THC gegen adhs frage

Guten Abend?

Wollte mal nachfragen, ob es jemand gibt der eine thc Therapie macht gegen die ADHS Symptome ?

LG Flo

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Hallo Florian, schau mal nach dem Teilnehmer „Drei“.
Profil - Drei - AD(H)S-Forum von ADxS.org

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Ja ich mache Cannabis Therapie.
Du kannst gerne fragen :slight_smile:

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Hey super,

Erstmal gegen was nimmst du thc gegen die Unruhe Anspannung, oder gegen andere Symptome?

Wie verträgt es sich bei dir mit der Psyche?
Nehme zusätzlich noch antidepressiva, wegen Panik was leider dazu kam zum adhs.

Hast du schonmal andere Medikamente wie Ritalin Probiert, wenn ja Welche Erfahrung?

Wie viel konsumierst du, falls nicjt zu persönlich :sweat_smile:?

Danke Gruß Flo

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Hauptsächlich nehme ich es gegen die Impulsitivität und die daraus enstehenden Aggressionen. Das war meine Hauptsymptomatik und ist unter Cannabismedikation quasi komplett verschwunden. Auch mein Gedankenkarusell steht endlich still, ich kann mich konzentrieren und schweife nicht mehr ab. Unruhe und Anspannung ebenfalls weg, ich spüre sie nur Morgens nach dem Aufstehen bis die Medikamente wirken. Medizinisches Cannabis erhöht auch meine Frustrationstoleranz und Dinge, die mir ohne sehr schwer fallen würden, fallen auf einmal leicht. Es ist, als hätte ich mein ganzes Leben gegen einen Strom angekämpft, der jetzt verschwunden ist.
Es hilft bei mir auch gegen Proktrastination, eigentlich die gesamte ADHS-Symptomatik.

Sehr gut, es gibt mir dahingenend noch nie besser.

Es gibt Patienten, die medizinisches Cannabis aufgrund von Panik verschrieben bekommen, vielleicht könnten in deinem Fall zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden?

Medikinet hat bei mir ziemlich änlich gewirkt wie medizinisches Cannabis, die Unterschiede waren da eher im Detail. Medikinet hatte aber viele und starke Nebenwirkungen bei mir.

Konsum? Ich nehme ein Medikament ein, ca. 150mg pro Tag per Vaporisator.

Ich bin komplett neu hier, aber ich glaube ich bin genau richtig hier.

Ich bin von Medikinet auf eine THC-Therapie umgestiegen. Ich habe mit Medikinet meine Schulzeit, Ausbildung und Fahrschule gerockt. Ich konnte lernen wie verrückt, hab alles aufgesogen. Aber innerlich war ich leer. Ich hatte keinerlei wirkliche Gefühle mehr und ich hatte teilweise eine starke Angst vor anderen Menschen entwickelt und Angststörungen bekommen. Deswegen hatte ich kein Bock mehr auf Medikinet, ich wollte ich sein. Weil ich normalerweise in eine Gesellschaft komme und sofort Anschluss finde. Aber Medikinet hat mich komplett stumm, schüchtern und zurückhaltend gemacht.

Joa und dann wollte mir mein Neurologe atomoxetin verschreiben, als ich ihn nach was anderem gefragt habe (so um 2019 rum). Da hat er mir nen haufen Probepackungen ausm Schrank geholt und in die Hand gedrückt.

Habe den Neurologen gewechselt und der meinte, wir könnten es mal mit THC versuchen, wenn die anderen Stoffe nichts sind. Die Nebenwirkungen von Medikinet werde ich wohl auch bei Elvanse haben und Atomoxetin kann ich nicht, ich wiege ein paar Kilo zu viel und hab eh schlechte Leberwerte.

Also zumindest gegen die Impulsivität, hilft das THC echt extrem gut. Ich habe eine viel höhere Frustationsgrenze, wie auch schon von @Drei bestätigt.

Zum Anfang habe ich Spectrum Blue 8/7 (früher Penelope) bekommen, mittlerweile habe ich Aphria Typ 3. Das ist eine Sorte, welche in Deutschland angebaut wird und deswegen auch 50% günstiger ist. Da bekomme ich fürs selbe Geld, die doppelte Menge. Aphria 3 hat 8% CBD und 5% THC. Bei Penelope ist es 8% THC 7% CBD. Klingt wenig, aber für den medizinischen Einsatz ist das perfekt.

Als Verdampfer benutze ich Storz & Bickel Verdampfer. Ich habe einen Crafty+ und einen Mighty+. Ich würde das Zeug auch nicht anders konsumieren, weil man sonst leicht einen BTM-Verstoß aufgebrummt bekommen kann. Vaporizer ist der korrekte Weg, dieses Medikament zu konsumieren.

Jetzt aber mal die Frage an @Drei welche Sorte nutzt du und wie dosierst du? Ich tu mir hier ein wenig schwer, ich will ja auch nicht zu high werden. Wie viele Züge / Wie lange ziehst du an deinem Vapo?

Grüße :slight_smile:

Ich verwende Aurora 22/1 als Sorte. Früher habe ich die Einzeldosen jeweils abgewogen, heute verwende ich Dosierkapseln mit 75mg, wobei mir zwei davon für den Tag reichen. Eine solche Kapsel reicht für 5 Züge, einen alle 1,5 Stunden. Pro Einnahme nehme ich einen Zug und halte dabei für ca. 3sek die Luft an (habe ich mal in einer Studie gelesen die das empfiehlt).

Wenn du „high“ wirst, hast du definitiv zu hoch dosiert. In diesem Fall würde ich empfehlen, die Dosis zu reduzieren. Angenommen du gibst 20mg in den Vapo, dann versuche es mal mit der Hälfte, also 10mg.

Die Dosierkapseln im Mighty sind recht groß, sie fassen 150mg. Daher würde ich eine Feinwaage empfehlen um kleinere Mengen abzuwiegen. Die sind inzwischen ab €10,- erhältlich. Alternativ kann auch die Apotheke das Abwiegen übernehmen, man kriegt dann eine handvolll Briefchen jeweils mit perfekt abwogener Menge, der Service kostet aber leider extra.

Eventuell hilft dir beim Mikrodosieren auch ein anderer, kleinerer Vapo. Für meine doch relativ geringe Dosierung funktioniert der „Fenix Mini“ sehr gut.

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Stimulanzien dämpfen das limbische System.
Bei 20 % der Betroffenen führt das zu eine eingeschränkten Emotionalität (Extremform: Zombie). Nur: es ist bisher nicht klar, ob das wirklich von den Wirkstoffen an sich kommt (die Betroffenen einfach sehr empfindlich sind) oder ob eine Überdosierung vorlag.

Falls eine niedrigere Dosierung alleine nicht hilft, kann eine Kombinationsmedikation helfen
Atomoxetin dämpft das limbische System nicht. (erhöht aber Dopamin und Noradrenalin nur im PFC (hier: Arbeitsgedächtnis) aber nicht im Striatum, ist also deutlich weniger antriebsfördernd als Stimulanzien.
Wenn Antrieb nicht das Problem ist, aber Organisationsprobleme das Thema sind, könnte Atomoxetin alleine helfen. Falls beides Thema ist, wäre eine Kombinationsmedikation (weniger Stimulantien, dafür etwas Atomoxetin) hilfreich.
Atomoxetin ist viel schwieriger einzudosieren und hat höhere Nebenwirkungen. Es hat aber auch den Vorteil, den ganzen Tag zu wirken und insbesondere Abends die emotionale Dysregulation (Kränkbarkeil aka Rejection Sensitivity, Dysphorie bei Inaktivität, Selbstwert, Ausgeglichenheit) zu verbessern.

THC als ärztlich verschriebenes AD(H)S-Medikament würde ich wirklich erst probieren, wenn alles alles alles alles andere nicht hilft. Ja, es gibt Betroffene, bei denen das die letzte Rettung ist. Wir kennen solche Fälle - einverstanden.
Aber mir geht das oft zu schnell, und ich nehme immer mal wieder wahr, das Leute sehr schnell darauf drängen, ohne zuvor alles andere wirklich geduldig ausprobiert zu haben. Und dann frage ich mich schon, was das wahre Motiv ist.
Ich halte es für richtig, dass es ein langer Weg ist, bis THC als AD(H)S-Medikament verschrieben wird.
Und ich halte es für richtig, dass es denen verschrieben wird, die wirklich alles andre durch haben.

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Ja, da hast du auf jeden Fall nicht ganz unrecht. Es kann natürlich gut sein, dass mein bisheriger Neurologe da einfach falsch dosiert hat. Der Neurologe und der Kinderarzt haben da immer eher mehr verschrieben, weil ich halt paar Kilo mehr gewogen habe. Ich bin nicht scharf darauf THC verschrieben zu bekommen, ich will einfach nur ein Medikament, was meine Impulsivität und mein Chaos im Kopf irgendwie unter Kontrolle bekommt. Das schlimmste war für mich immer die Impulsivität. Ich habe Sachen gemacht, für die schäme ich mich noch heute.

Beispiel: Sollte in meiner Ausbildung mal die Wand im Server-Raum streichen (so klassische Azubi-Arbeit) und meine Azubinen-Kollegin hatte immer wieder an meiner Arbeitsweise herumgenölt „mach das so, mach das so“ und dann hab ich den Farbeimer genommen und durch den Serverraum gefeuert. Beim Kunden. Komplett alles war mit Farbe voll. Auch meine Kollegin. Heute lach ich drüber, aber damals hab ich instant nachdem das passiert ist, einfach nur da gestanden und geheult. Kannste ja auch niemandem erklären, warum das passiert ist. Tat mir in dem moment wo es passiert ist, schon leid. Das ist meistens ein Trigger und dann raste ich komplett aus und danach ist aber wieder alles auf 0 und ich heule. Das ist der Part an ADHS unter dem ich am meisten als Erwachsener leide. Wenn mal kein Medikinet da war, habe ich oft noch viel sensibler reagiert. Da war ich leichter zu triggern und die Ausbrüche intensiver. Mein Neurologe ging sogar soweit, der hat mich bei jeder Sitzung gefragt ob ich jemanden ausversehen umgebracht habe und dass ich ihm davon erzählen kann, er habe Schweigepflicht. Aber hab ich nicht gemacht, nie. Erstaunlicherweise hab ich während des Impulses doch irgendwie noch soweit gegen angesteuert dinge auf andere zu werfen, dass nie jemand ernsthaft verletzt wurde. Aber alleine die Angst, mal ausversehen auch nur jemanden wirklich bösartig zu verletzten, war Grund genug das intensiver behandeln zu lassen.

Seit THC ist es maximal noch so, dass ich mal kurz laut werde und das reicht dann schon aus.

Ich höre seit neustem so viel von Elvanse. Ist das denn ein gutes Medikament für Erwachsene? Wäre es empfehlenswert, mal das Medikament zu testen? Ich fahre nur Auto wenn ich Einkaufe oder für Road-Trips mit Freunden. Jetzt gibts da dieses doofe Urteil, dass wäre mein einziges Ausschluss-Kriterium für Elvanse.

Edit: Mein Kopf hat schon wieder ne WoT da hin gezimmert. Sorry, falls das zu sehr Off-Topic war. :sweat_smile:

Was für ein Urteil meinst Du?

Hier das meine ich: https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/vg-koblenz-fahrerlaubnisentzug-bei-dauerbehandlung-mit-amphetaminhaltigen-arzneimitteln-und-drogentypischen-ausfallerscheinungen

Man darf bei Behandlung mit Amphetaminhaltigen Medikamenten wohl kein Auto mehr fahren.

Nein, der von dem Urteil Betroffene zeigte „drogentypische Ausfallerscheinungen“, und zwar „gerötete/wässrige Augen und lichtstarre, geweitete Pupillen sowie Zittern und Unruhe“.

Dann sollte man natürlich nicht Auto fahren, und wenn ein Medikament das verursacht, hat man wohl kaum die richtige Dosis. Gilt für Methylphenidat natürlich auch, und für medizinisches Cannabis erst recht.

Hier im Forum nehmen Viele Methylphenidat oder Elvanse und fahren natürlich auch Auto. Die Fähigkeit, gut Auto zu fahren, wird durch unsere Medikamente ja auch gesteigert - aber bestimmt nicht, wenn sich so etwas zeigt wie dort beschrieben.

Schwer einzuschätzen, was da los war. Eventuell hatte der Autofahrer tatsächlich illegales Amfetamin genommen und sich später von einem Arzt ein Gefälligkeitsschreiben geholt. Oder er hat viel mehr genommen als er durfte.

Oder er nahm Elvanse wie immer und die Ausfallerscheinungen haben damit nichts zu tun, sondern er war einfach völlig übermüdet. Letzteres wäre natürlich tragisch.

Das heißt, jeder von uns sollte sich kritisch überprüfen bevor er/sie ins Auto steigt, ob es ihm/ihr gut geht. Nicht nur um Ärger mit Polizei und Gerichten zu vermeiden, sondern natürlich auch um uns und andere nicht in Gefahr zu bringen.

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