Welchen Job habt ihr und klappt das?

Hallo zusammen :slight_smile:
ich habe mich eben erst hier angemeldet und war erstmal was überfordert von den ganzen Beiträge etc..:laughing:

Aber dann habe ich dieses Thema gesehen und dachte mir, dass ist doch ein guter Einstieg hier ins Forum.

Ein “wer bin ich” Beitrag habe ich noch nicht gesehen. Aber gut, zurück zur Frage…
Ich habe auch sehr sehr lange gebraucht einen “perfekten” Beruf zu finden. Habe im Büro gelernt, das Resultat: 3 Jahre Quälerei und mehrere Abmahnungen :roll_eyes: . Dann habe ich im Einzelhandel und im Lager gearbeitet. Im Lager war ich als Kommissionierer eingesetzt und 8 Stunden in einem 100m² großen Raum “eingesperrt” wo ich meine Runden gedreht habe. Das habe ich aber nur ein paar Wochen ausgehalten.
Dann wollte ich eine Umschulung in der IT machen, leider waren die Dozenten sehr unfähig und die ständige vorm Computer sitzen ist einfach nichts für mich. Auch ein Selbststudium habe ich probiert aber da hatte mein ADHS wohl garkein Bock drauf :sweat_smile: . Ich habe mich auch letztes Jahr sehr viel mit dem Thema “der richtige Job für ADHS” beschäftigt und wollte auch schon eine Jobbörse dafür gründen :sweat_smile: . Es gibt sogar eine Jobbörse für Menschen mit Behinderung (ADHS eingeschlossen). Da hatte ich auch ein paar Vorstellungsgespräche aber dort war leider nichts dabei. Außerdem habe ich für mich festgestellt das es nicht “den” Beruf für einen ADHSler gibt. Denn jeder hat andere Interessen.

Jetzt bin ich im Außendienst und fahre sehr viel durch mein Gebiet und bin auch mehrere Tage nicht zuhause. Also habe ich immer Abwechslung, jeder Tag ist anders und den Job habe ich schon fast ein Jahr :grin: .

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Achtung: Ich neige zu Romanen. Ich hab große Probleme mich beim Schreiben kurz zu fassen. Meine berufliche Reise war ein auf und ab. Nach der Schule wusste ich erstmal so gsr nicht was ich wollte. Für alles was in Richtung Kunst ging, brauchte ich ein Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. Der Mediengestalter äußerte sich als ziehmlich öde, weil man entgegen der Erwartungen doch sehr wenig selbst entscheiden durfte wie etwas aus zusehen hatte. Zumindest in den Betrieben in denen ich Praktika gemacht hatte. Das wurde mir schnell zu Öde. Dann hatte ich mich als Florist ausprobiert, der hätte mir gefallen, mich hat es aber abgeschreckt, dass ich so viel an Latein lernen musste. Dann hatte ich gedacht, ich wollte Bestattungsfachkraft werden. Ich kam aber an keinen Betrieb, der ausbilden wollte oder ein Praktikum anbat. Dann hab ich erstmal ne weile nichts gemacht, weil mich die Ausbildungssuche sehr überfordert hatte. Dann hatte ich erstmal bei Famila an der Kasse gejobt, das hab ich für 6 monate durchgehalten, bin aber vor Langeweile fast umgekommen und ich hatte ständig ein paar Euro fehlbeträge durch Flüchtigkeitsfehler, was dem Arbeitgeber natürlich sauer aufstieß. Dann hab ich eine Ausbildung als Bäckereifachverkäuferin angefangen, der Betrieb hat mir dann aber meine erst feste Lebenskriese seit der Schulzeit beschert. Dort wurde mir immer wieder gezeigt, dass ich zu langsam und zu ungenau arbeite. Auch war der Umgang mit hungrigen Menschen einfach nochmal komplett anders, als einfach menschen an der kasse zu bedienen. grauenhaft. Ich hab dort wieder wie in der Schule an mir gezweifelt, mir eingeredet, ich sei dumm und wäre einfach nicht fähig richtig zu arbeiten. Die ausbildung hab ich dann abgebrochen, nachdem mir die Bezirksleitung nahegelegt hat, dass ich kündigen sollte.

Dann bin ich in eine Maßnahme vom Arbeitsamt gekommen. Dort sollte ich laut Berater eigentlich Bewerbungstraining und so bekommen. Eigentlich war das aber nur Stunden absitzen. Ein richtiges Bewerbungstraining hab ich erst bekommen, als ich mich beim Amt beschwert hatte, dass da nichts kam. Dann hab ich ein Praktikum im Einzelhandel gemacht in einem Spielzeuggeschäft. Dort hab ich mich nicht wohl gefühlt. Gleiches wie bei der Bäckerei. Zu viele Menschen, die einfach von Grund auf unfreundlich waren und ich braucht für meine arbeiten einfach zu lange.

Dann also zurück zur Maßnahme. Dort hing ich dann schon für ein halbes Jahr. Irgendwann hab ich mich dann bei einem Planenmacher beworben und dort ein Praktikum gemacht. Der Betrieb war sehr begeistert von mir, weil ich anpacken kann, eine gute Auffassung habe, sehr kreativ bin und auch Handwerklich begabt.

Also hab ich dort meine nächste Ausbildung begonnen. Natürlich war es nicht so toll wie zu beginn. Immer wieder kamen mir meine Flüchtigkeitsfehler in die Quere, mein langsames arbeiten konnte ich mit genug routine irgendwann aufbessern. Aber ich hab halt immer wieder broblene vehabt, dass ic sehr viele fehler machte. Mein Chef verstand auch nicht, dass es das gegenteil bewirkte, wenn er mich dies bezüglich unter Druck setzte. Das machte es nur schlimmer. Ich war immer wieder in der Situation, dass ich keinen Bock mehr auf die ausbildung hatte und immer kurz vorm abbrechen. Ich hab mir dann aber selbst ummer gesagt, jetzt bin ich schon so weit und ich hab keinen Bock mehr von null wieder zu beginnen. Also hab ich es irgendwie geschafft meinen gesellenbrief zu machen. Natürlich nicht als landebester, so wie es der chef es wollte sondern mit 3er Durchschnitt und nem grottenschlechten Gesellenstück, welches ich nach der Prüfung nochmal bauen musste, weil das eigentlich eine Bestellung für einen Kunden war. Aber ich hatte es geschafft. Da ach hab ich noch ein jahr in meinem Lehrbetrieb gearbeitet, aber das war auch nur noch quälerei. Ich wurde dann gekündigt. Eigentlich mit der Aussage, man hätte kein Geld die Gesellen zu halten. Nachdem ich aber gemerkt hatte, dass der andere Geselle immer noch fröhlich dort arbeitete, hat sich das als Lüge herausgestellt. Naja, wirklich überrascht war ich aber nicht…

Dann hab ich mich bei den umliegenden Planenmacher und Segelmacherein beworben. Das schöne war, ich konnte mir förmlich aussuchen, wo ich arbeiten wollte. Selbst mit meinen 3er Zeugnis und meinem grottenschlecht geschrieben Arbeitszeugnis.

Bis ich dann aber in einer Firma ankam dauerte es auch wieder. Ich war dann erst in einer großen Industrie Firma, die Biogasdächer und Hochwasserschutz herstellte. Dort habe ich es aber nur ein halbes Jahr ausgehalten. Ich hab mich dort am Rücken verletzt und sollte nach meiner Auszeit erst wider langsam mit leichten sachen starten. Sie teilten mi h dann gleich wieder in die Nachtschicht mit den schweren dächern ein. Ich hab dann gekündigt und mich freistellen lassen.

Danach bin ich wieder in einem kleineren Betrieb. Dort hab ich es auf Grund der Leute keine 2 Monate ausgehalten. Der dortige Geselle hat mich oft sabotiert und mich dann beim Chef angeschwärzt. Weil da konnte ich eigentlich arbeiten wie ich es konnte und hab keine Fehler mehr gemacht. Der Geselle hatte nor aber mehr als einmal zu verstehen gegeben, dass er keinen Kollegen wollte. Auch da hab ich innerhalb der Probezeit gekündigt. Als nächstes war ich in einem betrieb der faltbare Bollerwagen herstellt. Dies war auch wieder so ein Betrieb, der sich nur von Ausbeutung finanzierte. Das gehalt war schlecht. Man hatte ein sehr strenges Tagespensum einzuhalten,und durfte nicht mit seinen Kollegen schnacken oder sich mal einen Kaffee holen. Auf die körperliche Gesundheit wuede auch nicht geachtet. Ich hatte ständig ruckenschmerzen durch die Nähmaschinenstühle und durfte mich nicht mal durch die gegend bewegen. Auch keine neuen Stühle wurden besorgt. Ich hab dann auch innerhalb der Probezeit gekündigt. Tja und dann hat mich das Arbeitsamt wieder in eine Maßnahme gesteckt. Ich konnte dann aber schnell wieder raus. Ich hab nach einem Monat wieder bei einem Betrieb beworben, bei dem ich dann 9 Jahre war. Dies war ein Sanitätshaus , welches Hilfsmittel für behinderte menschen herstellt. Ich hab in der Schneiderei gearbeitet. Zwischen zeitlich hatte ich dann noch meine Kinder bekommen und war wegen Elternzeit raus. Anfangs konnte ich dort arbeiten wie ich wollte und konnte. Hauptsache die arbeit wurde fertig und war ordentlich. Das änderte sich aber. Irgenwann stand immer mehr das Geld im Vordergrund und der druck Wuchs, was bei mir dann wieder auch die Fehlerquote wachsen ließ. Dies hat auch irgendwann nicht mehr interessiert und es wurde immer mehr druck gemacht. Ich hab dann noch bersucht 5 jahre in einer anderen Abteilung zu arbeiten als Quereinsteiger, aber auch dort wurde die Geldgier immer mehr spürbar. Dann haben viele aus diesen Gründen gekündigt und ich zog, nach dem ich eine Gehaltserhöhung, die mir versprochen wurde nicht bekam, nach. Jetzt bin ich, seit 2023 in einem Konkurrenzhaus, welches sich aus ehemaligen Arbeitnehmern gegründet hat, die in meiner vorherigen Firma gearbeitet haben und aus den gleichen oder ähnlichen Gründen wie ich gekündigt haben.

Jetzt bin ich zurzeit recht glücklich. Ich kann arbeiten wie ich kann und will. Kann mich kreativ ausleben. Einzig mit einer Arbeitskollegin hab ich immer wieder beef, aber das erledigt sich sowieso irgendwann biologisch. Da kann ich die Arschbacken auf jedenfall zusammenkneifen. Zumindest hab ich das jetzt schon 2 Jahre geschafft :sweat_smile:.

So viele andere Alternativen hab ich als technischer Konfektionär in Teilzeit aber leider auch nicht mehr.

Eine Umschulung will man mir aber nicht finanzieren bei Arbeitsamt.

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Hey, ich hab einige Jobwechsel hinter mir, nach dem Abitur wusste ich ganz lange nicht, was ich eigentlich arbeiten/ studieren möchte und bin damals als Zivi auf den Trichter gekommen, Arzt zu werden. Mir hat die Arbeit am Menschen immer sehr gefallen. Das Abi war dann zu schlecht und so hab ich mich - auch weil ich immer sehr viel Sport getrieben habe - dann erstmal für eine Ausbildung als Physiotherapeut enschieden. Die Arbeit fand ich zwar sinnvoll, aber in der Praxis doch etwas eintönig und habe mich irgendwie unterfordert gefühlt. Ich habe dann 2 Jahre als Physiotherapeut gearbeitet und dann mit Medizin angefangen aber sehr schnell gemerkt, dass mir die Paukerei so gar nicht taugt. Damals hatte ich auch die Diagnose noch nicht.

Für mich war klar, dass ich noch studieren möchte und weil ich mit Kindern immer einen sehr guten Kontakt hatte hab ich mich dann entschieden, Grundschullehramt zu studieren. Das hab ich durchgezogen und arbeite seit dem sehr gerne in dem Beruf. Der Alltag ist sehr dynamisch, gleichzeitig gibt es klare Strukturen, wovon ich sehr profitiere und der Kontakt mit den Kindern macht mir sehr viel Freude. Mit Unterstützung durch Medis bin ich auch nicht mehr so erschöpft und insgesamt sehr viel ausgeglichener. Das Organisatorische liegt mir nicht wirklich, aber der kreative Part - also Unterrichtsthemen und Methoden überlegen und Material erstellen/ ausarbeiten dafür umso mehr. Es bleibt nicht immer Zeit, alles so perfekt auszuarbeiten, wie ich es mir wünsche und manchmal reagiere ich dann schnell resignativ, aber ich sehe da auch noch Entfaltungsmöglichkeiten.

In Summe war es kein leichter Weg und es gab einige Rückschläge, weil ich immer wieder mit mir gerungen habe, es wirklich zu Ende zu bringen und nicht frühzeitig aufzugeben, aber ich bin ganz froh, da gelandet zu sein, wo ich jetzt stehe. Ich merke, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen ich beruflich wieder etwas Neues suche und das wird sicherlich auch irgendwann passieren, aber aktuell ist es gut, so wie es ist.

Alles Gute und liebe Grüße :slight_smile:

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Juristin und Kathastrophe.

Nicht die juristische Tätigkeit an sich, sondern das ganze drumherum. Die Menschen, schwachsinnige interne Regelungen, die den Arbeitstag zuballern, der auch viel zu lang ist.

Bei Selbstständigkeit haperts an der Selbstorganisation. Für alles benötige ich ewig. Etwas zu kapieren, mich darauf einzulassen und es dann nicht wieder zu vergessen, ist ein Trauerspiel.
Stelle ich jemanden ein, um mich organisatorisch
zu entlasten, Trommelwirbel: natürlich einen Mitarbeiter mit ADHS… Nicht, dass das nicht irre sympatisch wäre, aber ich bräuchte tatsächlich jemanden, der für mich organisiert, strukturiert ist und nicht genauso verpeilt wie ich ist. Ahnte und wusste zum Einstellungszeitpunkt noch nichts von ADHS. Also auch bei mir nicht. Dabei strahlt es so offensichtlich. Nicht, dass ich schon früher Abklärungsversuche in ähnliche Richtungen unternommen hätte, bei Fachzentren! Aber das ist ein anderes Thema.

Vor und während des Studiums: Hilfstätigkeiten, die auch mehr schlecht als recht mit vielen Arbeitgeberwechseln einher gingen.

Davor die handwerkliche Ausbildung auch nur mit Ach und Krach bestanden.

Ich fiebere so der fertigen Diagnose, Medikamenten, Therapie und Hilfestellungen entgegen, das ist unfassbar.

Ich kann es ja eigentlich und bin durchaus geeignet und von außen betrachtet sieht für Alle auch alles super aus. Aber wehe, die Welpenschutzzeit in der Tätigkeit ist vorbei, dann ists verbockt.

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Bei mir läuft es gerade so: (Kopie aus Tagebuch)

Es ist glaub ich mal wieder so weit. Ich stehe an einem Rand und ich weiß nicht, was ich tun soll.

Ich bin jetzt seit drei Jahren bei meiner Arbeitsstelle. Ich bin Altenpflegerin, ich kam als Zeitarbeit dort hin und sollte nur ein paar Monate bleiben.

Meine Chefin hat mich dann schon bald gefragt, ob ich nicht bleiben möchte. Zudem stand ihre damalige stellvertretende Pflegedienstleitung kurz vor der Rente und war auch insgesamt keine soooo große Unterstützung, PC etc war nicht ihrs. Also sagte sie mir bald, dass sie sich gut vorstellen könnte, mich als ihre Stellvertretung zu haben. Ich habe zunächst immer abgelehnt. Ich wollte nie mehr als einfach Altenpflegerin sein. Mein Ziel war es nie, aufzusteigen.

Meine Chefin hat etwas in mir gesehen. Etwas, was bestimmt auch da ist. Ich bin gut. Doch mein Kopf, mein Nervensystem ist ständig überlastet.

Mir wurde dann eine Weiterbildung bezahlt zur Wohnbereichsleitung. Zudem hat Chefin mir immer mehr gezeigt und ich hab mir immer mehr angeeignet. Ich bin mir ihr im Büro, oft auch alleine. Ich mache alles, was ich aktuell schon kann, was man als Leitung im ambulanten Pflegedienst so macht. Vor allem natürlich viele Gespräche. Mit Bewohnern, Angehörigen, Kollegen usw. Ich kann gut mit neuen Situationen umgehen. Aber Gespräche, Sachen erledigen, Telefon. Im Grunde alles, was mir wirklich schwer fällt, es aber nicht zeige, mache ich nun.

Ich denke im frei an die Arbeit. Was alles zu tun ist. Und es ist nicht so, dass ich es scheiße finde. Also die einzelnen Tätigkeiten. Doch ich merke glaub ich mehr und mehr, dass mein Kopf das gar nicht so gut aushalten kann.

Dabei weiß ich nicht, ob ich einfach noch warten muss, bis ich noch sicherer in allem werde. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, ich bin durchgehend für alle ansprechbar.

Das fühlt sich wie ein Dilemma an. Ich bin als 35h die Woche angestellt, aber arbeite 40, das ist eine Absprache mit Chefin, damit ich mehr frei haben kann bzw meine Urlaube strecken kann, weil ich gerne länger iwo unterwegs bin. Ich verdiene wirklich gutes Geld. Meine Chefin ist die beste Vorgesetzte, die ich bisher hatte. Sie achtet total auf mich, aufs Team. Sie erwartet viel aber ermöglicht auch sehr viel. Sie hat meinen Weg zur ADHS Diagnose mitbekommen, weiß von meiner Vergangenheit mit Drogen und Klinik etc.

Und dann meine Kollegen. Das ist ein so schönes Team.

Ich weiß nicht, was passieren würde, wenn ich sagen würde, dass ich mit diesem Kopf diese Position nicht gut verkrafte, oder mir gut tut. Wobei sie mir schon auch gut tut, weil ich extrem gewachsen bin.

Ich gehe nicht entspannt zur Arbeit. Das sollte doch so nicht sein. Ich bin ein bisschen verzweifelt. Tief innen. Und ich habe das noch niemandem erzählt.

Ich hab’s da so gut. Eigentlich.

Ich will mich zurückziehen, abhauen. Und schaffe jeden Tag.

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Wie wäre es für dich dort ganz normal als Altenpflegerin zu arbeiten ohne Bereichsleitung, das ist doch mit Sicherheit möglich, Pflegekräfte sind gesucht, dann hättest du alles wie es für dich ok ist. Deine Chefin wäre zwar etwas enttäuscht aber es geht um deine Gesundheit und um deine Lebenszeit. Ich kenne viele die diesen Posten wieder abgegeben haben, weil es ihnen einfach zuviel war.

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Ja ich werde ihr auf jeden Fall mitteilen, wie ich mich manchmal fühle. Auch einfach, damit ich es erstmal ausgesprochen habe. Vielleicht schreibe ich vorher meine Gedanken auf, hab die oft dann nicht so gut parat.

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Ich bin Heilerziehungspfleger und arbeite auf einer speziellen Wohngruppe für Menschen mit frühkindlichen Autismus (sehr stark in Spektrum, die meisten nicht sprechend, oder nur einzelne worte, Unterstützungsbedarf in fast allen Handlungen).

Ich hab das Gefühl, dass im Alltag mein ADHS vielleicht sogar hilfreich ist, weil es mir irgendwie leichter fällt, alle im Blick zu behalten (wir haben Menschen die Selbst- Fremdverletzten sind, mit Weglauftendenzen. Man muss immer schauen, wer was gerade macht).

Auf der anderen Seite, bin ich oft unstrukturiert.

Wie auch Zuhause, bin ich beim Aufräumen z.B. die ganze Zeit am einen Ort, dann mach ich wiede ein paar Handgriffe am anderen Ort. Etc.

Übergaben und Teambesprechungen sind oft auch sehr schwierig, weil ich gedanklich teils so stark abschweife, dass ich gar nicht mehr mitbekommen worum es geht oder was gesagt wurde.

Der absolute Endgegner ist: Berichte schreiben.

In der Regel schaffe ich es erst damit anzufangen, wenn schon der erste “erinnerungs” Brief vom Amt kommt, die Hütte also schon am brennen ist und ich wirklich nicht mehr drum herum komme es zu machen.

Teils vergesse ich Aufgaben die ich in meiner Schicht hätte machen sollen.

Ich schreibe mir extra alles auf, schaue dann nicht mehr in Mein Notizbuch und erst bei der Schichtübergabe, wenn ich mein Buch Aufschläge sehe ich “ooooohhhh neiiin… da war ja noch was”…

Ich hab also Bereiche, in denen ich sehr gut klar komme, sogar besser als meine Kollegen (bei mir “passiert” viel weniger als oft bei anderen) auf der anderen Seite hab ich aber auch echte Problemzonen.

Da auf der Arbeit keiner von meiner ADHS weiß (hab die Diagnose erst seit letztem November) ist teils auch das Verständnis der Kollegen nicht all zu hoch.

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