Vergesslichkeit, Kurzzeitgedächtnis, Konzentration

[Mailadresse und Namen gelöscht. Mod (Anna)]

Hallo,

hat Vergesslichkeit, Kurzzeitgedächtnis etwas mit ADHS zu tun oder kann es damit etwas zu tun haben?

Ich denke manchmal, dass ich bisschen deppert bin.

Ich sitze im Büro, kann meine Arbeit eigentlich relativ konzentriert durchführen, aber es gibt dann doch immer wieder mal Momente, wo ich

mich einfach nicht dran erinnern kann, dass ich grad eben erst etwas weggeheftet oder irgendwo eingetragen habe. Manchmal wundere ich mich

dann „Oh, steht ja schon da. War ich das?“.

Ich habe auch so oft meine liebe Müh, mich an etwas zu erinnern, was grad erst heute Morgen gesagt wurde – und es ist jetzt grad erst Vormittag.

Mir erscheinen viele Dinge einfach absolut unwichtig zu sein, obwohl es diese gar nicht sind, zumindest oft. Filtert mein Hirn einfach sowas für mich

Unwichtiges aus und ich speichere es, wenn überhaupt, nur ganz oberflächlich ab oder so, dass es mir verdammt schwer fällt, mich dran zu erinnern.

Wenn dann gesagt wird, das habe ich dir doch gesagt, bin ich sehr oft felsenfest der Meinung, dass es nicht gesagt wurde. Oder ich nicke ab, kann

mich aber beim besten Willen nicht erinnern. Nur manchmal flackert dann was auf. Ach ja, da war doch was.

Manchmal habe ich dann aber auf einmal auch Probleme, etwas zu machen, obwohl schon zig Mal getan. Wie war das jetzt? Und dann grüble ich

und bis ich mir dann sicher bin … oder auch nicht. Ich korrigiere mich sehr oft selbst, bis ich dann zum richtigen Ergebnis gekommen bin.

Manchmal frage ich mich dann auch, wenn in der Zukunft dann etwas Erledigtes als falsch herauskam, wie bin ich denn auf den Trichter gekommen und

sehe sofort, dass das falsch war und wie es hätte richtig sein müssen.

Oder ist das doch einfach ne Sache von meiner Konzentration, die vielleicht nicht immer oder vielleicht sogar nie so ist, wie sie sein müsste?

Nen Buch lesen … ohne dass ich immer und immer wieder bereits Gelesenes noch- und nochmal lesen muss … oder wenn der Film too complicated ist, dann

bin ich einfach raus. Jemand schonmal Tenet gesehen. Ich raff den nicht! 3 x gesehen und nix. In Videospielen … gut, zu viel darf da nicht gelabert werden. xD

Was meint ihr?

Kennt ihr das?

Was macht ihr dagegen?

Gibts typische ADHS-Medikamente, die dagegen helfen?

Ich bin ja son Mischling, ne Promenadenmischung. NIx Halbes und nix Ganzes. Am meisten Probleme habe ich mit Impulsivität und Aggresivität, was ich

mit Atomoxetin ganz gut im Griff habe. Ich hab aber auch echt mit o. g. Problemen zu kämpfen. Und mit dem Gefühl des nicht richtig Wahrgenommenseins,

mit Ungerechtigkeiten habe ich auch so meine Probleme, auch wenn vielleicht ich nur die so empfinde. Wenn man mir was sagen will … und wenns z. B.

an der Arbeit in der Einarbeitungszeit ist … puhhh … dann kann ich mich mittlerweile wohl dank Atomoxetin ganz gut zurückhalten. Manchmal geht mir das

so dermaßen auf die Nerven, dass ich das versuche, zu überhören, mich da einfach nicht weiter reinsteigern. Auch, wenn ich am liebsten was sagen würde.

Dankeschön.

LG

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Aber klar :slight_smile:
Stimulanzien sind da wirkungsvoller als Atomoxetin.

Hat ein Tischler etwas mit Holz zu tun? Haben Fische etwas mit Wasser zu tun?

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Welche?

Alle…
Lies Dich doch mal in das Thema ein.
Dazu gibts ja die Webseite ADxS.org.

Wer hat Dir denn das Atomoxetin verschrieben und aufgrund welcher Diagnose?
Wir beide scheinen ähnlich zu sein, mein Hauptproblem ist auch die Impulsivität und Aggressivität.
Die konzentrations Probleme kenne ich aber auch…bei nebengeräuschen geht bei mir gar nichts mehr.

Psychiater wegen ADHS Mischtyp. Fahre mit Atomoxetin am besten. Hab mehrere Medis durch. Manche brachten nix bis zum Gegenteil, machten mich noch impulsiver und aggressiver. :-/

Hi,
magst Du etwas genauer erzählen, welche Medis das waren, in welcher Dosierung und mit welcher Eindosierung ?
Wenn Du das etwas genauer darstellst, können wir auch was dazu sagen. Da gibt es ja erkennbare Muster…

@kraemerchen
Das klingt 100% nach mir.
Bei deinen aufgezählten Problemen trotz Atomoxetin nicht besser? Wie lange nimmst Du das schon und wieviel mg?

Bin noch noch in der Diagnosephase und bleibe hier am Thread dran.
Aktuell gibt es bei mir ein Verdacht auf ADS.

@kraemerchen
Ich ticke sehr, sehr ähnlich wie Du, erkenne die gleichen Muster. Mir hilft da Elvanse sehr gut, um das auf die Reihe zu bekommen. Einzig die Film-Verpeiltheit bleibt etwas, das liegt aber daran, daa ich mich auch immer wieder von Handy und ähnlichem ablenken lasse.

Sorry, dass ich jetzt gezielt drauf antworte. Hab alles mal in Ruhe durchsuchen müssen (Mails, Notizen. Kalender …), ich bekomms leider nicht mehr auf die Reihe, was ich wann wie viel alleine oder auch mal zusammen genommen habe! :-/

Atomoxetin nehme ich jetzt seit mind. 2 Jahren 40-0-40. Also täglich 80. Mit kurzen Unterbrechungen bzw. Versuchen anderer Medis. Anfangs nahm ich 100 Atomoxetin, waren aber zu starke Nebenwirkungen bzgl. Libido …

Leider bringt mir Atomoxetin bzgl. o. g. Punkte nicht sooo viel! :-/

Nun, wenn es Histaminintoleranz ist, bringen Dir AD(H)S-Medis ohnehin wenig. Dann musst Du erst mal Deine Ernährung umstellen. Danach kann man schauen, was noch an Symptomen übrig ist und woher die dann rühren.

Ich bin ähnlich gelagert … bekomme meine Emotionen, Ticks schlecht in den Griff . Elvanse wirkt bei mir positiv auf der körperlichen Ebene (Schlaf, chronische Schmerzen, Unruhe), aber die Unkonzentriertheit bleibt.
Seit einer Woche nehme ich zusätzlich eine noch geringe Dosis Atmoxetin … noch kann man nicht so viel sagen, aber es lässt sich gut an, besser als Elvanse alleine.

Allerdings war ich vor meiner Diagnose zwei Jahren in Therapie und, habe gelernt mich anzunehmen, bin dadurch auch in der Lage, meine Emotionen (die ich noch nicht im Griff habe) einzuordnen und zu bearbeiten. Das sehe ich nach so vielen unbehandelten Jahren als Voraussetzung.
Aggressivität ist sehr häufig ein „maladaptives Schema“, ein Reaktionsmuster, das Dir oder Deinen Vorfahren mal das Überleben gesichert hat. Die einen rennen bei Gefahr weg, die nächsten erstarren und die Dritten schlagen zu. Aggressivität sollte m.E. als persönliche oder familiäre Angst-/Trauma-Folge betrachtet werden. Medikation kann helfen, diese Verhaltensmuster aktiv zu bearbeiten, kann diese Probleme aber nicht lösen.

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