Ja im Forum sind nur wenige, die darüber berichten können. Ich glaube auch, dass das immer die echt schwierigen Fälle sind, die zu Hause dann auch eine entsprechende Dramatik mit sich bringen.
Ich kann nur spekulieren, weshalb wir hier nicht so viel mitbekommen.
Außerdem ist Intuniv ja auch ein verdammt teueres Medikament… wir können echt froh sein, wenn es unseren Kindern angeboten wird… ![]()
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Wie ist es denn jetzt mit der Weinerlichkeit?
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Ich weiß nicht mehr - ist bei Deiner Tochter Autismus getestet und diagnostiziert?
Denn „Wutanfälle“ sind ja auch ein klassischer Indikator für Überreizung und (soziale) Überforderung bei autistischen Menschen. Und so ein Umfeld wie Schule ist da natürlich auch sehr fordernd.
Je nach Auslenkung ist der Autismus auch sehr schwer zu erkennen.
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Hast Du schon zu PDA hier gelesen? Pathological Demand Avoidance.
Das ist im Grunde eine „Verweigerung“/„Vermeidung“ von Anforderungen, die auch wieder aus Überreizung oder der Erwartung einer Überreizung stattfindet - und zwar aus Selbstschutz (!!!).
Wenn das nicht erkannt wird, dann wird es immer schlimmer in jeder Hinsicht und so ein Mensch kann unglaublich leiden, ohne dass irgendjemand das auch nur entfernt ahnt…
Es betrifft wohl häufig Menschen mit AuDHS, die einerseits wegen ihres ADHS relativ „normal“ - im Sinne von „un-autistisch“ - wirken aufgrund ihrer Lebedigkeit und vieler Interessen. Doch ihr maskierter Autismus erträgt es nicht und dann passieren auch Ausraster - und quasi als nächste Eskalationsform - Verweigerung. PDA.
Die Erkenntnis dieses Mechanismus ist noch ganz neu und hat sich noch längst nicht herumgesprochen.
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Aber nochmal zurück zum Intuniv:
Ich finde es wahnsinnig schwierig, von außen zu sagen, wie Intuniv überhaupt wirkt.
Es ist irgendwie OK, es schwächt in der Zeit ohne Wirkung des Methylphenidat das ADHS eigentlich auch nur wenig ab, habe ich das Gefühl.
Aber bei meinem Sohn ist es auch gerade super komplex, weil er in einer für ihn als Autisten massiven Überforderungsphase psychotische Symptome bekam.
Seitdem ist es irgendwie alles schwierig, weil er nicht so viel Methylphenidat nehmen darf, wie er es eigentlich bräuchte.
Wahrscheinlich bin ich beim nächsten Termin in zwei, drei Wochen nochmal mit dabei - da will ich das nämlich auch mal nachfragen, wie es genau mit dem Intuniv ist und was eine Erhöhung ggf bewirken könnte.
Dann kann ich vielleicht auch aus dieser Perspektive mehr berichten .