Wem habt ihr von eurer Diagnose erzählt und wie waren die Reaktionen?

Hallo, ich habe gerade meine Diagnose bekommen und bin ganz neu hier. Ich hoffe, dass ich nichts falsch mache :sweat_smile:

Ich würde mich super gerne zum Thema austauschen, weil ich Angst vor den Reaktionen meiner Mitmenschen habe. Als ich zum ersten Mal mehr erfahren habe über ADHS, habe ich mich zwar in einigen Bereichen wiedergefunden aber es erst mal als Zufall abgetan. Von der Grundschule kannte ich noch den klassischen „Zappelphilipp“ und ich war genau das Gegenteil. Extrem verträumt und ruhig. Ich bin aber immer wieder auf das Thema gestoßen und hab mich nach und nach tiefer damit beschäftigt. Diese Zeit hatte mein Umfeld nicht. Irgendwann war ich mir dann schon fast sicher und die Diagnose bestätigt es.

Daher meine Bedenken: Meine Eltern, Freunde haben keine Ahnung von dem Thema und ich hab super Angst nicht ernst genommen zu werden oder das sie nur lachen. Sie haben halt noch das „veraltete Wissen“ und Vorurteile. Außerdem lasse ich mich schnell beeinflussen und kriege dann hinterher auch noch Zweifel an der Diagnose.

Auf der anderen Seite ist es auch komisch so was zu verheimlichen. Bisher weiß nur meine Schwester und mein Partner Bescheid. Bei der Arbeit möchte ich nicht darüber reden aber bei zwei engen Freunden + meine Eltern habe ich schon das Bedürfnis. Besonders weil ich es bei meiner Mutter stark vermute, dass sie auch neurodivers ist.

Weiß aber auch gar nicht, wie ich das Thema anfangen soll anzusprechen :see_no_evil:

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Hat euch das gut getan offen damit umzugehen? Vielleicht kann ich von euren Berichten lernen.

Vielen Dank :pray:

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Hallo und willkommen „daheim“ :wink:
Ich habe meine Diagnose noch recht frisch und habe bisher nur engen Freunden und meiner Schwester davon erzählt
Und natürlich meinem Partner, aber der hat ja auch schon den ganzen Prozess vorher mitbekommen
Auch die anderen Personen waren vorher schon involviert, weil ich sie gebeten hatte, den Fremdbewertungstest auszufüllen und bei meinen Geschwistern nach meiner Kindheit gefragt habe, da es auch keine Schulzeugnisse mehr gibt (bin schon 53)

Die Reaktionen waren etwas verhalten, im Gespräch kam dann aber dann doch meistens die Reaktion: ja, stimmt, du hast ja schon dieses oder jenes Symptom!
allerdings kamen auch oft so relativierende Aussagen wie: „Ach, das mit der Vergesslichkeit, das habe ich aber auch, wir werden ja auch älter und haben alle viel um die Ohren.“

Das finde ich immer ein bisschen verletzend, weil es meine Symptome irgendwie herabsetzt und damit meinen Leidensdruck negiert.
Das ist schon immer ein bisschen merkwürdig, dass Leute zu glauben scheinen, man fände es toll, diese Diagnose zu bekommen

Ja klar, es ist eine Erleichterung nach so vielen Jahren endlich zu wissen, was das Problem ist und dadurch auch Lösungen näher zu kommen
Aber teilweise habe ich den Eindruck, es würde mir damit unterstellt, mich interessant machen zu wollen und das ist in meinen Augen einfach daneben

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Der Freundeskreis weiß Bescheid, ein Nachbar ist informiert (der nun weiß sowieso ich gewisse Aufgaben in der Hausgemeinschaft vergesse zu erledigen und sich nicht mehr aufregt, ggf. erinnert).

Eltern wissen es ebenfalls. Meine Eltern kamen klar, auch wenn ein Teil (selbst betroffene Person) sich da blockiert. Aber mir gegenüber war es okay. Habe da nur erfahren dass ein Arzt bereits im Grundschulalter den Verdacht hatte, da ging man dem leider nicht nach.

Im weiteren Familienumfeld hab ich über einen nahen (genetisch eng) Verwandten aufgrund seiner zahlreicher ADHS-Probleme es als guten Rat gemeint. Die Eltern haben sich darüber mächtig aufgeregt. Ihr erwachsenes Kind ist nicht „gestört“. Das ist natürlich unfehlbar. Alle anderen sind Schuld. Ich muss aber dazu sagen, dass dieser Familienteil sehr hinterwäldlerisch ist. Gerade Personen die selbst ADHSler (undiagnostiziert) verleugnen das Thema gerne.

Auf der Arbeit ein Tabuthema für mich. Vielleicht in späteren Jahren bei längerer Betriebszugehörigkeit. Das Thema ist bei mir noch zu frisch.

Beim Dating ebenfalls ein Tabu. Da würde ich es höchstens beim verspäteten Erscheinen als Ausrede zur Auflockerung nutzen.

Daher würde ich es an dieser Stelle für mich behalten. Die weitere (dir bekannte!) Verunsicherung brauchst du nicht und Eltern müssen nicht alles wissen und haben ihre eigenen Geheimnisse - auch wenn man es sich nicht vorstellen will. Das Mitteilen bringt dir sowieso nichts. Hilf dir mit der Diagnose selbst statt anderen. Geheimnisse sind okay. Und wenn es die Eltern über Umwege rausfinden: Dann ist es halt so.:person_shrugging:

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Ich schreibe schon seit längerem an einem Text von dem ich vorhabe ihn mit meiner Verwandschaft und ausgewählten Arbeitskolleginnen zu teilen. Werde den zuerst an meine beiden Tanten, meinen Bruder und meine Mutter schicken mit dem Verweis erst zu lesen und dann zu entscheiden wer den bekommt. Habe gerade das Buch „Kirmes im Kopf“ von Angelina Boerger gelesen und hole mir da ein paar Anregungen. Schreiben fällt mir oft leichter als reden weil ich die Sachen beim Reden nicht geordnet kriege und die Hälfte vergesse. Aber auf jeden Fall schwierig zu vermitteln, warum man überhaupt damit rausrückt. Bei mir ändert sich durch die laufende Diagnostik grad so viel im Leben dass ich das einfach als Anlass nehme. Und auch wenn es als unangemessen angesehen werdenkönnte, werde ich gnadenlos offen sein. Den Punkt mit den Suizid-Gedanken werde ich wohl aber verschweigen, das könnte wirklich dazu führen dass Menschen anfangen mich anders zu behandeln und das will ich auf keinen Fall. Einen Punkt den man ausserdem anbringen kann ist um die Menschen für das Thema ADHS zu sensibilisieren. Wenn Menschen wissen wie sich ADHSler/Autisten usw. fühlen und wie sich das äußert sehen sie vielleicht Menschen in ihrem persönlichen Umfeld mit anderen Augen.

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Hallo liebe @laurinski , ich verstehe das Du das Bedürfnis hast mit Dir vertrauten Menschen, insbesondere Deiner Mutter, gerne über Deine Diagnose sprechen zu wollen.

Ich weiss ja nicht wie alt Du selbst bist oder Deine Mutter ist, auch nicht wie aufgeschlossen Deine Mutter im allgemeinen so ist, von daher eigentlich schwierig da einen Tipp zu geben, ob Du es ihr sagen sollst oder nicht.

Normalerweise würde ich wahrscheinlich zuerst mal sagen: „ja klar, es ist ja Deine Mutter“, anderseits kam sie ja nie auf die Idee das Du Adhs haben könntest, vermute ich jetzt mal?, weil Du als Kind vielleicht nicht sehr auffällig warst, sondern vielleicht ehr das Gegenteil davon, und dann ist sie deshalb möglicherweise total überrascht und denkt das es nicht möglich sei das Du Adhs hast.

Meine Mutter glaubt es bis heute nicht so Recht, denkt wenn: dann bin ich einfach nur depressiv.

Bei sich selbst sieht sie kein Adhs, weil sie eine Schilddrüsen Unterfunktion hat.

Bei meinem einen Bruder, bei dem hatte sie mal Autismus vermutet, richtig damit beschäftigt hatte sie sich aber nie, im Gegenteil sie hatte ihren eigenen Sohn lieber für sein „komisches Verhalten“ zuhause und in aller Öffentlichkeit gemobbt, dass hatte ihr anscheinend sogar richtig Spass gemacht, ausser zu ihren Hunden empfand sie glaube ich nie etwas für Menschen, nicht mal für ihre eigenen Kinder.

Und mein Vater der eindeutig Adhs hat, ausserdem eine narzisstische Ausprägung, hat sich ja eigentlich auch immer nur für sich selbst interessiert, deshalb hatte er nur mit den Achseln gezuckt und nichts dazu gesagt, er wollte anscheinend absolut nichts davon wissen.

Und mein anderer Bruder der ebenfalls auch Adhs hat, hochgradig hyperaktiv und auch mit einer narzisstischen Ausprägung, hält Adhs für „dummes Psycho Geschwafel“, sagt Leute die sich mit solchen Sachen abgeben sind Psychos wo in Selbstmitleid versinken und wären so „Esoterik Spinner“, meistens wahrscheinlich Waldorf Schüler und Grünen Wähler.

Von daher, wie Du siehst, ist es innerhalb meiner Herkunftsfamilie keine gute Idee über Adhs zu sprechen.

Aber gut, meine Herkunftsfamilie ist sowieso ziemlich „speziell“ und alles andere als normal, deshalb lasse Dich nicht durch meine Geschichten abschrecken.

Vielleicht probierst Du es erst mal mit der Mutter, würde dafür extra mal zum Kaffee trinken vorbei gehen, nicht unbedingt bei einem Familientreffen, vielleicht besser wenn ihr allein zusammen seid.

Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute. :four_leaf_clover::heart:

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Hallo,

du sagst ja selbst, dass du nur eine verzerrte Vorstellung hattest, bevor du dich damit beschäftigt hattest. Und du sagst auch selbst, dass du dich als leicht verunsicherbar einschätzt.

Daher rate ich dir zu Vorsicht. Ich finde, das geht nur den eigenen (Ehe-)Partner und die eigenen Kinder (aber eben nicht, wenn man selbst erwachsen ist, die Eltern) etwas an. Und das ist auch kein „Verheimlichen“.

Denn es gibt eben Dinge, die sehr persönlich sind. Du würdest deinen Eltern oder Kollegen auch nicht sagen, wie genau ihr verhütet oder ob dein Freund ein Erektionsproblem hat.

Und gerade wenn deine Mutter selbst betroffen ist, könnte ihre Reaktion für dich verletzend oder verunsichernd sein. Denn es geht ja da auch um wunde Punkte in ihrem Leben. Klar, du willst nicht, dass sie sich durch Unwissenheit weiter quält. Aber ob sie selbst Hilfe sucht, hängt davon ab ob sie dafür offen ist.

Ich habe meine ADHS-Diagnose seit 20 Jahren und meinem Bruder, der ziemlich sicher auch ADHS hat, das nicht erzählt. Aber immer wieder Andeutungen gemacht, und die Reaktion auf diese Andeutungen zeigten mir wie sehr er das Thema von sich weist.

Nee, da habe ich keine Lust drauf, mich zu offenbaren, zumal er immer gerne den (überlegenen) „großen Bruder“ hat raushängen lassen.

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Ich habe neulich meine Mutter darauf angesprochen und sie hat sofort gesagt dass ich keinerlei Symptome habe. Im Fremdbewertungsbogen hat sie geschrieben dass ich „sehr ruhig“ in meiner Kindheit war und ich habe in ihrem Grundschulzeugnis gesehen, dass bei ihr auch immer stand „sehr artig, nimmt zu wenig am Unterricht teil“. Diese narzistischen Züge an ihr sind aber auch auffällig und ich habe den Eindruck dass es immer schlimmer wird, je älter sie wird.

Ich erhoffe mir durch mein Outing einfach dannach zu wissen wie die Menschen zu mir stehen, wenn Kontakte abbrechen habe ich zumindest Gewissheit, dass es keinen Sinn hat, in diese Beziehung weiter zu investieren. Aber bevor ich keine Diagnose habe mache ich natürlich erstmal gar nichs.

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Wäge es einfach für dich gut ab, weil die Erfahrungen sehr unterschiedlich sind .

Bei mir weiß es keiner auf der Arbeit . Mein Partner. Eine beste Freundin . Eine weit weg wohnende Bekannte. Mein jüngere Bruder . Damit war ich die Jahre gut gefahren .

Dann hatte ich es einem weiteren Bruder mit großem Bedenken erzählt. Er war grade in einer Psychokrise und die Gefahr das es unentdeckt bleibt und er nicht mehr auf den Weg kommt schien sehr groß. Er hatte so ADHS typische Probleme mit Alkohol und es wurde in die falsche Richtung gedeutet und ich sah die Gefahr auf Hofgnungslosigkeit/Suizid .
Letztendlich war es für ihn hilfreich aber der Preis war dass das eintrat , wo ich Sorge vor hatte . „Er hatte seinen Mund nicht gehalten und es weiter erzählt “ :cold_face:

Ich sah und sehe bisher keinen Mehrwert darin wenn ich es jemanden erzähle. Das was ich nicht kann muss ich eh akzeptieren oder an mir arbeiten und Lösungen finden . Da wo ich Hilfe benötige kann ich auch so fragen .

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Ich habe es meinen Eltern, Geschwistern und auch meinen Arbeitgeber erzählt. Auf Arbeit hat es den Vorteil, dass ich nicht um den heißen Brei herumreden muss, sondern mein Problem offen kommunizieren kann. Das macht aber glaube ich nur Sinn, wenn das Arbeitsumfeld schon davor etwas verständnisvoll war…

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Moin und herzlich Willkommen @laurinski

Anfangs hab ich relativ n Deckel drauf gehalten. Mittlerweile stehe ich dazu, binde es aber nicht unbedingt jedem auf die Nase.

Entweder nehmen mich die Menschen wie ich bin oder eben nicht :man_shrugging:

Allerdings halte ich innerhalb der Familie n Deckel drauf. Jedoch aus persönlichen Gründen…

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Danke an jeden einzelnen von euch fürs Teilen. :smiling_face: Das hilft mir sehr und es tut gut, sich verstanden zu fühlen.

Vielleicht werde ich mehr Leute mit einbeziehen, wenn ich etwas gefestigter bin und es sich richtig anfühlt. Dank eurer Berichte fühl ich mich aber auch nicht mehr in der „Pflicht“ das zu tun und warte erst mal ab.

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Wichtig ist, dass du jetzt weißt dass du nicht alleine bist :wink:

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Es ist ein Bisschen auch eine Generationenfrage. Als ich meine Diagnose bekam (2003), war ADHS bei Erwachsenen noch unbekannter und der Ruf von Ritalin noch schlechter.

Vor einem knappen Jahr war ich in Berlin beim Gründungstreffen der „Neurodiversen“ innerhalb meiner Partei. Bisher hatte ich auch dort meine ADHS eher versteckt. Was sollen die Anderen denken, wählen die mich noch in den Kreisvorstand, wenn sie wissen dass ich nicht nur etwas verpeilt bin, sondern dass das bei mir an einer psychischen Störung liegt?

Und das war so ein schönes Treffen. Ich war zwar als 57-jähriger der Einzige über 30, aber die Anderen tickten so wie ich. Und diese jungen Leute gehen ganz offen damit um.

Inzwischen haben wir in unserem Landesverband ein Vielfaltsstatut verabschiedet, das nicht nur Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen oder sexueller Identitäten einschließt, sondern eben auch neurodiverse Menschen. Ich hielt das bisher für neumodisches Zeugs, aber jetzt bin ich ein Fan davon.

Ich binde meine ADHS aber immer noch nicht Jedem auf die Nase! Berlin ist schließlich weit weg.

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Hallo @laurinski, willkommen hier!

Bei mir ist es auch noch frisch und ich mache mir viele Gedanken darüber, wie offen ich damit umgehen möchte. Ich neige grundsätzlich zum Oversharing, also Leuten, die ich sympathisch finde mehr zu erzählen, als angemessen ist. Das habe ich schon länger erkannt und bin dann vorsichtiger geworden. Ich habe auch Endometriose, eine chronische Erkrankung, die mich oft schon sehr eingeschränkt hat und mit der frau auch nicht so ohne weiteres hausieren geht - leider!! Dabei ist es mir ein Anliegen, darauf Aufmerksam zu machen, dass eine gynäkologische Erkrankung absolut nichts schambehaftetes sein sollte. Dennoch sage ich Termine nicht ohne weiteres mit dem Hinweis darauf ab.
Tja und ADHS? Bisher wissen es außer meinem Mann nur eine gute Bekannte, deren Tochter auch ADxSlerin ist und von der ich weiß, dass sie nicht tratscht und meine beste Freundin. Meine Mutter weiß, dass ich in der Diagnostik war, hat aber bisher nicht nach gefragt, was dabei rausgekommen ist… wie so viele sieht sie sich dadurch irgendwie angegriffen. Ahja, und ein lieber Bekannter, den ich noch gar nicht lange kenne, der selbst auch ADxSler ist und der jetzt so ein bisschen zu meinem ADxS-Buddy geworden ist.
Das wird auch erstmal dabei bleiben denke ich… Ich erlebe so viele Vorurteile, wenn man das Thema mal unverfänglich anschneidet und ich seh es nicht als meine Aufgabe an, das zu ändern, jedenfalls im Moment nicht. Außerdem habe ich die berechtigte Sorge, dass ich vergesse, wer es weiß und wer nicht und dann in dieser peinlichen Schleife hängen bleibe „äääh hab ich dir eigentlich erzählt dass…“

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Ich erzähle leider auch oft zu viel, manchmal dann auch situationsbedingt, wo ich jetzt denke, ich hätte besser den Mund gehalten. Meine Freundinnen haben es ganz gut aufgenommen, meiner Mutter und meinen Geschwistern hab ich es nicht erzählt. Ich wollte letztes Jahr, als ADHS erstmals für mich Thema war, meine 7 Jahre ältere Schwester nach meiner Kindheit fragen, aber sie hat das gleich abgetan. Meine Physio, die ich seit Jahren kenne und mit der ich auch viel Persönliches bespreche, erzähle mir dann, dass (allgemein) jede 4. Diagnose falsch sei :roll_eyes: Inzwischen bin ich vorsichtiger geworden, aber es ist halt alles noch ganz neu und beschäftigt mich und dann möchte ich drüber reden können.

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Bei mir weiß das Umfeld Bescheid, auch das Arbeitsumfeld. Die Reaktionen waren meist positiv, vor allem auf Arbeit. Allerdings bin ich in einer festen Anstellung im öffentlichen Dienst und es entstehen keine Nachteile durch mein outing. Differenzierter würde ich es betrachten, wenn es um zukünftige Arbeitsverträge ginge und die Diagnose in die falsche Waagschale gelegt wird. Die Gefahr besteht bei mir nicht und ich arbeite schon 20 Jahre unter demselben Chef und habe ein gutes Verhältnis zu ihm.

Eine Freundin habe ich durch meine Diagnose nicht mehr, weil ich jetzt Drogen nehme :melting_face:
So viel zu dieser Freundschaft.

In der Verwandtschaft hat keiner Probleme mit meiner Diagnose, hier habe ich 100%igen Support.

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Das aber ganz schön schräg …. Vor allem seit wann bekommt man mal eben „Drogen“ legal auf Rezept :crazy_face:

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Es gibt dazu sehr merkwürdige Verschwörungstheorien.
Man will uns alle mit Medikamenten ruhig stellen und unter Kontrolle bringen.
Ich weiß auch nicht, wer „man“ hier sein soll, vermutlich die herrschenden Echsen Menschen :crazy_face:

aber auch unter ansonsten eigentlich ganz vernünftigen Menschen herrschen große Vorbehalte gegenüber Psychopharmaka jedweder Art

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Dabei werden wir doch erst dann „zur Gefahr“ wenn wir durch die Medikation unser Potential voll ausschöpfen können :scream::rofl::wink:

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Hey !
Erst einmal : Schön, dass du jetzt die Gewissheit hast, was dich im Alltag so begleitet.
Das ist viel Wert- mir hat die Diagnose unheimlich geholfen, mich von meinen Problemen und Symptomen abzugrenzen und meinen Selbstwert gesünder aufzubauen.

Erzählt habe ich von meinem ADHS meinen engsten Freunden (wobei ich durch eine Freundin erst zur Diagnostik kam) und meinen Geschwistern sowie meiner Mutter.
Meine Schwester hat sehr neutral reagiert und versteht viele Probleme, die das mit sich bringt, nicht.

Meine Mutter glaubt nach wie vor nicht daran, dass ich ADHS habe, weil „WOHER DENN SO PLÖTZLICH?“
Sie versteht die Tragweite der späten Entdeckung dessen auch kein bisschen.

Seit ich weiß, woher meine Probleme kommen, fällt es mir leichter, Hilfe zu suchen und sie anzunehmen.
Ich bin deutlich offener geworden anderen Menschen gegenüber und suche Kontakte eher als dass ich sie vermeide.

Dazu kommt, dass mein Vater, der sehr sicher ADHS hatte, an den Folgen seines Alkoholmissbrauchs über Jahrzehnte vor ein paar Monaten gestorben ist.
Er war ein sehr empathischer , unfassbar schlauer und witziger Mensch, der immer weit unter seinem Potenzial gelebt hat.

Das bewegt mich dazu, die Schattenseiten der ADHS nicht zu sehr Kontrolle übernehmen zu lassen und das Positive daran herauskehren zu können.

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