Ungewöhnliche Wirkung von Betäubungsmitteln (lustige Story + frage ob ihr auch mal sowas hattet)

Servus,

hatte letztens eine Situation, die irgendwie …witzig/weird aber auch in rückschauender Betrachtungsweise beängstigend war.

Ich hatte eine Vasektomie. Da ich mir unangenehmes einfach viel zu gut vorstellen kann (sch.. Tagträumen), erst recht wenn ich dazu noch passende Bilder im Kopf habe, habe ich mir eine Sedierung dazu gebucht.

Einen Tag vor der Vasektomie hatte ich meine 2. Sitzung ADHS-Diagnostik, und mitgeteilt bekommen, dass ich ADHS habe. Ich war entsprechend extrem aufgedreht (Angst vor OP + übertriebener Fokus auf ADHS Zeugs = völlig over the top).

Nunja, vor der OP hat mir der Anästhesist dann erstmal was zur Beruhigung gespritzt (Denke ma das waren Benzos, solche fanden sich auch auf der Abrechnung). Das war aber ne recht kleine Dosis, und nur eine Injektion von daher denke ich mal nicht, dass das maßgeblich war. Ansonsten gab es a bisle Keta - warum auch immer - und a bisle Clonidine (wird wohl für den Kreislauf gerne mal verabreicht bei Anesthesie) und dann natürlich das eigendliche Anesthetikum: Propofol (Genauen Präparatnahmen hab ich vergessen aber war eine 1% Propofollösung). Von der Mengenverteilung war das Propofol eindeutig am meisten.

Bin < 90kg, und laut Rechnung hat man bei mir 2 20ml 1% propofolampullen verheizt, was 400mg Propofol entspräche. Bei einer knapp halbstündigen OP sollte das eigendlich genug sein.

Nunja, ich bin zwar kurz eingeschlafen, habe jedoch nach Auskunft der Urologin nur ca 1 Minute geschlafen. Ich bin dann aufgewacht und habe den Anesthesisten vollgelabert zum Thema ADHS. Der hat sich zum Glück mit mri unterhalten und daher habe ich mich auf den Anesthesisten fokussiert und tatsächlich nichts von der eigendlichen OP mitbekommen. Irgendwann sagte die Urologin dann „so wir sind fertig“ und ich war verwirrt - „wie ihr habt schon angefangen“ - denn ich hatte nicht aufm schirm dass ich schon etwas geschlafen hatte, und vom Anfang folglich nix mitbekommen und war ansonsten ja mit dem Gespräch (zu 95% eher Monolog) beschäftig.

Dann wurde ich - wach - in den Aufwachraum gebracht. Bei der OP war noch eine Anesthesie Assistentin anwesend - ich vermute auszubildende, denn der Anesthesist fragte sie, ob sie wisse, wieviel O2 in der Sauerstoffflasche sei und brachte ihr bisle was über Druckgasflaschen bei. Die ärmste wirkte a bisle verstört, hat mich x mal gefragt ob alles ok ist und ob ich wirklich nichts trinken möchte (habe ihr dann irgendwann gesagt, dass sie sich bitte entspannen möge, es sei alles ok, und ich würde mich schon melden sollte sich da was ändern). In der Situation habe ich nicht verstanden, warum die so verstört wirkt, mir gings ja gut (Propofol high halt), aber in Rückschauender Betrachtungsweise natürlich total verständlich. Vermutlich war das das erste mal für sie, dass sie mitbekommen hat wie ein Patent nicht wie vorgesehen schläft und stattdessen durchgehend labert… Im aufwachraum habe ich noch Gesprächsfetzen einer Unterhaltung zwischen Urologin und Anesthesist mitbekommen - die eine PErson fragte ob die andere sowas schonmal hatte, was verneint wurde.

Am Tag danach bei der Wundkontrolle hatte ich dann die Urologin gefragt, ob ich Paradox oder ungewöhnlich auf die Sedierung reagiert habe. Sie meinte Paradox nein, aber Ungewöhnlich definitiv. Sie meinte man sei normal bei der Sedierung zwar normal nicht vollkommen weg, sondern irgendwie ansprechbar, aber normal sei aus den Leuten halt eher durch lautes Ansprechen und meist noch ander Schulter rütteln eine kurze Rückmeldung zu bekommen.

Was ich daraus mitnehme ist, dass ich in Zukunft Anesthesisten unbedingt vorwarnen sollte, was da war. Auch sollte ich mir was ins Portemonaie packen, nen Unfall kann ja immer passieren… Das ist dann auch der etwas beängstigende Teil. Es ging ja hier noch mal alles gut - in gewisser Weise hat die Sedierung für mich ihren Zweck erfüllt, ich wollte ja nur keine Erinnerungen an de OP als solches, und die habe ich ja nicht (bis auf Erinnerungen an eine ADHS-Unterhaltung, und auch die sind bisle bruchstückhaft).

Hat irgendwer ähnlich … ungewöhnliche … Erfahrungen mit Anesthesie gemacht?

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Nimmst du Schmerzmittel wie Tramal, Tillidin, Oxycodon, Hydromorphon

Es könnte auch an der kontraindizierten Wirkung Benzo, Ketanin und Propophol gelegen haben

gib mal : >>>welche Medikamente in kombi mit propofol machen munter <<< in Google ein

Das ist die Erklärung war wohl nicht gut gesteuert, in einer großen Op wäre es traumatisch gewesen

Auf sowas solltest du hinweisen, dann wird eine Narkose auch bei Operationen anders gesteuert.

So wie bei mir durch die Morphine nur eine Sedierung durch einen Anästhesisten erlaubt wird, ich wache sonst immer mittendrin auf

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Über die Suchfunktion mit „Narkose“ findest Du sehr viele vergleichbare Erfahrungen, ja.

Auch der Bericht hier ist ganz interessant: Paradoxe Reaktion bei ADHS – Deutsches Ärzteblatt

und in diesem Thread findet sich einiges: Wirksamkeit von Schmerzmitteln.

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Was die Wechselwirkungen anbetrifft, keine Ahnung aber alles bis auf das PRopofol war von der Dosis her mini, und der Typ war nen sehr berufserfahrener Anesthesist, von daher denke ich schon, dass ich ungewöhnlich drauf reagiert habe, und nicht alleine an einer as such ungeeigneten Kombi gelegen hat. Vieleicht war die Kombi nur bei mir nicht so der hit (Je nach ADHS kann ja auch mit dem GABA-Stoffwechsel was nicht ganz normal sein).

Wenn ich so zurück denke: Ich hatte zwar schon 2 Darmspiegelungen mit PRopofolsedierung. Beide male habe ich den Eingriff selbst nicht mitbekommen. Aber: In beiden fällen wurde das Personal im Aufwachraum nervös als ich aufstehen wollte. Ich habe dem damals nie Bedeutung zubemessen, aber ein möglicher Grund wäre, dass ich eventuell zu einem Zeitpunkt aufstehen wollte, wo das potentiell eher nicht so normal ist (ich war immer so gedanklich „wtf haben die, ich bin doch fit, kann ich jetzt gehen?“).

Vermutlich ist überwiegend das Ketanest angekommen und nicht das Propofol, das würde es erklären, denke ich.
Wir reagieren ja schon gerne mal untypisch auf Medikamente, ohne dass es direkt paradox ist. Ich habe mal ausversehen mein Amlodipin abends statt morgens genommen und war daraufhin bis 4:00 Uhr hell wach :sweat_smile::see_no_evil_monkey:. Habe dann gelesen, dass die meisten Menschen davon müde werden, es selten aber auch zu Schlafstörungen kommen kann. Da ich klassischer Weise auch ziemlich Koffein-Resistent bin, habe ich mir diese "Nebenwirkung " vom Amlo auf jeden Fall vorgemerkt, sollte ich mich mal wach halten müssen :grinning_face_with_smiling_eyes:

Koffein wirk bei mir auch eher schwach und eher so dass man das gefühl hat klarzukommen/arbeiten zu können als wirklich Wach oder Aufgeputched.

Während der Diplarbeit musste ich in nem Laserlabor arbeiten. Einerseits hatte ich tagsüber keine Messzeit, andererseits durfte ich offiziell nicht nachts im Lab stehen (sicherheitsgründe). Natürlich war ich nachts im Lab. Um nicht einzupennen und genug wirkung zu haben, bin ich damals dazu übergegangen, das Kaffepulver einfach direkt zu löffeln.

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geh mal davon aus das du paradoxer reagierst oder vielleicht auch ne gewisse Residenz, Tolleranz oder was auch immer haben könntest, weshalb diese Reaktion möglich ist.

Nimmst du Stimulanzien? Hast du mal gekifft oder machst du sowas gelegentlich?

denn sie können schlecht zugeben das deine Reaktion sie aus den Schuhen haut, aber müssten eigentlich für zukünftige Sedierungen oder Operationen einen Bericht micht Verweis mitgeben, hat ja was mit Fürsorge zu tun

Das nennt man paradoxe Wirkung und sowas ist schon wichtig Anästhesisten sowas mitzuteilen auch Zahnärzten, wenn sie nicht Flachpfeifen wie mein letzter sind (verstand nicht das ich sooo viel Betäubung ständig nachgespritzt bekommen mußte), die neue Zahnärztin kann damit wirklich gut umgehen.

Ist ja klar nach 10 Jahren täglich 2 x ordentlich Morphin zu nehmen, wäre eher komisch wenn sich das nicht ablaufen würde.

So berichte ich auch viel von Astma und hab je nach Form der Anästhesie mehr oder weniger Probleme, obwohl es nicht dürfte und letztens bei der großen Magenspiegelung hab ich mich nur mit Anästhesie auf Sedierung eingelassen und war schon erschrocken beeindruckt, daß ich schon im Bett saß, wo es noch nicht halb aus der Türe war nach der Magenspiegelung.

Wo ich nur froh war, auf Anästhesie massiv bestanden zu haben

Mein Kieferchirurg hat zum Glück meinen Hinweis ernst genommen, dass ich AdHS habe und nicht so viel Betäubung vertrage .
Er hat das Adrenalin weggelassen und ist mit der Kinderdosis angefangen. Einmal hat er noch nachgespritzt und es waren noch einige Schritte bis zur Erwachsenendosis.

Hey.

Ich bin Intensiv- Anästhesiepflege.

Das ist nichts ungewöhnliches.
Wenn ich mir meinen Text so durchlese ist dieser Overload einfach ein Ding von dir.
Das ist völlig normal. Sowas kommt häufig dann in der Aufwachphase durch.

Clondin wird primär zur Beruhigung gegeben, sekundär senkt es aber auch den Blutdruck.
Die Kombi erst Clonidin und dann Propofol sagt das es der Beruhigung diente. Denn Propofol senkt den Blutdruck schon schwer abschätzbar, stark ab. (Keine Sorge das bekommen wir schnell in den Griff und sind wir drauf vorbereitet)
Wohlmöglich sind sie auf Clonidin umgeschwenkt weil sie dich nicht mit Bezos vollballern wollten. Denn diese machen Atemdepressiv und verlängern dadurch den Aufwachraum. Also ich würde das so machen.

Ich hab schon die wildesten Sachen im Aufwachraum gesehen. Du beschreibst eine völlig normale Reaktion auf eine Sedierung/ Narkose.

Und ja die war zu Anfang evtl. ein klein wenig zu Deep. Der Unterschied zwischen Sedierung (Gerne Dämmerschlaf genannt) und Narkose ist, Atmet selbst, Atmen nicht selbst. Du warst hervorragend sediert. Wenn der Pat. sich noch unterhalten kann ist das gut. Der Atmet zuverlässig. Gut geführte Sedierung.

Kleine Anekdote am Rande. Ich hab schon 800mg in einen normal gewachsenen Mann gedrückt. Als Erstgabe. Der wollte einfach nicht einschlafen. Solche Dosen sind gerade bei jungen und ängstlichen Männern nicht selten. Und gewisse Substanzen machen resistenter gegen Narkotika, Opioide etc.

Ein solcher Eingriff zieht in den meisten aller Fälle eine Amnesie nach sich sollte der Patient die meiste Zeit über geschlafen haben. Bedeutet zwischen Injektion und ausnüchtern besteht wenig bis keine Erinnerung. Auch kommt es sehr häufig zu Träumen, die für reale Situationen gehalten werden. Ist bei Propofol sehr typisch. Also zwischen Phantasie und Realität kann nicht unterschieden werden, während die Realität sogar vergessen wird. Sowie Zeitliche Desorientierung. Also man glaubt z.B. das war nach dem Aufwachen xy. dabei warst du in der Zeit vorher schon 5 mal wach und bist wieder eingeschlafen. Ich erinner mich auch immer nur an das letzte Aufwachen. Dazwischen hab ich aber auch den AWR zugelabert. Ich mach das auch gerne.

Paradox wäre es gewesen wenn du unfassbare Unmengen gebraucht hättest und immer noch wach gewesen oder sogar Hypervigilant gewesen währest.
Die Dosis die du bekommen hast entspricht aber der absoluten norm. Auch habe ich in 10 Jahren Knockouts noch keine Paradoxe Wirkung auf Propofol erlebt. Allerdings schon 1-2 Mal ein Propofolsyndrom.

Der Wirkstoff heißt Diisopropylphenol und wird auch unter Disoprivan geführt.
Das Ketanest ist ein Analgetikum. Denn so eine Vasektomie stelle ich mir schmerzhaft vor :wink:
Propofol ist ein Hypnotikum und hat keine analgetische Wirkung.

Bedeutet hätten sie dir kein Keta gegeben hättest du schmerzen gehabt. Das hättest du durch die Sedierung wohl nicht mitbekommen, du hättest dich auch nicht mehr daran erinnern können. Aber der Körper hat dennoch stress und reagiert. Mit vermehrten Magensäure, Reflux, Gastritis, Ulkus (Magengeschwür) Aber auch mit Blutdruck- Pulserhöhung. Ausschüttung Stresshormone, Beschleunigung der Atmung, PH Verschiebung etc. Ohne Keta schafft man sich unnötige Probleme die man händeln muß. Und es wirkt nach der OP eben noch analgetisch.

Bei einer „richtigen“ Narkose nimmt man Opioide. Diese sind aber gerade in der Aufwachphase nervig und länger zu handeln, überwachen. Atemdepression. Die gibt es bei Ketanest nicht. Ist somit sicherer und das Bettchen schneller wieder frei für den nächsten wirtschaftlichen Akt.

PS: Wenn man viel Wirkstoff braucht ist das KEINE Paradoxe Wirkung sondern einfach nur eine hohe Toleranz. Hab ich bei Lokalanästhetika sehr stark. Brauch beim Zahnarzt die 3 Fache Ladung.
eine Paradoxe Wirkung ist es wenn es eben völlig anders und gegensätzlich wirkt als es eigentlich soll Und auch da muß man schauen ob auch die entsprechende Dosis besteht oder nicht aufgrund von Fehldosierung eine Physiologische Wirkung erzeugt wurde.
So machen in Überdosierung reichlich Beruhigungsmittel, wie zB. Promethazin wieder richtig über Unruhig. Auch das ist keine Paradoxe Wirkung.

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hast du die Information das Amlodipin müde machen würde genau mit Amlodipin so gelesen?

Denn das wäre mir neu. Metroprolol (Belo) das wirkt beruhigend und macht auch mal müde. Das ist bekannt und wird auch gerne mal so genutzt.

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Du ich werd auch Nervös wenn ein 90kg Typ aufstehen will.

Denn Pat. überschätzen sich gerne mal in solchen Fällen. Und ich will nicht dafür verantwortlich gemacht werden das der sich die Nase platt geschlagen hat.

Die Bettruhe im Aufwachraum liegt an dem noch nicht so ganz berechenbaren Kreislauf. Der ist schnell mal weg wenn man(n) vor dem Bett stehen will.

Und auch dieses aus dem Bett krabbeln und aufstehen wollen. Tägliches Brot in der Intensiv- Anästhesiepflege. Absolut gewöhnlich.

Der Unterschied Vasektomie und Coloskopie. Das eine war eine leichte Sedierung mit Analgetika, das andere eine tiefere Sedierung. Gerade bei der Colo wollen die Gastros die Pat. max ruhig haben damit die sich nicht so viel Bewegen. Auch gibt es dort keine Analgetika und die Colo ist aber unangenehm. Daher eine tiefere Sedierung.

Und zum Thema unsichere Ärztin. Ich nehm die oft genug an die Hand wenn die ihre ersten Tage haben.

Alles in allem. Du reagierst völlig normal auf Sedierung und Narkosen.
Da brauchst du nichts sagen oder ins Portmonee stecken. Außer das du die gut vertragen hast.

Mehr nicht

Was ein Arzt wissen wollen würde

  • maligne Hyperthermie
  • Muskeldystrophien auch in der Famile
  • kompletter Kreislaufzusammenbruch auf Sedierung.
  • Allergien
  • Schlafapnoe
  • sonstige beschissene Situationen.

Pat. redet viel ist keines von dem :smiley: Propofol enthemmt. Das kennen wir.

Lustige Story mir hat mal einer im Aufwachraum in den Arm gebissen. Hat meinen Arm dabei festgehalten wie ein Knochen den er abkauen wollte.

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Sehr lehrreich, vielen Dank!

Bei mir auch so. (Vollnarkosen hatte ich noch nicht.)

Hast Du einen Profi-Tipp, wie man das kommuniziert im Vorfeld? Gibt man eben Diagnose und Medikation an und harrt der Dinge?

Bei meinem Zahnarzt geht es noch, aber ich grusel mich manchmal, wie das mal bei einer Vollnarkose mit nicht vertrauten Behandlern sein könnte.

Das ist ja die letzte Situation, in der man (worst case) über „ADHS hat ja jetzt jeder / gibt es nicht, etc.“ diskutieren will. Wenn es schlecht läuft, fühlt es sich bestimmt an wie das Grinsen des ADAC-Manns, wenn ich ihm spezifische Schwächen meines Autos erklären will.

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Sagen wir mal so.

Wenn mir ein Patient sagt „Ich hab da was…“ da bin ich skeptisch.
Denn häufig beschreiben die Pat. und am Ende ist es auch so, stinknormale Reaktionen. Die wir schon kennen.

Sehr beliebt, die Novalginallergie… Da würde einem so warm werden und so schlimm schwitzen. Das ist eine Stinknormale Wirkung. Keine Allergie. Damals als es noch MCP Tropfen so gab, war es auch häufig das Menschen denen übel ist und sie die Tropfen schluckten, dann erst recht würgen mussten. Das ist auch bekannt. Weil ist eine Wirkung. MCP regt eben auch die Peristaltik an.

Funfact Aspirin kann zur Nebenwirkung Kopfschmerzen haben :wink:
Also ganz viel ist einfach nur einen (Neben)wirkung und keine Paradoxe Wirkung.

Nebenwirkung = Unerwünschte Wirkung. Mehr nicht. Man muß die auch nicht unbedingt vermeiden. Es ist immer eine Anwägungssache. z.B. kann es sinn machen die Übelkeit bei Antibiotika hinzunehmen und zu behandeln, als das Medikament nicht anzuwenden.

Also gucken wir erstmal. Grundsätzlich sind wir ohnehin auf „Schei…“ vorbereitet. Denn wir müssen mit allem Dealen was passiert.

Aber wirklich krasse Sachen die sollte man schon sagen. z.B." Ich werd extrem Aggressiv wenn ich XY bekomme und kann mich dann auch nicht zusammenreißen". „Ich bekomm Rhythmusstörungen von Medikament XY“ „ich Reiher mir immer die Seele aus dem Leib“ Also Sachen die potentiell gefährlich/ leidlich werden. Das man nen Laberflash hat, das ist wumpe.
Nehmen wir nochmal das Beispiel mit Antibiotika. Da macht es sinn bereits erfahrene Übelkeit anzusprechen. Um ggf. ein anderes Antibiotika zu nehmen oder eben direkt gleich noch Magenschutz und etwas gegen Übelkeit und Erbrechen zu verordnen.

Also alles was wirklich außer der Reihe ist. I.d.R. weiß der Patient das natürlich nicht. Das wird dir der Arzt dann schon sagen.
Am besten offen Fragen. „Ist irgendetwas ungewöhnliches passiert was ich bei der nächsten Gelegenheit nennen sollte?“. Man wird in Aufklärungsgesprächen auch danach gefragt.

Zugegebener Maßen… Wenn ein Pat. fragt ist das jetzt ungewöhnlich, soll ich das nennen etc. oder so… Da wird schnell mal ja gesagt. Denn zu erklären warum das nicht ungewöhnlich und nennenswert ist, kostet einfach mehr Zeit. Und das macht man dann bei jedem zweiten Patient. Das wird sehr ermüdend.

ADHS bzgl. ist bisher in der Anästhesie so noch nichts angekommen. Ist mir selber auch noch nicht aufgefallen. Denn die typischen Sachen wie Amphetamine die relevant seien könnten, die werden in dem Bereich nicht genutzt. Erhöhte Schmerzempfindlichkeit fällt nicht auf da es auch ohne ADHS genug Menschen mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit aufschlagen. Da müssen wir auch so oft genug schauen wie wir das hinbekommen. Das Analgesie Schema wird dann einfach weiter eskaliert.

Du siehst, das ist schon recht Komplex. Demnach sag was du für wichtig hältst. Lieber etwas zu viel als zu wenig. Damit hilfst du uns und dir selbst.

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Vielen Dank für die Infos. Das mit Benzos/Clonidine würde ich wie folgt vermuten: Benzos war laut Rechnung exakt eine einzige Injektion. Und ganz am Anfang sagte er zu mir „Ich geb ihnen schonmal was zur Beruhigung“. Ich würde mal sagen, das war das dann.

Aus Sicht der Ärzte ungewöhnlich war die kurze Dauer, wo ich geschlafen habe, was so nicht vorgesehen war. Das war nicht meine Selbstwahrnehmung (ich persönlich kann 0 beurteilen, wie lange ich geschlafen habe) sondern Auskunft vom Arzt. Das Volllabern war nicht im Aufwachraum oder zu einem Zeitpunkt wo ich aufwachen sollte, sondern während ich eigendlich schlafen sollte. Ängstlich traf auf mich definitiv zu, aber die Zeiten von Jung sind leider rum (bin 40).

Da ich bis zur OP noch nicht auf ADHS-Meds war, gab es auch nix, was da zu Resistenz gegen Propofol hätte führen können. Ich trinke Alkohol nur in geringen Mengen (1 Flasche Wein über das Wochenende aufgeteilt), und nehme sonst nix. Selbst kiffen war bei mir > 10 Jahre her (Bayrische Polizei ist einfach viel zu unentspannt, daher keinen Bock drauf). Mit Amnesie ist leider auch nicht viel - an den Großteil kann ich mich erinnern (tatsächlich war ja Amnesie der Grund warum ich sedierung wollte).

Paradox war es nicht, wie ich ja auch eingangs gesagt hatte . Ich hatte das explizit nachgefragt. Die Ärztin meinte: Nicht paradox aber definitiv ungewöhnlich sei das gewesen.

Wie gut ich mein Verhalten wiedergegeben habe, keine Ahnung, war natürlich High, von daher könnte die Wahrnehmung meinerseits da natürlich falsch sein. Aber wenn die Ärztin die den Eingriff durchgeführt hat und regelmäßig durchführt sagt, das war ungewöhnlich denke ich mal, dass das ungewöhnlich war. Die hat mich ja auch life vor ort gesehen, nicht nur die Beschreibung wie es mir vorkam (was ich hier ja nur widergeben kann).

Zum Thema Schmerzen: Gab dafür ne Lokalanesthesie. Die Führen an den meisten Tagen auch den Eingriff nur mit Lokalanesthesie durch, und haben dann manche Tage, wo nen Anesthesist reinkommt. Vieleicht wollten sie dann mit dem Keta auf Sicherheit gehen diesbezüglich?

Bezüglich ADHS: Bei manchen ADHS-Patienten ist wohl auch beim GABA-Stoffwechsel was komisch (habe mal gelesen bei vielen ADHS-lern die überwiegend unaufmerksam wären sei der GABA-Speigel zu niedrig). Keine Ahnung ob das was daran ändern kann, wieviel Propofol man braucht.

(Edit: bezieht sich auf den 1. Post von Bine82, weiter bin ich noch nicht durch)

Auf den mit post mit der Liste von Sachen, die arzt wissen sollte:

Ok danke, war mir nicht klar. Ich dachte immer, einige Dinge, die die in ihrem lustigen Fragebogen abklären (Insbesondere Alkohol + Drogenkonsum) sei um Abzuklären ob sachen vieleicht etwas schwächer wirken als beim Durchschnitt. Aber wenn sowas unproblematisch ist bzw. für die Easy zu händlen auch wenn die nix vorher wissen, ist das beruhigend.

Was Ärztin anbetrifft: Unsicher wirkte die nicht. Die war schon von fortgeschrittenen Alter und machte Vasektomien quasi am Fließband.

Und beileid bezüglich des bissigen Patienten. Bissverletzungen sollen ja eher unerfreulich sein.

Ich sehe nur weiter das Risiko, dass es als fehlende Information / Patienten(mit)verschulden vorgehalten wird, wenn irgendwas - warum auch immer - passiert.

ja aber da ist echt nichts ungewöhnliches passiert was es zu nennen gab.

Und dem Patienten da was vorwerfen, also wenn da was passiert sind sehr viele Fangseile ignoriert worden. Also die Strukturen sind sehr sicher, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Natürlich kann der Arzt aber auch nur gewisse Plan B, Sicherungen vorhalten wenn er davon weiß. ggf. einen Eingriff Ambulant in einer Praxis nicht vornehmen und ins KH verweisen. Aber solche Patienten wissen solche Sachen, bzw. das erschließtsich aus der Überweisung, Voruntersuchung und dem Erscheinungsbild des Patienten. Ich sehe eine Minderdurchblutung, Kreislaufdysregulation etc. auf 10 meter.

Und es kommt soooooo häufig vor das der Patient vergisst etwas zu erwähnen. Das passiert mir genauso… (Ok ich hab ADHS :rofl:). Also das passiert ständig.
Das ist sogar ein Running Gag:
„Haben sie Vorerkrankungen“
" Nein"
„Nehmen sie Medikamente?“
„Aspirin, Eliquis etc.“
„warum nehmen sie das“
„ja wegen meiner HerzOP letztes Jahr“

Und auch damit müssen wir umgehen können.

@Kaaarl die Dosis die du da bekommen hast ist vollkommen im Rahmen. Nicht viel und nicht wenig.
Das du vorher für nen Moment geschlafen hast, passiert ständig. Da redet sich evtl. wer raus :wink: Aber auch das wäre nicht schlimm. Wichtig ist das du selbstständig und ausreichend atmest. Also das war gegeben.
Da hatte der Anästhesist wohl sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Das ist ein extrem pingelige. Es ist stellenweise auch ein beliebter Sport unter den Anästhesisten. Wer fährt die beste Sedierung/ Narkose. Also wer wird auf den Punkt wieder wach, ist nicht übel/ muss erbrechen, keine Schmerzen beim Aufwachen etc.
Immerhin ist das ein Zeichen für gute Arbeit. In manchen Betrieben gibt es sogar Rüffel wenn die Narkose so gefahren wird das es zu längeren Aufwachphasen kommt. Da packt schonmal der Ehrgeiz und dann kann ein kurzweilig schlafender Patient als „schlecht“ empfunden werden. Hat auch viel damit zu tuen wie gut man den Patienten einschätzen kann und entsprechend Dosiert. Menschenkenntnis. Also lass dich davon nicht irritieren. Das ist so unser Ding.

Ich hab meine Patienten gerne so entspannt das sie dämmern. Dann bewegen sie sich nicht so sehr. Und ganz ehrlich ich kann die immer wieder gleichen Fragen nicht mehr hören … Mea Culpa
Als Intesivpflege steure ich die Sedierungen/ Narkose selbst, entsprechend dem Bedarf des Patienten. Das macht einen großen Teil meines Jobs aus.

Es ist auch nicht notwendig das der Pat. bei einem solchen Eingriff voll Ansprechbar und Orientiert ist. Er soll erweckter sein. Das reicht. Bei einer Neurochirurgischen OP sähe das schon anders aus. Da müssen die sogar rechnen, Fremdsprachen sprechen, visuelle, motorische test etc. machen.

Das du dich noch an alles erinnern kannst liegt daran das du wach warst. Das sie dich so gehalten haben kann ich persönlich nicht verstehen, aber nun gut.
Das Keta dient der späteren Analgesie, denen eine Lokale wirkt im durchschnitt nur 15-60 Minuten. Kommt auf die Bedingungen an. Stoffwechsel, Fettgewebe etc.

Nun muß ich sagen, ich arbeite bei einem Maximalversorger mit knackigen Patienten. Warum diese Ärztin das alles so ungewöhnlich findet erschließt sich mir nicht. Für mich ist das sehr gewöhnlich. Also für mich ist das bei 90kg (vermutlich um die 180groß ?), 40 Jahre alt …
Evtl. fand sie deine Kommunikation ungewöhnlich. Denn die wenigsten Patienten reden viel während so etwas. Die gibt es, die täten das aber auch ohne Sedierung. Gerade die die aufgeregt sind. Aber die meisten sind eher in sich gekehrt und wortkarg vor Stress.

Übrigens bist du mit 40 ein sehr junger Patient :wink: Alles unter 70 ist bei uns noch jung :wink:

Ich denke das DIESER Eingriff sich ggf. unterscheidet. Zwischen Abbinden oder richtig durchtrennen. Ich kenne mich in der Urologie diesbzgl. nicht so gut aus. Dennoch weiß ich das es bei der Vasektomie verschiedene Arten gibt entsprechend der Wünsche des Patienten. Daraus ergibt sich dann die verschiedenen Analgesien und Vorgänge.

In der Tat geht Propofol an die GABA Rezeptoren, aber man weiß bis heute nicht was da eigentlich genau passiert. Entsprechend kann man im Bezug auf ADHS, wo man ja stellenweise sich auch nicht einig ist was da abgeht, noch gar nichts sagen.

Wenn du fragen hast.. gerne raus damit.

Hm, sicher, dass das ohne Sedierung mit Lokalanästhesie gemacht wird? Bei meinem Mann wurde eine PDA gemacht.

Hatte auch schon mal Dämmerschlaf und bin zwischendrin „zu mir“ gekommen. Ich geh eigentlich davon aus, dass das normal ist, weils ja eben nicht zu tief sein darf wg fehlender künstlicher Beatmung usw.

Und ich hatte schon drei Vollnarkosen - da wusste ich noch nichts von ADHS. Trotzdem ist alles sehr gut gelaufen :+1::smiling_face:

Doch das kann sein. Alle Blutdrucksenker machen zu Beginn sehr müde, auch Candesartan und mit jeder Dosissteigerung wochenlang, war das damals grausam