Meine neu auferlegte Prüfung „Ändert meine Antwort etwas? Ist jemand dafür erreichbar? Was kostet mich das heute?“ kommt eigentlich zum Ergebnis, nichts mehr zu schreiben, aber da ich bisher im Chor hier keine zweite Stimme sehe:
Zahngesundheit ist schon lange „Zwei-Klassen-Medizin“. Ich zahle inzwischen auch den Venen-Ultraschall selbst, den ich aufgrund eines (anderen) Erbleidens jährlich brauche.
Das mag alles ärgerlich sein. Ich habe die Regierung auch nicht gewählt. „Tax the rich“ mag ein legitimer Standpunkt sein. Und Emotionen welcher Art auch immer möchte ich ohnehin nicht entwerten.
Gleichzeitig: Was ich ungünstig finde ist diese „Die da oben“ – (wir Kleinen Leute hier unten?) - Unterströmung.
„Die da“ – zumindest: vielen von denen - arbeiten oft in einer Intensität „für uns“, die sie selbst krank macht. Ich habe bislang nicht den Eindruck, dass Kürzungen persönlich gemeint sind. Das mag an meiner Naivität liegen. Vielleicht ist die ein Schutz-Faktor. Ich frage mich allerdings auch, wer das alles bezahlen soll im Lebenslängsschnitt. Weniger arbeiten, weniger arbeiten können, schon in jungen Jahren viel Unterstützung brauchen, immer älter werden. Ich habe keine Antworten, aber gerade deshalb verstehe ich, dass es keine einfachen Antworten darauf gibt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Streik die Antwort ist.
Ich habe jahrelang wegen verschleppter St**ererklärung und zu hoher Schätzungen auch viel zu hohe Krankenkassenbeiträge gezahlt. Eine bodenständige ADHS-Community könnte sich zB eher dabei helfen, den Briefkasten aufzumachen, damit so etwas nicht passiert und/oder sich ermutigen, wie man sich zu viel gezahlte Gelder zurückholt. Wir könnten uns regelmäßig an das Thema Altersvorsorge erinnern. Wie das mit der (für das Team sehr arbeitsintensiven) Arztliste ja auch passiert, könnten wir uns auf Therapie-Ansätze und Therapeuten hinweisen, die vergleichsweise gut wirken und ggf. sogar evaluiert sind. Vielleicht mit weniger habituellem Gemopper an Studien teilnehmen, damit es schneller sinnvolle Alternativen gibt. Datenschutzkonform, neurodivergent-barrierefrei, etc.
Dass nicht alles, was in der Vergangenheit finanziert wurde, auch so gut und lebensrettend wirkte wie – Gott sei Dank! – bei Dir, @Levi1608, kann man ja leider im Forum auch nachlesen. Auch die jahrelangen Falschdiagnosen und -therapien, unter denen hier viele litten, wurden eben vom gleichen System bezahlt. Wenn jemand hier noch im letzten Jahr zu einem Therapeuten geht, der ein Jahr TIefenpsychologie macht, statt mal eine Diagnose und MPH anzuregen, dann gehört das auch zur Wahrheit. Es sind zum Teil auch sehr engagierte Therapeuten selbst, die auf fehlende evidenzbasierte Ansätze in der Fläche hinweisen. Das betrifft auch andere Bereiche des Gesundheitswesens.
Vor allem könnten wir uns nicht noch zusätzlich Kraft kosten und alle paar Monate gegenseitig in Splitter zerlegen aufgrund der Tageszeit oder des eigenen Aufmerksamkeitsbedarfs.
Es gibt eine Menge kleiner gesundheitsfördernder Schritte wie den Omega-3-reichen Leinsamenöl-Quark, den meine Urgroßtante zu Pellkartoffeln gegessen hat. Und kleine, leider prima facie sehr dopaminarme Beiträge der Solidarität. Jeff Bezos hat bald eine Yacht weniger, wenn wir alle beim Buchladen um die Ecke kaufen – und aushalten, dass wir da Impulse kontrollieren müssen und warten und bei 40 Grad hinlaufen. @Falschparker u.a. weist darauf ja schon lange hin.
Viele solcher kleinen Schritte sind nachhaltiger und reichen vielleicht weiter als Zeitblinde gucken können. Mein ebenfalls sehr links schlagendes Herz braucht jedenfalls keine neue Stadtguerilla, die sich an sich selbst berauscht und/oder sich selbst zerlegt.
Dass ich (auf zweifellos sehr legitime Gegenrede jeder Art) nicht antworten werde, liegt im RSD-Zweifel nur daran, dass ich meinen eigenen Worten Taten folgen lassen will und vermehrt kleine nächste Schritte gehe. Heute noch 6.000 insgesamt. Lauf-Challenge mit meinem ASS-Bruder, wegen Gamification und gesundheitsförderlichen Beziehungen. Kleinklein.