über die Vergangenheit reden, ich will Lösungen haben und in die Zukunft gucken.
Man ist so wie sein Umfeld Punkt. Da ich jetzt seit Jahren dort raus bin, merke ich, dass ich ein komplett anderer Mensch werde.

Ja :frowning:

Danke für deine Vorschläge, das lese ich mir mal durch.

Und wenn man das verinnerlicht hat, dann wird der Weg freigemacht und die Sicht ist auf einmal ganz klar.

Es funktioniert nicht in der Reihenfolge, dass man irgendwas Großes erreichen(viel Geld, Studium, 20kg abnehmen) muss, damit dann das Selbstwertgefühl steigt. Habe ich schon mehrmals probiert.

Aber wenn das Selbstwertgefühl groß ist, dann macht man automatisch das wofür man steht und was einem gut tut. Eben weil man sich mag :slight_smile:

Vielen Dank für Eure Antworten.

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Ich wünsche mir gerade so, dass Du Deinen tollen Beitrag mit Augen von draußen lesen könntest…

Jedenfalls liest sich für mich alles sehr entwickelt. Ich will mir nicht irgendein „Lotus auf Schlamm“-/Phoenix-aus-der-Asche-Bild anmaßen. Vielleicht hast Du Dich wirklich „trotzdem“ so entwickelt und nicht „auch deswegen“… Dann um so mehr: Hut ab. Manchmal darf man aber auf Baustellen vielleicht stolzer sein als auf Paradiese? Zwischenschritte feiern?

Ist die Kombination eines selektiven Schalters vielleicht eher ein Drehknopf zur recht flexiblen Regulation? Vielleicht mit Stufen von 1 bis 5? Und weniger ein Kippschalter? Kam mir nur gerade so beim Lesen.

Wenn das Leben ein Roman auf dem Ponyhof wäre und die Protagonistin Irrlicht in ihr Tagebuch schreiben würde „dass es mich nicht mehr interessieren muss wie der andere sich damit fühlt“… würde ich gern und interessiert weiterlesen. Und gleichzeitig würde ich innerlich hoffen, dass sich Irrlicht doch weiter dafür interessiert, wie sich andere fühlen… Ein bisschen. Vielleicht ein bisschen regulierter nach Bedarf, aber nicht gar nicht mehr.

Vielleicht aus rein egoistischen Leser-Motiven? Oder als Teil der Menschheit? Weil es schon genug andere Romane gibt, in denen sich Menschen nicht füreinander interessieren? Oft keine Bestseller.

Letzte Leser-Frage: Kann es sein, dass Du so gut schreibst, weil Du das so lange in der Traumwelt geübt hast, wie Du Dich selbst an (D)eine Erzählung fesselst?

Ggf. einfach rhetorische Fragen. Ich will einfach die Idee von posttraumatischem Wachstum nicht aufgeben. Ich bleibe eben doch Romantikerin. Oder Roman-Tick/er-in.

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Ich gebe erst mal vorne weg zu, das ich hier noch nicht alles genau, von Anfang an, oder Punkt für Punkt durch gelesen habe, werde dies aber nachholen, sobald ich Zeit dazu habe.
Was mir zuerst mal doch ziemlich zu denken gibt, ist der Umstand, das es heutzutage irgendwie „verpönt“ zu sein scheint „nett“ zu sein, das Menschen sich anscheinend sogar dafür schämen „nett“ zu sein, warum ist das eigentlich so?.
Muss man heute ein A-loch sein um Erfolg zu haben?. Was ist da eigentlich los, warum sollte sich jemand schlecht fühlen weil er* ein netter, freundlicher, höflicher, zuvorkommender Mensch ist?, das verstehe ich nicht, ist mir rätselhaft.

Sollte es eigentlich nicht umgekehrt sein, das jemand der* sich wie ein A-loch benimmt KEINEN Erfolg hat?.
Ich bin klar der Meinung, ein A-loch ist ein A-loch und bleibt meist auch ein A-loch, warum also sollte ICH mit so jemanden gerne befreundet sein wollen?. Wenn er* doch ein A-loch ist?, ich solche Leute nicht ausstehen kann und mit so jemanden nichts zu tun haben will?.
Da sage ich ganz klar: Nein Danke, denn eigentlich sollte sich ja ein A-loch Mensch schämen, und nicht ein Mensch der nett ist.

Etwas vom wichtigsten überhaupt, das ich gelernt habe im Laufe meines Lebens ist:
Sei immer Du selbst, je mehr Du Du selbst bist, zu Dir selbst stehst, desto mehr wirst Du respektiert, eigentlich eine ganz simple Sache.
Ich weiß: Klingt nach Phrase oder 08/15 Platitüte, aber manche Dinge im Leben sind „eigentlich“ sehr einfach, es sind wir selbst, die die Dinge kompliziert machen.
Der Minimalismus ist auch auf menschliche Beziehungen, egal ob im Liebes, Familien oder Berufsleben, anwendbar.
In Wahrheit muss man keine psychologischen Wälzer lesen oder Selbsfindungs Seminare besuchen oder Therapien machen um mehr Selbstbewusstsein zu bekommen.

@Hypoborea hat bereits eine sehr simple Wahrheit angesprochen.
Nämlich: die anderen kochen auch nur mit Wasser.
Allein wenn man sich diesen Spruch, der so VIEL Wahrheit auf einen Punkt bringt, mal auf der Zunge zergehen lässt, merkt man augenblicklich, wie einfach eigentlich alles ist, oder sein kann, oder könnte, je nachdem an welchem Punkt von Lebenserfahrungen man sich selbst gerade befindet.

Unser Schwachpunkt ist nur der, das wir anscheinend sehr leicht zu manipulieren sind, von Menschen, die sich selbst gerne „überhöht“ darstellen.
Denn die Erkenntnis, das sich andere uns gegenüber gerne überhöht „darstellen“ ist dabei elemetar wichtig.
Denn es handelt sich IMMER nur um eine „Darstellung“ einer Person, NICHT um eine unumstößliche Wahrheit.
Wie die manipulative Person hinter ihrer Fassade ist, nämlich meist sogar sehr unsicher, wie man das schon von z. B. Mobbern* kennt, lässt sie ja nicht durchblicken, sondern überspielt ihre eigenen Fehler und Schwächen nur, es handelt sich also um reine „Selbstdarstellung“, im Grunde Schauspielerei.

Wir lassen uns nur von solchen Personen viel zu leicht einschüchtern, sind dadurch viel zu leicht manipulierbar, das ist im Grunde die nackte Wahrheit.
Unsere Schwäche ist deren Stärke, sie nutzen nur unsere Unsicherheit aus, das ist alles.
Wenn wir dann bei solchen Menschen „kontern“, oder sie ignorieren, dann kann man regelrecht dabei zusehen wie ihr Kartenhaus einstürzt, die Fassade anfängt zu bröckeln.
Denn dann wird sichtbar, das auch SIE „nur“ mit Wasser kochen, ganz normale Menschen mit Fehlern und Schwächen sind, kein bisschen „besser“ als wir.

Deshalb mein Tipp: Lerne Dich selbst zu lieben.
Du bist nicht perfekt, Du musst aber auch nicht perfekt sein, denn NIEMAND ist perfekt.
Jeder* Mensch macht Fehler, so lange er* lebt, das ist normal und die Welt geht deshalb nicht unter.
Du bist in Ordnung, so wie Du bist, Du bist klug, Du bist schön, und Ja, Du bist NETT, und das ist GUT SO.
Du bist einzigartig, ein einzigartiger Mensch auf der ganzen Welt, Dich gibt es nur ein einziges Mal, deshalb bist DU etwas besonderes.
Du sollst nicht jemand anders sein, denn wie gesagt Du bist DU, und ein göttliche Wesen das alles erschaffen hat, wenn Du religiös, oder gläubig bist, WILL das Du so bist wie Du bist.

Also: Lass Dich nicht von anderen manipulieren, stehe zu Dir selbst und denke daran Dir selbst auch mal Komplimente zu machen, lächle Dich selbst mal im Spiegel an, beschenke Dich auch mal selbst, gönne Dir was im Leben, lass es DIR gut gehen.
Halte Dich von negativen Menschen die Dir was missgönnen, neidisch sind, oder Dich einfach nur aus purer Langeweile, Dummheit oder Bösartigkeit, runter machen wollen fern.
Oder gehe ihnen zumindest so weit wie möglich, aus dem Weg.

Liebe Dich selbst und frage Dich selbst was DU im Leben willst, nicht was andere von Dir „erwarten“.

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Ich kann ihn ja mit ein paar Tagen Abstand nochmal lesen :wink:

Das sollte ich unbedingt tun :slight_smile:

Da hast du natürlich recht, ich denke, dass ich das auch eher im Sinne des 5-Stufen-Reglers meine. Noch mehr Egoisten braucht die Welt wirklich nicht.
Aber ich muss dabei etwas mehr Selbstschutz aufbauen.
work in progress…

Das kann sehr gut sein, träumen heißt eben auch analysieren: meine Situation, meine Zukunft, meine Reaktionen. Im Endeffekt ist das was ich schreibe gedanklich schon 1000* von mir durchgekaut worden, deswegen klingt es vllt so elaboriert.
Schreiben konnte ich allerdings schon immer gut, besonders wenn ich frei schreiben darf - wie hier der Fall :wink:

Auf jeden Fall ein sehr schöner Beitrag :slight_smile:

Vllt wirds ja was. Momentan grätscht mir meine Vergangenheit aber wieder rein. Mein Vater soll aus dem Krankenhaus direkt in die Kurzzeitpflege, weil die psychiatrische Reha, die angedacht ist, leider einen Coronaausbruch hat. Da ich die Vorsorgebevollmächtigte bin, werden das anstrengende Tage werden…

Ohja, die Pandemie schlägt um sich. Diesmal hab ich auch was abbekommen.

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Ich habe nicht den Eindruck, dass es bei den Antworten darum ging, nicht nett zu sein, sondern eher darum, für sich selbst einzustehen.

Man kann auch freundlich und empathisch sein und trotzdem jemandem „auf den Schlips treten“.

Einfach mal sagen: „nein, das mag ich nicht übernehmen, weil ich noch xy machen muss.“

„Sorry, aber ich kann nicht, weil…“

„Ich wünsche mir…“

Im Kern also Rücksicht einfordern, von sich selbst und von anderen.

Wollte ich klar stellen, weil das „Schlips treten“ auf keinen Fall meinen sollte, ein A… zu sein.

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So hatte ich es auch nicht gemeint, von wegen wenn man mal jemand auf den Schlips tritt, sei man deswegen ein A-loch.

Nein, wie gesagt, die Idee ist ja gerade die @Worgl , so wie Du schreibst, für SICH einzustehen, zu SICH selbst zu stehen, sich nicht verunsichern zu lassen durch andere, und damit vor sich selbst verunsichert fühlt.

Diesen Zustand der Selbst Akzeptanz, kann man aber nur darüber erreichen, wenn man lernt, sich in seiner Ganzheitlichkeit, mitsamt seinen vermeintlichen Fehlern, zu akzeptieren.
Ausserdem lernt zu akzeptieren, das auch andere nicht frei von Fehlern sind, sondern ganz im Gegenteil, in Wahrheit keinen Deut „besser“ sind.

Niemand ist perfekt, kann alles, weiß alles ect., warum also solche überhöhten Ansprüche an sich selbst stellen?. Jeder Mensch steckt voller guter Eigenschaften, hat seine ganz eigenen guten „Skills“, warum also immer auf andere fixieren, statt den Blick mal auf sich selbst zu richten?.

Was ich damit sagen will, es gibt keine ABSOLUTE Wahrheit, Wahrheit ist schlussendlich immer relativ, jeder zimmert sich seine eigene Wahrheit seiner eigenen Welt zusammen, jeder lebt in seinem eigenen Glashaus, ich selbst eingeschlossen, wenn überhaupt, dann ist das eine Wahrheit.

Wenn man sich also für sich selbst die Frage stellt, ob man auf der richtigen Seite steht, dann kann die Antwort darauf nie wirklich richtig sein, weil es wie gesagt, keine absolute Wahrheit gibt, sondern alles immer eine Ermessens Frage der jeweiligen Person darstellt. Was für den einen „richtig“ ist, kann für den anderen „falsch“ sein, also ein nie endendes Dilemma, ein unlösbares Problem, oder besser gesagt, die nackte Realität des menschlichen Daseins.

Jedenfalls, wenn es um die Bewältigung „alltäglicher“ Anforderungen geht, kann jeder am Ende nur dem folgen, was er* einerseits kann, andererseits will, oder die jeweiligen Lebensumstände möglich machen, oder man sich selbst zum Ziel setzt, unabhängig von allen genannten Umständen, schlussendlich immer Personen bezogen, sehr individuell.

Also kommt man am Ende immer wieder bei sich SELBST an, bei der individuellen Frage, wie will ICH selbst sein?, was ist MIR persönlich wichtig?, was will ICH erreichen in MEINEM Leben?, und so weiter und so weiter.
Andere für seine eigenen Misserfolge verantwortlich zu machen ist immer der einfachste Weg, aber nicht unbedingt der richtige.

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Amen! (So sei es!)

Das ist nicht Zynisch sondern dem ist nix hinzuzufügen.

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Selbstbewußtsein:

Ich weiß daß das jetzt nicht hilfreich ist. Aber mit medikinet bin ich so selbstbewußt und zielorientiert, daß es kracht (rw sehr selbstbewußt und zielorientiert).

das ist fast komplett weg, sobald ich von medikinet runterkomme.

dann hinterfrage ich wieder alles.

mit Medikinet gelingt es mir, zu einem für mich schechten deal „Nein“ zu sagen.

Noch was:

wenn man sich als adhsler oder sonstwie duckmäusirischer artgenosse emanzipiert, endet das oft darin, da sman laut und aggressiv ist.

das bekommt man dann vorgeworfen. man habe sich ja zum schlechten verändert.

Meistens Nein.

Man läßt nur mehr nach außen, was man vorher erlitt und internalisiert hat.

meistens sind es diejeniegen, die euch shclecht behandeln und nciht respektieren, die euch dann sage, daß ihr nicht weiter so aggressiv und impulsiv und böse sein dürft.

laßt euch das nicht immer gefallen. Ja. man soll sinen Impulsivität hinterfragen. sehe ich ein.

Aber daß man als willige Fußmatte dienen muß,

also ihr müßt das nicht.

Ihr habt ein Recht darauf, glücklich zu sein.

das beinhaltet, das man eine toxische situation erkennt und verlässt.

Das wollen die anderen nicht, und versuchen, daß ihr in der ituation bleibt.

Ok ich laber zu viel. ich wollts nur sagen, weil das grad mit meiner Schwester passiert und sie sich erfolgreich aber mit viel leid und so wehrt.

ps ich bin ein paar Mal im Leben mißbraucht worden, und werde dauerhaft emotional mißbraucht (recherchiert mal nach needy mother)

ich verzeihe mir das nie, daß ich die situation nicht erkannt habe, und mich nicht gewehrt habe, weil ich mich die ganze Zeit wunderte, was das sollte.

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Needy Mother??

Aber das mit dem sich ausnutzen lassen kenne ich auch.
Ich ziehe solche Typen irgendwie magisch an.

Wenn ich dann den Glatten spiele, kommt noch mehr Ärger beim anderen auf.
Der fühlt sich dann verarscht.
Den Glatten spiele ich schon lange.
Wenn mich jemand provoziert, bin ich Buster Keaton im Gesicht und gaaaanz ruhig.
Damit wird nicht gerechnet, so dass es verwirrt.
Ist vielleicht aus Aspergerisch.

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Buster Keaton, der Mann der nicht Weinen konnte.
Manchmal fühle ich mich auch so, und andererseits zeige ich dann wieder zu viele Emotionen, dieses beschissene heiss und kalt halt, kann mal jemand die Dusche abstellen?, und F*ck noch eins, ich weiss einfach immer noch nicht ob ich zur Hälfte Aspergisch bin. :wink: