Warum benutzt du diese provozierenden Zwinker Smileys? Wir sind keine Vollidioten, wir verstehen was du sagst, auch ohne dieses herabwertende Gezwinker!
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Deinen Kommentar finde ich ein ganzes Stück abwertender als deine Unterstellungen zu den Zwinkersmileys.
Wenn du Wert auf respektvollen Umgang legst, könnte es wirkungsvoller sein, mit gutem Beispiel voran zu gehen.
Erklärung bitte?
Hallo @Mizzel86
Einen solchen Umgangston pflegen wir hier nicht. Das hier ist nicht Reddit, sondern ein Forum, in dem sich Menschen gegenseitig unterstützen.
Liegt hier eventuell ein Generationenkonflikt vor?
Soweit ich mitbekommen habe, hat sich der Zwinkersmiley in den letzten Jahren in der Deutung gewandelt.
Er wird von jüngeren Generationen häufig als herablassend gelesen, weil er vor allem von Älteren genutzt wird, die dies dann mit einem „Unterton“ verwenden.
Allerdings gibt es auch noch ganz klassisch die Verwendung als entschärfendes Mittel. Dann ist er als wohlwollend zu werten. Auch dies wird eher von den älteren Generationen genutzt.
Und als genau solch einen Smiley lese ich ihn oben.
Deine Frage, warum @achtarm den Smiley genutzt hat, wäre unter den oben genannten Gesichtspunkten durchaus berechtigt gewesen.
Die harsche Unterstellung und Anfeindung dagegen nicht.
Ihr seid nicht faul, also schon irgendwie aber kommt darüber hinweg und lasst euch nicht triggern @Achtarm. So habe ich den Post um den es eigentlich geht verstanden, habe ich den Falsch verstanden?
Also ICH habe diese Phase des Zweifels an meiner ADHS Diagnose inzwischen tatsächlich hinter mir gelassen, sondern bin sogar ganz im Gegenteil, heisst jetzt und heutzutage, inzwischen wieder vermehrt der Überzeugung das meine ADHS Diagnose richtig ist, heisst viel mehr als ich das in der Vergangenheit wahrscheinlich jemals gewesen bin.
Allerdings glaube ich auch je länger je mehr, dass ich ebenso im Autismus Spektrum angesiedelt bin, oder sogar, dass zwischen ADHS und dem Autismus Spektrum garnicht sooo ein grosser Unterschied ist, wie bisher immer behauptet wird.
Ich checks grad echt nicht, wenn du das zu mir sagen würdest würde ich dir voll und ganz zustimmen bei meinen Posts vor allem kürzlich aber von was redest du bei Mizzel86 ?
Aus meiner Interpretation des Ursprungsposts heraus, klingt das für mich schon Richtung Fokusverschiebung, bei euch beiden, daher der Daumen runter.
Wer bist du eigentlich? Ich bin dir hier noch nie begegnet.
Vielleicht solltest du dir zwei, drei Tage Zeit nehmen und ein paar Beiträge mehr lesen, damit du uns kennenlernst, bevor du verbale Ohrfeigen verteilst.
Du gehst doch auch nicht im realen Leben irgendwo rein und ballerst jemandem eine, der-die-das schief guckt. Vielleicht guckt der-die-das schief, weil er-sie-es einen Schlaganfall hatte oder Zahnschmerzen hat oder er-sie-es lacht einfach mit schiefem Gesicht.
Lieber @schlingelprinz ,
ich war die letzten Tage kaum hier und habe von dir auch nichts gelesen.
Wie du weißt, spreche ich Leute direkt an, wenn ich mit ihnen oder über sie spreche.
Da es in diesem Forum auch einige Autisten gibt, wäre es fatal, wenn wir dauernd zwischen den Zeilen sprechen würden. Das schreibe ich jetzt nicht nur an/für dich (du weißt das ja) , sondern auch für @Mizzel86 , als neues Mitglied.
Wie die Smileys zu verstehen sein können, habe ich in meinem vorherigen Post dargelegt.
Dass sie neuerdings missverständlich zu deuten sein können, wird @achtarm nicht auf dem Schirm gehabt haben.
Sie dann mit „Wir sind keine Vollidioten… herabwertendes Gezwinker“ zu konfrontieren, empfinde ich als aggressiven oder zumindest sehr herausfordernden Ton. Das als erste Begegnung miteinander so hinzuschreiben ist nicht nett. Selbst, wenn man sich am Ton oder Inhalt des Beitrages stört.
Und ja, das ist für mich nicht die Kommunikation, die hier im Forum gepflegt wird.
Missverständnisse können vorkommen. Wir sollten aber grundsätzlich erstmal annehmen, dass unser Gegenüber uns nichts Böses wollte und lieber erst nochmal nachfragen, bevor scharf geschossen wird.
Ich denke, achtarm wird sich vielleicht auch selber nochmal erklären wollen und mizzel86 nochmal durchatmen und vielleicht auch erklären, warum er/sie sich angesprochen fühlte?
Und wir beide können uns bezüglich des Missverständnisses wieder zurück ziehen und die Thematik nicht noch größer machen, als sie schon ist. Es geht hier ja eigentlich um ein anderes Thema. In Sachen Missverständnisse sollten wir hier im Forum doch inzwischen Übung haben ![]()
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(alles freundlich, zugewandt und aufmunternd gemeint). Und ich bin tatsächlich auch noch aus einer Internetgeneration, wo der Zwinkersmiley nicht herablassend gemeint ist, sonder wirklich freundlich und verbindend oder mit der Intension, eine Sache nicht zu ernst zu nehmen und eher aufzulockern. Das sollte nach wie vor als Option mitgedacht werden.
Erst mal Willkommen im Forum.
Hobbyhopper hat sehr gut erklärt, wie meine Smileys gemeint sind. Ich würde es begrüßen, wenn wir jetzt den Inhalt meines Postings besprechen (statt in meinen Augen eher unwichtiger Smileys, die ich persönlich eher zur Auflockerung einsetze), falls du dazu auch etwas zu sagen hast.
Im übrigen verstecke ich keine Messages zwischen Zeilen, Smileys und was man sich sonst ausdenken könnte, sondern versuche klar und respektvoll zu kommunizieren. Dass es Missverständnisse geben kann, oder ich nicht immer perfekt formuliere daran kann dennoch passieren. Dann hilft ein nettes Nachfragen.
Ansonsten empfehle ich auch mal im Forum anzukommen und wir uns mal kennenlernen, dann können wir auch gerne mal „heftiger“ und tiefer diskutieren, denn das mache ich gerne, solange es höflich und im Rahmen der Netiquette bleibt.
Dazu wollte ich noch was schreiben. Ich finde den Ansatz nämlich richtig gut.
Jemanden als „faul“ zu bezeichnen, ist in unserer Leistungsgesellschaft ein moralischer Stempel, den man Menschen aufdrückt, um sich nicht mit dem Warum auseinandersetzen zu müssen. Sobald jemand als „faul“ abgestempelt ist, endet der Dialog. Man muss nicht mehr fragen, warum die Person keine Motivation hat oder ob eine Aufgabe ihre Kapazitäten übersteigt. Die Komplexität von menschlichen Motivationen wird damit völlig ignoriert
Wenn jemand etwas nicht tut, ist das oft keine Charakterschwäche, sondern eine Priorisierung. Die Aufgabe passt nicht zu den vorhandenen Ressourcen oder man versteht den Zweck nicht oder auch Angst vorm Scheitern oder die ADHS-typische Prokrastination.
Dabei ist es eigentlich auch egal, ob das eine bewusste oder unbewusste Entscheidung ist.
Oder ob der Grund auch banal oder unpopulär ist.
Danke, dass ich darüber nachdenken durfte (bin noch nicht fertig
)
Ich danke dir! Das habe ich gerade nach dem Aufstehen gebraucht. Hab auch alles gelesen, weils interessant ist (in der Schule hab ich dann immer nur so getan, als ob, bei JEDEM Buch). ![]()
Finde mich immer noch zurecht, habe mit Ende 20 noch immer keinen Bachelor Abschluss und werde auch noch Jahre brauchen. Achja, und ein Nebenjob im öffentlichen Dienst hat mir den Rest gegeben, wurde da auch nicht verlängert aufgrund meiner Erkrankungen (wurde natürlich nicht direkt so gesagt). Leben am Limit gerade, muss mal n bisschen mimimi rauslassen.
Habe hier auch zwei Mal rein gepostet, immer noch sehr auf funktionieren und Lösungen aus (Diagnose ist noch frisch) und bin bombardiert worden mit lösungsorientierten Antworten, aber nicht einmal mit: das muss echt schwer sein, deine Gefühle sind valide. Glaube, das hätte meine Seele echt mal gebraucht ![]()
Deswegen schreibe ich hier gerade auch nicht mehr rein, fühle mich selbst für ein ADHS Forum Zu emotional und sensibel
bei anderen Beiträgen habe ich etwas mehr emotionalen Support gesehen, vielleicht kommt es auf die Uhrzeit an, idk. Aber danke trotzdem für den Reminder, dass das alles seinen Sinn hat!
Ironisch find ich die Aussage eigentlich nicht. Ist halt ein Forum wo jeden Tag viele aufeinandertreffen. Manche mit mehr und manche mit weniger Selbstreflexion Möglichkeiten.
Sind sie. ![]()
Das wusste ich auch noch nicht. Ich benutze ganz oft den Zwinkersmilie, aber immer freundlich gemeint. Es soll doch ausdrücken, dass man einen Spaß macht oder etwas nett meint.
Gut gesagt. Mit dem moralischen Stempel kämpfe ich manchmal, weil ich nach objektiven Maßstäben stinkend faul bin, aber natürlich gibt es Gründe, nur die verstehe ich manchmal selber nicht, und dann kommt wieder das „ich bin halt faul“ als Erklärung. Oder „von Natur aus träge“.
Du hast viel besser erklärt, was ich meine ![]()
Einige kennen vielleicht auch noch den faulen Willy aus Biene Maja. Der ist doch auch ein netter, den viele mögen und es gibt wirklich viel schlimmere Charakterfehler als nicht so fleißig wie andere zu sein (wer auch immer vergleichen will).
Insoferne man kann Dinge, die einem immer vorgeworfen wurden, für sich auch umdeuten versuchen und dem Thema den Wind aus dem Segel zu nehmen - wichtig ist das vor allem innerlich für einen selbst.
Manchmal hilft nämlich viel argumentieren auch nicht weiter und man kommt nur erst recht in die Rechferigungsspirale…
Ja, das mit dem Smiley wusste ich auch nicht… Ich setze ihn bisher genau ein, wie du das beschrieben hast. Smileys sind anscheinend inzwischen ein Minenfeld, habe ich gelernt.
Sprich jetzt nicht nur real Drama wegen Mimik, Unterton und Co sondern auch im Forum wegen der Smileys und was mich echt ziemlich verwirrt, dass es nun die für mich bisher „normalsten Smileys“ der Welt betrifft, die anscheiend teils inzwischen ganz anders verwendet und verstanden werden
(<- der Smiley soll ausdrücken, dass ich das schockierend und sehr überraschend finde).
Insgesamt finde ich aber weiterhin, dass man wegen Smileys nicht diskutieren sollte, sondern wegen der Inhalte.
Das tröstet mich.
Faule Menschen fangen wahrscheinlich keine Kriege an. Zumindest nicht, wenn man dafür vom Sofa aufstehen muss.
Ist nicht sogar die Biene Maja selbst mit den Worten aus ihrer Geburtswabe geschlüpft „alles muss man hier selber machen! grummelmecker…“
Habe ich irgendwie so in Erinnerung, lang ist’s her.
Super Gedanke!
Und Willy kann man als jemanden nehmen, der Prioritäten zu setzen weiß. Er schleckt lieber seine Naschereien, während die anderen sich abrackern. Also blöd war der auf jeden Fall schon mal nicht. ![]()
Ich denke, der Begriff der Faulheit ist auch so ein Ding unserer modernen Gesellschaft.
Wenn ich alte Literatur lese, dann wurde Müßiggang oft als etwas positives besetzt. Der Muße zugetan sein. Etwas, das wir Menschen unbedingt brauchen, um nicht auf Dauer verrückt zu werden.
Ein zweiter Aspekt der „Faulheit“ ist für mich auch, dass die nötige Motivation einfach grad nicht gegeben ist. Der Mensch ist ja nicht blöd, der bewegt sich nicht ohne Grund. Wenn ich eine für mich sinnlose Sache machen soll, fällt mir die naturgemäß sehr schwer.
Gedanke drei zur Faulheit: sie ist seeeehr praktisch, wenn sie einen dazu veranlasst, Prozesse zu vereinfachen. Faule Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. Sie wollen keine sinnlosen und langwierigen Arbeitsprozesse ertragen müssen, also optimieren sie. Laut Reddit gibt es Leute, die seit Jahren im Homeoffice ein selbst programmiertes Script laufen lassen, was ihre Arbeit von 7 Stunden auf 10 Minuten einkürzt. Moralisch fragwürdig? Ja. Gönne ich dem faulen Mitarbeiter das bedingungslose Grundeinkommen? Definitiv.
Wir müssen und können nicht immer produktiv sein.
Nun habe ich ADHS und kenne im Gegensatz zum gesunden Müßiggang und zur Prozessoptimierung auch die schmerzhafte Stagnation. Das nichts tun KÖNNEN.
Und die Vorwürfe daraus, faul zu sein. Nicht können ist eben nicht nicht-wollen und daher ist der Vorwurf der Faulheit einfach falsch und unpassend. Ich habe mich nicht dazu entschieden, nichts zu tun. Ich habe nicht absichtlich entschieden, andere für mich arbeiten zu lassen oder durch mein Nichtstun selbst Schaden zu nehmen.
Letztlich passt hier ja aber der Begriff überhaupt nicht. Das ist für mich so eine aus Unwissen und Unverständnis heraus entstandene Betitelung. Gern noch mit einem blinden Passagier: der Selbstoffenbarung des Senders. Er selbst fühlt sich vielleicht angegriffen, weil er sich keine Pause gönnt. Und dann bekommt man das zum eigentlichen Vorwurf noch obendrauf gepackt.
Ich bin heute übrigens auch „faul“ und liege noch im Bett, während ich hier tippe. In der Realität komme ich nicht hoch und habe es nicht mal geschafft, meine Medi zu nehmen, die extra für diese Fälle auf dem Nachttisch liegt. Antriebsstörung. Nicht Faulheit. Und andere Prioritäten: ich habe hier geschrieben und vom Bett aus schon organisatorische Dinge erledigt. Ungesund, ich weiß. Aber jedenfalls nicht „faul“.
Allerdings gilt Trägheit auch als eine der sieben Todsünden, ebenso wie die Völlerei. Ich glaube, dass manche alten christlichen Sichtweisen auch heute noch eine Rolle spielen bei der Bewertung von Menschen, ganz unbewusst, weil man mit diesen Werten aufgewachsen ist. Der perfekte Mensch heute ist Vegetarier, macht täglich Sport, ist umweltbewusst und hat seine Sachen in Ordnung, zumindest die Sachen, die für andere sichtbar sind. Abweichend davon ist die Habgier und der Hochmut nicht so sehr verpönt.
Cool. Im Rahmen meiner Möglichkeiten arbeite ich auch immer möglichst effizient und bin in der Regel schneller fertig als andere. Ich dachte aber immer, das darf niemand merken, und früher im Büro habe ich dann oft Rätselhefte unter den Akten liegen gehabt, oder hatte ein Spiel Solitär oder Mahjong im Hintergrund laufen, und musste beides immer schnell verstecken, wenn jemand reinkam. Das war auch auf eine Art stressig, nur nicht so wie Arbeit normalerweise stressig sein sollte.
Das ist ein interessanter Punkt. Ich habe zeitweise Schwierigkeiten damit, das Argument (für mich) gelten zu lassen, ich könnte nicht, weil ich denke, ich könnte schon, wenn ich nur nicht so faul wäre. Es braucht wohl ein bisschen Zeit, umzudenken und das zu verinnerlichen. Ich hätte gern meine Wohnung sauber, aber etwas ist mir im Weg. Zeitweise kann ich es mir gut mit dem Begriff exekutive Funktionen erklären, und ich verstehe es auch, aber immer wieder kommt dann doch wieder der Gedanke, ich könnte, wenn ich nur wollte. Es dreht sich dann immer wieder so ein bisschen im Kreis.
Auf der anderen Seite merke ich, dass ich nicht mehr faul bin, wenn mir jemand hilft und die Struktur gibt. Plötzlich kann ich aufräumen oder auch Sport machen, nur nicht, wenn ich alles alleine planen und tun soll. Dann hänge ich vor dem PC fest und komme nicht weg. Wenn Dinge erledigt sind, ist es auch oft so, dass es eigentlich gar nicht so viel war, was zu erledigen war, anders als ich vorher dachte, als es als wirrer Haufen noch vor mir lag.
In diesen Momenten weiß ich (oder glaube ich) dann wieder, dass es doch keine Faulheit ist.
Nein, ist es auch nicht.
Wir ADHSler sind ein guter Beweis dafür, dass wir Menschen soziale Wesen sind. Wir benötigen wahrscheinlich noch mehr als nicht-Betroffene die Gesellschaft. Deswegen gibt es ja den Begriff „Bodydoubling“.
Wir können besser ins Tun kommen, wenn wir nicht alleine etwas tun. Dabei ist es nicht mal wichtig, dass die andere Person das Gleiche tut wie wir. Man ist eben einfach nur gemeinsam beschäftigt, nebenher, nicht unbedingt zusammen. Paralleles Spiel sozusagen, nur eben als Erwachsener.
Und wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, ist das auch was total normales.
Es wurde uns nur so eingetrichtert, dass wir ständig immer alles alleine können müssen. Totaler Quatsch, wenn du mich fragst.
Für unsere Hirnchemie ist es durchaus von Bedeutung, welche Impulse wir bekommen, um anfangen zu können. Je nachdem, wie dein ADHS funktioniert, ist irgendwas zu viel oder zu wenig da. Zu wenige Botenstoffe werden ausgeschüttet, zu wenige Rezeptoren können aufnehmen, zu viel wird vorzeitig „abgesaugt“ und kommt gar nicht bei der anderen Synapse an.
Da hilft im Alltag dann oft „mehr ist mehr“ in Bezug auf die Botenstoffe.
Und wie bekommen wir die? Starke Reize. Dringlichkeit, Wichtigkeit, Neuheit, Interesse zum Beispiel. Leider auch Angst.
Ich kann durchaus meine Wohnung aufräumen. Immer? Keinesfalls. Wenn sich Besuch ankündigt? Gib ihm ![]()
Dringlichkeit.
Ich kann auch super gut in ein neues Hobby einsteigen (mein Name verrät es).
Neuheit. Interesse.
Was ich für mich gelernt habe ist, dass ich in meiner Kindheit und Jugend oft dafür getadelt wurde, mit sehr viel Freude voll in irgendwelche neuen Tätigkeiten einzusteigen. Das war dann immer zu viel, zu exzessiv. Mir wurde beigebracht, dass das nicht gut sei, weil ich ja dann andere Dinge vernachlässigen würde. Ich sei diesbezüglich faul.
Ich habe dann gelernt, dass ich mich für Freude und Interesse schlecht fühlen soll.
Gleichzeitig habe ich mich aber noch an anderer Stelle schlecht gefühlt. Nämlich, wenn ich Dinge erst erledigen konnte, wenn sie Dringlich waren.
Aufschieberitis ist auch negativ besetzt. Dabei funktioniere ich genau dann am Besten, wenn ich unter Zeitdruck stehe.
Das war sehr lange sehr negativ, weil ich mir ja auch ständig Vorwürfe gemacht habe.
Heute bin ich bei manchen Dingen bewusst „faul“ und schiebe sie auf. Zumindest die Ausführung der Tätigkeit. In Gedanken passiert da meist schon sehr viel. Wenn ich dann irgendwann loslege, bin ich im Vergleich zu anderen bemerkenswert schnell und gründlich. Wenn ich den Hyperfokus so gezielt eingesetzt bekomme, ist das ein sehr positives Gefühl!
Klappt natürlich nicht immer so, aber schon recht oft.
Für mich ist das teilweise wie ein Spiel mit mir selbst. Vielleicht ergibt das Bild Sinn, wenn man Computerspiele spielt: Ich lasse bewusst eine Fähigkeit „aufladen“, um dann mit Boni voll zuzuschlagen.
Der Wartemodus, der dann von außen als Faulheit gedeutet werden könnte, ist für mich aber Strategie.
Nichts desto trotz: ich kann auch nicht für alles und jede Anforderung im Alltag eine Strategie entwickeln. Das habe ich über 30 Jahre lang mehr oder weniger erfolgreich gemacht und irgendwann ist auch mal Schluss. Ich bin auch seeeehr dankbar für meine Medikation, die mir im Alltag erlaubt, auch mal was „einfach so“ machen zu können.