Wer geht mit mir in den Keller lachen?

Ich fühle mich allein, weil mich kaum jemand wirklich sieht.. Ich kann mit meinem ADS gut umgehen, und bin mein eigener Anker und Ruhepol. Ich mag mich so wie ich bin, ich möchte niemand sein, der die Welt und seine Gefühle nicht so intensiv wahrnimmt, für mich ist das heute ein Geschenk, auch wenn ich früher oft „normal“ sein wollte.

Bei mir ist es wirklich hipoaktive Form, nicht die hyperaktive. Ich bin oft antriebslos und müde, in meiner eigenen Welt. Ich war auch als Kind schon immer sehr ruhig, verträumt und sensibel. Ich habe immer Fragen gestellt, die keiner beantworten konnte. Alle sagten meiner Mutter, sie müsste etwas ändern, ich wäre nicht normal.

Dazu bin ich im Sternzeichen Doppel Fisch, was die Typischen Charakterzüge noch mal verstärkt. Allerdings habe ich heute eine gewisse emotionale Reife durch meine etwas andere und außergewöhnliche Lebenserfahrung.

Ich bin dankbar für alles, „es gibt Schlimmeres“, denke ich mir nur, wenn gerade mal was nicht so läuft wie ich es gerne hätte. Und „Alles hat seinen Sinn, auch wenn wir ihn im Moment der Frustration noch nicht erkennen“

Ich fühle sehr intensiv und habe eine extrem hohe emotionale Intelligenz, es fällt mir leicht, Menschen zu lesen, aber schwer, mich am ihr Äußeres zu erinnern, ich bin sehr empathisch, kann also jeden Menschen mit all seinen Facetten und seiner Vergangenheit, die ihn zu dem gemacht hat,was er heute ist, verstehen. Ich kann anderen lange und tief in die Augen sehen, wenn sie mir was erzählen, was viele verunsichert. Ich kann keinen Smalltalk und höre lieber zu als selbst zu reden, aber wenn ich richtig glücklich bin, kann ich auch viel reden, es kommt dann auch viel Blödsinn raus, aber das finde ich eigentlich bei anderen auch richtig süß, anstatt nervig, wenn das aufgrund eines Dopaminschubs passiert.

Die Depressionen hab ich in den Griff bekommen, ich Versuche immer, das Schöne im Vordergrund zu halten, auch wenn ich so viel wahrnehme, dass nicht immer schön ist.

Ich sehe viel, zb. wenn ich in der u Bahn sitze oder unterwegs bin, viel, was andere nicht sehen. Ich komme gut klar mit der Reizüberflutung, ich „kontrolliere“ es, was nicht bedeutet, dass ich es ein und ausschalte, sondern es hält mich „wach“, Ich finde es sogar interssant, wie viel ich gleichzeitig wahrnehme und was mein Gehirn daraus macht. Ich kann unter Menschen sein, kann gut mit Stress, weil ich selbst ein Ruhepol bin, bin aber froh dann wieder die Wohnungstür hinter mir zu schließen.

Ich nehme kaum was noch persönlich, auch wenn die Unsicherheit Anfangs da ist und es mich manchmal frustriert, wie andere ihre Mitmenschen behandeln.

Lärm mag ich nicht, aber ich halte es aus, eine Zeit lang..

Ich lache kaum, obwohl ich gerne lache, weil ich den Humor von nicht neurodivergent Menschen einfach nicht lustig finde. Für sie geh ich dann „in den Keller lachen“, oft ist einfach auch wirklich der Keller witziger, als die Präsenz von Normalos, die mit solchen Sprüchen denken, sie wären witzig. Ich lache manchmal nachts, wenn ich träume und wache davon auf. Meine Träume sind extrem intensiv und luzid. Dort lebe ich vieles aus, was nicht geht, solange ich wach bin.

Bis jetzt habe ich nur einmal, aber unbewusst und schon über 10 Jahre ohne Kontakt, jemanden kennengelernt, der so tickt wie ich, und in diesen zwei Jahren Kontakt habe ich mehr gelacht, als in meinem ganzen Leben. Jetzt habe ich einen Erwachsenen mit ADHS kennengelernt, durch den ich mich selbst jetzt auch erst so richtig kennen und verstehen lerne und meine andere Art der Wahrnehmung endlich zuordnen kann.

Es ist so schön, dieses Gefühl wieder zu erinnern, wenn jemand so eine ähnliche Wahrnehmung hat wie man selbst. ADHS und ADS ist eine schöne Kombination, man ist für den anderen genau das was er braucht, Der „Ruhepol“ und der „Aufwecker“. Man versteht sich einfach ohne Worte. Eigentlich bin ich gar nicht so alleine , dachte ich mir.

Eigentlich würde ich gerne mit jemandem zusammen im Keller lachen..

Mag vielleicht jemand?

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Klar. Klingt perfekt, gerade bei den aktuellen Temperaturen. Wenn wir dann schon im Keller sind: Könnte ich evtl. bei der Gelegenheit auch gleich die Wäsche aus dem Trockner zusammenlegen? Mein Socken-Memory hat oft eigene tragikomische Züge.

Allein es mir nur vorzustellen, löst schon ein inneres Lachen aus.. Wo befindet sich dein Keller?

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Als ich den Post gestern Abend gelesen habe wusste ich nicht was ich schreiben sollte, und weiß es eigentlich immer noch nicht, weil mir glaube ich nicht ganz klar ist worauf abgezielt wird, aber diese Antwort ist echt der Knüller! :joy:

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Gefühlt immer unter mir, als Fundament. Ich habe letzten Sommer oft „Auch die Hölle hat noch einen Keller“ gehört. Da muss man bisschen auf sich aufpassen, aber das muss man in und mit Kellern ja immer.

Meine Lieblingszeilen darin, „Doch lieber noch mit dornzerkratzten Händen / Als mit manikürter Seele enden“, sind allerdings aus einem Gedicht von Mascha Kaleko geliehen. Und als ich das entdeckt hatte, habe ich dann ihre Gedichte weitergelesen, auf der Waschmaschine sitzend. Deshalb komme ich nie zu meiner Wäsche! Und schon wieder schreibe ich hier. Ich wollte doch die Socken sortieren.

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Sortier sie einfach nicht, ziehen wir lieber zwei verschiedene an und lesen dafür Gedichte auf deiner Waschmaschine

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Eigentlich war es nur eine kleine Vorstellungsrunde nach etwas Aufmerksamkeit bettelnd in einem kurzen Moment von Einsamkeitsfrust ..mit der Hoffnung, vielleicht Gleichgesinnte zu finden und zusammen etwas zu Lachen, wenn man das Lachen schon jahrelang im Zusamnenleben mit langweiligen „Normalsterblichen“ nicht hingekriegt hat

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Das machen wir!! Sei klug und halte Dich an Wunder

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Verstehe! Ich bin leider nicht so kreativ dass ich mir was zum Lachen aus den Ärmeln ziehen könnte. :sweat_smile:

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Zu bescheiden. Habe noch keine unkreativen Tagträumer getroffen. Aber auch kein Druck. Denn das ist ja das Inklusive an unserem Set-Up: Wer sich mit Ärmeln besser auskennt als mit Witzen, der kann mir bei der Wäsche helfen, während @Soulmate mit dem Kellerhumor oder Gedichten weitermacht. Ich kann beim Zusammenlegen wirklich jede Hilfe brauchen. Wer weiß. Vielleicht werden die Kellerkinder eine anschlussfähige Gang eigener Art.

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Stimmt. Aber man kann ja nicht in allem kreativ sein. Könnte mir wahrscheinlich etwas kreativeres zu Ärmeln überlegen als Witze zu erfinden.

Das führt ja genau zum Thread-Thema zurück, danke Dir. Wer an die bisher bekannten Witze über Ärmel denkt, versteht gleich noch besser, warum manche zum Lachen lieber in den Keller gehen. ("Häschen kommt zum Laden und fragt: „Hatt du Milch?“…)

Ich würde ja auf schwarzen Humor setzen, aber manche eine/r verbindet damit in meiner Lage Erinnerungen an die „Mache Deine schwarzen Sachen wieder schwarz“ Farbauffrischungstücher, die mal eine ganze Waschmaschine taubenblau gefärbt haben. Lachen, wenn es nicht zum Weinen reicht, reicht ja manchmal schon. Gerade Foristen, die sich schon oft in Keller und Höhlen vorgewagt haben, um dort anderen das Licht anzumachen, könnten vielleicht auch ihren Weg her (oder einen Rückweg durch den Keller) finden.

Aber vielleicht hat @Soulmate ja auch anderes mit dem Thread vor nach der kleinen Vorstellungsrunde.

Was extra aus den Ärmeln gezogen wird, find ich auch nicht lustig.

Das einzige was mich momentan glaub ich noch zum Lachen bringen würde, wenn jemand so ähnlich tickt wie ich und wir die gleichen ungewöhnlichen Gedankengänge haben und wir dann über uns selbst lachen können, oder über den Dopamin Kick, wenn man dann verdreht, dass man nicht alleine ist, und sich ohne Worte verstanden fühlt. Was ja nicht oft vorkommt und leider kenne ich niemanden, weil alle so neuronormal sind.

Aber danke, der Wille zählt :blush:

Das unkreative Tagträumerle xD schaut’s genau das ist es, die Kombination aus extremer Aufmerksamkeit, weil man alles drum herum sieht, und es trotzdem plötzlich aus den Ärmel ziehen kann xD

Danke Krasti für den Moment :')

Und Tagträumerle: du musst wissen, du bis kreativ, nur das was Neuronormale als kreativ empfinden, wie aus den Ärmeln gezogene Witze, die sie irgendwo kopiert haben, nur um „witzig“ zu sein, ist keine Kreativität :slight_smile:

Ich wurde letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit von einem alten Herrn angesprochen, ob ich denn heute lachen dürfte. Daraufhin zog er nacheinander zwei einlaminierte Witze heraus, die er wahrscheinlich aus einer Zeitschrift ausgeschnitten hatte, und hielt sie mir hin um sie zu lesen. Beides Fäkalienhumor, was nicht meins ist, aber die Situation war einfach so skurril (und der Mann offensichtlich auf der Suche nach ein bisschen menschlicher Interaktion) dass ich gelacht habe.

Ich weiß dass das wahrscheinlich nicht genau das ist worauf du dich bezogen hast, aber es passte zu gut und ich empfinde es als kreativ.

Nicht die Witze an sich, sondern die Methode.

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Süß, ich hätte auch gelächelt, Ja, die Aktion von ihm war kreativ und außergewöhnlch

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Da ist irgendwas an mir vorbei gegangen, glaube ich.

Passiert mir total oft, dass ich nicht weiß worum es geht und plötzlich lachen alle.

Ich schätze dass man sich auch ohne Worte verstehen kann wenn einer neurotypisch und der andere neurodivergent ist, solange die Offenheit dafür vorhanden ist. Und vor allem muss man den anderen Menschen dafür doch auch gut genug kennen, bzw genug Zeit miteinander verbracht haben.

Ich gehe eigentlich eher ungern in den Keller.
Das Erschrecken vor Sockenmonstern und haarigen, flinken Achtbeinern ist nur ein Grund.
Ein weiterer ist die Erinnerung an meine Naivität oder Unfähigkeit, wenn ich all die gestapelten Dinge sehe, welche „nur übergangsweise“ dort abgestellt wurden. Im stets unerfüllten Glauben, dass alles ganz bald aufgeräumt und entrümpelt wird.
Und zusätzlich löst Dunkelheit bei mir ein beklemmendes, lähmendes Gefühl aus (auch wenn das vielleicht untypisch für ein Wombat ist - doch typisch sind wir hier ja eh eher nicht…).

Aber… Ich habe durch die Gespräche hier nochmal drüber nachgedacht…
Und es scheint mir gleichzeitig - oder vielleicht auch gerade deswegen - auch ein sehr guter Ort.
Ein Ort wo auch der Schein von einem Leuchten gesehen werden kann, welches woanders vielleicht verborgen geblieben wäre.
Oder ein Ort, um von der Gartenparty mit Musik, Bratwurstduft und den „typischen“ Dingen, worüber doch wohl mal gelacht werden kann/darf/soll, zu fliehen (passend und vorhanden ist der Humor dort zu oft - dem gängigen Urteil nach - wenn nicht ‚ernsthaft‘ darüber nachgedacht wird, worüber oder auch über wen dabei gelacht wird).
In der etwas beklemmenden, weniger stark ausgeleuchteten Keller-Atmosphäre, kann bei leichtem Frischluft-Mangel manchmal vielleicht auch gerade deswegen besonders gut gelacht werden, weil das tröstende Verständnis spürbar ist, dass dieses Lachen manchmal sehr nah beim drüber weinen oder verzweifeln liegt.
Und Schätze lassen sich dort bestimmt auch noch finden…

In dem Sinne komme ich gerne mit in den Keller. :flashlight:

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Hat keiner gelacht. Jedenfalls nicht über Dich. Das wäre gegen die Keller-Hausordnung. Da verstehen wir keinen Spaß.

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Na komm her zu uns Wombat 2.. :busts_in_silhouette: bei uns im Keller bist du sogar Nr 1 mit deinen tiefgründigen Erkenntnissen.

Wirst seh’n, draußen ist es unheimlicher, als in der stillen Dunkelheit des Kellers ohne Reizüberflutung, dazu das sanfte Rauschen des Trockners, du wirst dich wie zurück im Mutterleib fühlen :wink: