Spätdiagnose und Zweifel (35, m)

Hallo,

da habe ich eine ganz andere Auffassung. Es geht gar nicht darum, ob das Verhältnis zu den Eltern gut ist oder nicht gut ist. Sondern es geht darum, ob erwachsenes Kind und Eltern ein erwachsenes Verhältnis zueinander haben.

Du sprichst selbst von einem steinigen Weg. Deine Mutter akzeptiert die Diagnose, dein Vater nicht so sehr und das belastet dich auch. Das heißt doch, du gibst deinen Eltern Macht darüber, ob du dich mit der Diagnose gut fühlst oder nicht.

Als ich 2003 meine Diagnose bekam, war mein Vater (der mir wahrscheinlich die ADHS vererbt hat) nicht mehr am Leben, meine Mutter war 70 und ich war 37. Dass ich ihr nichts von meiner Diagnose und von den Medikamenten erzählte, heißt doch nicht dass wir kein gutes Verhältnis hatten. Das ist einfach eine sehr persönliche Sache, da habe ich mit meiner Frau viel drüber gesprochen, aber doch nicht mit meiner Mutter.

Das heißt, ich habe ihr durchaus gesagt, dass ich nach meiner Meinung ADHS habe und mein Vater bestimmt auch und dass ich ihn dadurch viel besser verstand. Das konnte sie auch nachvollziehen. Aber dass das nicht nur meine philosophische Spekulation war, sondern dass ich tatsächlich beim Psychiater war und Medikamente nehme, sagte ich ihr nicht, warum?

Ergänzung, um mich nicht zu wiederholen: