Was mich dabei aber vor allem so fertig macht: das wird mit dem Alter eher schlimmer als besser!
Oder hat es gar nichts mit dem Alter zu tun, sondern einfach damit, dass wir dank Internet und vor allem Social Media in einer Welt voller unbegrenzte Möglichkeiten zu leben scheinen?
Als Generation X schien mir in meiner Jugend die Welt irgendwie noch kleiner und überschaubarer, es war leichter, da einen Weg zu finden
Unter all diesen Möglichkeiten jetzt scheint mir das immer schwieriger zu werden
Nicht nur das. Verwirrend ist auch die Aufsplitterung der Welt in immer kleineren Meinungs und Handlungsvielfalten. War die Welt vor der Jahrtausendwende schon nicht Homogen, so doch Überschaubarer.
Als ADHS-Mensch, der ein überschiessender Querdenker ist, sind allerdings Struktur und Vorhersagbarkeit wichtig, um ihm Grenzen und Halt zu setzen.
Es stimmt schon, irgendwie brauchen wir eine heile, kleine Ponyhof-Welt als Basis um unser Porential zu nutzen.
Zumindest ich leide an einer Entgrenzung, bei all den Möglichkeiten. Und hasse doch Zwänge. Diese Hybris gilt es auszuhalten.
Das ist zumindest mein Ansatz im Moment.
Ich möchte gern aufs Land ziehen, wo es überschaubarer ist, ich halte es hier im Ballungsgebiet nicht mehr aus.
Da ich ursprünglich vom Land komme, ist mir das nicht fremd, in meiner Kindheit waren wir nahezu Selbstversorger und ich habe mich fernab vom Trubel schon immer am wohlsten gefühlt
Ein Obst und Gemüse garten, ein paar Hühner und einen gewissen grad an autarkie, so Stelle ich mir den Rest meines Lebens vor
Kein Lärm, von bellenden Hunden, krähenden Hähnen und gelegentlichen Landmaschinen mal abgesehen
Ich schätze, 90% meiner psychischen Probleme würden sich schnell in Luft auflösen…
Mir geht es da genauso.
Ich brauche äußere Reizarmut um das innere Chaos zu händeln.
Ich lebe recht isoliert in einer großen Stadt.
Genau das Gegenteil wäre mir zuträglich.
Eine idyllische Kleinstadt, wo noch jeder jeden kennt, wo nicht viel passiert, wäre für manchen Tod langweilig. Aber ich habe so viel in meinem Kopf dass ich auf äußere Reize gerne verzichte.
Gerne viel draußen.
Das habe ich als Kind erlebt, und mein ADHS war so fast gar nicht präsent. Es kommt eben doch auf das Umfeld an. Die Stadt ist einfach nicht mein Biotop.
Das können wahrscheinlich auch viele Normalos sagen, aber unser Stresslevel ist doch eben noch höher als bei ihnen.
Außerdem bin ich zu alt, um mich immer wieder auf neue Situationen und Stressoren einlassen zu können.
Ist mein Stresslevel zu hoch, klappt es auch mit Achtsamkeitsmeditationen nicht, weil ich einfach zu übersteuert bin. Ich will dann eigentlich immer noch mehr Action haben. Und das ist ungesund.
Eigentlich ist es die gesunde Mitte , zwischen zu viel Eindrücken und Langeweile.
Weniger Reize sind für viel sehr hilfreich. Ich bin noch in einem ruhigen Umfeld so groß geworden wie Gerald Hüther sich es wünscht . Immer mit ganz viel Freiheit draußen und kreativ aktiv ……aber mein ADHS war trotzdem präsent.
Präsent wird es immer sein, aber sicher weniger belastend.
Draußen in der Natur sind auch Reize da, aber die sind sozusagen unaufdringlich und erfordern keine Aktion.
Mein Gehirn ist dann zumindest nicht mehr im Alarm Modus.
Das ADHS ist dann natürlich immer noch da, aber ich glaube schon, dass es mir mit den Depressionen und der Angst helfen würde
Womit mein Hirn da im Moment klarkommen muss, ist definitiv zu viel
Und vor allem fehlt mir der Ausgleich, zum Beispiel Sport.
Das bedeutet hier entweder, im Fitnessstudio oder Verein, irgendwelche langweiligen Bewegungen zu wiederholen, im Schwimmbad zwischen einem Haufen Leute herum manövrieren zu müssen und selbst beim Joggen im Wald mich noch mit einer Menge Spaziergänger, Radfahrer und Hunde Besitzern auseinandersetzen zu müssen.
Wie hab ich es genossen, im Berchtesgadener Land vor dem großen Touristenansturm und bei weniger gutem Wetter wirklich mutterseelenallein dadurch die Berge zu stapfen!
Hier ist man nie allein, und vor allem sind die Leute, denen man begegnet, auch irgendwie ständig gehetzt und genervt
Davon kann ich mich irgendwie nicht abgrenzen, das springt dann direkt auf mich über
Schwimmen, Radfahren, Joggen, ist in der Großstadt mit sehr viel Gewusel verbunden. Irgendwie stehen die anderen Menschen einem immer nur im Weg!
Wenn ich sehr gestresst bin, suche ich aber auch immer mehr Reize, ich weiß auch nicht wieso.
Ich bin dann so angefixt, dass ich Angst habe, davon runterzukommen, und suche noch mehr Reize.
Fast schon hypomane Zustände.
Irgendwie baut Stress zu viel Dopamin ab, und das Gehirn verlangt nach Dopamin und will deshalb Reize von außen haben. Nur so kann ich mir das vorstellen.
Ich schreibe das hier auch, weil ich zur Zeit das größte Problem habe, einfach nicht verstanden zu werden. Allgemeinplätze greifen davon anderen nicht.
Ich kenne eigentlich nur zwei Zustände: übersteuert oder grenzenlos erschöpft.
Da muss ich allen Naturliebhabern Recht geben, ALLES ist in der Natur und einem ruhigeren Umfeld natürlich viel angenehmer , weil man viel weniger zusätzlich regulieren muss. Die Ruhe tut einfach gut. Das war besonderes zur Pandemie zu bemerken.
Muss man weniger regulieren, bleibt auch etwas mehr Kraft für die ganzen anderen Dinge über , die es auch noch zu regulieren gibt.
Chaos , Zeitblindheit , Planungsunfähigkeit, Chaotentum …etc…ppp…bleibt mir auch ganz allein in tiefster Natur mit nur wenig Zeugs im Rucksack zuverlässig vorhanden.
Die für mich entscheidende Frage ist dabei immer:
Verursachen mir die Symptome selbst Stress oder nur die Konsequenzen daraus?
Für mich ist es so, dass ich eigentlich ganz gut damit klarkomme, solange ich nicht arbeiten oder mich noch um andere Leute kümmern muss.
Solange ich mich nur um mich selbst kümmern muss, komme ich klar, denn für die meisten Probleme gibt es irgendeinen Workaround.
Dann bezahle ich meine Rechnungen eben erst nach der zweiten Mahnung und Zahl zähneknirschend die Mahngebühr.
Oder hab nichts zu essen im Haus. Dann muss ich halt noch mal los, oder mir was bestellen, oder halt ne Dose Mais essen, die ich noch im Schrank gefunden habe.
Dann ist eben nicht aufgeräumt, das Wohnzimmer mit Kartons voll gestellt und das Bild steht seit einem halben Jahr in der Ecke und wartet darauf aufgehängt zu werden.
Nervt mich irgendwann, verursacht mir aber nicht den Stress wie eine Fremdbewertung im Job z.B.
Und wenn ich Zeit habe, regulieren sich einige Dinge auch von selbst
Dann komme ich gar nicht erst in eine Überforderung Situation, weil ich rechtzeitig die Reißleine ziehen kann und meine motorische Unruhe irgendwie ausleben kann.
Stress hab ich erst, wenn ich an einen Bürostuhl vor einem Bildschirm gefesselt bin, gezwungen bin, irgendwelchen blöden Meetings zu folgen, die nicht vorankommen, oder irgendwelche in meinen Augensinnlosen Tätigkeiten durchzuführen
Was heißt die Familie?
ALLE, die ich informiert habe, reagieren so. Ärzte, Freunde, Familie.
Darum sage ich schon gar nichts mehr. Ich werde einfach nicht ernst genommen.
ADHS ist wie Teilzeit-Demenz.
„Wenn ich mich so zurückziehen würde wie du, wäre ich auch Depressiv!“
Ich habe zu negative Erfahrung mit Menschen gemacht, so dass ich mich zurückziehe.
Denn wir fallen negativ auf, ob nun ADHS I oder H.
Das wird dann alles als Charakterschwäche gelabelt. Aber keiner sieht, wie sehr wir uns anstrengen, anstrengen müssen.
Selbst wenn du ausgebrannt bist, wird das als Faulheit gesehen.
Wäre ich super reich, würde ich mich auf irgendeine norwegische Insel in den Fjorden zurückziehen, und vom Jagen leben. Vielleicht noch ein Buch schreiben. Ab und zu mal ins Dorf um Lebensmittel zu holen.
Irgendwann geht einem auch der angeborene Humor und und Optimismus flöten.
Glücklicherweise haben weder meine Ärzte / Therapeuten, noch Freunde mir gegenüber jemals sowas in dieser oder ähnlicher Form geäußert.
Solche Fachleute hätte ich gewechselt und die anderen wären keine Freunde, sondern höchstens noch Bekannte.
Klar, auch unter Freunden gibts vielleicht mal unüberlegte Sprüche, aber die meisten von denen haben selber Probleme. Da muss man sich eh gegenseitig annehmen, oder zumindest uffbasse. Gutes Training.
Und wenn es mal ganz kurz Zickenalarm gibt, ist es in der Regel schnell geklärt.
Sonst wären wir nicht schon solange befreundet.
Da kann der Kontakt auch mal länger ruhen - ohne Mimimi.
Solche Menschen sind mir am liebsten.
Hoffe, du findest davon ein paar und kommst bissl aus der Talfahrt raus🤞🏻
Was mich persönlich bei mir am meisten nervt, dass ich mehrere Dinge gleichzeitig mache, also gleichzeitig Handy, Instagram, WhatsApp, irgendwelche Sachen nachlesen, die mir plötzlich einfallen, das kann ich dann auch nicht aufschieben, es ist dann wahnhaft,. Auch Filme gucken etc. nur mit nebenbei Handy oder irgendwas zu tun, d.h. ich bekomme von allem nur die Hälfte mit und fördere noch mehr die Unkonzentriertheit. Dann schnell überfordert und überlastet sein mit vielen Dingen aber gleichzeitig auch viel Dinge machen wollen. Das überfordert sein, das würde ich gerne weg haben, ich würde so gern diese Reizüberflutung in meinem Hirn stoppen können. Und manchmal dieses wahnhafte in Sachen Reinknien. Und sie dann aber auch später wieder lassen und nicht zur Meisterschaft bringen.
Und sie dann aber auch später wieder lassen und nicht zur Meisterschaft bringen.
Kann ich total nachvollziehen. Irgendwie schafft man es nicht irgendetwas richtig gut zu können weil man nicht in der lange ist, es lange genug durch zu ziehen. Das ist auch etwas was mich sehr frustet.
Dazu Stört mich meine Emotionale Desregulation. Ich bin unheimlich schnell frustriet von mir selbst. Immer dieses “Warum schaffen das die anderen, aber ich nicht..” “Ich drehe mich immer im Kreis und alle andere rennen an mir vorbei…” Es macht mich dann total fertig.
Es ist auch so, das ich auf der Arbeit total gefrustet bin. Ich will was erreichen und schaffe es nicht. Jedenfalls empfinde ich es so. In meinen Augen mache ich unnütze, sinnbefreite Arbeit. Andere sagen ich soll mich nicht so anstellen. Aber mich zerbricht es. Emotional ist es einfach ganz, ganz, doll, schlimm für mich. Ich glaube (Meine Inneren Gedanken, wahrscheinlich nicht die Realität) das mich alle für dumm halten und ich die Aufgabe bekommen habe weil die anderen meinen ich sei zurückgeblieben… und das dass einzige ist was ich schaffe. Es Unterfordert mich Intellektuell extrem.
Alles in meinem Kopf scheint größer zu sein als es, (laut meinem Umfeld) ist.
Alleine weil mein Inneres ist so, sooo anders als das äußere, und das ist so anstrengend und Frustrierend.