Was haltet ihr von dieser Studie?

Ich finde die unten verlinkte Studie recht interessant, dass würde ja schon bedeuten, dass ADHS bei Kindern und ADHS bei Erwachsenen irgendwie schon unterschiedliche Störungen sind, jedoch mit gleichen Symptomen. Nur frage ich mich dann, was die auffäligkeiten in den Zeugnissen und die Erinnerungen an diverse Schwierigkeiten dann bedeuten. Und warum man dann überhaupt noch für die Diagnostik die Zeugnisse braucht. Was ist ADHS im Erwachsenenalter denn dann eigentlich? Über eure Gedanken dazu freue ich mich sehr.

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Ich denke - man kommt als ADHSler zur Welt.

Es ist eine genetisch bedingte Funktionsweise. Problematisch finde ich es , wie Lachenmeier auch immer betont - dass man ADHS an den Symptomen festmacht!

Das ist leider insgesamt in der Psychiatrie total bekloppt mit den Diagnosen.

Wir haben hier viele Erwachsene mit ADHS bei denen hätte in der Kindheit keiner dran gedacht - aus verschiedenen Gründen.
Es ist keine Kunst die Diagnosekriterien da im Nachhinein nicht zu erfüllen - obwohl da sicher schon ein ADHS Hirn da war.

Auch die Überschrift von diesem Text finde ich dazu interessant:

Edit: ich weiß nicht ob das nur für eingeloggte sichtbar ist.

Symptoms in individuals with adult-onset ADHD are masked during childhood

verfasst von: Hirotaka Kosaka, Toru Fujioka, Minyoung Jung

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Ja schade ich kann es leider nicht öffnen.

Hier : Symptoms in individuals with adult-onset ADHD are masked during childhood - PMC

Ja vielleicht sind sie noch nicht so sichtbar, nur dennoch ist doch seltsam, dass bei denen die schon als Kinder diagnostiziert waren als Erwachsene die Kriterien häufig nicht mehr erfüllen.

Danke dir

Nein, ist überhaupt nicht seltsam.

Ich würde wahrscheinlich die Kriterien jetzt auch nicht mehr erfüllen!! Weil die Diagnostik einfach blöd ist. Weil ich entsprechende Copingstrategien gelernt habe! Deshalb ist die Funktionsweise meines Hirns aber noch gleich.

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Früher ging man ja grundsätzlich davon aus das nur Kinder ADHS haben - weil die Symptomatik eben bei Erwachsenen nicht so auffällig ist und viele lernen es gut zu kompensieren und auch oft lange gut funktionieren.

Bis zum Burnout nämlich. Einige werden auch früh drogenkrank und kriminell. Oder fehldiagnostizierte Depressionen.

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Auch sehr interessant.
Nur dann kommt bei mir die Frage auf, wenn wir zwei Kinder haben, beide in einem guten, unterstützenden Umfeld aufwachsen und beide mit durchschnittlicher Intelligenz, wie könnte es dann sein, dass ein Kind als Kind die Symptome maskiert und die Diagnose erst als Erwachsener erhält und das andere Kind, als Kind nicht maskiert und die Diagnose bereits als Kind erhält und als Erwachsener die Kriterien nicht mehr erfüllt.
Würde das dann daran liegen, dass Kind= als Kind diagnostiziert einfach früher behandelt wurde und besser gelernt hat damit umzugehen?
Aber wie erklärt sich dann, dass ein Kind mit guter Umgebung, durchschnittlicher Intelligenz, bereits als Kind diagnostiziert im Erwachsenenalter auch noch die Kriterien erfüllt. Das wäre dann ja eigentlich ausgeschlossen.

Und warum maskiert das eine Kind und das andere nicht?

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In meiner Kindheit und in einer Kleinstadt, kannte wohl kaum jmd ADHS . Ich weiß zwar, dass ich in einigen Bereichen auffällig war aber bin immer dennoch irgendwie, ganz gut durchgekommen. Im laufe des lebens immer mal wieder Krisen aber eigentlich erst dann ,als jetzt geht es so nicht mehr weiter, die Diagnostik gemacht, als durch Überlastung emotional und körperlich andere körperliche Beschwerden hinzukamen und ich für mich einfach gemerkt habe, dass ich meine Symptome gar nicht mehr kompensieren kann und sie ein neues hoch der Ausprägung erreicht haben, einfach keine Kraft mehr. Die burn out Theorie könnte also für mich tatsächlich zutreffen.

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Haben doch nicht alle die gleichen schauspielerischen Talente :thinking:

Ja eventuell ist das so. Dennoch ich glaube ich fände hierzu eine weitere Studie interessant. In der all diese Variablen berücksichtigt werden. Interessant wäre auch wieder eine Langzeitstudie. Am Besten eine Jahrgangsstufe einer ersten Grundschulklasse, die man bis zum Alter von ca.40 begleitet. Die müsste man auf jedenfall auch auf Umgebung, soziale Unterstützung, intelligenz etc. Aufteilen. Dann gibt es dort bereits Diagnostizierte und die nichtdiagnostizierten, und die eh nie eine diagnose bekommen. Im laufe der Zeit kann man dann sehen, wer später noch ne Diagnose bekommt, wer sie verliert, wer sie behält und als Kind schon hatte und so weiter.
Hierzu kann man echt viele interessante Hypothesen aufstellen.

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Eine sehr interessante Diskussion hier, wäre ich nicht schon wieder so müde, könnte ich mich vielleicht sogar noch konstruktiv daran beteiligen.

Da das aber nicht mehr der Fall ist, möchte ich höchstens der lieben @Justine hier gerade mitteilen, dass ich Deine Sicht immer besser verstehe und auch durchaus nachvollziehen kann.
Aber jetzt sage ich gute Nacht und schlaft alle gut.
:heart:

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Ja, da gibt es noch einige weitere Studien, die das bestätigen.

Gerade Frauen sind in der Kindheit durch ihre Geschlechtshormone besser gegen psychische Störungen geschützt.
Siehe

Daneben kann hohe Intelligenz höhere Copingfähigkeiten schaffen. Ich formuliere das gerne so, dass dann die Intelligenz halt fürs Coping verbraten wird und halt nicht für produktiveres zur Verfügung steht.

Dasselbe würde ich nochmals für soziale Intelligenz so sehen (die ja nicht mit IQ-Tests gemessen wird).

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Egal welche Studie - ich denke, das ADHS war immer da (und bleibt auch) - auch wenn man es nicht gesehen hat.

Deshalb sind die Studien irgendwie so absurd.

Aber gleichzeitig interessant.

Könnte mich da jetzt Stunden mit beschäftigen, statt zu schlafen.

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Kann es nicht vielleicht auch zusätzlich mit der Rollenerwartung zusammenhängen? Von Mädchen wird ja durchaus, auch heute noch und vor ein paar Jahrzehnten besonders, ein anderes Verhalten erwartet und ich denke die meisten Menschen haben einen großen Anpassungs und zugehörigkeits Wunsch. Wenn einem Mädchen also viel häufiger gesagt wird, es solle jetzt mal ruhig sein und so verhält man sich doch nicht (Beispiel bei Impulsivität oder Hyperaktivität) wird es viel früher damit beginnen, Strategien zu entwickeln dieses Verhalten zu kompensieren.
Gehen wir jetzt davon aus, dass bei einem Jungen dieses Verhalten nicht so häufig getadelt wird und das Verhalten eher als normaler angesehen wird, dieser Junge keinen Grund sieht sein Verhalten irgendwie anzupassen oder eben andere Strategien zu entwickeln. Das geht dann eventuell bis zur Grundschule gut, dann werden aber auch solche Verhaltensweisen bei Jungen zu einem echten Problem und der Junge wird daher eher diagnostiziert.

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Und im nicht ganz so auffäligen Bereich, wird auch der Junge nicht diagnostiziert, weil es als typisch junge gesehen wird.

Naja ist jetzt auch nicht 100% schlüssig. Könnte aber vielleicht einen Teil zusätzlich erklären.

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Ich fand sehr interessant, was ulbre im Vortrag gesagt hat zum Thema RSD - warum Mädchen eben noch mehr Angst haben ausgeschlossen zu werden. Das bedeutete in der Vergangenheit den Tot.

Habe darüber einen Blogartikel geschrieben, weil mich das so beschäftigt hat.

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