Wechseljahre: Jetzt offiziell und ich habs nie gecheckt

Ich bin ja schon lang als Gast hier unterwegs und die Anziehung zu allem, was ADxS betrifft hat es mich schon länger vermuten lassen, dann wieder hab ich mich heruntergeschraubt, dass ich mir das nur einbilde, weil ich ja viele Symptome von „klassischen“ oder „starken“ ADxSlern gar nicht habe und dass die Symptome schlimmer werden resultiert daraus, dass ich so viel darüber gelesen habe, undundund…

Dann hat es mich aber doch nicht los gelassen und dank der Unterstützung hier im Forum durch die Adressliste hab ich recht schnell eine Therapeutin gefunden. Hab ihr ganz explizit gesagt, dass ich gar nicht dringend auf der Suche nach einer Diagnose ADHS bin, und ich das im Prinzip nur für meine innere Ruhe ausschließen will, haha.

Und jetzt habe ich eine offizielle Diagnose ADHS. Seit Mittwoch.

Und seitdem gehe ich durch ganz verschiedene emotionale Aggregatzustände zwischen „oh, jetzt doch? echt jetzt?“, „naja, irgendwie wusste ich es ja“ und auch immer noch „und wenn sie das einfach nur so sagt, weil ich Privatzahlerin bin?“

Ich fühle jetzt alles, was ich schon so oft gelesen habe: Endlich ergibt so vieles Sinn. Erleichterung, Angst, Entspannung, Trauer über verlorene Lebensjahre (ich bin grad 51 geworden). Schmunzeln, dass ich das Internet über ADHS leer gelesen habe und trotzdem immer dachte, ich bin das nicht, weil ich ja nicht so mega vergesslich bin. und überhaupt gibt es das bei uns in der familie nicht und als kind hatte ich auch nichts. dank der nachfragen der therapeutin konnten wir ermitteln, dass das gar nicht stimmt und ich habe jetzt einen ganz anderen blick auf meinen vater, meinen großvater, meine kindheit. ich habe das ja nie hinterfragt.

im vergleich zu anderen komme ich ganz gut zurecht. aber im großen und ganzen klappt einfach auch ganz viel in meinem leben nicht, vor allem auf der beziehungsebene und in der emotionalen dysregulation.

dennoch habe ich diese angst, dass das vielleicht übertrieben ist und das doch noch nicht die erklärung für alles ist. mein therapeut sucht auch gerade eine autismus-diagnostik für mich, er unterstützt den verdacht grundsätzlich.

ich habe auch öfter schon gelesen, dass die symptomatik mit den wechseljahren schlimmer werden kann und dass östrogen und dopamin sich beeinflussen und herrje, was für ein schönes neues thema für nächtelanges lesen! aber viel forschung gibt es dazu wohl noch nicht.

DANKE, dass ich auch „vorher“ schon hier sein durfte, danke für eure ganzen erfahrungen und berichte, dass es euch gibt, dass ihr so offen seid… ohne eure geschichten wäre ich nur halb so schlau und wäre wahrscheinlich nie meinem verdacht nachgegangen! und schon bevor der diagnose habe ich angefangen, ein paar dinge zu verändern, die tatsächlich helfen und gut tun und es ist so wichtig, darüber zu sprechen. Dankedankedanke <3

Nisi

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Herzlichen Glückwunsch :partying_face:

Diese Phasen nach der Diagnose kann ich bestens nachvollziehen. Konnte es auch erst so richtig fühlen, als es offiziell war :slight_smile:

Das scheint was im Kopf auszulösen und dann klickts und klickts und klickts.

Ein auf und ab der Gefühle, aber die Erleichterung überwiegt und die neuen Erkenntnisse und Emotionen müssen auch erstmal verdaut werden.

Ganz viel Eichhörnchen-Power für dich

:index_pointing_at_the_viewer: :muscle: :chipmunk:

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