Verdacht ADHS bei meinem Sohn, aber die Mutter blockt ab

Hallo,

was ich schon eine Weile vermute, wird langsam immer klarer.

Wir hatten diese Woche ein Gespräch mit dem Kindergarten, indem uns gesagt wurde, dass sie nicht denken, dass unser Sohn dieses Jahr eingeschult werden kann (wird im August 7 Jahre alt).

Grund: starke verträumtheit, scheint nie anwesend zu sein.

Probleme still sitzen zu bleiben, und an Vorschulaufgaben zu arbeiten. Man bekommt ihn kaum dazu, etwas zu machen, worauf er keine Lust hat.

Ist oft laut und stört die anderen.

Auch wird betont, dass er die Sachen ja eigentlich kann, wenn er sie dann Mal macht…

Klingt für den ein oder anderen hier sicher irgendwie vertraut.

Auch Zuhause zeigt sich das sehr stark.

Im Vordergrund steht wirklich die Verträumtheit. Er ist oft so tief in Gedanken dass er oft auch erstmal nicht mit bekommt, wenn man ihn anspricht.

Dadurch, dass er mit dem Kopf immer wo anders ist, passieren ihm auch sehr sehr viele Missgeschicke, oder Stürze (teilweise auf gerader Strecke, ohne Hindernisse).

Dann das Ausführen von alltäglichen Tätigkeiten.

Bestes Beispiel dafür ist sicher das Anziehen und raus zu gehen. Wenn man ihn sagt, er soll schonmal Schuhe und Jacke anziehen, dann schafft er das einfach nicht! Er rennt los, dreht Pirouetten, lautiert, aber auch anziehen? Fehlanzeigen!

Es muss einer von uns mit gehen, ohne den Impuls von außen, klappt es nicht, obwohl er es natürlich selber kann, er macht es ja dann auch wenn wir dabei sind (Stichwort: Exekutive Dysfunktion).

Ich habe den Eindruck, dass er einfach nicht Recht weiß, wie anfangen, oder das vor allem der Start einer Aktion schwierig für ihn ist.

Aber auch wenn er es dann macht, braucht er sehr lange, weil er einfach viel “Quatsch” macht nebenher.

Impulsivität/ Hyperfokus: wenn ihn was interessiert, kann er sich damit extrem ausgiebig und über mehrere Tage beschäftigen.

Ansonsten ist er schon oft auch sehr sprunghaft zwischen seinen Handlungen.

Aufgaben die geistige Konzentration erfordern (aber uninteressant sind) sind der absolute Horror.

Wir haben wirklich massive Probleme, ihn zu irgendwas in der Richtung zu bewegen.

Wir waren z.B. schon bei der Ergotherapie (die auch nicht Recht klappte, da auslfmerksamkeit und Konzentration sehr schwierig waren) und er musst dort immer wieder Aufgaben Zuhause machen, was jedes Mal ein kampf war.

U-Unterauchungen beim Kinderarzt: da hatte ich das erste Mal den Verdacht, dass was nicht stimmt. Beim Hörtest (er musste einen Knopf drücken sobald er was hört) hat es die ersten 1-2 Minuten super geklappt, dann hab ich schon gesehen, dass die Konzentration nachlässt. Er hat sich auf dem Stuhl hin und her gedreht, Beine geschaukelt, in der Gegend umher gedrückt und so natürlich vergessen auf den Ton zu achten und den Knopf zu drücken.

Sekbes bei einem Testy wo er Bilder zusenden musste, die ersten klappten, dann ließ spürbar die Konzentration nach und er machte viele Fehler

Soweit jedenfalls mal die wichtigsten Punkte zum Verdacht.

Nach dem Gespräch mit der KiTa habe ich auch mit meiner Frau ein längeres Gespräch geführt, und wollte/will dass wir das bei unserem Kinderarzt ansprechen.

Meine Frau ist aber dagegen. Sie ist der Meinung, dass man ja auch nicht alles auf die ADHS schieben kann, dass Kinder oft nicht Therapiert werden, sondern nur mit Medikamenten “abgeschossen” werden und/oder dass er halt dann “abgestempelt” wird.

Leider hat sie sich, trotz meiner eigenen Diagnose letztes Jahr, absolut nicht Kit dem Thema auseinandergesetzt.

Ich hab ihr versucht, aus meiner eigenen Erfahrung heraus, wie es sich anfühlt und wie unglaublich schwer es ist, wenn man solche Sachen einfach nicht machen KANN.

Ich kann mich aus meiner Schulzeit noch sehr genau erinnern, wie unglaublich quälend das oft war. Wie viel Streit ich mit meiner eigenen Mutter hatte beim Hausaufgaben machen, etc etc

Das “sich immer anders” fühlen.

Dass wir die Möglichkeit haben ihm frühzeitig zu helfen/ Hilfe zu besorgen.

Die unerkannte ADHS hat mich selber in eine sehr starke Depression gebracht (bis heute habe ich damit auch Koch regelmäßig zu kämpfen) und ich mache mir so große Sorgen, dass er das auch alles durch macht.

Aber die Argumente ihrerseits bleiben.

Er ist nicht DU! Ist auch eine weitere Kernaussage.

Aber er ist nunmal doch sehr stark wie ich, und das schon in mindestens Dritter Generation (meine Mutter hat kein diagnostiziertes ADHS aber auch genau den gleichen “Kopf” wie ich und mein kleiner, aber auch sie will sich nicht testen lassen).

Auch hab ich ihr erklärt, dass es insbesondere bei Kindern nicht einfach und nicht leichtfertig zu einer Diagnose kommt..

Schon bei meiner Diagnose letztes Jahr war die Reaktion sehr komisch, sehr verhalten. Und ich merke, dass sie das auch bei mir nicht ernst nimmt, obwohl sie sich seit 10 Jahren über Verhalten beschwert, dass zum Großteil auf meine ADHS zurück zu führen ist (Unaufmerksamkeit, Vergesslichkeit, dass ich nie still sitze, mich immer bewege oder mit den Fingern Trommler etc.).

Ich weiß jetzt nicht was machen… eigentlich möchte ich trotzdem zum Kinderarzt, dann eben alleine, um eine evtl. Diagnostik in die Wege zu leiten.

Ich habe den Weg damals völlig alleine machen müssen. Und er hat mich wortwörtlich fast umgebracht (Depression sei dank…)

Ich möchte dass er weiß was mir ihm los ist, dass er nicht alleine ist, sich verstanden fühlt, dass er lernt, dass er gut ist wie er ist…

Habt ihr Kinder mit ADHS? Kennt ihr das, wenn ein Elternteil da irgendwie “dagegen” ist.

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Adhs wird ja zu 80% vererbt, wäre eher komisch wenn er es nicht hätte.

Keine Ahnung wie er sich fühlt, wahrscheinlich kommt das sich komisch anders nicht dazu gehören fühlen erst in der Schule mit den richtigen Problemen fühlen.

Hält die Beziehung überhaupt dein heimliches Vorgehen mit einer Testung aus oder fliegt dir dann alles um die Ohren?

Wenn sie sich trennt oder scheiden läßt hättest du mehr Probleme auch wenn ich dich verstehe und auch denke das vieles früher besser ist weil dann nicht dieser Leidensdruck und das gesamte negative sich einbrennen und damit lebenslang begleiten muß/ wird und man Qualen gar nicht erst ertragen muß

Alles was du alleine gegen den Willen deiner Frau/ Partnerin machst kann heftige Reaktionen mit sich bringen, würde ich dir nicht wünschen, doch du solltest das im Hinterkopf haben und mitbedenken und abwägen wie groß dieses Risiko sein könnte und ob du bereit wärest es zu tragen. Ist sie „nur“ 8 Wochen sauer schmeißt dich aus dem Schlafzimmer oder redet so lange nicht wärs wahrscheinlich doof und unfair aber nachvollziehbar.

Du kennst sie am besten

Ich kenne die rechtliche Situation beim Kinderarzt nicht. Aber im schulischen Umfeld bzw. den Untersuchungen vor Schulbeginn darf ich nur mit Einwillung aller Erziehungsberechtigter testen.

Und mal weiter gedacht: Nützt dir ein positives Testergebnis etwas, wenn deine Frau sich eh quer stellt? Würde sie dann mit Medikameten oder Therapie einverstanden sein?

Gäbe es vielleicht jemanden, der oder die euch beide gemeinsam zu dem Thema beraten kann? Kinderarzt, Psychologe etc.?

Hallo, ich kann dir kurz berichten wie es bei uns war und ist. Unsere Tochter ist jetzt fast 13 und schon immer sehr lebendig, jedoch nie Schwierigkeiten außerhalb gehabt. Als zu Hause alles immer schwerer wurde und sie tagtäglich ausgerastet ist wollte mein Mann sie testen lassen. Ich war anfangs dagegen weil ich nicht wollte das das Kind dann abgestempelt wird, mit Medikamenten vollgestopft wird ect….soviele Vorurteile hatte ich und so wenig Ahnung.

Hab ihm aber die Unterschrift dann letztlich gegeben, und ja die hat es gebraucht. Ohne Zustimmung wäre das bei uns nicht gegangen. Ich schäme mich zu sagen das ich die Testtermine nicht mit anwesend war und mein Mann das selbst gemacht hat. Dann kam der Tag und die Diagnose ADHS stand. Bei uns ist es auch mein Mann der wohl betroffen aber noch nicht diagnostiziert ist. Er erkennt sich in ihr sehr stark wieder. Für mich war das alles neu und ich war einfach anders als Kind und dachte immer ja das wird schon bei ihr und ich bringe ihr das alles bei. Ich hab dann aber angefangen mich in das Thema einzuarbeiten und vorallem hier wahnsinnig viel gelernt. Hab verstanden wie sehr sie selbst leidet. Hab Bücher verschlungen und bin mit zu den KJP Terminen gegangen, haben einen Verhaltenstherapeuten gesucht usw… und irgendwann dann einfach verstanden warum das bei ihr alles so schwer ist und warum sie manche Dinge nicht kann.

Wir haben immer noch große Probleme daheim, Medikamente verweigert sie nach monatelangen Versuchen sie einzustellen. In der Schule wird es problematischer. Pubertät ist zu allem voll im Gange. In so vielen Momenten bin ich inzwischen verzweifelt und wünschte mir ich hätte es früher wahrgenommen und verstanden und früher etwas getan und auch das früher jemand auf uns zugekommen wäre (das war bei uns nie der Fall, in Schule Hort und kiga immer alles in Ordnung).

Ich mache Keinem außer mir Vorwürfe. Denn mit dem Alter und auch der Pubertät wird das Thema leider nicht besser sondern schlechter. Könnte ich mit meinem heutigen Wissen noch einmal zurück würde ich es anders machen und schneller Hilfe holen.

Vielleicht kannst du mit deiner Frau reden und sie stimmt einer Diagnostik zu, dadurch muss man ja nicht gleich in die vollen gehen. Ihr entscheidet danach in Ruhe wie ihr weitermachen könnt und wollt, bekommt eine ärztliche Aufklärung und habt aber dann definitiv Möglichkeiten. Auch der Weg bis zur Diagnose dauert einige Monate. Vielleicht informiert sie sich dann darüber und erkennt die Problematik die ADHS mit sich bringen kann. Fande für den Anfang den ADHS Family Podcast sehr gut und hab ihn regelrecht verschlungen, viel geweint weil ich sie immer wieder dort erkannt habe. Man muss ja nicht sofort mit Medikamenten anfangen. Je höher der Leidensdruck wird umso mehr stimmt man dem Ganzen dann aber doch zu und es lohnt sich. Wir haben ein paar Monate gewartet und dann begonnen. Es ist ein großer Unterschied gewesen. Allerdings macht sie dabei nicht mehr mit. Wäre sie jünger hätte das alles bestimmt leichter funktioniert.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen, bleib dran auf jeden Fall und versuche ihr klar zu machen das es wichtig für ihn selbst ist (nicht was sie denkt, denn ohne das Wissen und anders sein wird er auch irgendwann abgestempelt, denn die Kinder fallen einfach irgendwann auf) und euren Familienfrieden, denn besser wird es nicht.

Viele Grüße

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Puh, ganz schön schwierig für euch :people_hugging:

Was schlägt der Kindergarten denn vor? Eine Zurückstellung kommt nur infrage, wenn davon auszugehen ist, dass das Kind innerhalb von einem zusätzlichen Schuljahr die Defizite ausreichend aufholt.

Meine Empfehlung: Kindergarten soll Klartext mit Mutter und dir reden. Am besten MIT Kooperationskehrkraft. Also Gespräch zu viert.

Nämlich: dass sie die Einschulung nicht empfehlen können. Dass sie keine Zurückstellung empfehlen können. Da bleibt nur noch Überprüfung des Kindes, entweder ADHS Therapie oder Schule mit Förderschwerpunkt Lernen.

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Ich kann nur empfehlen nochmal Ergotherapie mit starkem Fokus auf Feinmotorik für Voerbereitung auf das Schreibenlernen zu starten. Das wäre sicher sehr hilfreich und ich wünschte, wir hätten das vor Schulstart gemacht. Das hätte meinem Sohn einiges leichter gemacht. Da er sehr viel und gerne zeichnet, kam ich gar nicht auf die Idee, wie schwer ihm das Schreibenlernen fallen wird.

Das würde sicher auch deine Frau zustimmen. Alternativ kannst du ihr vorschlagen, dass sie mit ihm Vorschulübungen/Schwungübungen machen soll. Und das regelmäßig - da wird ihr eh schnell die Lust vergehen, vermute ich. Zumindest meiner war zu so etwas nicht zu bewegen, beziehungsweise war’s nie auf einem Niveau („zu schlampig“ für Schreibenlernen), dass es gereicht hätte. Muss natürlich mehrmals die Woche längere Zeit durchgezogen werden. Nach 3 mal aufhören gilt nicht :wink:

Rest - ich bin da eher auch konservativ und ich würde mal den Schulstart notfalls abwarten. Ich sehe es nicht so, dass alles gleich vertan ist, nur weil man nicht medikamentiert in den Schulstart geht. Ich bin aber auch nicht so pro MEdikamente und sehe sie nicht so ganz als „Gral“ an - nur, damit du meine Meinung einordnen kannst. :wink:
Meinem Sohn haben sie anfangs geholfen, jetzt naja… er mag sie auch nicht wirklich nehmen. Wir geben sie ihm aber auch ungern und nur weil es sein muss, muss ich auch ehrlich sagen…

Achso: Ich würde unter keinen Umständen den Schulstart weiter nach hinten legen. Dein Kind ist wirklich alt genug (weil KiTa sowas evt. andeutet). Ich finde der Abstand wird sonst gerade in der Pubertät schon ganz schön viel, wenn man mal eben 2 JAhre älter ist. Und nein, ich sehe das nicht als „kein Problem“ an. Kinder/Jugendliche merken sowas sehr wohl meiner Meinung nach. Ich nehme die da immer sehr ernst…

Ich würde das nicht heimlich machen. Das ist gar nicht meine Art.

Aber halt trotzdem, obwohl sie es nicht möchte.

Das Problem ist, dass auch meine Frau einige Päckchen zu tragen hat und ziemlich am Limit läuft.

Und deshalb fehlt ihr glaube ich oft auch die Energie sich mit sowas richtig auseinander zu setzten (das gilt auch dafür, dass sie sich allgemein mal richtig mit ADHS auseinandersetzt).

Es wäre sicher kein trennungsgrund, aber sicher ein Streitthema.

Ich verstehe ihre Ängste auch, aus der sich von jemand, der ADHS nur aus den üblichen Vorurteilen und Klischees kennt. Wer hat das nicht schon 1000x gehört, dass man mit ADHS Medikamenten nur unerzigene Kinder ruhig stellen will (wurdennsich die Leute halt auch nur 1x damit auseinandersetzte, wüssten sie, dass Stimulanzien auf ein nicht ADHS Kind erst Recht explosiv wirken würde, da es stimuliert und nicht sediert).

Therapie ja. Medikamenten ist sie sehr skeptisch gegenüber. Siehe oben.

Genau das ist es bei uns auch.

Ist auf jeden Fall schon mal ulgut zu wissen.

Das ist zum bsp ein Punkt, bei dem ich jetzt schon das Gefühl habe, dass er das tut.

Er ist weit genug im Kopf, dass er merkt, dass er gewissen Anforderungen nicht gerecht wird. Und das macht was mit einem. Mit einem Kind sogar noch mehr als mit einem Erwachsenen.

Man merkt ihm das auch an, nach Situationen, dass ihn das sehr beschäftigt. Und er teilweise wirklich arg traurig wirkt. Und genau das bestärkt mich darin, dass er es nicht KANN, es liegt nicht daran dass er faul ist.

Ich hoffe auch, dass ich für mich die richtige Medikation finde, ich warte ja noch auf meine Einstellung, Termin habe ich erst nach Wochen überhaupt bekommen und muss nun noch bis April warten bis es los geht.

Wenn es mir hilft und sie sieht dass es mir besser geht, hoffe ich, dass sie auch bei unserem Sohn da aufgeschlossener wäre.

Ich kenne das aus dem Beruflichen Kontext auch, ich arbeite mit Autistischen Menschen, dass Eltern oft so negativ gegenüber Medikamenten sind, dass sie ihren (erwachsenen) Kindern, aus Angst vor Spätfolgen und Nebenwirkungen schon heute die Lebensqualität rauben und gut eingestellte (nicht abgeschossene!) Menschen, werden mit der Brechstange wieder runter gefahren um kommen dann in teils starke Kriesen.

Ich habe mir da schon vor Jahren geschworen, wenn mein Kind in so einer Situation wäre, würde ich es anders machen.

Man sieht ja (wenn man es will) ob es dem Kind damit besser, oder vielleicht sogar schlechter geht. Dann kann man handeln.

Aber diesen dogmatischen Ansatz BLOẞ KEINE MEDIKAMENTE kann ich nicht verstehen.

Ich werde mal rein hören und ihn dann auch meiner Frau empfehlen. Danke.

Ein Jahr in einer Förderschule.

Im Ein ausführlicher es Gespräch steht aber noch aus. Die sind chronisch unterbesetzt und einen Termin zu bekommen ist nicht so leicht bei denen… die haben uns das so zwischen Tür und Angel hin geknallt.

Wir haben diverse Bücher, extra für sowas. Und er muss das auch regelmäßig machen. Aber es ist halt jedes Mal ein Kampf ihn dazu zu bringen.

Seit der Ergotherapie und den übungen die wir nun Zuhause machen, malt er insgesamt auch kaum noch

Ich hab den Eindruck, dass das mehr schadet als hilft, weil das mittlerweile sermhr negativ behaftet ist.

Es geht mir in erster Linie auch nicht darum, dass ich unbedingt Medikamente für ihn will

Ich glaube am wichtigsten ist, das es abgeklärt ist, dass er professionelle Hilfe bekommt in Form einer Therapie.

Dass er einfach versteht wieso es so ist, wie es ist. Und dann hoffentlich das auch besser einordnen und annehmen kann.

Ich selber rede mit ihm und sage ihm, dass ich ihn verstehe, aber ichweis nicht in das reicht.

Das wollen wir auch nicht. Immerhin da sind meine Frau und ich uns einig

Mit 8 Jahren erst in die erste Klasse, das ist schon arg spät

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nunja, Therapie abseits von MEdikamenten aus meiner Sicht:

Ergotherapie - wenn ich das richtig verstehe, ist da die Praxis/Therapeutin bei euch nicht so der Hit. Insgesamt hilft das auch nur zu einem gewissen Grad. Mein Sohn hat z.B. die Übungen sich eine neue Arbeitsweise anzueignen komplett verweigert. Insoferne konnte sie bei der Konzentration kaum helfen. Beim Thema Schreibprobleme half es bei uns sehr gut
Vielleicht probieren wir später nochmal einen Block, weil er nun schon vernünftiger ist und evt. auch mehr bereit sich eine Arbeitsweise anzueignen.

Neurofeedback
Ist ja belegt, dass es helfen soll. Man braucht aber mindestens 10 Einheiten aufwärts, dass man eine Wirkung sieht. Machen wir schon eine Weile. Vorteil: Sohn macht es wirklich gern und es hilft wohl. Nachteil: Kein Wundermittel (braucht Zeit) und vor allem sehr teuer!

Weiters gibt’s noch Verhaltenstherapie und ähnliches wohl, aber dazu denke ich mir - siehe Ergo :wink:

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Mein persönlicher Tipp noch - ob mit oder ohne MEdikamenten: Jemanden suchen, der hin und wieder die Hausübungsbetreuung übernehmen kann. Hier ist es teils unerträglich mit den Hausübungen. Es wird langsam besser, aber ich selbst lerne fast nicht mehr mit meinem Sohn, weil mich seine Art ehrlich gesagt viel zu sehr aufregt… eeeeewige Ausflüchte, Diskussionen, Aufschieben, dauernd abschweifen etc. Mein Mann tut sich da oft leichter, auch wenn er auch wirklich oft an seine Grenzen stößt. In den schlimmsten Zeiten haben wir uns abgewechselt, irgendwann waren wir aber durch. Inzwischen macht aber einmal die Woche mit ihm jemand die HÜ und das ist Gold wert.

Mein Mann war total gegen die Medikamente (ich auch, aber ich hab’s halt irgendwann als notwendiges „Übel“ gesehen - sorry, diese Meinung ist hier sicher nicht gern gesehen, aber so sehe ich es eben für mich :smiling_face_with_sunglasses: ), aber dann war es so schlimm, dass ich ihm gesagt habe, dass ich das ganze einfach wirklich nicht mehr mitmache, weil ich einfach nicht mehr kann. Und für unseren Sohn war’s dann auch schon nicht mehr gut und das hat er eingesehen. Ich vermute, so weit muss deine Frau evt. auch sein.

Hallo @Levi1608 ,

Ich vermute, du meinst, die Mutter blockt ab? Das n ergibt für mich keinen Sinn?

Ist doch ganz klar ein Tippfehler… sorry, aber das ist nicht wirklich konstruktiv, oder? :smiling_face_with_sunglasses:

Es geht mir nicht um Mäkeln, ich wollte nur nicht einfach ungefragt korrigieren.

Puh.

wenn sie wirklich da so renitent ist…

Haltet mich für bekloppt, aber wenn sie da nicht einlenkt ist das für mich eine Kindswohlgefährdung.
Wenn er doch so Defizite hat und nicht die richtige Therapie bekommt, dann ist das extrem für seine Entwicklung.

Und für mich wäre das ein Trennungsgrund. Denn das geht zu Lasten des Kindes.
Ich glaube genügend hier wissen was es bedeutet erst im Erwachsenenalter Diagnostiziert worden zu sein. Und vor allem wie der Weg dort hin ist. Welche FELSEN da auf dem Weg liegen bis man überhaupt mal auf den Trichter kommt.

Das mag sich jetzt wirklich krass anhören. Aber ihr scheint nicht klar zu sein wie sehr die ihrem Kind mit dieser Einstellung schadet.

Ich bin über sowas Fassungslos. Und das und er heutigen Zeit.

Zugegeben ich bin da Emotional. Denn genau den Müll hat meine Mutter mit mir abgezogen.

Hier geht es erstmal NUR um eine dusselige Testung. Und wenn das Positiv ausfällt dann noch die bestmögliche Therapie zu verweigern weil man… Sorry

und wie emotional entfernt ist das vom eigenen Kind. Ja das Päckchen. Das hat aber nicht das Kind zu tragen. Das ist ihr Päckchen. Da muß sie sich drum kümmern.

jeder weiß hier was das bedeutet. Sehenden Auges geht es da in:

  • Unsicherheit
  • das Gefühl nie genug zu seien
  • Masking
  • Depression
  • verschlossene Türen
  • etc.

Auch frage ich mich was da zwischen euch beiden nicht stimmt?
Ich kenne sowas selber noch aus der Vergangenheit, Partner die mich nicht ernstgenommen haben.
Erfahrungen abgesprochen etc. Wie dieses Gefühl war.
Bei euch ist aber EINS anders. Da ist ein Kind im Spiel. Welches sein ganze Leben noch vor sich hat und nun fahrlässig jetzt damit gespielt wird weil’s gegen die eigene Überzeugung geht.

Es ist Traurig und hart, für mich wäre das keine Grundlage für eine Beziehung.

Auch unter dem Gesichtspunkt das sie selber Psychisch/ Gesundheitlich beeinträchtigt ist. Es wäre traurig und selberverständlcih auch keine böse Absicht von ihr. Das möchte ich betonen das dass kein Böswilliges Verhalten ist. Dennoch ist es ein Schadendes Verhalten für das Kind.
Und da wäre für mich die Entscheidung pro Kind.

Ein Kaputter Mensch ist genug. Es müssen nicht zwei werden. Und ihr ist nicht damit geholfen das ihr Kind langfristig verbrannt wird.

Entschuldige bitte meine harten, aber klaren Worte.

Eine solche Situation ist maximal schwer und es gilt Verantwortung zu übernehmen. Für jemanden der es noch nicht kann, weil er einfach ein Kind ist.

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Nur macht eine Trennung nichts besser, sondern schlechter und vor allem ändert eine Trennung ja gar nichts.

Von getrennten Elternteilen, die eine Behandlung blockieren, haben wir hier schon öfters gelesen.

Abgesehen davon hast du völlig recht. Es darf nicht nach dem Geschmack eines Elternteiles gehen, der noch nicht soweit ist. Die möglichen Konsequenzen einer Nichtbehandlung sind zu ernst.

Dennoch gibt es keine Abkürzung. Den Prozess, uns mit einer Störung auseinanderzusetzen, von der wir nie ahnten, dass sie unser Kind betreffen könnte, mussten wir alle durchlaufen. Jedenfalls wenn die Diagnose des Kindes vor unserer eigenen kam.

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Die Situation ist Mist. Du könntest noch versuchen z.B. über Selbshilfegruppen Kontakt zu anderen Familien mit ADHS herzustellen, so das deine Frau ein realistischeres Bild bekommt. Es gehört bei vielen auch - egal ob man selbst betroffen ist oder das eigene Kind - eine Phase der “Trauer” dazu, die es einfach braucht, bis man die Situation annehmen kann, wie sie ist.

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hmm, ich würde da jetzt wirklich nicht gleich in Richtung Gefährdung des Kindeswohls dramatisieren.

Der Mutter eben Zeit lassen und ihre Sorgen ernst nehmen. Bei zwei Leuten gibt es mindestens 2 Meinungen zu einem Thema. Evt. sogar mehr :wink: Und hier ist es noch verschärft, da eben jeder/jede die eigene Geschichte mitschleppt und ja, man stülpt das naturgemäß gerne anderen über. Das kann mal richtig, aber auch mal falsch sein…

Wer kann sich wirklich anmaßen zu wissen, was richtig oder falsch ist? Ich würde dran bleiben, aber ich würde auch mal Zeit lassen. Im Endeffekt ändert aus meiner Sicht auch die Diagnose nicht so viel. Es ändert nur, dass man sich damit früher oder später arrangieren muss… Eine Therapie läuft auch nicht davon.

Ein Problem das ich generell sehe, ist einfach auch unser echt bescheuertes Schulsystem…

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Das klingt sehr ähnlich wie bei unserem Sohn. Er wird jetzt 6 und wird dieses Jahr eingeschult. So wie bei deinem Sohn, kann er nämlich auch die ganzen Sachen, hat sich sogar von allein lesen beigebracht. Also das Potenzial ist vorhanden, nur bei der Konzentration und Arbeitshaltung hapert es, sowie im Sozialverhalten.

Wir sind recht früh den Diagnoseweg gegangen, da er auch eine Entwicklungsstörung hat. Sprich, er hat früh Logopädie und Ergotherapie erhalten. Wir sind auch zu einem integrativen Kindergarten gewechselt wo er einen Heilpädagogischen Platz hat. Ich bin der Meinung, dass das viel verbessert hat.

was ich damit sagen will, diese Kinder brauchen die Hilfe. Früher oder später werden sie anecken und somit eh einen Stempel bekommen. Das sollte sich deine Frau bewusst machen.

Mein Mann war auch erst gegen eine Medikation bei unserem Sohn. Ähnlich wie bei dir, hab auch ich eine Spätdiagnose ADHS in 2025 erhalten um nehme seitdem Medikinet. Zum Glück hat mein Mann dadurch gesehen, wieviele Vorteile die Diagnose und Medikation mit sich bringen.

Wie wär es vielleicht mit einer Familienberatung?

Schulsystem ist einfach nur schrecklich, vor allem für neurodivergente Kinder…

das Problem ist nur, so schnell wird sich das System nicht ändern leider.

Ich sag auch immer, klar isses, wenn man es runterbricht, sowas von ätzend, dass ich Medikamente nehmen soll, nur damit ich in dieser Gesellschaft klarkomme. Aber andererseits will man ja auch ein Teil der Gesellschaft sein. Und grad Kinder wollen ja auch dazugehören. Es bricht mir immer wieder das Herz, wenn ich sehe, wie manche Kinder mit ADHS ausgeschlossen und gemobbt werden… grad an Regelschulen.

Also ich nehme die Medikamente vor allem damit ich mit mir selbst besser klar komme!

Damit etwas mehr Ruhe in meinem Kopf einkehrt.

Damit ich wenigstens etwas besser filtern kann was alles gleichbedeutend und gleichzeitig auf mich einprasselt.

Damit ich nicht ganz so schnell verletzt bin.

Damit ich etwas besser klar komme wenn viele Menschen da sind, wo ich auch bin.

Damit ich mal wieder ein Buch lesen kann.

…..

Ich könnte noch viele Sachen mehr aufzählen. Und natürlich auch alle Vorteile, die es für meine Kinder bringt seit ich Medis nehme.

Und so würde ich versuchen es auch für eure Kinder zu sehen. Ihr gebt ihnen die Medikamente damit sie für sich selbst ein besseres Leben führen können!

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