Ein dauerhaftes Verweigern und daher billigend in kauf nehmend von möglichen Langzeitschäden IST eine Kindswohlgefährdung. Egal ob das Unterlassen vorsätzlich, fehlenden Möglichkeiten oder aus Unwissenheit stattfindet.
Denn die Perspektive ist hier vom Kind ausgehend. Und nicht von Menschen die es nicht besser wissen oder selber Probleme haben.
So könnte ich ja auch sagen, Sorry das du im Unfall so einen abbekommen hast, das war keine Absicht und mir hing’ nicht gut an dem Tag, ich hatte gehofft das wird übers fahren besser. Der Schaden ist da und das ist Maßgeblich. Nicht die Motivation die den Schaden zugefügt hat.
Genauso ist ein 8 jähriges Mädchen welches zuhause den Haushalt schmeisst und die Geschwister versorgt in ihrer eigenen Entwicklung gefährdet. Ausgehend ist die Krebserkrankung der alleinerziehenden Mutter und dem fehlenden Rückhalt der Familie. Wird aus diesem 8 jährigen Mädchen eine gesunde erwachsene Frau? Eher unwahrscheinlich.
Wir alle wissen was eine unbehandeltes ADHS bedeuten KANN. Das also einfach laufen zu lassen ohne den Notwendigen Ausschluss zu nutzen, ist billigendes in kauf nehmen. Und hier ist eine erwachsene Person die das min ahnt, wenn sich nicht sogar darüber in klaren ist. Denn sonst würde sie nicht in Foren um Erfahrungen, Hilfe, Entlastung suchen.
Kindeswohlgefährdung ist auch so kein Straftatbestand, sondern ein moralisches, emphatisches, wie ethisches und auf faktisches Versagen, welches von Straftatbeständen häufig begleitet ist, aber nicht seien muß. Denn wie schon gesagt, massgeblich ist die die Unversehrtheit eines Kindes, Physisch für Psychisch.
Auch mögliche nicht Verbeamtung, BU Versicherungen sind kein Grund das in kauf zu nehmen und auch 1-2 Jahre auf Besserung und Einsicht zu hoffen finde ich moralisch verwerflich. Mit Depressionen, fulminanten Verhaltensstörungen, schlechten Noten etc. wird das eher schlechter verbeamtet zu werden oder ne Versicherung abzubekommen. Ja das muß nicht sein, aber weiß man ob es nicht doch so kommen wird?
Und nein man muß das nicht akzeptieren. ICH muß nur akzeptieren das der TE handelt wie er handelt und nicht den Weg der harten Konfrontation geht.
Was ich durchaus nachvollziehen kann und auch der letzte bin der da mit der „Shame on You Bell“ unterwegs ist. Das habe ich in meinem Kommentar deutlich erwähnt. Aber man muß nicht akzeptieren das ein Kind unter diesen Verweigern wohlmöglich leidet, leiden wird, bis hin zu lebenserschwerenden Schäden.
Konfliktscheuheit etc. macht die Sache für das Kind nicht besser.
Was mich etwa erschreckt ist das wir Betroffenen auf einmal selber unsere manchmal doch sehr strak ausgeprägten Defizite auf einmal so unter den Scheffel stellen. Wo wir uns doch sogar dafür einsetzen das die Gesellschaft bitte uns und unser Leid ernst nimmt.
Auch ist eine bedarfsgerechte Therapie an einer Diagnose gekoppelt.
Warum darf man den blauen Himmel nicht blau nennen, oder sagen das Wasser nass ist?
Weil’s weh tut, weil’s an die eigenen Ängste geht, weil’s verantwortlich macht.
In diesem Fall ist die andere Seite zwar auch mit Empathie und Mitgefühl zu begegnen. Für das Kind und seine Entwicklung ist das aber völlig hinfällig.
Was mich hier maßgeblich stört, das die Mutter ADHS grundsätzlich nicht ernst nimmt. Da sie ihrem Partner ja schon vermeidend und mit fehlendem Verständnis, wie Rücksicht begegnet. Ich glaube kaum das dann auf einmal Verständnis fürs eigenen Kind da ist, spätestens wenn die Noten schlecht sind und die Pubertät um die Ecke kommt. Und es geht nicht nur um die Mutter sondern um jegliches Soziales Umfeld. Schule, Mitschüler etc.
Der TE fragte ob wer Erfahrung mit einem solchen Fall hat. Ich habe diese Erfahrung. Ich bin das Kind. Mir hat es enorm geschadet. Meine Mutter hat es genauso verweigert, obwohl eine Kinderpsychologin sie wirklich bekniet hat mich testen zu lassen. Und das war Mitte der 80er. Wir sind heute 40 Jahre weiter.
Mich erschreckt das vermeidende Verhalten der erwachsenen Kompetent in dieser Konstellation zu belasten, während man dem Kind damit die Last auferlegt. Das muß dass iwie aushalten bis die Mutter einlenkt. Was morgen oder nie seien kann.
Auch jetzt möchte ich nochmal eindringliches darauf hinweisen das ich mir der schwere bewusst bin. Das die emotionalen Gewichte/Hindernisse des Vaters schier unerträglich werden kann. Auch der Mutter gegenüber die schlichtweg nicht von dem Leid durch ADHS zu überzeugen ist. Das macht sie ja nicht mit Absicht. Sie ist schlichtweg nicht überzeugt, da kann sie nichts für. Auch wenn es an einer eigenen psychischen Beeinträchtigung liegt. Ich zweifle auch nicht an der Liebe zu ihrem Kind.
Meine Mutter hat/ liebt mich auch. Und heute bereut sie sehr damals nichts unternommen zu haben. Aus Angst verurteilt zu werden. Getrieben von ihrer eigenen gewaltvollen Kindheit.
Der Grund meiner Mutter damals war, sie glaubte verurteilt zu werden ihr Kind nicht richtig erziehen zu können. ADHS hatten damals nur Kinder von asozialen Pack. Und meine Mutter hat alles getan das Vorurteile die sie selber hatte, nicht auf sie von anderen angewendet wird.
Wo sie ein Heimkind war, damit leben mußte das ihre Kinder vom eigenen Onkel vergewaltigt worden ist. Sie selber ist in der Prostitution groß geworden… von der Sonderschule, verheiratet mit nem armen Baustellenhelfer. Und auch die Ohnmacht den Mächtigen gegenüber das ich nicht als Versuchskarnickel von der Elite für Medikamententests missbraucht zu werde. So war sogar ein Löblicher Gedanke der meine Mutter hinderte mich testen zu lassen. Sie glaubte wirklich mich zu schützen. Also die besten Absichten einer Mutter. Absolut löblich, natürlich, von der Gesellschaft sich so erwartet. Aber leider trotzdem für mich schädlich.
Ich hab übrigens ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Denn wir haben das aufgearbeitet. An etwas schuld zu sein, heißt nicht das man ein schlechter Mensch ist und nicht sein bestes gegeben hat.