Über meinen Versuch mit Stimulanzien, Depressionen, komplexer PTBS , Klarheit und dem Aufbruch zu neuen Ufern

Hallo ihr Lieben!

Am Dienstag diagnostizierte mir mein Psychiater eine Depression.
Seit Montag nehme ich schon keine Stimulanzien mehr ein.
Er hat mir ein trizyklisches AD verschrieben, welches meine Stimmung aber so verschlechtert hat ( Ängste, Verwirrung), dass ich Imipramin seit Freitag nun auch nicht mehr eingenommen habe.
Dies unter Absprache mit einem Arzt des nahegelegenen Krisendienstes, den ich glücklicherweise Mittags noch sprechen konnte.
Morgen Früh hab ich erneut einen Termin bei meinem Psychiater.

Ihr müsst wissen, ich bin alleinerziehende Mama eines autistischen Kindes, habe also auch noch jede Menge Verantwortung.

Nachdem ich seit März 2023 mit Stimulanzien rumprobiert habe, geht es mir seit Dezember immer schlechter:

  • Sinnlosigkeit
  • eine permanente Schwere auf der Brust
  • Hoffnungslosigkeit
  • sehr gedrückte Stimmung
  • Starre am Abend
  • Tief am Morgen
  • Schwierigkeiten ( darüber) zu sprechen
  • PMS wird schlimmer
  • Angst, die sich auf meine Brust legt und es mir schwerfällt zu atmen
  • tiefer innerer Schmerz, den ich nicht zuordnen kann
  • weinen wollen, aber nicht können
  • keine Freude
  • innere Sätze wie „alles ist zu viel“ und " ich kann nicht mehr"
  • Gereiztheit
  • nicht belastbar

Stimulanzien wie Medikenet und zuletzt Elvanse hatten zu Beginn schon eine gute Wirkung, allerdings kam ich nicht mit dem Rebound klar: Die Wirkung hielt nur 4-6 Stunden (auch bei Elvanse) und dann kam das Tief.
Mein Gefühl sagt mir, dass dieses dauerhafte Nachlassen der Wirkung etwas in mir aktiviert hat. Außerdem habe ich mich abends ab und an wieder mit Alkohol selbst therapiert (2 kleine Bier), nachdem auch unretardiertes MPH nicht wirklich gegen das DOWN half. Allein diese Tatsache war eigentlich schon ein deutliches Signal : DAS TUT DIR NICHT GUT! Aber ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben!

Ab Dezember fiel ich dann teilweise in eine Art Erstarrung und seit diesem Freitag spüre ich starke, unerklärliche Ängste, Herzblubbern (obwohl der Puls normal ist) und massive Beklemmungen in der Brust.

Mein WE war schrecklich und ich bin heilfroh, dass mein Sohn bei seinem Papa war.
Ich hatte massive Ängste (ähnlich wie oben beschrieben: Druck auf der Brust, Herzflattern, das Gefühl keine Luft zu bekommen etc)
Heute Früh ist es vielleicht minimal besser, allerdings tut mir Bewegung nicht gut, da es die Symptome sofort verstärkt.

Die innere Starre hat sich gelegt, aber nun scheine ich in der Übererregung zu sein und mein System spielt völlig verrückt. Ich konnte diese Zustände glücklicherweise mit Atosil Tropfen einigermaßen aushalten, habe zum Glück auch kein Verlangen nach Alkohol. Ein Dauerzustand kann das alles aber nicht sein.

Zudem habe ich am Freitag noch eine Mail von meinem Psychiater bekommen, dem ich letzte Woche noch die Auswertung meines aktuellen EKG 's weitergeleitet habe. Er schrieb:"

In Ihrem EKG steht, es sei vielleicht nicht in Ordnung wegen Verdacht auf sogenannte Linkshypertrophie, also Vergrößerung des linken Herzens. Das muss nichts heißen, weil es eine automatisierte Auswertung ist. Aber bitte sprechen Sie Ihren Hausarzt daraufhin an, weil sonst Elvanse evtl nicht so gut wäre."

Mein Hausarzt hat aber nichts erwähnt, daher war ich doch sehr überrascht…Ich habe ihm bereits ne Mail geschrieben und hoffe, dass er mir gleich morgen antwortet.

Wie dem auch sei, ich brauche aktuell ein anderes Medikament und zwar eines OHNE Rebound. Ich pack das nicht. Mit (V.a.) ASS und komplexer PTBS bin ich zu sensible dafür. Stimulanzien holen scheinbar Sachen in mir hervor , die ich nicht greifen kann, die aber eindeutig zu viel für mein Nervensystem sind. Ich habe zwar schon Traumatherapie gemacht, allerdings gibt es noch einige schwarze Löcher, die ich jetzt auch nicht wirklich anrühren kann und mag (mit meiner Verantwortung als Mutter)

Ich habe mich das WE immer mal wieder mit den unterschiedlichsten Medikamenten beschäftigt.
Genommen und irgendwann nicht mehr vertragen weil zu starke Nebenwirkungen auf Dauer:

  • Seroquel Prolong
  • Paroxetin
  • Fluctin
  • Doxepin
  • Escitalopram 5mg ( die letzten 3 Jahre, Sommer 23 ausgeschlichen)
  • Bupropion ( NW Urtikaria)
  • Medikenet
  • Elvanse20 mg
  • Imipramin (4 Tage)

Tatsächlich bin ich nun am überlegen, Bupropion nochmals auszuprobieren, in der Hoffnung, dass die Urtikaria wieder verschwindet. Habe es in den 3 Wochen der Einnahme ganz gut vertragen. Oder ich steige um auf Atomexetin.

Ich tendiere allerdings eher zu Bupropion, da es vorrangig als selektiver Wiederaufnahmehemmer von Dopamin und Noradrenalin wirkt.
Atomoxetin hingegen soll lediglich die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt hemmen. Da ist nix mit Dopamin und ich glaube, dass brauche ich schon auch :thinking:
(Bitte seht es mir nach falls ich die Pharmakologie nicht ganz korrekt beschrieben habe :see_no_evil:)

Aktuell geht es mir so schlecht wie schon lange nicht mehr! Ich gebe dafür nicht den Stimulanzien die Schuld, sondern glaube, dass diese zum aktuellen Zeitpunkt nicht optimal für mich sind. Es ist sehr Schade, denn ich habe viel Hoffnung daran gesetzt.

Mit Therapie geht es übrigens im März weiter, aktuell habe ich aber wieder regelmäßig Somatic Experiencing (das ist ein körperorientierter Ansatz zur Lösung von traumatischem Stress.) und ich hoffe sehr, dass ich irgendwie gut durch die nächtsten Wochen kommen werde.

Ich bin mir sicher, dass Körper und Seele nicht umsonst eine Depression schicken. Wahrscheinlich ist nur so eine Innenschau möglich. Aber gerade weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Alles ist so dunkel in und mich herum.

Ich habe die Tage irgendwo sinngemäß folgendes gelesen:
„Depression ist wenn dem Körper die Maske die du jeden Tag trägst zu schwer wird.“

Mich spricht das an. Auch wenn es sicher nur ein kleiner Teil der Wahrheit ist, so ist er doch nicht unerheblich.
So oft wissen wir gar nicht wer wir sind, fühlen uns nicht, trauen uns nicht wir selbst zu sein, vielleicht weil wir nicht gelernt haben wie das geht. Und das ist unendlich anstrengend auf vielen Ebenen.
Und irgendwann ist es dann einfach zuviel.
Meine Intuition sagt , Elvanse hat mir meinen INNERSTEN Kern offen gelegt, was ich gerade aber noch nicht halten kann. Und dies gilt es zu akzeptieren und weiter nach Lösungen ausschau zu halten.

Wer Erfahrungen hat, kann gerne berichten, wie es mit Bupropion oder Atomexetin gelaufen ist!

Vielen Dank das es euch alle gibt :heart:

Liebst, Lana

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Urtiksria, PMS, Depression, unddas wird durch Stimulanzien schlimmer - schau doch bitte sicherheitshalber mal Histaminintoleranz an.

Ansonsten: wenn Elvanse gut war, nur Rebound und zu kurz, dann sind mehrere Dosen am Tag eine Option, und die Folgedosen so frühzeitig, dass sie den Rebound wegfangen.

Danke @UlBre für deine Rückmeldung.
Ich habe keine Histaminintoleranz, dass wurde im November schon getestet.

Stimulanzien sind erstmal keine Option für mich. Mehrere Dosen am Tag hab ich doch auch ausprobiert. Ich habe wirklich ALLES ausprobiert und es ging mir immer schlechter!

Herr Dr. Martin Winkler erklärte dazu, dass Stimulanzien traumatische Inhalte freilegen können. Er nannte diesen Effekt an anderer Stelle "Kanalratten”. Er schreibt dazu: "ADHS ist erstmal eine Disposition. Aber eben auch eine, die anfälliger für negative und sogar traumatische Erlebnisse macht. Aus ganz vielen Gründen. Diese Erlebnisse prägen das Gehirn, sorgen aber auch für Schutzmechanismen (z.B. Dissoziationen oder aber Schemata, die zunächst erstmal funktionieren, dann aber eben zur Selbstüberforderung beitragen). Psychostimulanzien führen dazu, dass man mit sich selber ganz neu in Beziehung tritt. Es ist wie eine Brille. Und dann wird eben plötzlich sichtbar bzw. erlebbar, dass die lebenslange Kompensation bzw. auch Traumata neben / unter der scheinbaren Unruhe / Anspannung mit stecken. Bei Ängsten bzw. Traumatisierungen würde ein Psychostimulanz eher die innere Anspannung noch erhöhen = mehr Symptome verursachen. "

Dies bestätigt meine Intuition und ich werde vorerst andere Möglichkeiten finden müssen

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Joah. Vielleicht haben die Stimulanzien eine zuvor verdeckte Depression freigelegt.
Ist leider möglich und dann ein mühsamer Weg…

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@Lanafee1 Ich fühle mit dir. Ich probiere seit August mit Stimulanzien. Zuerst MPH, seit Ende November Elvanse.

Wenn ich drei Tage am Stück 50mg Elvanse nehme wird meine Stimmung deutlich besser, ich kann aber nicht mehr schlafen, Ängste und innere Unruhe plagen mich. Nehme ich nur 30 - 40mg, dann ist der Vormittag gut. Aber nur kurz. Ab ca. 13-14 Uhr geht es bergab und der Rebound ist oft die Hölle. Alles viel schlimmer. Kein klarer Gedanke. Enorm reizbar. Unruhig. Auch ich frage mich, ob ich auf dem Holzweg bin.

Ich wurde seit über 10 Jahren wegen Depressionen behandelt. Mittlerweile bin ich mir sicher, auch weil ich die guten Effekte von Stimulanzien erlebt habe, dass die Depression oft eine Dysphorie war/ist und vor allem eine Folge meiner ADHS.

Auf die „Kanalratten“ von Winkler bin ich letzte Woche auch gestoßen und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Was, wenn 50 mg oder sogar mehr das Richtige für mein ADHS wären, aber Ängste freigesetzt werden, die vorher verdeckt waren?

Ich hatte jahrelang Citalopram. 2019 war ich mal ein paar Monate lang bei Bupropion. Das war eigentlich gut. Irgendwann bin ich dann zurück, weil nach ein paar Monaten Ängste entstanden. Aber bei Weitem nicht so wie mit Stimulanzien. Letztes Jahr dann wieder Bupropion ab April. Seit 4 Wochen bin ich weg von Bupropion, weil ich die Wirkung von Elvanse ohne Bupropion kennenlernen wollte. Aktuell überlege ich, es wieder dazu oder auch alleine zu nehmen.

Ein letzter Gedanke: Citalopram bekämpft Ängste. Du hattest ja auch ein paar angstlösende SSRI’s in der Vergangenheit. Wenn das jetzt wegfällt kann auch das schon Ängste fördern…

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Jep, davon gehe ich aus. Und nochmal JEP: ein verdammt beschissener Weg, der aber vielleicht nötig ist…

Danke @stemix für deinen Beitrag!

Mir ging es so mit 30mg Elvanse: Schlafstörung, Verwirrtheit, innere Unruhe, Herzrasen. Mit 20 mg ging es mir gut, aber eben nur 4 Stunden und dann kam der tiefe Fall…

Hast du schon mal probiert, den Rebound mit unretardiertem MPH aufzufangen? Vielleicht hilft dir das?!

Ja, ich hatte die letzten 3 Jahre 5mg Escitalopram 5mg, was mich scheinbar schon stabilisiert hat. Mit Einnahme der Stimulanzien hab ich es ausgeschlichen und ich denke, dass war ein Fehler.

Ja, dass könnte sein. Aber da hilft nur, es weiter auszuprobieren und Rücksprache mit deinem Psychiater zu halten. Meinem hab ich das übrigens mit den Kanalratten erzählt und er schaute mich an, als sei ich verwirrt und meinte nur:„das sei nicht möglich“…Vielleicht ist dein Doc ja offener ?!

Evtl wäre Concerta ja auch noch eine Option für dich? Der Wirkstoff befindet sich in einer Kapsel, welche den Magen passieren kann, ohne sich aufzulösen. Eine kleine Menge sofort verfügbaren Methylphenidats außen auf der Kapsel wird freigesetzt und aufgenommen. Die Kapsel selber beginnt dann aufzuweichen und setzt so während der Darmpassage über Stunden hinweg stetig den Wirkstoff frei. Damit erreicht Concerta eine Wirkdauer von etwa zwölf Stunden.
Dies ist wahrscheinlich auch bei jedem individuell und müsste ausprobiert werden. Ich bin aktuell viel zu müde um wieder etwas auszuprobieren…

Das würde ich auch mit meinem Psychiater besprechen. Ich glaube gelesen zu haben, dass einige hier im Forum das so machen, bin mir aber nicht sicher. Könnte mir vorstellen, dass Elvanse dadurch verstärkt wirkt.

Hattest du denn das Gefühl, dass Bupropion bei deinen Depressionen hilft?

Ich wünsche dir einen schönen Abend :slight_smile:

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Moin @Lanafee1

ADHS überlagert so manches…

Richtig behandelt, können dadurch diverse andere Dinge erst wirklich zutage kommen.

Bei mir sind es die deutlich verstärkten Depressionen plus (bisher nur als Verdacht, da noch keine Diagnose) Autismus.

Aber es wird definitiv werden.
Mach dir bitte deswegen keine Sorgen okay? :slight_smile:

Auch wenn du es den Moment noch nicht siehst.
Daran glaube ich ganz fest :metal:

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Noch nicht. Das oder Attentin ist aber eine Option. Will ich morgen mal mit meiner Ärztin besprechen.

Halte das nicht zwangsläufig für einen Fehler. SSRI sollen ja nicht so mega sein bei ADHS. Wenn du es aber zum Beispiel mit Bupropion versuchst, dann würde ich versuchen, etwas zusätzlich für die Ängste zu bekommen.

Werd ich sehen morgen, wie sie reagiert. Wenn ich was anderes probiere, gehe ich vermutlich eher auf was kurz wirksames. Das nervt mich gerade eher, dass Elvanse so ne lange Wirkung hat.

Ich hatte ja schon beides parallel. Bupropion verlängert vor allem die Wirkung wegen gehemmten Enzym für Abbau von Elvanse. Deswegen könnte das ganz gut sein.
Geholfen hat es definitiv. Antrieb geht sofort hoch. Antidepressiv hat es meines Erachtens nach Aufbau des Spiegels auch gewirkt. Vielleicht hat es aber auch einfach bei meiner ADHS geholfen und die Stimmung wurde deshalb besser??

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Hallo Lanafee1, :blush:

vorab möchte ich Dir sagen, DU bist NICHT ALLEINE mit dem Leiden.
Ich stehe aktuell vor der selben Problematik und habe diesen Mittwoch einen Termin bei meiner Psychiaterin diesbezüglich.

Elvanse ist für mich jeden Tag eine neue Überraschung.
Manchmal komme ich perfekt durch den Tag, die Stimmung ist stabil, kein Rebound und keinerlei negativen Gedanken.
An vielen anderen Tagen wirkt die gleiche Dosis nur bis 13 Uhr danach bin ich in einem mentalen Tief, bin total emotionslos, habe Angst vor sozialen Interaktionen. Manche Gedanken machen einen dann verrückt. Diese Ungewissheit, dass es jeden Tag anders sein könnte macht mich auch fertig.

Problem ist nur hierbei, eigentlich würde ich das Medikament absetzen, ABER es unterstützt mich vor allem im beruflichen Bereich enorm…und ist hier kaum mehr weg zu denken. Ich habe wirklich keine Ahnung was ich tun soll. Die Verzweiflung ist teilweise unerträglich.

Meine Frau leidet enorm in den Rebound Phasen, weil ich dann total empfindlich und reizbar bin. Das führt zu ganz viel Diskussionen und Streitereien. Diese wiederum Ängste in mir dass sie mich deshalb verlassen könnte…

Also auch hier ein kleiner Teufelskreislauf.

Seitdem ich Elvanse nehme, geht es mir mental irgendwo viel besser, aber ich habe auch neue vorher nicht bekannte Probleme bekommen. Andere Sorgen und Ängste. Durch den Verzicht auf Alkohol und Rauchen durch Elvanse, habe ich Freunde verloren (was eigentlich gut so ist) aber diese Veränderung macht mir zu schaffen.

Ich hoffe du verstehst dass viele von diesem Problem betroffen sind…Wir schaffen das alle gemeinsam !!! :muscle:t2: :muscle:t2: :muscle:t2:

Viele Grüße
Chris

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Ach @crizzledizzle :heart:
Lass dich unbekannterweise mal drücken!

Deine Zeilen haben mich gerade sehr berührt, denn ich spüre deine Ambivalenz und Ratlosigkeit sehr!

Fühl ich sehr!! Teilweise hatte ich auch tgl Angst vor den Rebound Symptomen und die wurden ab Dezember immer schlimmer. ( was bei dir aber natürlich nicht so kommen muss)
Beruflich war Elvanse auch der absolute Gamechanger. Wahrscheinlich war ich noch nie in meinem Leben so konzentriert und fokussierter wie unter Elvanse. Hast du einen sehr verantwortungsvollen Job?

Partner habe ich zwar keinen, aber dafür musste mein Sohn vieles aushalten, was mir sehr Leid tut😔
Ich war so grantig und gereizt, dass ich ihn oft angepampt habe und mega ungeduldig mit ihm war.

Hast du denn das Gefühl, dass du depressiv verstimmt bist oder passt es noch?
Wie lange nimmst du Elvanse schon?

Für die nächsten Tage und vor allem für Mittwoch drück ich dir die Daumen🙏
Vielleicht findet dein Arzt ne andere Lösung!

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@stemix
Wie ist dein Termin verlaufen? Oder hast du ihn erdt morgen? :thinking::see_no_evil:

Hallo zusammen!

Momentan bin ich tatsächlich frustriert und verärgert, dass die Stimulanzien bei mir keine so positive Wirkung haben. :expressionless:
Ich mag es auch wieder nehmen und konzentriert sein und gechillt! :sneezing_face:

Heute geht es mir allerdings überraschenderweise gut. Ich habe keinerlei Ängste, Druck auf der Brust, Anspannung, Niedergeschlagenheit etc. Zwar habe ich kaum geschlafen, aber das Allgemeinbefinden ist echt okay. Habe gerade meine Wohnung auf Vordermann gebracht und fühle mich sogar fast ein kleines bisschen euphorisch.

Heute auf den Tag genau ist es eine Woche her, dass ich die letzte Elvanse eingenommen habe. Vielleicht ist jetzt endlich alles aus meinem Körper draußen.?! ( ja ich weiß, dass es kein Spiegelmedikament ist, aber amders kann ich mir die letzten Zustände einfach nicht erklären…)

Der Termin bei meinem Psychiater am Vormittag war okay, wenngleich er in all seinen 40 Jahren als Arzt noch nie so eine Geschichte mit Elvanse und Imipramin gehört hat, wie die meinige🙈

Ich habe jetzt ein neues Antidepressivum bekommen: Mirtazapin. Da ich momentan tatsächlich Angst und Abneigung gegen Medikamente verspüre, warte ich noch mal ein paar Tage bis zur Einnahme. Vielleicht hält die gute Stimmung ja an?!Wobei ich ja eigentlich schon froh bin, wenn ich mal nicht down bin. Vielleicht ist die jetzige Stimmung einfach nur „normal“?
Kann natürlich auch sein, dass es mir morgen schon wieder nicht so gut geht und dann werde ich die Medis natürlich auch einnehmen.
Merke gerade beim Schreiben eine dumpfe, schwere Müdigkeit aufsteigen…

Lasst es euch gut gehen :four_leaf_clover:

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Vielen Danke @Lanafee1 :blue_heart:
Deine Worte haben mir auch wirklich gut getan.
Ich fühle mich automatisch immer besser, wenn ich mein Leiden mit anderen teilen kann.

Hast du einen sehr verantwortungsvollen Job?
Ja, ich bin für einen kompletten Bereich in einem großen IT Systemhaus zuständig.
Ich arbeite mit vielen externen Kunden zusammen.
Daher muss ich strukturiert und organisiert Arbeiten. Das geht mit Elvanse viel besser, dadurch macht mir mein Job auch endlich viel mehr Spaß.

Hast du denn das Gefühl, dass du depressiv verstimmt bist oder passt es noch?
Grundsätzlich, bin ich eher ein lebensfroher Mensch. Elvanse fährt das im gesunden Maße etwas zurück. In den Rebound Phasen bin ich teilweise sehr labil und habe Unsicherheiten, wo ich sonst keine habe. Das verwirrt mich teilweise selber.
Vor 1 Stunde war die Welt nämlich noch ganz anders. :rofl:

Wie lange nimmst du Elvanse schon?
Ich nehme Elvanse jetzt seit 1 Jahr am Stück. Hatte in der Zeit unterschiedlichste Dosierungsarten und Stufen ausprobiert. Aktuell bin ich bei 1x täglich 20mg. Ich versuche hier auch immer um die selbe Zeit einzunehmen.
Ich habe nicht das Gefühl dass es schlimmer wird tendenziell eher besser mit dem Rebound. ABER er ist trotzdem teilweise so unangenehm dass ich mir das nicht lebenslänglich vorstellen kann.

Was mich daran aber am meisten stört ist, dass ich meine geliebte Partnerin mit meinem Verhalten teilweise belaste. Und ich kann das absolut nachvollziehen. Meine grundlose Frustration oder Emotionslosigkeit im Rebound macht mich zu einem anderen Menschen.

Es ist ein Fluch und Segen zu gleich. Mit Elvanse komme ich endlich mit schweren Aufgaben zurecht. Habe weniger Langeweile und stelle mir seltener die Frage nach dem Sinn des Lebens. Es gibt so viele positive Aspekte daran. Der wirklich Einzige der mich aber so stört muss unbedingt der Rebound sein. Wäre es doch lieber 24/7 kalte Hände. :smiley:

Viele Grüße
Chris

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Ich kann deine Gedanken verstehen.
Ich denke vor allem nach dem Absetzen dauert es schon länger bis das Nervensystem sich wieder an das andere „Normal“ gewöhnt hat.
Das war bei Elvanse ja auch so, das hat auch 2-3 Monate gedauert bis der Körper sich diesen Zustand als normalen Zustand angenommen hat.
Ich setze evtl. auch bald ab. Mal schauen was am Mittwoch beim Arzt rum kommt.

Ich wünsche dir alles Gute und das Beste für deinen Weg zu einem glücklichen Leben. :blush: :four_leaf_clover:

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Liebe @Lanafee1 erst mal Danke das Du hier so offen über das Thema Depression in Deinem Leben schreibst, Deine Offenheit über dieses Thema hilft garantiert auch sehr vielen anderen Betroffenen, von daher noch mal DANKE, Du bist wirklich ein toller und sehr starker Mensch, vergiss bitte niemals wiiieee liebenswert und wertvoll Du bist, und auch nicht wieviele Mitglieder* Dich in ihr Herz geschlossen haben, also bitte höre niemals auf hier im Forum zu schreiben. :heart:
Du musst Dich hier auch überhaupt für nichts „rechtfertigen“, weder dafür das Du schwere Depressionen hast, noch dafür das die Stimulanzien bisher nicht die Wirkung zeigten die Du Dir vielleicht ursprünglich erhofft hattest.
Im Moment ist das alles wahrscheinlich extrem viel für Dich, und Du musst sehr viel verarbeiten was da in der letzten Zeit alles auf Dich herein geprasselt ist.
Deshalb, wie gesagt, Du musst Dich hier für nichts verteidigen, im Gegenteil, rede jetzt mal nur über Dich selbst, lass alles raus über was Du sprechen willst.
Und wir hier hören Dir nur zu, bemühen uns Dir keine Tipps und auch keine Ratschläge zu erteilen!, Dir aber zu signalisieren das wir Verständnis und Mitgefühl für Deine Situation aufbringen, fühle Dich bitte umarmt.:people_hugging::heart::kissing_cat:
P.s. wie mir persönlich scheint können sich viele Menschen ehr damit anfreunden eine Adhs Diagnose zu bekommen als zu ihren Depressionen zu stehen.
Depressionen werden nach wie vor lieber unter den Teppich gekehrt, eine „reine“ Adhs Diagnose erscheint anscheinend vielen Menschen sympathischer, oder sogar angenehmer.

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@Lanafee1 Hatte meinen Termin heute 16 Uhr. Leider eher ernüchternd. Eine junge Ärztin, die kaum Erfahrung hat mit ADHS und gar keine mit Elvanse. Das hat sie mir aber auch ganz offen zu Beginn gesagt und ich bin froh, dass ich überhaupt jemanden habe. Sie kann mir hier aber nicht wirklich weiterhelfen.

Immerhin habe ich sowohl Attentin als auch MPH unretatardiert verschrieben bekommen, so dass ich mit kurz/kürzer wirksamen Medis noch etwas Spielraum habe. Ich gebe Elvanse also noch eine Chance.

Außerdem werde ich jetzt mal Baldrian nehmen. Und sie hat mir meiner Schlafprobleme das Antidepressivum Valdoxan verschrieben. Dummerweise sind wohl aktuell alle Bestände in Deutschland vergriffen.

Ich wünsche dir viel Erfolg damit. Ich habe in der Vergangenheit durchaus gute Erfahrung damit gemacht, wenn es um das Einschlafen geht. Verursachte aber meist einen Hangover. Aktuell hilft das gar nicht bei mir und ich habe gehört, dass es bei ADHS nicht das förderlichste Medikament sein soll. Zur Stabilisierung deiner Stimmung/Depression kann es aber genau das Richtige sein.

Das ist auch das, was mir am meisten weh tut, wenn meine Frau oder meine Kinder daran leiden.

Ich stehe da seit über einem Jahrzehnt dazu. Seit einigen Jahren auch bei meinem Arbeitgeber (bin im Management und habe 40 Mitarbeiter).

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Hey @stemix vielen Dank für Deinen Beitrag. :+1:
Ich persönlich finde es seeehhhr ermutigend das Du zu Deiner Diagnose stehst, aber vor allem stehst Du ja nicht nur einfach zu Deiner „Diagnose“, sondern ganz offensichtlich einfach dazu wie Du wirklich BIST. :+1:
Heisst dazu, dass Du „kein perfekter Mensch bist“ der den allgemein gültigen Ansprüchen des Mainstreams entspricht.
Sondern dazu das Du Dich ganz klar und deutlich als einen Menschen outest der eben NICHT „perfekt“ ist.
Der an sich selbst zweifelt, wie jeder andere Mensch auch, und sich niemals über andere Menschen stellt, selbst dann nicht wenn Du „trotz allem“ offensichtlich zu den „erfolgreichen“ Menschen zählst. :+1:
Ich persönlich fände es sehr schön und bereichernd wenn Du vielleicht mit anderen hier Deine persönlichen Erfahrungen teilen könntest, denn genau solche Menschen wie Du können anderen Menschen Hoffnung machen. :+1::people_hugging:

Liebe @Lanafee1 entschuldige bitte wenn das hier gerade zu OT ist, aber vielleicht mag sich unser:e liebe stemix andernorts noch ein bisschen im Forum einbringen, was ich persönlich sehr schön fände. :heart:

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Hi @AbrissBirne, danke. Ich möchte das echt gerne machen. Aktuell kämpfe ich aber noch mehr denn je mit mir selbst…

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Lieber @stemix , lass Dir Zeit, kein Stress. :+1::people_hugging::heart:

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