Umgang mit Menschen und Freundschaften

Hey Leute,
heute ist irgendwie wieder so ein Tag wo ich mir denke, dass ich keine Lust auf Menschen. Eigentlich bin ich sehr gesellig aber irgendwie fühle ich mich in meinem Arbeitsumfeld heute wieder sehr unwohl. Ich weiß nicht ob jemand das kennt aber manchmal beobachtet man die Leute und wird irgendwie traurig. Kurz zu meinen Kollegen: Eigentlich sind die alle super toll und super nette Kollegen. Klar wenn es Mal stressig ist man Mal von einander genervt aber am Ende des Tages mögen wir uns eigentlich alle. Was mir so über die Zeit aufgefallen ist, ist das jeder irgendwie einen ,Workbesti" hat. So wir verstehen uns alle gut, aber es gibt Personen die sehr gerne miteinader zusammen arbeiten und fast beste Freunde sind. Ja und da bin da ist. Ich würde sagen ich habe keinen ,Workbesti". Mir ist eigentlich Latte mit wem ich arbeite, weil mir a. einerseits in der Ausbildung eine Art Profisionalität anerzogen, dass ich für den Patienten mit alles und jedem zusammenarbeiten muss und b. ich mag eigentlich alle meine Kollegen. Meine Arbeit versuche ich halt gut, schnell und gewissenhaft zu erledigen. Oft passe ich mich an die Wünsche der Leute an und heute merke ich, dass der ein oder andere wiederum meint auf meine Bitten/ Wünsche zu scheißen und ich merke heute wieder wie sehr mich dieser aus meiner Sicht fehlende Respekt wurmt. Beispiel: Kollege A fragt mich ob er kommen kann mit dem Patienten und ich sage nein ich bin noch nicht bereit für die OP. Mein Kollege B hört das und sagt A, dass sie kommen kann und A kommt auch einfach. Also beide ignorieren meine Bitte. Das nervt mich sehr, weil ich nicht verstehe warum A fragt wenn die eh macht was die will und B denkt er kann für mich antworten. Weiter gab B den Kommentar ab das ich ja Prothtik mache und die Kreuzbänder und das nicht so ist wie dort. Dieser Satz klang für mich so, dass ich ja Mal schön bei meinen Prothesen bleiben soll, weshalb ich leicht gereizt fragte ob ich jetzt etwa keine Kreuzbänder machen soll. Diesen Kommentar habe ich wohl missverstanden und wir haben eigentlich das Missverständnis bereinigt… Dachte ich. 5 Minuten später beschwert B sich bei den andern ich hätte ihn angemeckert und ich musste echt laut werden um ihn zu übertönen und den andern zu erklären, dass es ein Missverständnis ist und wir das unter uns schon geklärt haben. Stimmt was mit mir ? Oder bin ich überempfindlich? Weiter was mich heute aber auch regelmäßig verletzt dort ist das übersehen werden. Für den Kontext: Zu Beginn des Jobs sollte mir alles beigebracht werden. Kreuzbänder wurden/ werden mir erst jetzt beigebracht aber auch nur, weil ich schon sehr innerlich vor Wut platze. Seit 2Jahren renne ich hinterher und alles sagen andern Mal oder wir haben zu viele OPs das muss schnell gemacht werden sonst müssen wir länger bleiben und ich muss sagen bis jetzt habe ich dafür Verständnis gezeigt. In den zwei Jahren sind jetzt auch neue Leute gekommen und bei der letzten Person ist mir jetzt einfach der Geduldsfaden gerissen. Auch jetzt im Zeitraum von vier Wochen würde ich immer mit dem Argument Zeit abgewimmelt bis ich dann die Tage sehe das für die neue Kollegin C plötzlich ganze 4 Leute Zeit haben ihr das beizubringen und an diesem Tag war es sehr stressig. Die Kirsche war das ich in meinem Saal von meinem Saalpartner komplett für die Neue vergessen wurde und sich dadurch die ganze OP verzögert hat. (Kontext: Es gibt eine sterile Schwester im OP die nix und niemand berühren darf und sie selber darf nur den Patienten/ das OP-Gebiet oder ihre Instrumente berühren. Der Springer ist ,unsteril" und hat die Aufgabe mit Dinge aufzumachen die von innen steril sind). Dann gibt es oft meinerseits die Beobachtung, dass ich sehr nervös bin wenn ich mit Menschen alleine bin. Ich kriege innerlich schon Panik, weil ich nicht weiß über was oder wie ich mit den Leuten reden soll. Ich hasse erzwungene/ aufgesetzte Konversationen und versuche die Dinge der Leichtigkeit nach einfach natürlich entstehen zu lassen. Klappt nur leider nicht so gut. Es fällt mir schwer Freunde zu finden und die die ich habe oder hatte sind alle bis jetzt auch alle etwas anders. Vermehrt habe ich mich auch entweder mit andern ADHSlern gut verstanden( auch vor meiner Diagnose) oder mit den Außenseitern. Ist das nur ein Zufall oder passiert, dass dem ein oder anderen auch ? Ich habe keine Ahnung wie ich gute Freundschaften finden/knüpfen soll, weil ich das Gefühl habe nirgendwo so richtig reinzupassen. Meine Arbeit ist eigentlich das beste Beispiel. Alle sind super nett aber ich fühle mich dort trotzdem fehl am Platz. Keiner sagt mir dort, das er sich freut das ich wieder da bin oder das ich etwas gut gemacht habe. Wichtige Dinge oder Vorfälle erfahre ich auch nur als letztes oder durch nachhaken. Persönlich würde ich mich als freundlich, empathisch und etwas zu hilfsbereit sehen. Ich frage mich ob ich vielleicht narzisstische Züge habe und eigentlich ein sehr anstrengender Mensch bin und es nicht checke. Aktuell will ich nichts mit Menschen zu tun haben, weil irgendwie diese Beobachtung wie alle gut miteinander umgehen und ich vom Gefühl her da ausgelassen werde, schon weh tun. Es tut halt auch weh, weil es nicht das erste Mal so ist. Es zieht sich irgendwie so von der Kindheit bis jetzt durch und jedes Mal versuche ich was zu ändern oder es besser zumachen aber ja hier bin ich. Muss auch sagen, dass ich da schon Neid verspüre und etwas Wut auf Leute verspüre die wiederum nichts für Freundschaften tun müssen und einfach dieses Charisma haben. Das alles ist jetzt vielleicht ein bisschen komisch und sehr wirr geschrieben. Ich weiß einfach nicht mit Menschen auf persönlicher Ende umzugehen und wie das mit den Freundschaften klappen kann oder soll. Eigentlich ist nichts passiert aber die heutigen Beobachtung wie Leute mit andern und wie sie mit mir umgehen, lässt mich heute sehr isoliert fühlen. Vielleicht bin ich auch einfach zu ehrlich und zu direkt, weil ich einfach etwas zu doof für diese zwischenmenschlichen Beziehungen bin.

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Hallo und schön, daß Du Dich hier so offen äußerst. Großes Lob dafür!

Mit Dir stimmt alles - A L L E S!
Mir scheint, Du hattest einfach nur einen verdammt „schlechten“ Tag gehabt, was völlig normal ist und nicht selten vorkommt - vor allem, wenn man beruflich totalen (Zeit-)Stress ausgesetzt ist! Du arbeitest wohl im Krankenhaus, wie ich rauslesen konnte?! Du hast einen verdammt wichtigen und stressigen Job! Hut ab - für mich wäre das nichts!
Aber wenn ich Deine Situation auf mich übertragen würde, und Dich verstehen wollte, wie es in Deiner „Haut“ aussieht, so wäre MEIN Gefühl, daß mich jeder „lieb haben“ muss/soll. Das habe ich abgelegt, weil es muss, kann und SOLL mich auch nicht jeder „lieb haben“ und ich kann es auch nicht jedem Recht machen. Daß man Dich nicht „ernst nimmt“ liegt an der Chemie zwischen Dir und Deinem Gegenüber! Es gibt Die und Solche: Jeder Mensch hat andere charakterliche Stärken und Schwächen und entweder stimmt die Chemie oder eben nicht (immer) zwischen Dir und den Kollegen. So würde ich das sehen. Du kannst DEIN Verhalten ändern, was Du auch getan hast. Du hast Dein Problem mit dem, den es betraf geklärt. Daß es ein Versehen/Irrtum war. Mehr als das kannst Du nicht tun, außer zu schauen, daß es nicht noch einmal vorkommt. Mehr kannst Du nicht tun. Bleibe Dir selber treu, denn Du bist liebenswert auf DEINER Art und Weise. Und die Menschen, die Dich lieben und schätzen, wissen es! Mach Deine Erfahrungen, gehe Deinen (eigenen) Weg, lerne durch Deine eigenen Fehler oder Tiefpunkte, die Dir noch oft im Leben begegnen werden. Dafür sind sie da: um daraus zu lernen :heart:

Ich kenne Dich nicht, aber Du bist liebenswert! Das kann ich Dir zu 100% sagen!!! Du sprichst darüber, wie Du Dich gefühlt hast, daß Du Dir darüber Gedanken gemacht hast und eine Lösung gefunden hast. Andere machen sich keine Gedanken und suchen keine gemeinsamen Lösungen. Sie sind auch liebenswert, aber auf eine andere Art. Verstehst Du, wie ich es meine? Da fehlt dem ein oder anderem in DIESER Situation etwas Feingefühl. Wer weiß warum? Wer weiß, welche Erfahrungen dieser in der Kindheit hatte, wie hart oder weich seine Erziehung war, oder was demjenigen an DEM Tag „über die Leber“ gelaufen ist?! WIR wissen es nicht - das weiß nur jeder für sich! Und Du hast den Kollegen die Gelegenheit gegeben, sich zu äußern. Der eine sagt erwas der nächste schweigt. Dem einen interessiert, was Du (hier im Forum) geschrieben hast und denkt sich seinen Teil, schreibt nichts und der nächste schreibt etwas dazu :wink:

Schlusswort: Du bist genau richtig, wie Du bist! Jeder ist so, wie er von der Vergangenheit/Erfahrungen „gezeichnet“ wurde. Du bist liebenswert auf DEINER Art und WEISE und Du wirst auch GESEHEN von Menschen, die Deine „Sprache sprechen“. Wie vielleicht ich, der Dir auf Dein Thema geantwortet hat, ohne Dich zu kennen. Ganz unparteiisch und ohne Kritik. ICH SEHE DICH! Bleibe wie Du bist und schlafe mal drüber…morgen ist ein neuer Tag. Carpe diem.

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Hallo Lefluff,

vielen Dank für deine Offenheit, wie Xulia schon geschrieben hat, eine starke Leistung.

So kann ich das Lesen und ich kann es mitfühlen und fühle mich selber nicht so alleine.

Ich habe 42 Jahre lang, das Verhalten der Menschen um mich herum kopiert und dachte ich muss es auch schaffen so zu sein, wie „die“. Hat mich am Ende in eine Sackgasse mit Burnout geführt.

Ich hab seit September letzten Jahres die Diagnose - schwere ADHS „Mischform“ was auch immer das heißen mag, hab mich nicht getraut nachzufragen um nicht dumm zu wirken. Siehst du ich mache da auch echt schräge Dinge. Ich bereite mich stunden oder tagelang auf Gespräche vor, mit dem Gedanken die Leute zu pleasen und ein ganz toller Kollege Freund Bekannter - Kundendiensttechniker zu sein.
Danach bereite ich das genauso lange nach und frage mich was ich hätte besser machen können oder wo waren meine Fehler, das der Gegenüber nicht so reagiert hat wie erwartet.

Ich verkack total Ironie und Zweideutigkeiten und wenn ich Witzig sein will schauen mich die Leute entsetzt an. Ok nicht alle, mit Neurodivergenten Menschen oder Schwulen Männern läuft alles Bombe.

Ich bin auch neidisch auf Menschen die sich unterhalten und so easy immer wissen was der andere meint oder über was im Subtext geredet wird.
Telefonieren auch ganz schwierig, ich weiß nie wann ich dran bin mit reden und wenn ich dann mal anfange, dann hat die oder der andere keine Chance mehr was zu sagen.
Ich hätte gerne zu jedem Menschen eine Bedienungsanleitung und einen Vertrag wie das Verhältnis ist, welche Dauer, Intensität und und und

By the way ich bin hetero und mag diesen Stereotypen Mann nicht, ich muss manchmal so tun als ob, aber da möchte ich in Zukunft auf eine nötiges Mindestmaß reduzieren (Arbeit - diplomatische Situationen)

Und weißt du was ? Es ist ok das ich so bin und ich weiß jetzt wo es herkommt und das ich das nicht können muss, was die „normalen“ Menschen können. Ich frage jetzt einfach zwischendurch um was es eigentlich geht und ob ich das so richtig verstanden habe.
Und vor allem, was tut mir jetzt gut? und wenn ich mich 1 Jahr nirgends melde, dann ist es ok und ich brauch das dann. Auch wenn man dann als Einsiedler oder Minusfreund angesehen wird …scheiß drauf, jetzt geht es um mich und wie ich leben will und kann.

Du bist nicht falsch oder so, du bist halt Lufleff, schau nach deinen Bedürfnissen und versuch Dich gut zu behandeln und sag deinem inneren Kritiker den Kampf an!

Liebe Grüße M&M

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Omg ich dachte ich wäre die Einzige die so ,komisch" ist mit dem nachbereiten. Ich empathesiere Grade mit jedem Satz von dir. Mit Ironie und Zweideutigkeit verhauen ich es auch immer zumindest bei meinen Kollegen. Außerhalb ist alles anders. Da verstehe ich die Ironie und die Zweideutigkeit und meine Witze werden nicht als beleidigend oder zu hart empfunden, obwohl ich das Gefühl habe mich eher nur dem Niveau meiner Kollegen anzupassen. Mit den Leuten auf der Arbeit keine Ahnung habe ich aber nicht das Gefühl ich selbst sein zu können, weil wenn mir Mal in einem impulsiven Moment ein Stück Persönlichkeit rausrutscht dann wird man sofort schief angeguckt oder kriegt gar Probleme auf der Arbeit. Leider muss ich auf meiner Arbeit viel im Team arbeiten, womit ich eigentlich kein Problem habe und mich an die Leute gut anpassen kann. Was ich nicht kann ist aber in meiner Art der Arbeit gestört zu werden. In meiner Ausbildung hatte ich zum Beispiel ständig Probleme,weil ich anders war und die Arbeit zwar richtig erledigt habe aber auf meine Art und in einer Hierarchie ist das für die Leute das Schlimmste was man sich als niederer Azubi erlauben kann. Mein Problem ist irgendwie das ich a.wenig auf Neurodiverse treffe und mich einfach dort wo ich bin einfach falsch fühle. Ich beobachte andere ja ich kopiere das Verhalten anderer, weil sorry einerseits ist es für mich ein Überleben ( ADHSler im Gesundheitswesen sein ist scheiße) und ich will auch einfach nur mit denen auskommen und mich verstehen und versuche durch kopiertes Verhalten irgendwie mich anzufreunden. Was auch der nächste Punkt ist den mein Hirn nicht checkt. Wir alle kennen diese Leute/ Lästerschwestern. Diese vermeintlichen Freunde die dann ihren ,Freunden" einfach ein Messer in den Rücken rammen und die selbst nach so einer Aktion bei denen bleiben. Es ist so das ich irgendwie ständig Leute beobachte wie sie die selbstbestimmten Regeln/Normen verletzen, aber nicht irgendwie bestraft werden ( durch Blicke oder Ächtung ect.) und einfach so weitermachen können. Und dann sind wir ADHSlern da und kriegen bei dem kleinsten Faux pas schon böse Blicke. Das soll jetzt keine Predigt sein mit mir mit alles ist so ungerecht und die Gesellschaft mi mi. Das ist mir von Anfang an klar und jeder hat einen eigenen Weg in der Welt zu bestreiten, aber wenn ich so zurückdenke ist das etwas was mir immer so bei den ,neurotypischen" aufgefallen ist. Kann vielleicht an dem stärker ausgeprägten Gerechtigkeitssinn bei ADHS liegen. Diese Beobachtung ist immer wieder etwas was nicht in mein Schädelchen will.

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Bezüglich deiner Frage mit der Mischform bei ADHS. Ich selbst habe vor ca. 1,5 Jahren Mal davon gehört. ADHS hat sozusagen drei große Symptomgruppen: Gruppe 1 Aufmerksamkeitsdefizit, Gruppe 2 Hyperaktivität und Gruppe 3 Impulsivtät. Du kannst es dir wie einen Baum vorstellen. Diese drei Dinge sind sozusagen die Basis aka die Wurzeln die sich mit der Zeit wachsen und ihre Äste in verschiedenen Richtungen/ Symptome entwickeln. Z.b kann sich Hyperaktivität bei dem einen körperlich äußern beim ander eher gedanklich.
So weiter im Text: ADHS ist je nach Stärke deiner Symptome in verschiedenen Formen gegliedert. Kannst dir das wenn wir beim Baumbeispiele bleiben, wie jetzt Baumarten vorstellen. Es gibt den Kirschbaum, die Birke, Eiche ect. Hoffe das es verständlich ist was ich hier sage und die Leute die mehr Erfahrung oder Fachwissen habe, denen steht es frei mich bitte zu korrigieren, sollte ich etwas falsches gesagt haben.

,Seit DSM 5 heißen die Subtypen Präsentationsformen.
DSM 5 unterscheidet drei Präsentationsformen:

ADHS-HI (überwiegende Hyperaktivität)
ADHS-I (überwiegende Unaufmerksamkeit) und
ADHS-C (Aufmerksamkeitsprobleme und Hyperaktivität gleichermaßen)" -} Der Artikel ist aus dem Forum und heißt: Die Subtypen von ADHS: ADHS-HI, ADHS-C (Mischtyp), ADHS-I (ADS), ADHS-RI (restricted inattentive) und andere.

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Ich glaube ich habe so ab 14 gecheckt wie ich mich verhalten muss um gut in Kontakt zu kommen, aber oft war es dann so angepasst dass es nicht nachhaltig gewesen ist.

Ich arbeite als Haustechniker in einem Krankenhaus und kenne die politischen Intrigen etc. wie bei einer Soap Opera manchmal. Ich kann mich dann auch kurzfristig gut auf die Menschen einstellen, das kostet mich aber sehr viel Energie und zuhause falle Ich erschöpft ins Bett - Dunkelheit/Stille … das Kopfkarusell ist dann auch schwer abzustelen und geht nur mit Musizieren oder basteln. Dann gibt es da diese Frühlings und das Sommerfest und die Weihnachtsfeier, damit komme Ich dann überhaupt nicht klar, alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort, da fällt es mir sehr schwer in der Rolle zu bleiben und es fühlt sich irgendwie scheiße an. Wie ein Schauspieler nach dem Dreh, der weiter Schauspielern muss.

Ich fange im Juli mit BEM an und war dann fast ein Jahr krankgeschrieben, Ich werde mich dann auch anders positionieren, der Betriebsrat wird mir am Anfang helfen und ihm Team der Technik kommunizieren, das die sich nicht wundern, wenn Ich mich jetzt anders verhalte. Bin mal gespannt wieviel dann noch von meiner positiven Reputation übrigbleibt, da wird sich dann auch die Spreu vom Weizen trennen. Ich hoffe ich bekomme das dann auch mit der Impulskontrolle besser hin und verfalle nicht wieder in alte Schemas. Das wird zwar am Anfang von 10 Versuchen vlt nur einer sein der klappt, aber auch das zu sehen ist ja eine Übung.

Ich check das mit den Verhaltensweisen auch nur bedingt und habe sehr viel Lehrgeld in Beziehungen gezahlt, ich hab mich aber auch an falschen Maßstäben gemessen und so unter Druck gesetzt das Stress x ADHS einen super Idioten aus mir gemacht hat. Da bin dann nur noch am Bearbeiten der Ereignisse, bis ich so tief drin bin, das gar nichts mehr geht. Immer die Fehler bei sich zu suchen ist ja auch eine typische Verhaltensweise, ich lerne gerade in wie weit meine Verantwortung reicht und wo das Gegenüber seinen Bereich hat.

Ich bin nicht Schuld daran, das mich viele Menschen missverstehen, ich sage ja auch oft das ich ADHS habe, aber dann kommt immer die Frage „warum hast du das so und so gemacht“ „warum hast du das vergessen“ „ich fühle mich verletzt weil du xy gesagt hast“
„wieso machst du es nicht einfach“
Frag mal nen Rollstuhlfahrer die ganze Zeit warum er jetzt nicht einfach aufsteht.

Ich kann übrigens nicht Lügen und finde es schon krass was die Menschen da so treiben und wieviel Energie dafür verwendet wird sich gegenseitig zu verarschen. Was ich kann ist etwas nicht zu sagen, aber wenn ich gefragt werde dann muss ich die Wahrheit sagen oder ich „gestehe“ ein paar Tage später.

Danke für die Aufklärung mit den Bäumen, Ich denke viel in Bildern und du hast mir da sehr geholfen das zu verstehen.

Bei mir wird auch Asperger vermutet, Ich hab also den Jackpot - Asperger und ADHS :wink:
meine Psychiaterin hat dahingehend gemeint, das es in meinem Alter sehr schwer zu diagnostizieren ist. Ich kann aber sagen das mein Vater Asperger ist und meine Mutter ADS hat, beide halt auch nicht behandelt und so. Das macht es am Ende für mich noch ein wenig schwieriger, diese Welt zu verstehen, Ich hatte nie eine Behandlung dahingehend, meine Eltern waren wohl zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

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Hallo LeFluff und MoleAnd Monkey,

vielen Dank für den Thread, für Eure Beiträge und Eure Offenheit, sie tun mir richtig gut. - Überhaupt bin ich echt begeistert von diesem Forum und dem netten, empathischen und verständnisvollen Umgang hier, habe ich in Foren selten gesehen, sowas.

Ebenfalls mit ADHS diagnostiziert, vor kurzem erst, und auch sehr spät (mit 61), arbeite ich wie Ihr im Gesundheitswesen. Mir spricht das, was Du gesagt hast, Lefluff „ADHS im Gesundheitswesen ist Sch…“ und auch, was Du gesagt hast, MoleAndMonkey, sinngemäß „Immer den Fehler zuerst bei sich selbst suchen“ sehr aus der Seele.

Ich kann beidem nur zu 100 % zustimmen. Ich arbeite seit 21 Jahren im Gesundheitssystem, habe sogar Abi nachgeholt, nochmal studiert und meinen Traumberuf ergriffen (der es immer noch ist), bin aber mittlerweile mehr als desillusioniert, absolut resigniert und drauf und dran meinen Beruf an den Nagel zu hängen. Mit den Patienten bin ich sehr gut, bekomme fast ausschließlich gute Rückmeldungen. Aber mit ADHS und Kollegen, das geht einfach nicht für mich.

Ich habe seit 2003 die 6. Stelle, weil ich immer dachte, so schlimm wie hier kann es doch woanders nicht sein, aber es kam immer „noch schlimmer“. Mittlerweile kann ich die Leute/Kollegen/Chefs einteilen in Machtmissbraucher aus Kompensation, Mitläufer&Heuchler, Wegschauer, oder, wenn es gute Leute sind, Schnellflüchter.

Mich macht das unglaublich traurig. Aber ich dachte wirklich, dass im Gesundheitssystem, wenn man für Menschen/Patienten da ist und mit ihnen arbeitet, dass man unter Kollegen im „Team“ (für mich nur noch mit Anführungszeichen) auch gut miteinander umgeht, also ähnlich wie hier, verständnisvoll, empathisch, möglichst die eigenen Anteile kennend. Aber das war ein großer Irrtum. Leider erkenne ich das erst jetzt so genau, wo ich mit meinem Latein echt am Ende und total resigniert bin.

Leider auch die Diagnose ADHS sehr spät, und auch „leider“ bin ich zwar eine von denen, die wg. harter Schule durch meine Mutter in der Kindheit (Zucht und Ordnung, wie beim „Bund“) ganz gut kompensiert bin, daher ging die Hyperaktivität und Impulsivität total nach innen, aber Lernen ging leicht, wenn ich ein Ziel hatte und es mich interessierte. Nur mit anderen auskommen, war immer schwer, Stichworte hohe Sensibilität, starker Gerechtigkeitssinn, „Rejection Sensitivity“, „negativer Hyperfokus“ nach Kritik etc.

Habe auch schon mehrere Psychotherapien durch, die zwar alle etwas geholfen haben, aber erst die ADHS-Dignose duch meinen Fach-Doc hat mir die Augen geöffnet. Echt zum Lachen, wenn es nicht so traurig wär: paar Jahre vor meinem Rentenalter. Nun weiß ich zwar, woher meine Anteile an meinen sozialen Problemen kommen, damit ändern sich die Systeme oder die kranken Gruppenstrukturen im Gesundheitssystem aber nicht.

Ich bin jedenfalls in Gedanken mit Euch, und was Du, MoleAndMonkey sagst: „schon krass, wieviel Energie dafür verwendet wird, sich gegenseitig zu verarschen“ kann ich nur unterschreiben. Mein Berufsleben ist zur Zeit eine Baustelle. Ich gehe ab 1. August in die Arbeitslosigkeit und weiß einfach nicht weiter. Mit ADHS im Gesundheitssystem überleben geht einfach nicht, auch mit guten Medikamenten nicht (habe Medikinet bekommen). Dennoch, ich habe mir nun nochmals einen Coach gesucht, vielleicht kann ich doch irgendwie noch ein „dickeres Fell“ bekommen.

Aber wie schrieb der indische Philosoph Krishnamurti (zur Zeit mein Lieblingsspruch): „Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“

Danke Euch und Danke, dass es dieses Forum gibt. Es hat mir gerade am Anfang mit den vielen Infos und Euren offenen Beiträgen sehr geholfen, mit der Diagnose klar zu kommen (sie zu akzeptieren) und zu sehen, ich bin doch kein Alien.

LG Perlentaucherin

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Hey,
also Respekt, das du es in der Schlangengrube so lange ausgehalten hast. Du hast deutlich mehr Ausdauer als ich. Ich habe im zweiten Ausbildungsjahr eine FUCK IT Einstellungen bekommen und mich an da sehr viel mit meinen , Kollegen" angelegt. Berechtigt muss ich anmerken. Mein Wandel war aber auch leider nicht aus eigener Kraft sondern durch andere. In meiner OTA- Ausbildung gab es Außeneinsätze in andern Fachabteilungen. Mit meiner Ausbildung bin ich hochspezialisierte für den OP aber auf eine Station kannst du mich nicht schicken, weil ich nix von Pflege kann oder weiß. Bin so zusagen das Mädchen fürs grobe und hält jetzt auch schon die 1/2 Op- Assistenz die dann auch mitmacht. In den Außeneinsätzen hatte ich keine Ahnung von etwas musste alles von null lernen und in der ersten Woche in jedem meiner Einsätze in den andern Fachabteilung würde ich gelobt. Das war etwas komplett neues für mich. Ich wurde als fleißig bezeichnet und sehr nett und höflich was ich nicht von mir gedacht hatte. Warum? Weil ich zwei Jahre von den Op-Hexen eingetrichtert bekommen habe das ich die größte Bitch bin die sie je gesehen haben und ich habe es geglaubt, weil ich dachte das der Grund warum die so fies zu mir sind, muss ja meine schlechte Persönlichkeit sein. Erst nachdem ich woanders war habe ich verstanden das es nicht an mir liegt und diese Leute einfach asozial sind. Ab da habe ich mir auch nicht alles gefallen lassen was echt schwer ist wenn man starke Selbstzweifel hat und weiß das keiner hinter einem steht. In dieser Zeit habe ich gelernt was Gaslighting ist und ob boi diese Taktik war so hässlich ey da hätte der härteste Schulmobber alt ausgesehen. Ich sage es ehrlich ich wundere mich bis heute, das ich keinem auf’s Maul gehauen habe. Gewalt ist keine gute Lösung sehe ich wie die meisten Leute aber ich muss sagen es gibt Leute die lernen nicht anders und die kann man nicht rational aufhalten. Eine war so nett und hat mich versucht für den Tod eines Patienten verantwortlich zu machen, weil ich so eine schlechte Springerin war. Der Saal war sehr laut an dem Tag und dieses Individuum war sehr leise und ich habe nachgefragt was sie braucht, weil ich sie akustisch nicht verstanden habe. Im Gespräch mit meinem Chef hat die dann diese Vorwürfe erhoben. Mein Chef hat nichts gemacht. Er hat mich nicht verteidigt obwohl a.ich bin Azubi und b. ich war nicht am Tisch als das ich da irgendeinen Einfluss haben könnte. Naja an dem Tag habe ich meine Nerven verloren auf den Tisch gehauen die diese Frau wütend unter Tränen angeschrien. Danach hatte sie mich ne Zeitlang gemieden. Ich verstehe deine Situation Perlentaucherin aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen es gibt gute/schöne Orte im Gesundheitswesen. Je nach deinem Ausbildungsgrad kannst du dich außerhalb des Krankenhauses um gucken. Du kannst im ambulanten Bereich gucken oder je nachdem auch in eine Leihfirma gehen. Ja Leihfirma kann etwas angsteinflößend sein aber a. gleicher schlechter oder besserer Umgang für mehr Geld, b. du hast immer pünktlich Feierabend, c. du lernst immer was neues. Da du schon was älter bist nehmen dich viele mit Kusshand, weil du natürlich im Vergleich zu mir mehr Erfahrung hast. Es gibt echt nette Teams. Mein jetziges Team ist ein gutes Beispiel. Bis auf paar Situation sind die alle super toll und nett und ich arbeite gerne mit denen. Aktuell bin ich auch am lernen, dass ich mir nicht alles gefallen lassen. Leider bin ich sehr nett und wie eine alte Kollegin mich schon warnte, tanzen mir manchmal die Leute zu sehr auf der Nase rum. Ich will mich eigentlich mit keinem streiten, weil ich einfach Angst habe das die Leute mich dann nicht mögen,aber andererseits ist da meine innere Stimme die mir sagt, dass ich auch den selben Respekt verdiene den ich den Leute entgegenbringe. Durch Freundlichkeit sehe ich einfach kriege ich diesen Respekt nicht und Ver suche jetzt einfach sofort meine Grenzen klar und direkt zu setzten. Es schwingt natürlich immer wieder die Angst mit mich unbeliebt zu machen aber ich weiß, dass ich so auch nicht weitermachen kann. Und jetzt nachdem ich auch gesagt habe ,nope ich warte jetzt seit zwei Jahren um … zu lernen und jetzt bin ich dran wir haben heute Zeit"" kriege ich wenigstens das was ich will.
Das war jetzt sehr viel und ich bin wahrscheinlich zwischen den Themen gesprungen aber ich hoffe das ich hier weiterhin den ein oder andern Mut machen konnte. Ich muss zugeben manchmal fühle ich mich wie ein wütender,tollwütiger und verbissener Hund. Es nervt mich einfach ,dass irgendwie alles erkämpft werden muss während man dann bei andern beobachtet, dass die es hinterher geschmissen bekommen. Das soll kein mi mi mi die Welt ist so unfair sein sondern nur eine Beobachtung und soll auch den Leuten die sich so fühlen bissel Mitgefühl aussprechen. Dennoch habe ich oft, das Gefühl ich muss mich wie der vorhin beschriebene Hund in alles hineinbeißen und fühle mich dann aber schlecht, weil ich denke ich hätte wen genervt oder geärgert. Peoplepleaser halt.

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Hallo zusammen!
Also grundsätzlich ist der 1. Weg mit anderen klar zu kommen aus meiner Sicht mit sich selbst klar zu kommen. Man kann immer etwas an sich verändern, aber die Betonung liegt auf „etwas“. Sich komplett an andere anzupassen ist schwer, kann mitunter krank machen, wenn man sich immer verstellen muss. Außerdem merken das die anderen sehr schnell und wenn das eigene Verhalten nicht „ehrlich“ ist, kommt das bei anderen auch nicht gut an, weil die dann evt denken, man hat was zu verbergen (dummerweise haben sie damit ja sogar Recht).

Auf andere einzugehen hat nichts mit kopieren zu tun. Nur wenn man sich selbst respektiert, kann man sich auch so verhalten, dass man von anderen respektiert wird. Man kommt dann einfach viel überzeugender (andere würden sagen „Charismatischer“) rüber.

Daher: Verstellt euch nicht! Die Welt ist bunt und jeder hat andere Macken. Wir sind gut so wie wir sind - von den anderen gibt es eh schon genug. :wink:

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Vielen Dank @Lefluff für Deine Antwort, habe mich sehr darüber gefreut. Aus Deiner Beschreibung höre ich, dass Du ein echt taffes Mädel bist, die viel und gut arbeitet und einiges „wegschafft“. Und Ausdauer hast Du auch. Immerhin hast Du es ja zwei Jahre bei den OP-Hexen ausgehalten, und das MIT Deinen Selbstzweifeln, die das Anfängersein in der Ausbildung nochmal erschweren, und die ich ja bei mir auch sehr gut kenne.

Aber ich nehme auch noch andere Teile bei Dir wahr, große Sensibilität hinsichtlich der Signale anderer, nicht nur, was eine mögliche Ablehnung angeht, sondern generell, also große Empathie, und v.a. auch etwas, was ich hier aus ganz vielen Beiträgen von anderen ADHS-Betroffenen auch schon herausgelesen habe (bin ja noch nicht so lange dabei): die Haltung, möglichst irgendwie gut mit anderen auskommen zu wollen, also eher ein Bedürfnis nach Harmonie. Mir erschien das bei den vielen Beiträgen, die ich zum Thema Probleme auf der Arbeit gelesen habe, immer wieder durchzuscheinen, sowas wie „Ich möchte gut mit meinen Kollegen/Chefs auskommen, möchte mich dazu auch anpassen, die oft schroffe, verständnislose, unempathische Umgangsweise macht mir aber so zu schaffen, das kann ich einfach nicht aushalten!“

Naja, und dann kommt halt das dazu, was auch viele von uns kennen, die versuchen, sich an „kranke“ Strukturen anzupassen: Wenn´s zu bunt wird, können wir schon auch mal auf die Barrikaden gehen, und zwar ordentlich. Dann ist das Maß voll, manchmal so sehr, dass alles oder vieles in Scherben geht, leider.

Deine Reaktion kann ich absolut nachempfinden. Unglaubliche Beschuldigungen, eigene Fehler immer schön nach unten an die weitergeben, die sich nicht wehren können (weil z.B. noch Azubi) UND der Chef steht nicht hinter einem, beschützt einen nicht. Diese Situationen kenne ich aus dem FF, und mein Mann hat so oft zu mir gesagt „Du musst denen mal ein paar aufs Maul hauen!“ Und das mir, wo ich am liebsten immer gern alles harmonisch habe. Aber das ist halt seine Art damit umzugehen. In dem Bereich, wo er gearbeitet hat (handwerklich-technisch), und nur unter Männern, wäre das wohl auch noch gegangen, aber im sogenannten Psychosozialen Bereich?? Ich bin halt immer geflüchtet, habe andere Stellen gesucht, aber da bin ich nun. Mit Anfang 60 arbeitslos und null Bock mehr auf Gesundheitswesen.

Danke für Deine lieben Worte und Dein Verständnis, das tut mir wirklich gut. Vielleicht finde ich für die letzen Jahre doch noch eine Stelle, wo ich klar kommen kann, also mit meinen Eigenheiten einfach nur meine Arbeit machen kann. Habe aber noch ein gutes Stück Arbeit an mir selbst vor mir, vor allem, was das Aushalten von Auseinandersetzungen angeht. Da geht es mir seit jeher wie Du es hier schreibst:

Ich finde das super auf den Punkt gebracht. Es geht um Respekt einfordern, Grenzen klar und direkt setzen und das Verlernen von Angst vor Streit, weil man sich nicht unbeliebt machen will. Immerhin hast Du da jetzt nach diesen zwei Jahren mal Klartext geredet, dass Du jetzt auch mal dran bist. Da bin ich noch lange nicht, ist echt noch Arbeit für mich. - Aber irre doch, wie lange man dazu manchmal braucht, oder? Naja, wir haben es halt nicht wie andere mit der Muttermilch aufgesogen…

Nein, was Du geschrieben hast, hat mir wieder etwas Mut gemacht, nicht ganz aufzugeben. Das mit dem Kämpfen kann ich auch gut nachempfinden. Ich bin oft so neidisch auf andere, denen das Fordern von Normalitäten so leicht fällt, und ich muss immer für alles kämpfen. Ich sag immer „Mein Leben ist ein Kampf“. Das kriegt nur oft niemand mit, läuft vor allem innerlich.

Also Danke für Deine aufmunternden und offenen Zeilen. :orange_heart: Krass bewundernswert, wie oft ich hier lese, mit was für Handikaps Menschen mit ADHS sich (also wir uns) irgendwie durchschlagen. Und gut, dass ich hierher gefunden habe, wo man von anderen lernen und Mut zugesprochen bekommen kann.

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Hallo @Schröder,

ich finde, Du hast absolut Recht, erst mit mir selbst klar kommen (also Selbstakzeptanz). Das war auch meine Devise, deshalb habe ich schon einiges an Psychotherapie hinter mir, wo ich erstmal lernen musste, überhaupt zu merken WIE OFT ich mich selbst abgewertet und beschimpft habe (halt, wie ich es brav zu Hause gelernt habe…). War ein hartes Stück Arbeit, knickt auch immer wieder mal ein, aber mit der Zeit ging es besser.

Ich habe aber auch gemerkt, dass das Fluch und Segen zugleich ist. In den Therapien hab ich z.B. gelernt, mehr wahrzunehmen, was für mich geht, und was nicht, also was sich für mich „stimmig“ anfühlt. Das ist zwar super gut, bringt mir aber nichts, wenn ich z.B. nicht gelernt habe, das „gut“ rüber zu bringen, oder dass es überhaupt OK ist, rüber zu bringen, dass bestimmte Sachen nicht gehen (z.B. Grenzen missachten). Oder dass ich mein Licht eben nicht immer unter den Scheffel stellen muss, um bleiben zu können.

Das mit der Anpassung oder Nicht-Anpassung ist auch so´n Ding. Wenn ich mal wieder auf Jobsuche war, weil ich irgendwo mal wieder nicht bleiben konnte, habe ich mich bei den Vorstellungsgespächen für einen eventuellen neuen Job tatsächlich ziemlich „maskiert“, wie man sagt. Einfach weil ich einen Job brauchte, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Jetzt mit Abstand habe ich natürlich gemerkt, dass das so nicht geht, weil mit mir eben nicht alles zu machen ist und es doch irgendwann offensichtlich ist. Aber da ist eben auch der Haken: wenn ich mich im Vorstellungsgespräch nicht „maskiere“, kriege ich den Job nicht. Weil eigentlich nur Leute gewollt sind, die im bestehenden System mitschwimmen, auch wenn das System nicht gut läuft.

Naja, es ist wie mit fast allem: Das Leben ist eine Baustelle.

Danke Dir & LG
Perlentaucherin

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Liebe @Lefluff ,

es tut mir leid, ich habe gerade das Gefühl, Deinen Faden gekapert zu haben. Das wollte ich nicht, tut mir leid, es platzte leider alles aus mir raus.

Das Thema war ja „Umgang mit Menschen und Freundschaften“. Ein wichtiges Thema. Ich hoffe, es schreibt noch jemand etwas dazu. Auch ein Thema, wo ich dringend etwas lernen muss.

Danke nochmals & LG
Perlentaucherin

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Hi @Perlentaucherin machen sich alle so viel Gedanken, wie wir :adxs_gruebel:

Ich bin inzwischen fast überzeugt, ich treffe in bestimmten Situationen auf besondere Menschen und wir gehen ein Stück gemeinsam.

Irgendwie taucht immer ein Wesen auf, welches mir genau in der Situation eine Hilfe, Stütze oder Ratgeber*in gewesen ist.

Manchmal wird das ein langer Spaziergang und manchmal auch nicht, das ist in Ordnung.

Ansonsten wären da für mich Höflichkeit, Anstand, Rücksicht, Vertrauen und manchmal einfach Zurückhaltung.

Ich finde es toll, wenn jemand über lange Freundschaften verfügt. Meine kann ich an einer Hand abzählen, auch da einige bereits gegangen sind :pray:t3: :candle:

Die wussten alles von und über mich, da musste auch niemand auf Schön Wetter machen, obwohl das Gegenteil der Fall war.

Ich empfinde es heute um einiges schwieriger, nicht aufgrund der Diagnose, nein, die Menschen verändern sich und das macht den Umgang nicht einfacher.

Die richtige Balance zu finden, es kann doch auch nicht nur an mir liegen, ich kann es auch nicht jedem recht machen, ich bin wie ich bin :woman_shrugging:t3:

Also, machen sich alle so viele Gedanken wie wir, schön wäre es…

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Hey Schröder,
du hast mit deinen Aussagen meiner Ansicht nach bis zu einem gewissen Punkt Recht. Selbstliebe/Selbstakzeptanz/ Selbstrespekt ist etwas was aber auch von der Umwelt beeinflusst wird. Meine Ausbildungserfahrung ist für mich das beste Beispiel. Ich bin mit einem soliden Selbstwert-/Bild ect. darein gegangen. Mir war bewusst hier und da kann mich an mir Arbeiten und hier und da sind meine Probleme. Dann kamen die ersten zwei Jahre der Ausbildung und wenn dir jeden Tag von allem im Team gesagt wird was du für ne Bitch bist und wie arrogant es ist einfach nur einen normalen Umgang zu fördern oder sich gegen Beleidigungen zu wehren, fängst du an deine Selbstliebe zu hinterfragen. Solche Prozesse passieren auch Mensch in einer toxischen Beziehung. Die Person geht mit einem soliden Selbstbild oder sogar mit hohem Selbstbewusstsein in eine solche Beziehung hinein und endet mit einem zerstören Selbstbewusstsein. Auch wenn du mit deiner Familie redest und die dich aufbaut ist da dieser Gedanke gut das sind meine Eltern die müssen mich ja mögen( auch das ist leider bei vielen Menschen nicht der Fall). Grade weil wir ADHSler eher ehrlich sind fliegen wir oft aufs Maul und haben das Gefühl oder den Überlebensinstinkt uns zu verstellen, weil man gelernt hat, das man selbst den Leuten zu laut, zu bunt, zu nervig oder zu komisch ist. Klar jeder hat Maken und das ist gut so nur wird bei uns gefühlt keine toleriert. Weiß nicht ob es nur meine Umwelt ist aber kenntst du/ kennt ihr das wenn Leute sagen ,ja lass den/die . Der/die ist halt so’’ und das gilt nur für die Person. Wenn man selbst dann irgendwie sonderbar ist dann wird sofort versucht das auszumerzen. Was ich sagen will ist das der Selbstrespekt, Selbstakzeptanz ect. auch leider von der Umwelt beeinflusst wird. Das es die andern schon gibt und man nur selbst einzigartig ist stimmt auch aber leider toleriert die Gesellschaft mir ein Minimum an Individualität was es mit ADHS noch schwieriger macht ,weil du einfach diesen Spagat machen musst zwischen einem Selbst und den gesellschaftlichen Erwartungen.

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Hä? Ne also das alles passt zudem Thema finde ich. Das alles was hier bis jetzt geschrieben wurde ist ja Thema Umgang mit Menschen und die Frage ob jemand schon Strategien zum Umgang hat. Ich meine die einfachste Lösung wäre wie immer zusagen Fuck IT all aber leider zieht die Strategie nicht immer

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Bitch also. Haben sie das irgendwie begründet? So ist die Aussage nur eine Beleidigung (ist sie sowieso, aber mit Begründung könnte man da vielleicht dran arbeiten).

Kurze Geschichte aus meiner Schulzeit: Ich wurde selbst gemobbt in der Schule. Besonders ein Junge hatte es auf mich abgesehen. Zuerst hab ich das ignoriert, versucht, trotzdem höflich und freundlich zu bleiben in der Hoffnung, wenn mein Verhalten keinen Anlass für diese Angriffe gibt, wird es schon irgendwann aufhören. Was ein Irrtum.

Nun, irgendwann hat’s mir dann gereicht und wir haben uns für nach der Schule „verabredet“.

Kurz: Wir haben aufeinander eingeprügelt wie die Kesselflicker. Er hat dann gewonnen, weil bei mir irgendwann das „Was machst du eigentlich hier?“ durchkam und wenn das Adrenalin sinkt merkt man erst die Schmerzen.

Ich hab jetzt am nächsten Schultag natürlich damit gerechnet, dass er seinen Sieg auskostet, aber das Gegenteil war der Fall. Von da an hatte ich meine Ruhe. Wir haben uns dann später darüber unterhalten und er hat gesagt, dass er schon lange darauf gewartet hat, dass ich mich mal wehre. So hatte ich den Kampf verloren, aber an Respekt gewonnen.

Jetzt kannst du dich natürlich nicht mit deinen Kolleginnen prügeln, aber immer zu allem nur lächeln und es schlucken wird nicht helfen. Daher mach weiter wie bisher: Sag, was dir nicht passt, fordere Respekt ein. Auch wenn du ihn von deinen Kolleginnen nicht bekommen solltest, du behältst ihn vor dir selber, und das ist 'ne Menge wert.

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Ich habe mir eure Beiträge sehr interessiert durchgelesen und überlegt, wie ich mit bestimmten Situationen umgegangen bin.

Früher bin ich mit sehr wenig Selbstbewusstsein durch die Welt gegangen und musste auch immer fast weinen, wenn mich jemand zur Schnecke gemacht hat. Ich wollte es auch Imme allen Recht machen und gut sein in dem, was ich tue. Aber wenn man in ein toxisches Arbeitsumfeld kommt wird es schwierig.

Ich habe zum Einen die Arbeitsstelle gewechselt. Musste ich zum Glück nicht of tun, weil ich schnell eine für mich sehr gut passende Stelle gefunden hatte. Aber davor gab es so Leute…

Eine Kollegin, kurz vor der Rente, wahrscheinlich Narzisst, hat es mir oft nicht leicht gemacht. Irgendwann hat sie aber glücklicherweise eine große Dummheit gemacht und von da an konnte ich sie beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen. Ich habe ihr gesagt, dass ich mir beim nächsten Mal wünsche, dass sie mich direkt anspricht um einen Sachverhalt klären zu können und nicht passiv aggressiv handelt und damit unsere Klienten gefährdet. Sie kam mir nach 2 Minuten hinterhergelaufen und wollte nochmal mit mir sprechen. Sie kam so derart hochnäsig und echauffiert daher, dass ich von versammelter Mannschaft sagte: „Nö, heute nicht mehr.“
Sie ist dann mit Schnappatmung umgedreht und war dann ganze 6 Wochen krankgeschrieben.
Als sie wieder da war habe ich sie mir immer wie einen kleinen Zwei vorgestellt, der wie Rumpelstilzchen umherspringt und darüber musste ich innerlich sehr lachen. Im Geiste habe ich sie immer, wenn sie sich wieder wichtig machte, in ein Einmachglas gesteckt und in ein imaginäres Regal gestellt. Ich habe dem Zwerg im Glas versprochen, mich mit ihm zu befassen, wenn ich Zeit und Lust dafür habe.

Später, als ich dann selbst anderen Kräften gegenüber weisungsberechtigt war, habe ich schwierige Personen als Übungsobjekte wahrgenommen. Ich habe mir selbst vorher eine Motivationsrede gegeben, mich mental aufgebaut und mich dann im klaren Kommunizieren geübt. Nach solchen Gesprächen habe ich oft sogar gezittert, aber ich habe meinen Standpunkt vertreten und eben wieder etwas gelernt. Ich danke meinen Übungsobjekten innerlich dafür, dass sie mir zur Verfügung standen und ich lernen durfte.

Das geht natürlich alles nur, wenn man sich seiner Sache sicher ist bzw. man weiß, was man kann. Ich habe in den letzten Monaten auch mit dem Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ gearbeitet und merke, wie mich das nochmal unterstützt. Ich habe dadurch auch gelernt, was meine Schutzstrategien sind und warum ich bestimmte Verhaltensweisen, die mir schaden, habe. Ich kann diese jetzt auch besser identifizieren und einschreiten.

Mein Sohn (ADS) hat kürzlich eine ganz andere Erfahrung gemacht: Er macht ein FÖJ und ist hin und wieder durch seine Art angeeckt. Grundsätzlich ist er sehr höflich und reflektiert, aber manchmal wirkt er auch abweisend. Er hat aber immer darum gebeten, mit ihm direkt zu sprechen um Probleme zu klären, da er Schwierigkeiten hat aus dem Subtext herauszulesen, was er denn falsch macht oder verändern soll. Kürzlich hat man ihm gesagt: „Wir wissen ja jetzt auch, dass du es mit dem Grüßen am Morgen nicht so hast, aber das ist ok, weil du ja Autist bist. Das wussten wir ja früher nicht aber jetzt macht das ja Sinn. Tut uns leid, dass wir das nicht verstanden haben.“
Funfact: er wurde nie mit ASS diagnostiziert! Seine Einsatzstelle ist direkt mit seiner ehemaligen Schule verbunden und die Lehrer müssen sich übe ihn unterhalten haben. Dabei fiel wohl die Aussage, dass er Autist sei und die jetzige Chefin hat das gehört. Wie die Lehrer drauf kommen kann ich nur spekulieren, aber es kann damit zusammenhängen, dass bei meiner Tochter die ASS-Diagnose im Raum steht.
Spannend ist nun aber der Fakt, dass mein Sohn von seinen Kollegen „diagnostiziert“ wurde und seine Art plötzlich gar kein Problem mehr darstellt. Auf einmal ist Verständnis da.
Wir haben zu Hause darüber gelacht und er hat dann eingesehen, dass er sich doch so langsam mal um eine Diagnostik kümmern sollte. Mama scheint nicht so falsch zu liegen :stuck_out_tongue:
Es gibt also auch die angenehmen Arbeitsstellen mit sehr lieben Leuten.

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Das‘ genial, muss ich mal probieren bzw. habe mir gerade schon 2-3 auf der Arbeit vorgestellt.

So‘n kleines Regal voller Einmachgläser, alle glotzen und hüpfen herum und immer dieses *tick *tick „lass uns raus… mimimi“

Dann schüttel ich die wie ne Schneekugel und stell die auf den Kopf.

Mhnöö! :adxs_zunge: :adxs_lach:

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M&M, Lefluff - Ich suche die Freundschaft zu Euch!

Ich finde Euer Denken, Eure Einstellung, Euren Mut offen darüber zu schreiben und die gewählten Worte zu diesem Thema sehr gut gewählt!
Es passiert sicherlich selten, daß man denkt, man habe dieselbe Wellenlänge oder die Chemie passt. Bei Euch Beiden habe ich sie „entdeckt“. Ihr sprecht mir so sehr aus dem Herzen - es hätten meine Gedankengänge, Gefühle und Worte sein können!

So, damit mein Gefühlsausbruch aber hier zum Thema passt, noch ein Nachsatz…

Ich höre/lese momentan ein Buch zu dem Thema Stigmatisierung. Ich sehe mich darin zu 100% Das Buch ist sehr zu empfehlen und die Stimme des Vorlesers ist sehr angenehm. Vielleicht würde es Euch auch unterstützen im Denken über sich, im Umgang mit Stigmatisierung, Kränkungen etc.? Es hat etwas mit Immun gegen Stress zu tun. Mehr darf ich glaube ich nicht sagen. Will ja keine Werbung machen, aber da habe ich für mich viele positive Antworten, Gedanken, Aha-Effekte erhalten! Baut mich wirklich sehr auf und kann man IMMMER wieder gebrauchen und „hervorkramen“, wenn man mal wieder im Stressmodus ist und sonst niemand da ist, den man fragen kann, wenn man Antworten braucht.

Liebe Grüße und bleibt wie ihr seid! Ihr seid nicht krank - AD(H)S’ler sind nur etwas anders im Denken und im Umgang damit :wink: Julia

Ich kann mich @Xulia da nur anschließen, @MoleAndMonkey und @Lefluff, aber auch @Schröder und @Silberlocke. Eure Erfahrungen und Eure Offenheit haben mir geholfen, mich auch zu öffnen. Und @SneedleDeeDoo, Dir ebenfalls Danke für das Reagenzglas. :joy:

@Xulia, kannst Du den Titel des Buches nennen oder einen Link dazu?

Das Thema Umgang mit Menschen und Freundschaften bzw. mich auf eine Freundschaft wirklich ganz einzulassen, war eigentlich immer schwierig für mich, seit Kindheit schon. Das hängt für mich ganz klar mit meiner Familie und der Beziehung zu meiner Mutter zusammen. Die Folge davon ist, dass Vertrauen für mich ein riesen Thema ist. - Ist vielleicht für Menschen mit ADHS + Trauma nicht ungewöhnlich.

Danke nochmal für diesen Faden. Genau daran bin ich zur Zeit mit meiner Coachin dran, also warum das Thema Beziehungen/Freundschaften/sich einlassen so schwer ist, und was es leichter machen könnte. Und dann auch leichter machen könnte, mit Kollegen und Chefs auszukommen und nicht mehr so hypersensitiv auf jede hochgezogene Augenbraue zu reagieren.

Ich weiß nicht, vielleicht interessiert es jemanden oder kann hilfreich sein:

Wir arbeiten mit einer Methode, die sich IFS nennt, Abkürzung für Internal Family System. Das ist ähnlich wie Schematherapie, die Psyche wird nicht betrachtet wie „aus einem Guss“, sondern in Teilen gesehen. Jeder Mensch hat danach viele innere Anteile, die im Laufe des Lebens seit Geburt entstehen, und zwar oft als Folge von verletzenden und traumatisierenden Situationen. Diese Teile werden wie eigene Personen gesehen, oft ganz jung, und sie haben durch die erlittenen Verletzungen Schutz-Strategien entwickelt, die damals (z.B. mit 3 Jahren) überlebenswichtig waren, heute aber zu Problemen führen (wie halt z.B. nicht zu vertrauen und sich nicht wirklich einzulassen). Der wichtigste Teil der Psyche ist nach dieser Methode oder Therapierichtung aber das „Selbst“. Das ist der Teil, den alle Menschen besitzen, unser Zentrum, der aber trotz all der Verletzungen und Traumata heil geblieben ist. Dieser Teil ist nicht zerstörbar und hat Eigenschaften wie ruhig, entspannt, bewusst, liebevoll, interessiert an den anderen inneren (verletzten) Teilen u.a. Und die Arbeit geht so, dass man vom „Selbst“ aus die verletzten inneren Anteile kennen lernt, liebevoll annimmt, ihre damaligen Schutz-Strategien würdigt (ganz wichtig) und ihre Verletzungen heilt.

Ich schreib das deshalb so genau auf, weil ich mich von dieser Methode so dermaßen abgeholt fühle, ich meine Schwierigkeiten mit anderen Menschen nun sehen oder erkennen kann als das impulsive Handeln meiner innerern Anteile, die mich mit ihren (damaligen, heute nicht funktionierenden) Schutz-Strategien vor neuen Verletzungen schützen wollen und ich auch das „Selbst“ trotz allem, was passiert ist, jederzeit wieder fühlen kann - wenn ich es schaffe zu merken, welcher Anteil nun gerade im Stress wieder mal nach vorn geprescht ist und weshalb und mich um den Teil liebevoll kümmere (so das in der Situation gerade geht, sonst auf jeden Fall später) und mich erinnere, mich wieder in den „Selbst-Zustand“ zu bewegen.

Das ist erstmal nicht so leicht, weil halt die verletzen inneren Anteile mit ihrem impulsiven Handeln immer noch denken, es ist Krieg, und ihre Strategien fahren, meistens noch, bevor ich bzw. mein „Selbst“ es mitbekommt, was gerade abgeht.

Ich merke aber, dass es mir schon in der kurzen Zeit leichter fällt und ich meine ADHS- und Trauma-Reaktionen nicht mehr als unverständlich, „anders“, untherapierbar oder sonstwas sehen muss, sondern sie liebevoll kennenlernen und nach und nach aus ihrem Keller heraus holen kann.

Durch diese Arbeit mit meiner Coachin, aber auch durch dieses Forum, vor allem durch Euren Umgang miteinander, und das Gefühl, tatsächlich doch irgendwo rein zu passen, ohne mich verbiegen zu müssen, passiert gerade sehr viel, wo ich dachte, es geht nicht mehr weiter. DANKE!

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