Umgang mit starken Wutanfällen

Ich glaube Erfahrung mit Intuniv haben u.a. @Brotbox23 @grübeln und @Nono .

Hm ja also unser Sohn hat Intuniv mit Concerta. Da man dann ja beide Medikamente etwas reduziert, hat er nie mehr als 3 mg Intuniv genommen. Er wog in dem Zeitraum so etwa 52-56 kg…

Morgens nimmt er Concerta und ca 17 Uhr Intuniv, weil das dann gegen 21 Uhr schön müde macht…

Bei ihm gab es, glaube ich, gewisse Probleme mit Impulsivität/Aggression unter Intuniv während der Eindosierungsphase, aber es war nie so richtig klar, ob es wirklich vom Intuniv kam.

Also an sich soll Intuniv gegen emotionale Durchbrüche helfen und so alles in allem scheint das auch etwas besser jetzt als ohne…

Unser Sohn ist Autist (frühkindlch hochfunktional) mit starkem ADHS…

Hier im Forum wurde über Intuniv gelegentlich geschrieben, dass Ärzte es ganz gerne Autisten verschreiben. Unser Arzt sagte das dann auch irgendwann mal.

Das sind jetzt mal so etwas random meine Assoziationen rund um Intuniv…

Ob Euch das jetzt irgendwie so sehr viel weiter hilft… wahrscheinlich auch nicht…

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Ich würde mit der Dosierung wieder runtergehen, erstmal auf 2 mg und 3 Wochen beobachten.

Da die komplette Wirkung erst nach 3 Wochen eintritt, habt ihr vielleicht die passende Dosierung verpasst.

dass jemand davon weinerlich wird, habe ich noch nicht mitbekommen, aber das heißt ja nichts

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Danke schonmal für eure Beiträge und Tipps. Man findet irgendwie wenig Informationen über Überdosierungen im Forum. Manchmal wird von Aggressionen gesprochen.

Meine Tochter nimmt es Abend . Sie schläft nicht mehr so tief und wacht 2-3 Mal die Woche auf, dafür ist sie morgens nicht mehr so k.o. gegen Mittag holt die Müdigkeit sie aber wieder ein. Der Puls ist nachts um 10 runter, Blutdruck auch so knapp je 10 diastolisch und systolisch. Sonst hat sie Mundtrockenheit und wirkt ab und zu etwas blass. Dafür ist sie wieder viel freundlicher und offener als unter Atomoxetin/ Elvanse und ihre Ängste sind eher etwas geringer. An der Konzentration ändert es erstmal nicht so viel….

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Ja im Forum sind nur wenige, die darüber berichten können. Ich glaube auch, dass das immer die echt schwierigen Fälle sind, die zu Hause dann auch eine entsprechende Dramatik mit sich bringen.

Ich kann nur spekulieren, weshalb wir hier nicht so viel mitbekommen.

Außerdem ist Intuniv ja auch ein verdammt teueres Medikament… wir können echt froh sein, wenn es unseren Kindern angeboten wird… :crossed_fingers:

Wie ist es denn jetzt mit der Weinerlichkeit?

Ich weiß nicht mehr - ist bei Deiner Tochter Autismus getestet und diagnostiziert?

Denn „Wutanfälle“ sind ja auch ein klassischer Indikator für Überreizung und (soziale) Überforderung bei autistischen Menschen. Und so ein Umfeld wie Schule ist da natürlich auch sehr fordernd.

Je nach Auslenkung ist der Autismus auch sehr schwer zu erkennen.

Hast Du schon zu PDA hier gelesen? Pathological Demand Avoidance.

Das ist im Grunde eine „Verweigerung“/„Vermeidung“ von Anforderungen, die auch wieder aus Überreizung oder der Erwartung einer Überreizung stattfindet - und zwar aus Selbstschutz (!!!).

Wenn das nicht erkannt wird, dann wird es immer schlimmer in jeder Hinsicht und so ein Mensch kann unglaublich leiden, ohne dass irgendjemand das auch nur entfernt ahnt…

Es betrifft wohl häufig Menschen mit AuDHS, die einerseits wegen ihres ADHS relativ „normal“ - im Sinne von „un-autistisch“ - wirken aufgrund ihrer Lebedigkeit und vieler Interessen. Doch ihr maskierter Autismus erträgt es nicht und dann passieren auch Ausraster - und quasi als nächste Eskalationsform - Verweigerung. PDA.

Die Erkenntnis dieses Mechanismus ist noch ganz neu und hat sich noch längst nicht herumgesprochen.

Aber nochmal zurück zum Intuniv:

Ich finde es wahnsinnig schwierig, von außen zu sagen, wie Intuniv überhaupt wirkt.

Es ist irgendwie OK, es schwächt in der Zeit ohne Wirkung des Methylphenidat das ADHS eigentlich auch nur wenig ab, habe ich das Gefühl.

Aber bei meinem Sohn ist es auch gerade super komplex, weil er in einer für ihn als Autisten massiven Überforderungsphase psychotische Symptome bekam.

Seitdem ist es irgendwie alles schwierig, weil er nicht so viel Methylphenidat nehmen darf, wie er es eigentlich bräuchte.

Wahrscheinlich bin ich beim nächsten Termin in zwei, drei Wochen nochmal mit dabei - da will ich das nämlich auch mal nachfragen, wie es genau mit dem Intuniv ist und was eine Erhöhung ggf bewirken könnte.

Dann kann ich vielleicht auch aus dieser Perspektive mehr berichten .

Sie ist nicht Autismus diagnostiziert. Früher gab es dazu keinerlei Anzeichen. Inzwischen habe ich mich auch etwas eingelesen und bin auch schon auf PDA gestoßen, was gar nicht so schlecht passen würde, hab es aber etwas verdrängt. Aber vielen dank nochmal für den Hinweis. Manchmal frage ich mich, ob es Sinn machen würde diesbezüglich noch eine Befundung anzustoßen, andererseit weiß ich auch nicht, was die Konzequenzen dann daraus wären. Zumal das ja auch nicht alle kennen. Weißt du, ob es da schon spezielle Therapiemethoden gibt oder was folgen würde?

Wutanfälle hat sie so gut wie keine, nur schnelle Reizbarkeit, aber die schon immer. Die Weinerlichkeit vom Wochenende ist jetzt besser. Heute klagte sie über Kopfweh und Schlappheit, aber bei 2 Tests in der Schule am Nachmittag wundert mich das nicht.

Ich drücke deinem Sohn die Daumen, dass Intuniv ihm hilft. Das ist ja wirklich total ätzend mit den psychotischen Symptomen. Das braucht kein Mensch. Ich hoffe, dass ihr das gut in den Griff bekommt! Wie alt ist er denn? Ganz liebe Grüße

Also bei PDA ist alles noch sehr in den Anfängen.

Den Mechanismus aber erstmal überhaupt zu erkennen, ist glaube ich erstmal das Wichtigste, um weiteren Schaden zu verhindern.

Ich habe bei Autismus Oberhausen im Frühjahr online einige Vorträge von deren Fachtag Autismus gehört .

Vielleicht findet man über diesen Verein oder die Vortragende da noch weitere Infos.

Jedenfalls ist PDA doch wohl meistens mit Autismus assoziiert… bzw in der Kombi mit ADHS…

Mein Sohn ist schon 18. Aber trotzdem Mist… das ist seine Reaktion auf Stress halt…

Das Gute an Guanfacin scheint mir im Moment zu sein, dass die Dauererschöpfung weg ist. Sie schläft zwar schlechter, wacht aber erholter auf. Mittags hat sie noch ein Tief, aber sonst scheint etwas mehr Energie da (vorher war es nicht denkbar nach der Schule noch was zu planen.

Vielleicht wäre das ja auch ne Chance für deinen Sohn. Wenn man sich erholter fühlt ist man ja gleich etwas weniger gestresst.

Und wenn der Blutdruck niederer ist, ist die Zündschnur vielleicht auch etwas länger…

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