Eigentlich ist er zu alt, um sowas zu glauben. Hoffentlich ist er nicht in so einer alpha-male-tiktok-bubble. Man kann nicht alles haben, was man will, außer man hat Glück. Alle erfolgreichen Leute, hatten halt irgendwann auch Glück. Bei der Geburt in eine sehr reiche Familie oder sie waren zur richtigen Zeit zufällig am richtigen Ort oder kannten zufällig genau die richtigen Leute.
Jeder Mensch hat Grenzen. Jeder Mensch hat unterschiedliche Talente, sodass einiges mal leichter, mal schwerer fällt. Oder manche sind total schnell im Denken oder können sich total viel selbst herleiten, andere müssen erstmal lang üben. Bei körperlichen Dingen spielt auch die Geometrie usw. auch eine Rolle.
Ich hab leider auch bis ich 30 war geglaubt, dass man alles können muss (besonders Schule, Noten, gewöhnliches, was jeder macht), was man will und sich anstrengt. Ich hab halt gesehen, was ich alles nicht kann und mich seit der frühen Kindheit dafür geschämt und immer mehr selbst ausgebeutet und mich gefragt, wieso ich so schlecht bin und nicht mithalten kann.
Ich hab wirklich geglaubt, dass jeder es schaffen muss überall eine Eins zu haben in der Schule. Schule ist schließlich für alle. Ich dachte, man geht hin, da werden einem Dinge beigebracht, dann übt man ganz brav und dann muss man es können und eine Eins bekommen, weil man ja angeblich alles lernen kann. Weiß gar nicht, wie ich drauf gekommen bin. Vielleicht ist es die Denke der 90er? Millennium, jeder kann alles werden, wenn man genug will und genug dafür tut. Totale Individualisierung und abschieben der „Schuld“ auf einzelne.
Extremform: „Hast nicht gesund genug gelebt und nicht positiv genug gedacht, das ist ja kein Wunder, dass du Krebs hast.“
Menschen sind halt unterschiedlich, haben unterschiedliche Voraussetzungen und haben auch unterschiedliche Dinge erlebt, wodurch sie auch zu unterschiedlichen Schlüssen kommen.