Sohn wirkt depressiv und es geht ihm immer schlechter

Hallo,

Mein (Pflege-)Sohn ist seit kurzem diagnostiziert im Autismus-Spektrum mit ADS und hohem IQ.

Er kam mit elf Monaten zu uns und wir liebten ihn von Anfang an „Heiß und fettig“ :winking_face_with_tongue:. Er galt als „Skeptiker“, aber völlig gesundes, unauffälliges Kind. Das er anders als andere Kinder war, bemerkten wir bereits im ersten Monat. Wir gingen auf seine Special effects ein und gestalteten alles reizarm, viel Struktur etc.

Beim Kinderarzt fiel er auch auf, alles im positiven Sinne.

In der katholischen Kita kam er scheinbar klar und freute sich wie Bolle auf die Schule. Er war/ist kein klischeehafter Junge. Sehr empfindsam, neugierig, aufgeweckt, aber nicht überdreht, künstlerisch in jeder Richtung interessiert und begabt, sehr wortgewandt, ein kind, was lieber in der zweiten oder dritten Reihe steht als eine Rampensau. Zudem hat er immer gerne und viel geschlafen.

Er war wie er war und es war alles gut. Klar, nervten seine „Ticks“ manchmal, aber er brauchte sie und gaben Sicherheit.

In der Schule kam dann der Horror. Nach einer Woche bemerkte ich, wie er ruhiger, leiser, gedrückter wurde. Nach der zweiten Woche zitierte mich die Lehrerin in die Schule. Mit meinem Sohn stimme etwas ganz und gar nicht. Er könne sich nicht konzentrieren, würde sich unter den Tisch setzen und die Ohren zuhalten, würde extrem laut werden, wenn die anderen Kinder laut sind, würde ihre Fragen nicht verstehen oder einfach nicht antworten, wäre einmal beim Toilettengang „übergriffig“ geworden, weil er versucht habe die Tür zu den Mädchentoiletten zu öffnen („Mama, ich wollte doch nur herausfinden, ob die Toiletten bei den Mädchen anders aussehen, weil es welche für Jungen und Mädchen gibt.“). Etc.pp

Wir hatten bereits einen Termin im SPZ ausgemacht, der einige Monate später stattfinden sollte. Das reichte der Lehrerin nicht. Als sie den Satz sagte:“ Ihr Sohn ist ein lustgesteuerter, machtbesessener, völlig empathieloser Autist.“ war das wie eine Ohrfeige. Statt die Frau an die Wand zu tackern, was ich nur zu gern gemacht hätte, bin ich gegangen mit den Worten, dass ich dieses unkonstruktive Gespräch nun beenden würde und wir uns mit Schulleitung und Pflegekinderdienst wieder zusammensetzen werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das SPZ untersuchte ihn Monate später lange mit der Diagnose: Schlauer Kerl, ADS, kein Autismus ( er konnte der Ärztin ins Gesicht schauen, gab passende Antworten und konnte Anweisungen befolgen…..). Aber er habe ein Störung im Sozialverhalten, man wisse aber nicht was.

Mit Hilfe des Jugendamtes bekam er eine Schulbegleiterin. Eine top Frau!!! Sie sollte sich quasi schützend zwischen meinem Sohn und der Lehrerin stellen, was sie hervorragend meisterte. Zudem besuchte der arme Muckel eine Kinder- und Jugendpsychologin einmal wöchentlich.

Glücklicherweise wurde die Lehrerin dann endlich in der dritten Klasse in den Ruhestand geschickt, nicht freiwillig.

Mein Sohn bekam eine neue Klassenlehrerin, die ihm deutlich zugewandter war. Dann kam auch direkt Corona und die Schulbegleiterin wechselte. Die Dame war dann eine Vollkatastrophe.

Hier überspringe ich mal etwas.

Er wechselte zur 5.Klasse zur Realschule, weil Gymnasium zuviel Druck für ihn bedeutet hätte. DieSchulbegleiterin war zwei Wochen mit auf der Schule, dann beendeten wir das Drama zum Wohle unseres Kindes, der ganzenKlasse und der Lehrer :face_with_hand_over_mouth:.

Mit seinem Mitschülern kam unser Sohn überhaupt nicht zurecht. Er war ihnen kognitiv weit überlegen, emotional anders und ich verbrachte jeden Mittag nach der Arbeit mit einem Kind am Esstisch und erklärte ihm, was „Motherfucker, wallah, Wichser“ und co. bedeuteten.:roll_eyes:

Als Kopfweh, Bauchschmerzen und seelisches Befinden trotz Gesprächen mit Lehrern, Therapeutin und schulpsychologischem Dienst nicht besser wurden, wechselte drauf eine integrative Waldorfschule.

Hier fühlt er sich wohl, hat Anschluss und alle nehmen ihn, wie er ist. Seelisch und gesundheitlich war das die genau richtige Entscheidung. Was er an Hirnfutter darüber hinaus braucht, bekommt er zuhause durch Bücher, Dokus Wissenschaftssendungen.
Trotzdem haben wir ihn noch einmal testen lassen mit dem Ergebnis: Autismusspektrumsstörung, ADHS.

Eine Erklärung, warum er manchmal Dinge tut und sich nicht mehr daran erinnern kann, selbst direkt im Anschluss daran, bekamen wir aber nicht.

Wir haben einmal im Monat Familiengespräche bei einer Therapeutin und warten noch ca ein Jahr bei einem Träger auf einen Platz in der Autismustherapie. :roll_eyes:

Unser Sohn ist immer unglaublich müde, gelangweilt und unkonzentriert bzw. abgelenkt. Er bekam auch Migräneattacken. Er wirkte oft missmutig, antriebslos, über das normale Maß bei 14jährigen hinaus.

Jugendamt und Psychiaterin rieten ihm ADHS Medikamente auszuprobieren. Er überlegte es sich lange, ließ sich Wirkungs- und Funktionsweisen erklären und willigte ein.

Medikinet vertrug er nicht gut. Viel Herzklopfen, zittrige Stiftführung, sonst keine Wirkung. Er wechselte auf Elvanse. Begonnen hat er mit 20mg in Saftform und ist nun bei 30mg. Er ist begeistert. Unser Kind hat Zugang zu seinen Gefühlen, kann sich sogar einigermaßen in andere Personen hineinversetzen, fühlt sich wohler, energiegeladener. Nach drei Stunden ist die Wirkung weg und er ist wieder wie vorher.

Das schlimme ist, dass der weiter voranschreitende Prozess der Freudlosigkeit nicht aufgehalten wird und ich verzweifle daran, ihm nicht helfen zu können. Er hat an nichts mehr Spaß, bekommt sein Dopamin kaum noch irgendwo her und entwickelt keine neuen Interessen.

Mir macht es den Eindruck, dass er eine Depression hat.

Ich habe die Ärztin angeschrieben und um dringenden Rückruf gebeten.

Keine Ahnung, ob er eine Depression entwickelt oder schon hat. Ob das Elvanse alles schlimmer macht oder ob es unangenehm so vorkommt, weil er drei Stunden gut ansprechbar und gelöst ist??

Ich habe auch schon an einen stationären Aufenthalt in einer Klinik gedacht. Aber da sind viele Menschen…. Und Kinder…. Ihn nervt ja schon seine kleine Schwester.

Dort könntest vielleicht auch den Grund herausfinden, warum er Dinge unbewusst macht und völlig erstaunt ist, wenn man ihm dann zeigt, dass er sie getan hat ( Video, Audio).

Meine Gedanken fahren Achterbahn seit er heute weinend sagte:“ Es macht alles keinen Spaß mehr, weder Schule noch hier zuhause. Alles macht keinen Sinn mehr.“

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Naja, zusätzlich zu den anderen Problemen klopft halt auch schon die Pubertät an.

Kenne ähnliche Aussage auch von meinem neuronormalen 12-jährigen. Es ist dieser typische Fatalismus, den Teenager (ist er laut Alter noch nicht, aber hormonell schon :wink: ) haben.
Und ja, auch der 9-jährige ADS-ler neigt zum Drama… bei ihm aber jetzt weniger die Hormone, sondern wie er so tickt. Da ist alles immer gleich viel emotionaler insgesamt.

Insgesamt bleibe dran. Aber lasse dich nicht von einzelnen Aussagen zu sehr verunsichern. Der generelle Trend ist entscheidend…
Natürlich musst du dennoch dran bleiben, wenn du meinst, dass er depressiv ist. Aber wenn ich das richtig lese, seit ihr doch noch im Eindosieren/Rausfinden des richtigen Medikaments.

Stationär wäre für mich übrigens auch ein Nogo. Nur, wenn es gar nicht mehr anders geht…

Ja da gebe ich dir recht achtarm, Pubertät ist er auch voll drin. Okay, er interessiert sich weder für Mädchen noch für Jungs. Da ist er halt später dran, ein kleiner Vorteil :face_with_hand_over_mouth:.

Unsere kleine (bald 12, FASD und ADHS kombinierter Typ) ist seit ihrem zweiten Lebensjahr eine Dramaqueen. So wie sie sich verhält, ist es aber auch erst seit drei Jahren der Pubertät zuzuordnen.

Schwierig, zumindest für mich als Mutter, zu unterscheiden was jetzt was ist und was „normal“ und was alarmierend.

Habe hier heute Nachmittag weinend gesessen, weil mein Kind leidet und ich sowas spüre und ihm helfen möchte.

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Ernst nehmen musst du das ganze natürlich. Aber versuche es dennoch nicht zu schwer zu nehmen. Ist halt eine Gratwanderung und klarerweise sind auch deine Sorgen und Ängste berechtigt und normal (ich bin selber aktuell ziemlich von Ängsten geplagt und weiß wie das ist - für mich ist alles momentan auch bisschen Drama… :zany_face:)

Ich hoffe, du weißt, wie ich das meine…

Du machst hier für mich Textbombing - deshalb nicht übel nehmen wenn ich Dinge vermische/ verwechsele.

Auch die Textart war zum vielen Text nicht adhs-freundlich…

Wird er seit Elvanse depresiv oder auch schon vorher?

Welche Dosis Medikinet bekam er?
Wie war unabhängig vom Vertragen die Wirkung durch Medikinet auf euch wenn er Zuhause mit Medikamenten war?

Wenn du eine Depression meinst zu merken wird diese auch in einer Form da sein fragt sich nur

  1. Weil Elvanse falsch dosiert ist?
  2. war es vorher und wird nur durch Elvanse verstärkt?
  3. für Elvanse typisch was ist wenn es 1 mal noch erhöht würde, wäre es besser?
  4. was wäre mit 25mg könnte das besser passen?

Elvanse hat eine Halbwertszeit von 11 std. entsprechend kann eigentlich die Wirkung nicht weg sein. Elvanse hat bei 4/4,5 std den Peak könnte sein das das Problem im Anfluten liegt. Auch wenn kein Autismus (falls richtig verstanden) vorhanden ist könnte es sogar sein, daß weniger Elvanse zumindest in der Eindosierung mehr sein könnte, da viele Menschen mit Autismusspektrum schon auf geringe Mengen von Medikamenten gut ansprechen. Ggf. könnte es sich lohnen 10 mg Elvanse auszuprobieren.

Wichtig ihr müsdt das mit dem Arzt besprechen aber sie wollen ja auch eine unterstützende Lösung finden

Was ist eine Inizialdosis die ihn gut trägt und das ist nicht so leicht zu finden, doch Saft muß nicht aufgelöst werden und läßt sich auch gut kleinschrittig dosieren was eigentlich erst mal ideal ist und einiges erleichtern kann

Entschuldige wenn es zuviel Text war. Muss ich noch lernen, dass ich manchmal zuviel bin. Wie schreibt man adhs freundlich? :woman_shrugging: Habe selber adhs und weiß nicht was du meinst.

Ich versuche es mal so:

Er hat Autismus

Medikinet keinerlei positive Wirkung, nur Nebenwirkungen

Medikinet zuletzt bei 30mg, dann Abbruch in Rücksprache mit Ärztin

Er war vor Elvanse schon so in Stimmung und Verhalten

Morgen hoffentlich Telefonat mit der Ärztin, sie wird sagen können ob und wieviel wir runter oder rauf gehen sollen

Ich kenne mich mit der Kombi Autismus und ADHS nicht aus, möchte aber zumindest dir hier folgenden Hinweis hinterlassen: Es gibt im Forum einige Berichte, dass stationäre Aufenthalte nicht nur nichts geholfen, sondern vieles sogar noch schlimmer gemacht haben. Über die Suche findest du vermutlich entsprechende Threads.

Zur Medikation: Habt ihr auch mal mehr als 30mg LisDex ausprobiert? Kann (muss aber natürlich nicht) von einer zu niedrigen Dosierung kommen.
Etwas verwunderlich ist die vermeintlich extrem kurze Wirkdauer.
Für Kinder gibt es ja noch die Option Attentin. Also Dexamfetamin. Dabei muss nicht wie beim Pro-Drug zunächst das Lysin abgespalten werden.

Hat er abgesehen von Medikinet (war es retadiert oder unretadiert? wie habt ihr eindosiert? wie ift am Tag und in welchen zeitlichen Abständen hat er es genommen?) auch andere Methylphenidatpräparte probiert, bevor er den Wirkstoff gewechselt hat?

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Hallo,

Wir haben uns exakt an den Plan der Ärztin gehalten.

Medikinet war retard. Eine Woche 10mg, dann jede Woche um 10mg erhöht bis 30mg.

Keine zweite Dosis am Tag von Medikinet

Die Ärztin hatte dann entschieden den Wirkstoff zu wechseln, weil er keinerlei positive Wirkung hatte, das Umfeld auch nichts positives bemerkt hat und die Nebenwirkungen so groß waren.

Elvanse mit 20mg begonnen und vor vier Tagen auf 30mg erhöht. Die Steigerung nahm er als Verbesserung wahr.

Puuh der Vorteil von Medikinet retard ist ja eigentlich die Möglichkeit in 5mg Schritten dosieren zu können. Das „erkauft“ man halt durch den Zwang mit einer vollen Mahlzeit es einnehmen zu müssen.

Ohne 2. Dosis ist die Wirkung unter der Woche absolut sicher vorbei gewesen, bevor du/ihr ihn an Schultagen zu Hause habt erleben können. Und die Einschätzung der Lehrkräfte muss nicht immer verlässlich sein, gerade wenn es um eher subtile Änderungen geht. Das können sie im Schulalltag oft nicht leisten.

Leider ist es nicht überall bekannt, dass verschiedene Formen der Retadierung von Methylphenidat nicht bei allen gleich gut wirken. Und bei manchen sogar die Generika Unterschiede zeigen.
Falls ihr mit LisDex oder ggf. Dex auf keinen grünen Zweig kommt, könnte Methylphenidat nochmal ausprobieren eine Option sein.
Lies mal quer hier im Forum: ea finden sich viele Berichte, dass Autisten oft eher niedrige Stimulanziendosierungen benötigen und/oder langsamere Eindosierungen (also länger als die eine Woche Standard bei einer Dosierung bleiben).

Kann dein Sohn selber ausdrücken, was er spürt, wie ea ihm geht, was konkret sich mit Elvanse verändert hat? Nimmt der die depressiven Aspekte auch war oder ist das „nur“ deine externe Wahrnehmung?

Was immer auch wichtig ist, somatische Ursachen für die Symptome abklären lassen (gerade in Phaden der Hormonumstellung und weil die Symptome ja nicht mit dem Wirkstoffwechsel aufgetreten sind). Also ggf mal Blutwerte überprüfen: Zu allererst fällt einem da Schilddrüse (TSH, fT4, fT3) ein. Aber auch Eisenmangel (ja auch bei einem Jungen; Wert hier wäre Ferritin). Leber- und Nierenwerte, Vitamin D.
Man kann immer Läuse und Flöhe haben plus on top noch die „ganz normale“ Pupertät. Da kann schon einiges zusammen kommen, was in Summe dann solche Symptome verstärkt.

Sorry eben habe ich nicht wahrgenommen, dass er Elvanse so frisch eindosiert. Dann ist tatsächlich die Frage, ob es nicht gut wäre diese erstmal in Ruhe fortzusetzen (gerade weil die Symptome ja schon länger da sind) - mindesten eine Woche konstante Dosis (Achtung auf Grund des Steady States ist die Wirkung der Dosis erst nach ca 5 Tagen gut bewertbar). Aber das müsst letztlich ihr zusammen mit der Ärztin einschätzen, ob es zu verantworten ist, erstmal so weiterzumachen.
Plus ggf schauen, ob es andere Baustellen gibt.

Und noch was: Isst und trinkt er genug?

Hi :slight_smile:

Ich will nicht ein weiteres Fass aufmachen, aber trotzdem etwas dazu sagen. Ich bin Mama eines Adoptivsohnes im Teenageralter. ADHS (est spät entdeckt), kratzt evtl. auch an HB (mit Medis nicht mehr testen lassen). Die Medikamente haben sehr geholfen. Konzentration und Impulsivität haben sich sehr verbessert. Andere Verhaltensweisen sind noch da, zurückzuführen wohl auf das frühkindliche Trauma durch die Trennung beider Geburt von der leiblichen Mutter. Du hast einen Pflegesohn. Habt ihr mal in diese Richtung gedacht. Das Problem ist meist, dass die Psychologen, die sich mit dem frühkindlichen Thema auskennen, von ADHS wenig versehen und alle Verhaltensweisen dem Trauma zuschreiben (daher haben wir die ADHS Diagnose so spät erhalten). Umgekehrt haben die ADHS Spezialisten oft wenig Verständnis für die Traumathematik. Das meine Erfahrung. Bei euch kann ich mir auch vorstellen, dass eure Sohn an verschiedenen Fronten zu kämpfen hat. Das macht es schwierig. Dazu kommt das Teenagersein. Macht es noch schwieriger. Was ich aber unbedingt abklären lassen würde ist, ob die Medis eine Depression verstärken.

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Hallo,

Die Ärztin hat gestern zurück gerufen. Es scheint evtl ein Rebound zu sein. Wir werden mit ihm Skills erarbeiten, die ihm in so einer Phase helfen sollen.

Seit heute nimmt er 0,5ml mehr.

Er berichtet davon, dass er in der Schule besser ins Beginnen kommt bei Aufgaben und sie konzentrierter bearbeiten kann.

Insgesamt wird es wohl so eine Kombi mit Pubertät sein.

Rosalinde: wir haben grad nicht den Eindruck, dass er damit derzeit Probleme hat. Aber wer weiß. :woman_shrugging: Unsere Kinder haben immer wieder so Phasen, wo sie ihre Herkunft beschäftigt. Von daher ist es hier im Blick.

Ich weiß nicht, ob euch das etwas bringt. Für meinen ADS-ler habe ich ein kleines Buch, wo wir in der Familie positives reinschreiben, wann immer es uns einfällt.

Mache ich auch vermutlich zu wenig, aber ich finde halt positives Feedback sooooo wichtig. Und man neigt dazu doch eher die Probleme zu sehen.
Da ist querbeet von allen in unserer Familie drin, was uns einfällt an positivem Feedback. Manchmal auch mit Zeichnungen oder Stickern etc.

Vielleicht findet du auch etwas in der Art. :smiling_face_with_sunglasses:

Außerdem haben wir morgens eine fixe Kuschelzeit, vor dem Aufstehen. Weil da sind wir alle noch frisch und das ist echt schön. Aber dafür ist deiner vermutlich schon etwas groß. Alternativ fixe Zeiten für Rücken kratzen, Kopf kraulen (das mag beides mein Großer - der ist abends dran :grin:), oder was immer dein Kind mag und funktioniert.

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Hallo,

das kann ein Pubertätsproblem, kombiniert mit den erhöhten Anforderungen durch das Masking usw., ausgelöst haben. Das Gehirn ist ja noch in der Entwicklung und mit hormonellen Veränderungen gehen auch immer massive Veränderungen im Gehirnstoffwechsel einher. Insbesondere bei zusätzlich vorhandenem Autismus muss man im Zusammenhang mit Medikation einiges zusätzlich berücksichtigen:

wird das ADHS medikamentiert, treten autistische Züge stärker hervor,

das Anderssein fühlt sich noch bedrohlicher an und der Drang, sich zu isolieren oder zurückzuziehen wird stärker, bzw. man fühlt sich wesentlich isolierter;

die richtige Medikation ist schwieriger zu finden, weil man immer etwas länger beobachten muss, was wirklich an der Synapse passiert und sich verändert;

Bei eurem Sohn könnt ihr davon ausgehen, dass er inzwischen einen Haufen Entwicklungstrauma hat durch die bisherigen Erfahrungen in den Bildungsinstitutionen. Das ist dann eigentlich, zusammen mit dem ADHS/ASS ein ganz eigener Neurotype, da diese drei sich gegenseitig extrem beeinflussen und fast immer c-ptsd, RSD und Depressionen mitschleppen.

Wenn er emotional jetzt vermehrt in richtung depressiv kommt, wäre ein Versuch mit Intuniv oder Strattera, eventuell zusätzlich zum Elvanse, sinnvoll. Das kann jedoch (so bei meinem Sohn) auch nach hinten losgehen. Bei ihm war eine Kombi aus Imipramin und Neurofeedback am besten. Muss man schauen. Am besten immer nur eine Sache dazunehmen, sonst weiß man im Fall der Fälle nicht, was der Auslöser war. Dass er das Elvanse gut verträgt, ist schonmal gut. Da einfach probehalber mal etwas hochdosieren oder auf Attentin wechseln.

Auf keinen Fall würde ich einen stationären Aufenthalt empfehlen, das kann gerade die autistischen Traits wesentlich verschlimmern. Die Therapieansätze, die dort verfolgt werden sind meistens verhaltenstherapeutisch oder, etwas moderner für Autismus Mate Meo. Beides ist für die Kombi AuDHD und Hochbegabung ungeeignet und verstärkt nur das Masking, was wiederum die Depression am Laufen hält.

Es kann aber auch sein, dass das gar keine Depression ist, sondern eher austistischer Burnout. Da wäre dann die Behandlung völlig anders und leider wird das häufig verwechselt.

Wegen der Erinnerungslücken würde ich dringendst einen Neurologen aufsuchen und auf einer Mrt vom Kopf bestehen. Nicht, dass da was übersehen wird. Gerade bei seiner Kombi ist es sehr naheliegend, dass er Komorbiditäten hat. Ist z.B. Epilepsie sicher ausgeschlossen?

Du schreibst, er kam sehr jung zu euch. Ist euch etwas über Krankheiten oder einen Abusus bei den biologischen Eltern bekannt? FAS z.B. kann sich sehr unterschiedlich zeigen und geht manchmal auch mit hohem IQ einher (das ist jedoch selten).

Autistische Meltdowns können sich ebenfalls sehr unterschiedlich in Ausprägung und Dauer zeigen.

Es ist gut zu lesen, dass Dein Sohn offensichtlich viel Vertrauen zu euch hat und offen mit Dir spricht. Es ist ein riesiger Vorteil, dass er das, was er erlebt, so gut artikulieren kann.

Ich wünsche euch alles Gute für diese schwierige Phase.

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Ich finde Deine Ansprache in diesem Post ziemlich unfreundlich. Hier sucht jemand Hilfe und wird sofort für seine (nebenbei bemerkt recht ADHS-typische) Art zu kommunizieren kritisiert. Eigentlich ist das aber Dein Problem, welches Du nur auf die Fragestellerin schiebst. Deine Reaktivität hat absolut nichts mit angeblich ADHS-unfreundlicher Kommunikation zu tun.

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Hallo, ich drücke die Daumen dass sich alles für euch bessert.

Hab fast alles gelesen aber die Hälfte wieder vergessen :wink:

Was ich mal gelesen hatte ist das in seltensten Fällen diese Medikamente Psychosen verursachen können, vorallem wenn es in der Verwandschaft auch vorhanden ist.

Kennt ihr die Verwandschaft von ihm, und vllt ist auch einiges schon in Schwangerschaft und in dem ersten Lebensjahr falsch gelaufen bis er zue euch in gute Hände kam.

LG

Ich meine das mit den Psychosen sei widerlegt (kann aber sein, dass es doch noch nicht klar ist)?
Aber so generell sollte man so etwas sehr ernst nehmen. Das kann aber Psychiater beurteilen.

Hallo,

Ich weiß leider immer noch nicht wie man ADHS -freundlich schreibt. :woman_shrugging:

Ja, ich neige dazu zu schnell und zu viel zu schreiben und zu sprechen. Ein Problem von mir. :face_with_peeking_eye: Da ist halt immer so viel an Infos und Sachen im Kopf, die meist sofort und alle auf einmal rauswollen. :smirking_face:

Versuche es in kurzen, knappen Sätzen.

Auf Psychosen wurde er nicht untersucht.

In der leiblichen Familie ist ADHS bekannt, der leibl. Vater hat ein psychisches Problem. Welches konnte mir die leibliche Mutter nicht mitteilen

Solange er 30ml Elvanse nimmt, geht es ihm tagsüber am besten. Nimmt er nur 5ml mehr, nimmt die Wirkung ab und die Nebenwirkungen beginnen.

Die Wirkung hält nun tagsüber länger an.

Unter 30ml keine Wirkung

Die „Tiefs“ versuchen wir hier abzufangen. Er braucht generell immer nach der Schule seine Ruhe für ca zwei Stunden.

Noch was vergessen zu beantworten?

Ach ja, Umarmen und knuddeln und kuscheln geht nicht. Er mag nicht wirklich Körperkontakt, wenn, dann geht er von ihm aus in Form von Raufen und nur mit meinem Mann.

so, muss los. Kinder müssen in die Schule gefahren werden.

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ADHS geht z.B. häufiger mit Schizophrenie einher genetisch, was ich hier gelesen habe. Das wäre so ein „psychisches Problem“, das man nicht gleich so offen rumerzählt… Da wäre eh auch mal richtig gute Aufklärung notwendig.

Muss jetzt nicht gleich so sein, gibt auch andere (weniger massive) Möglichkeiten.

Hallo,

Ich wollte euch mal den aktuellen Stand mitteilen.

Zu dem Thema Schizophrenie: wurde bei ihm nicht getestet und er zeigt auch keine Anzeichen. Sein leiblicher Vater hat auch keine Schizophrenie. Die LM sagte nur:“ er hatte immer eine Schublade, da musste alles ganz genau so drin liegen, sonst konnte er das nicht ertragen.“ daraufhin habe ich sie auf Autismus angesprochen, aber das verneinte sie. Auch Schizophrenie oder Wahnvorstellungen oder so. Sie hatten auch nicht lange Kontakt.

Der aktuelle Stand:

Elvanse 30ml sind ideal für meinen Sohn. Vor - und Nachteil: er versteht und arbeitet in der Schule noch schneller als eh schon. Auf seinen Wunsch hin bekommt er nun andere Aufgaben von den Fachlehrern, die anspruchsvoller sind.

Das Angstthema Praktikum habe ich mit den Lehrern besprochen. Er wird in den drei Wochen von der Ärztin krank geschrieben und macht stattdessen ein Projekt zu dem Thema mit schriftlicher Ausarbeitung. Da er schon immer ein Diorama bauen wollte, wird das sein Projekt, passend zum Thema Lebensmittelgewinnung und Anbau. Unsere Köpfe sprudeln vor Ideen :face_with_hand_over_mouth:

Der Rebound wird mit bestimmten Strategien angegangen. Dazu gehört eine Mischung aus zu bestimmten Zeiten essen, auch ohne Hunger, Ablenkung unterschiedlicher Art und Pause.

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