Guten Morgen liebe Gruppe,
Leider überkommt mich gerade wieder ein starkes Gefühl der Verzweiflung – vielleicht ist das auch wieder zu viel, aber ich fühle mich als Mutter von der Schule ziemlich im Stich gelassen. Es geht um meinen Sohn, wird jetzt 13 Jahre alt, siebte Klasse Gymnasium. Durch ihn haben wir das Thema ADS in unserer Familie entdeckt. Nun hat es ihn leider am schlimmsten betroffen. Er hat ADS und LRS und mittlerweile vermute ich, dass er auch eine dyskalkulie hat. Trotz dieser Probleme hatte er es bis in die siebte Klasse eines bayerischen Gymnasiums geschafft. Für mich war es damals auch nicht das Thema, dass er nicht auf das Gymnasium geht. Denn ich kannte mich mit der ganzen Thematik nicht aus. Wir waren alle selbst auf Gymnasium gegangen, und ich wusste auch nicht, was auf einem bayerischen Gymnasium alles auf einen zukommt. Aber so langsam stoßen wir an unsere Grenzen. Mein Sohn ist in fast allen Fächern schlecht und da sind die Nebenfächer auch eingeschlossen. Die schriftlichen Leistungsnachweise sind eine Katastrophe. Mein Sohn tut mir so leid, er ist zwar nicht super fleißig, doch er sieht schon ein, dass er lernen muss. Dann hat er sogar manchmal das Gefühl, dass die Klassenarbeit gut verlief, und am Ende ist es eine sechs oder fünf. Mittlerweile hat er ziemlich resigniert, ich glaube auch eine gewisse PC Sucht zu erkennen. Er mag nicht in die Schule, hat Bauch- und Kopfschmerzen und Prüfungsangst. Aber die Vorstellung, seine Freunde zu verlieren, war so schlimm, dass er immer bleiben wollte, an der Schule. Nun ist es aber vermutlich bald so, dass die Noten einen Strich durch die Rechnung machen. Es schmerzt mich so im Herzen, dass er quasi bestraft wird für etwas, was er nicht kann, aber die Schule hat 0,0 Förderungsmöglichkeiten weder in punkto Prüfungsangst noch punkto LRS. Die Schulpsychologin: unerreichbar.
jetzt meine Frage an euch oder eure Erfahrungen;
Meint ihr, es lohnt sich noch zu kämpfen, doch dann geht der Wahnsinn in der achten Klasse so weiter? Oder sollte mein Sohn einfach wiederholen und es dann nochmal probieren in der Hoffnung, dass sich irgendetwas ausgewachsen hat (Seine große Schwester hat ebenfalls eine LRS. Es hat sich aber wirklich in der siebten Klasse ausgewachsen.)
Oder würdet ihr eine Realschule empfehlen, obwohl er dann weder die Schule, noch irgendwen kennt? Ich habe Angst, dass er sich dann komplett umstellen musste, und am Ende wird er auch hier scheitern, denn da muss man ja auch rechnen und schreiben.
Der Psychiater sagte, er sei von der Intelligenz her an der richtigen Schule und manches braucht einfach nur Zeit.
Wenn ihr sagt, ich soll einmal mit ihm reden, dann ist das wirklich schwierig. Er hat meistens keine richtige Meinung dazu, sagt nur, er will seine Freundin nicht verlieren. Er sagt, er will kämpfen. Aber das kämpfen gestaltet sich dann auch so, dass er drei Tage vor der Klassenarbeit sich jeden Tag 1 Stunde hinsetzt. Mehr geht nicht. Und es heißt dann auch nicht Mals, dass er es in der Klassenarbeit abrufen kann, was er gelernt hat.
Rs tut mir so leid, dass er so in der Schule leidet. Vielleicht habt ihr Erfahrungen gemacht in eurer Schulzeit mit euren Kindern. Ich bin für eure Antworten sehr dankbar!!