Verdacht ADHS bei meinem Sohn, aber die Mutter blockt ab

Nachtrag: Vorteil einer späteren Einschulung ist natürlich, dass man die sozial/emotionale „Unreife“ (etwa 2 Jahre hinten nach) bisschen ausgleicht.

Ich bin mir nicht sicher, was es bei meinem ADHS-ler gemacht hätte. Ich glaube die Schere von seinem Wissen und doch seiner hohen Intelligenz wäre dann evt. trotzdem weiter aufgegangen. Auf der anderen Seite habe ich nicht das Gefühl, dass Intelligenz das ist, was er in der Schule braucht. Eher diese Disziplin und alles machen ohne zu hinterfragen (das Problem, das er in der Schule hat :smiling_face_with_sunglasses: )- das wird langsam besser…

Die Entscheidung ist nicht leicht. Und im Schulsystem habe ich das Gefühl, dass man halt gern „auf ZEit“ spielt. Aber die bringt halt meistens nix - evt. bringt es eher mehr Probleme…

Ich denke, ich würde mich dennoch gegen eine spätere Einschulung wehren, muss ich gestehen…

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Ich habe meine Kinder auch später eingeschult und es war genau die richtige Entscheidung.

Ich habe es nie bereut. Und das gesamte Umfeld hatte dagegen gesprochen.

Das ist doch sehr individuell.

Für mich war der entscheidende Punkt der:

Was ist schlimmer wenn ich “falsch” entscheide?

Wenn das Kind zu früh geht und überfordert ist, oder wenn es zu spät geht und unterfordert ist?

Ich wusste, dass ich die Unterforderung besser werde ausgleichen können, als wenn das Kind sich ständig ungenügend fühlen wird.

Gut, aber das Kind vom TE wird am Ende ja 2 Jahre später eingeschult, so wie ich das verstehe, oder?
Bei einem Jahr ist es ja quasi noch gar nicht der Rede wert und fällt auch nicht auf. Aber mit 8 statt 6 oder 7 eingeschult ist schon ein Unterschied in meinen Augen.

Am Ende des Tages ist es aber vermutlich egal… das Kind macht einem so oder so später Vorwürfe. Es lebt sich eben besser im Konjunktiv für den Menschen, statt in der eigenen Macht der aktiven Eigenverantwortung. :smiling_face_with_sunglasses:

Nachtrag:
Jetzt ist mir noch eingefallen, was ich dir noch mitgeben wollte.
Bitte mache dich unbedingt mal schlau, wie eure Schule mit dem Thema ADHS allgemein umgeht. Weil bei uns ist es seit Schulstart eine Katastrophe. Wenn du aktiv etwas machen willst, dann suche eine gute Schule aus, wo man sich keine kleinen braven Maschinen erwartet - mein Sohn muss jetzt die Schulbank fertig drücken, wird aber leider ziemlich schulisch ausgebremst… Und was wir Probleme hatten. Kenne genug Eltern, denen es an unserer Schule genau so geht. Das Problem ist die Direktion… Würde dort nie mehr mein Kind hinschicken. :unamused_face:
Muss sagen, das finde ich weit wichtiger als die Diagnose und Medikation… weil die lösen die Probleme ja auch nicht in Luft auf. Wenn kein Verständnis für die Kinder da ist, dann ist das echt zäh und schlimm für die Kinder…

Und ja, ich sage ehrlich: Diese Lösung mal in der Vorschule zu „parken“… klingt jetzt nicht prickelnd. Schau dir mal an, was die machen. Meiner wäre dort eingegangen bei unserer Schule. Kommt aber sicher drauf an, was gemacht wird. Ich bin froh, dass wir uns wenigstens das Jahr an unserer Schule erspart haben (ein Jahr weniger Probleme :smiling_face_with_sunglasses: ). Problem ist ja auch, dort kann man dann nicht mehr so einfach raus…

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Genau diese Kombi ist phänotypisch für ADHS.
Bei ADHS ist weder die Aufmerksamkeit noch die Aufmerksamkeitssteuerung „defekt“, sie unterliegt nur einem anderen Profil, bei dem extrinsische Motivation (was andere wollen, bei Erwachsenen die Steuererklärung) verringert ist und intrinsische Motivation dadurch stärker hervortritt.

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Bei ADHS kann das durchaus hilfreich sein.

Bei ADHS im Zweifel zurückstellen. ADHSler haben eine verzögerte Gehirnentwicklung. Die soziale Reife hinkt der intellektuellen mehrere Jahre hinterher. Sozial einer der Jüngsten in einer Gruppe zu sein, ist ein zusätzlicher Stressor der keinem Kind hilft.

Es gibt auch Indizien (aber keine Beweise), dass eine frühe Medikation dabei hilft, die Gehirnentwicklungsverzögerung zu verringern.
Dopamin ist ein neurotropher Faktor, d.h., es fördert die Gehirnausbildung. ADHS-Medis erhöhen Dopamin.

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Also meiner fühlt sich intellektuell schon nicht wohl unter Gleichaltrigen. Will mir nicht vorstellen, wie das wäre unter 2 Jahre jüngeren Kindern.

Auch so etwas führt zu sozialen Spannungen - meiner merkt total, dass er einen anderen Wortschatz hat, viel mehr weiß etc. Er tut das in seiner charmanten Art ja auch gern mal kund. :relieved_face: Außerdem sagen die Lehrer, dass angeblich andere Kinder gern so schlau wären wie er - ob das stimmt, kann ich schwer beurteilen… er ist sicher bisschen der „Schlaubischlumpf“ :smiling_face_with_sunglasses:

Klar ist er sozial emotional nicht gleichauf. Aber die Schere hat man so oder so. Ich merke auch, dass er sich in der dritten jetzt schon viel besser angleicht. Ich gebe ihm noch 1-2 Jahre, dann ist das alles weit besser angepasst. Und er muss nicht mit 10 unter 8-jährigen sitzen oder schlimmer noch mit 16 under 14-jährigen… In der Pubertät wird das ja nicht besser.

Bei uns ist die Schulwahl am Ende das Problem… Darum sage ich hier: Augen auf. Das macht mehr aus, als alles andere meiner Meinung nach.

Und das ist schon recht „klassisch“, dass man bei ADHS eben mal eben zurückstuft. Das wird aber nix ändern, wie wir alle wissen…

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Insgesamt sage ich nur: Schwierige Entscheidung

Ist das nicht sehr früh für die Einschulung in ein paar Monaten?

Meine Wahrnehmung ist die, dass Kinder innerhalb kurzer Zeit „plötzlich“ schulreif sind. Und dann sollten sie in die Schule gehen bzw. wenn der Punkt sehr früh im Jahr kommt, muss man das Kind mit was anderem fordern (Musikschule, Schwimmen lernen oder sowas).

Ich bin in diesem Fall ganz klar für eine Einschulung. Wobei ich nicht weiß, was eine Vorschulförderklasse ist, bzw. kenne ich diesen Begriff nur im Zusammenhang mit nicht/wenig deutschsprachigen Kindern vor der eigentlichen Schule.

Ja, guter Punkt: Ganz ehrlich - an unserer Schule muss man sich bewusst sein, dass dort zu einem sehr goßen Teil (wenn nicht fast nur) nicht-deutschprechende Kinder sind, die bezüglich Deutsch vorbereitet werden. Da das an unserer Schule wirklich ein Riesenthema ist (und Ressourcen an Schulen leider superknapp sind) Andere laufen da eher mit, vermute ich.

Genau solche Dinge sind es, die man vorher unbedingt wissen sollte.

Mein Sohn ist z.B. in einer Integrationsklasse. Klingt gut - Umsetzung katastrophal und Lehrerschaft am Limit… insgesamt muss man so viel wissen. Es hilft es nur vor Ort sich möglichst viel mit anderen Eltern auszutauschen. Aber wichtig: Mit solchen die ehrlich Rückmeldung geben und nicht nur „Wunderkinder“ haben. :wink:

Der Geburtstag liegt Ende August, also gerade frisch 8 geworden ja.

Ja. Prinzipiell bin ich der Meinung, dass der Junior später mal noch lange genug arbeiten gehen darf und ich ein Jahr später in die Schule grundsachlich nicht so schlimm finde, aber, wie du schon sagtest er ist dann schon 8 und eben deutlich älter als die anderen.

Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein (gerade als junge) aber evtl. wird das Jahr schon an seinem Selbstwert nagen.

Genau das hatte ich auch extrem. Exakt das steht in all meinen Zeugnissen von der 1 bis zur 6 Klasse.

Es würde uns halt nochmal Zeit geben für eine evtl. Diagnostik und was dann halt unter Umständen darauf hin noch fehlt, statt dass das dann alles nebenher in der regulären Schule laufen muss.

Das ist bei uns eben auch der Fall. In einigen Bereichen ist er den anderen Kindern jetzt schon weit vorraus, in anderen hinkt er hinterher.

Erst war ja die ESU. Das ist schon einige Monate her.

Die war soweit ok. War aber auch verhältnismäßig kurz und mit verschiedenen Aufgaben (Aufmerksamkeit lässt nach, sobald er sich länger als ein paar Minuten konzentrieren muss).

Und jetzt muss er wohl am Einschulungstermin nochmal einen Test machen.

Das ganze würde, im Vergleich zu früher, Vorgezogen, gerade damit man rechtzeitig reagieren und gegebenenfalls Therapien/Förderung machen kann.

Früher ist das oft erst kurz vor, oder mit der Einschulung aufgefallen. Dann musste Therapie nebenher laufen, die Kinder hatten große Probleme mit dem Schulstart etc.

Ist also schon so voll, aber glaube auch noch etwas neue, dass das alles mittlerweile früher passiert

Naja, Arbeit ist jetzt nicht das wichtigste. Dennoch ist er am Ende mindestens 2 Jahre älter und dann muss er evt(? wurde das nun in D wieder eingesetzt - ist auf alle Fälle nicht unwahrscheinlich, oder?)noch zum Wehrdienst. Sprich dann gehen im halt schon fast 3 Jahre ab… Jetzt im Idealfall, dass er nicht evt. doch mal wiederholen muss, oder so.

Mein Hauptbedenken, wäre aber echt emotional. Kinder merken schon, dass sie „zurückgestellt“ werden. Ich denke, man sollte sie da nicht unterschätzen. Sie bekommen sehr wohl alles mit und auch dass dann die anderen alle älter sind…

Zurück stellen wegen eventueller ADHS und allgemeiner Kindlichkeit okay, aber wenn euer Junge im August 7 wird, wurde er doch schon einmal zurückgestellt? Bzw. er hätte schon im letzten Jahr hin können?

Ich glaube, die Zurückstellung bringt ihm insbesondere dann nichts, wenn ihr wegen der Nichtzustimmung deiner Frau nichts macht in Bezug auf ADHS. Nein, im Gegenteil, ihr solltet schauen dass er in diesem Jahr in die Schule kommt und dass er vorher die Diagnose bekommt!

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ESU = Einschulungsuntersuchung

Also, bei uns war die zwei Jahre vor dem regulären Schulstart. Da ging es um alles mögliche. Bei meinem Enkel jetzt auch, der ist viereinhalb. Und ja, da wird unter anderem angemerkt, dass das Kind nicht sauber ausschneidet, beim Ausmalen die Linien übermalt und keinen Purzelbaum oder nicht auf einem Bein stehen kann. Und die Sprachfähigkeiten natürlich.

Das hat aber nichts mit der Schulreife zu tun. Das passiert mit etwa sechs Jahren bei den allermeisten Kindern. Ein Entwicklungsschub im Gehirn. Manche sind schneller, manche langsamer, aber nicht grundlos um zwei Jahre verzögert. Eine Einschulung mit acht ist ein Ausnahmefall, für den schwerwiegende Gründe vorliegen müssen.

Also ist doch schon länger bekannt, dass dein Sohn ein Problem hat, wie auch immer das heißt. Deswegen verstehe ich auch deine Frau gar nicht, dass sie an keiner Klärung interessiert ist.

Ihr braucht dringend zumindest eine vernünftige Diagnostik, bei der man feststellt, wieso dein Sohn hinterherhinkt. Das muss nicht zwingend ADHS sein.

ketzerische Frage

Was macht ihr eigentlich, wenn ein weiteres Jahr Warten keine positiven Ergebnisse bringt?

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