Vorsicht bei Kaffee und ADHS Medikamenten während der Eindosierung

Hatte mal mit 25mg Medikenet nach 3h mit einmal eine krasse euphorisierende Wirkung durch einen Espresso, mit fast überfordernden Antrieb. Das brauch ich nicht, nur etwas mehr wäre gut. Jetzt fehlt er komplett, komme derzeit garnicht von der Couch hoch.

Genau das sollte mit den Medikamenten reguliert werden. Und um das eindosieren zu können, sollten Fremdeinflüsse (hier: Koffein) draußen bleiben.

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Danke

Wie sieht es denn aus, wenn ich zb morgens ganz früh einen Grüntee trinke (liebe ich..) und 1 std später erst das medi nehme? Würde der Abstand reichen oder hat dies such ne Auswirkung?

Und was ist mit Grapefruit? Da hört man ja such immer mal wieder von wechselwirkungen…

Das musst du einfach ausprobieren, es ist bei jeder und jedem anders. Manche haben gar keine Probleme mit Koffein und Medikamenten, manche nur mit bestimmten Abständen und für Manche geht es gar nicht.

Grapefruit hemmt CYP3A4, das ist bei MPH und Amfetsmin nicht im Spiel (aber bei Guanfacin).
Sollte hier also gehen.
Grüntee enthält Koffein, das kann also schiefgehen.

Ich möchte meine Erfahrung auch mal teilen. Mich würde interessieren, ob andere das auch schon so erlebt haben.

Ich nehme seit September Elvanse - aktuell 40 mg und ich komme damit gut zurecht. Verzichte seitdem fast vollständig auf Koffein. Entkoffeinierter Kaffee/Cola. Ganz selten trinke ich mal eine Spezi mit Koffein. Dabei habe ich keinerlei negative Symptome gehabt.

Gestern in einem Kundentermin habe ich es mal mit einer kleinen Tasse Beamten-Filterkaffee versucht. War in meinem Peak. Nach einer Stunde ging es so unfassbar schlecht. Herzrasen, flaues Gefühl, Schwindel, Übelkeit - das volle Programm. Nachdem das vorbei war, war ich völlig erschöpft.

Kann ich jetzt bis an mein Lebensende keinen Koffein mehr trinken? Also zumindest im Kaffee :melting_face:

Von einem mal würde ich nicht gleich die Welt untergehen lassen. Wie auch während der Eindosierung ist einmal / ein Tag wohl kaum aussagekräftig :man_shrugging:

Es könnte D-AMP Peak + Koffein gewesen sein.
Klingt doch plausibel?

Oder beides auf nüchternen Magen bzw. vorher zu lange nix gefuttert.

Oder der erste richtige Kaffee seit X Tagen
/ Wochen.

Oder einfach mal bedingt durch die Tagesform.

Ja, das klingt plausibel. War wohl nicht der richtige Tag und Ort um das mal auszutesten :grinning_face_with_smiling_eyes:

Könnte man entspannt austesten und in einem Wochenprotokoll festhalten.

  • Einnahmezeitpunkt des Medikaments
  • Frühstück (ja/nein/was)
  • Einnahmezeitpunkt 1 Tasse Kaffee
  • Nebenwirkungen (ja/nein/welche)

Fert‘sch :slight_smile:

Manche berichten, dass sie mit einem Kaffee die Wirkdauer ihres Stimulanz verlängern können, wenn sie ihn am Ende der Wirkzeit trinken.
Damit kann man nach abgeschlossener Eindosierung schön rumexperimentieren. Nur bitte erst, wenn man ein zuverlässiges Gefühl dafür hat, wie die Stimulanzien bei einem wirken, ohne dass Koffein dazwischenfunkt.
Und ich würde davon abraten, zwischen zwei Dosen einen Kaffee zu trinken.

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Hallo @MariADHS1,

wenn es so ist (bei mir leider auch) - die verbesserte Lebensqualität durch das Medikament gleicht es mehr als aus.

Ich habe mich ganz gut an Rooibush-Tee und Getreidekaffee mit Pflanzenmilch gewöhnt.

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Ich kann total nachvollziehen, wie frustrierend es ist, wenn der Morgen trotz Medikation nicht rund läuft – besonders bei wenig Schlaf, Homeoffice, Kids und Wintermüdigkeit. Das liegt nicht an dir oder daran, dass du „nicht genug“ schaffst, sondern daran, dass dein Nervensystem überlastet ist.Kein Nervensystem der Welt läuft damit dauerhaft stabil. Auch nicht ohne ADHS. Auch nicht mit perfekten Medikamenten. Wenn jemand mit 4–5 h Schlaf, Dauerstress und Care-Arbeit nicht müde wäre, wäre das eher pathologisch als bewundernswert.

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: die erste wirksame Dosis erst um 10:00 kann kontraproduktiv sein. Bis dahin hast du schon Stunden mit Müdigkeit und Belastung hinter dir, und dein System ist erschöpft. Dann trifft die Dosis auf ein bereits angestrengtes Nervensystem – das kann kurzfristigen Push geben, danach aber zu Durchhänger oder innerer Unruhe führen.

“Typischer Denkfehler Dann nehme ich lieber wenig und bin müde, als unruhig.”

  • Kurzfristig logisch
  • Langfristig problematisch

Warum?

  • Du startest jeden Tag im Defizit

  • Dein System kommt nie sauber auf Linie

  • Du „überlebst“ bis zur zweiten Dosis

Dass du morgens bei 20 mg Herzrasen bekommst, heißt nicht, dass 20 mg „zu viel“ sind. Sehr oft heißt es: zu steiler Anstieg, Kaffee, Schlafmangel leeres System (Blutzucker!) Das ist kein „Überdosieren“, sondern ein Timing-Problem. Statt einer späten größeren Dosis kann eine kleinere Aufteilung am Morgen besser wirken (z. B. 10 mg beim Aufstehen, 10 mg ein bis zwei Stunden später)

  • Nervensystem sanft aktivieren

  • nicht erst um 10 Uhr „retten“

Viele, die um 10:00 „erst richtig starten“, hängen danach trotz Medis schneller durch.

Die Medikation passt grundsätzlich: „Ab und zu geht es echt gut mit den Medis.“

Aber die Rahmenbedingungen schwanken: Schlaf, Stress, Tageslast, Morgenablauf:

Sanfter Start: Licht, Wasser, ein paar Minuten Bewegung oder Stretching direkt nach dem Aufstehen Kleine „Aufweck“-Rituale stabilisieren das Nervensystem.

Mikropausen: Kurze 5–10 min Breaks, ein paar Schritte, frische Luft Aktiviert das Nervensystem

echte Erholung nicht verdrängen – das macht langfristig mehr aus als jeder Trick.

Dein Alltag:

Bitte lies das langsam:

  • selbständig im Homeoffice

  • Mann außer Haus

  • 2 Teenager

  • ein Kind mit Mobbing-Folgen & Schulangst

  • emotionale Co-Regulation täglich

  • Haushalt, Tiere, Termine

  • Schlafentzug

  • kaum echte Erholungsfenster

Das ist ein Vollzeitjob PLUS ein zweiter.

Und du vergleichst dich innerlich mit Menschen, die:

  • mehr schlafen

  • weniger Care-Arbeit haben

  • oder weniger emotionale Last tragen

Das ist ein unfairer Vergleich – gegen dich selbst.

Das Gefühl „ich schaffe nicht genug“

Das ist nicht die Realität.

Das ist ein innerer Antreiber, der sich meldet, wenn:

  • du nie wirklich fertig bist

  • es immer noch etwas „Wichtiges“ gibt

  • Erholung sofort Schuldgefühle auslöst

Dass du nach echtem Ausruhen spürbar fitter bist, ist übrigens der wichtigste Hinweis überhaupt:

Dein System braucht Erholung, nicht mehr Optimierung

Klartext (liebevoll, aber deutlich)

  • Das Ziel „immer funktionieren“ ist im Moment toxisch für dich.

  • mehr Tricks, mehr Druck, mehr Durchziehen machen es langfristig schlimmer.

  • Das realistische Ziel ist: tragfähig bleiben, nicht „alles schaffen“.

Du bist nicht „zu wenig leistungsfähig“.

Du bist zu lange über deine Grenze gegangen, weil niemand sonst alles abfangen kann.

Vielleicht hilft dir dieser Gedanke:

„Genug“ heißt nicht: alles erledigt.

„Genug“ heißt: niemand ist heute zu Schaden gekommen – inklusive mir.

Manche Tage sind:

  • Essen gekocht

  • Kinder versorgt

  • Schule überstanden

Das ist genug. Auch wenn nichts anderes ging.

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Zu diesem Thema habe ich eine etwas ungewöhnliche Frage: Ich befinde mich momentan seit zweieinhalb Wochen in der Einstellung mit Elvanse 20mg. Nun habe ich folgendes Problem: Meine Freundin hat mir zu meinem Geburtstag einen Baristakurs geschenkt, der morgen stattfindet. Ich trinke aber seit Beginn der Eindosierung auf Weisung meiner Psychiaterin keinen Kaffee.

Wie schätzt ihr das ein: Soll ich morgen ganz normal das Medikament weiter morgens einnehmen oder lieber einen Tag eine Einnahmepause wegen des Baristakurses machen?

Ich persönlich würde Elvanse weiternehmen und an dem Kurs keinen bzw. nur koffeinfreien Kaffee trinken.

Grund:

  1. Elvanse kann beim absetzen 2-3 Tage unangenehme Symptome machen
  2. Du hast Kaffee mit Elvanse noch nicht getestet, kann auch sehr unangenehm sein
  3. Gehts im Kurs ja ums herstellen, nicht ums trinken, von daher sollte das grundsätzlich kein Problem sein. Und - die haben doch bestimmt auch eine koffeinfreie Sorte. Du kannst ja sagen, dass du aktuell ein Medi einnehmen musst, das sich mit Koffein nicht verträgt.

Ob mit oder ohne Medikament.
Möglicherweise reagiert der Körper nach längerem Kaffee-Entzug bissl empfindlich.

Bei einem geschenkten Barista-Kurs würde in meinem Fall aber sehr wahrscheinlich die Unvernunft siegen.

Keine Ahnung, wie so ein Kurs abläuft, aber ich würde alles probieren und mitnehmen wollen, was ich da kriegen kann :adxs_grins:

„Trinkt das noch jemand?“
„Nein?“
„Das auch nicht?“ *schwubs *prost

Entkoffeinierte Böhnchen kennenzulernen, die tatsächlich wie richtiger Kaffee schmecken und das Bedürfnis nach authentischem Geschmack befriedigen, wäre in solchen Kursen aber auch reizvoll. Vielleicht gibts da Empfehlungen, die man mitnehmen kann.

Hasta La Barista, Baby :smiling_face_with_sunglasses:

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Habe ich noch nicht entdeckt. Daher ziehe ich den Getreidekaffee vor, zumal der dann nicht importiert werden muss und eine bessere Klimabilanz hat.

Entkoffeinierter Kaffee war meistens so sauer, dass sich der Magen beschwerte, oder putschte doch auf - vermutlich eingebildet, wenn kein Koffein drin ist, aber das reicht ja auch.

Ach, jetzt lese ich das erst mit dem Baristakurs. Oha, schwierige Frage. Ich würde morgens mein Medikament normal nehmen, wenn der Baristakurs abends ist. Aber ich nehme Methylphenidat, Elvanse wirkt ja wenigstens unterschwellig auch länger?

Ich war vor Jahren bei einer Tagung mit optionaler Weinprobe mit ortstypischer Wurst- und Aufschnittverkostung. Da ich nicht nur keinen Alkohol mehr trinke wegen Methylphenidat, sondern auch schon sehr lange Vegetarier bin, fand ich das doof und bin natürlich nicht hingegangen.

Vielleicht werden wir noch Zeiten erleben, dass vegane Häppchen und alkoholfreie Weine und Biere das „Normale“ sind und die anderen außergewöhnlich.

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Dank Lea kam ich damals auf diesen Decaf Espresso

Da kostet dat Kilo aber n‘ paar Eurönchen mehr.
Bisher allerdings der einzige für mich authentisch schmeckende Decaf. Ich müsste mal Nachschub ordern.

Getreidekaffee finde ich aber auch lecker.
Da habe ich erst einen probiert.

Ich würde der Sünde den Vorzug geben.
Daher mal einen Tag mit Elvanse aussetzen und für den nächsten Tag ein nicht wundern einplanen, falls irgendwas mehr zittert als sonst.
Ja, 5 Tage steadty state. Ja ja ja.
Aber Leben und Genießen ist heilsam. Für einen Tag von 14 wäre es mir die Sünde wert…

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Vielen Dank für den Hinweis.

Ich hab im April meinen Termin zur ein Dosierung und ich glaube ich werde dann schon vorher den Kaffee Entzug machen :sweat_smile:

Ich wollte sowieso schon länger von Kaffee auf Ingwershot am morgen umsteigen (ich stehe auf total drauf, aber ich bekomme es nie hin, mir den auch tatsächlich dann zu machen).

Das ist vielleicht endlich der Motivationsschub den ich brauche.

Ein Arbeitskollege von mir ist letztes Jahr auch ADHS diagnostiziert worden und hat ebenfalls komplett mit Kaffee aufgehört.

Er hat nur erzählt, dass es ihm nicht wirklich gut tut. Aber vielleicht hing es auch mit den Medikamenten zusammen.

Das Kaffee mich nicht wirklich wach macht, hab ich schon länger registriert, aber es ist so ne Gewohnheitssachen geworden und ich trinke ihn einfach gerne.