Wer wird Weltmeisterin?? Im DUMMSTELLEN

Dummstellen… Licht unter den Scheffel stellen…,

Kennen einige von Euch bestimmt.

Lasst uns Dummheiten sammeln!

Die erste Dummstellsituation, an die ich mich erinnern kann war in der ersten Klasse.
Wir hatten das Wort ‚EIN‘ gelernt. Ich war eher ruhig und mir war nicht klar, dass ich schon lesen konnte. Wusste auch zu Hause keiner, aber mir war auch klar, dass ich nicht auffallen wollte.
Dann fragte der Lehrer was EIN rückwärts heißt. Nur ich mich gemeldet und natürlich die Lösung gewusst.
Dann musste ich vor zum Pult kommen. Das war schon bedrohlich. Dort hat er mir weitere Wörter vorgelegt und das erste ist mir noch rausgerutscht aber dann kam meine große Dummstellshow. Ich las jedes dritte Wort und bei den anderen schüttelte ich mit dem Kopf. Ne schlechte Lügnerin war ich schon immer.
Ich hatte Angst, dass ich zur ‚bösen‘ Alexandra in die 2. muss, wenn ich zu schlau für die 1. bin. Das war schon das Argument meiner Eltern gegen eine frühere Einschulung. Und dass ich so klein war.

Der Lehrer ließ mich in der 1. Klasse, aber legte meinen Eltern nahe, mir Klavierunterricht zu geben. Guter Lehrer.

Ich bin zu dumm zu, dummstellen :lol: :wink: also mein ADHS würde mir da einen Strich durch die Rechnung machen :wink:

In unserer Studentenzeit hat meine Freundin (Psychologin) damit angefangen, den Männern zu erzählen, dass sie bei Karstadt an der Kasse arbeitet. Das fanden die irgendwie besser als die Wahrheit.
Ich hab ne Zeit lang auch nur ‚Büro‘ gesagt wenn ich nach meinem Job gefragt wurde. Da fragt kaum einer nach.

Ich weiß manchmal nicht was Absicht und was nicht.
Das Dummstellen ist bei mir tief verankert.
Ich produziere dann auch Wortfindungsstörungen oder unsicheres Stottern.

Also das ist gerade eines der Dinge, die ich nie gemacht habe, weil mich schon immer geärgert hat, wenn Dummschwätzer mich oder andere ungerecht behandelt haben. Und das tun die ja aus Minderwertigkeitskomplexen heraus fast immer.
Vielleicht hat das auch mit meinem Hang zum Revolutzertum zu tun. Und an Selbstbewusstsein hat es mir als Kind und Jugendliche nie gefehlt. Ich war immer die Klugscheisserin, die zwar keine besonders guten Noten hatte, aber trotzdem schon in der 7. Klasse die Lehrer verbessert und im Internat dafür gesorgt hat, dass die Brandschutzbestimmungen eingehalten wurden. Ich habe denen damals schon im Alter von 14 Jahren klar gemacht, dass sie mit ihrem Evakuierungskonzept Menschen eher in den sicheren Tod laufen lassen statt sie zu retten. :slight_smile:

Und zwei Exfreunden von mir habe ich ganz klar und deutlich gesagt, dass ich sie für die größten Manipulatoren vor dem Herrn halte.
Ok, ok, ich darf mich daher auch nicht beschweren, dass ich die meiste Zeit meines Lebens als Single durchs Leben gestiefelt bin.

Fazit: Aus der Challenge bin ich definitiv raus.

@Andromache

Das ist aber doch interessant von Dir zu lesen.
Ich hatte früh das Gefühl, dass ich mich dumm stellen muss, um einen abzukriegen. Schlau ist die Taktik nicht, da die Männer irgendwann selbst merken, dass sie einem nicht das Wasser reichen können.

Der Vater meiner Kinder war auf Augenhöhe und das war für mich perfekt. Für ihn anscheinend nicht. Er hat jetzt ne ‚leichtere‘ Version von mir geheiratet.

Dummstellen für Männer schaffe ich nicht mehr und bin jetzt auch Single.

Dumm stellen war für mich in Bezug auf Männer nie die richtige Taktik, weil mich immer Männer angezogen haben, die auch eine intelligente Partnerin wollen.
Nur mein Problem war dann, dass ich keinen beruflichen Erfolg vorzuweisen hatte und ich diesen Männern aber immer unbewusst den Spiegel bzgl. ihrer charakterlichen Schwächen vorgehalten habe.

Und die Kombi kommt nicht gut. Ein Geschäftsführer lässt sich eben von einer Studienabbrecherin nicht gerne klar machen, dass er privat noch beachtliches Potential nach oben hat. Einer von beiden hatte wenigstens so viel Hintern in der Hose, das auch zuzugeben. Zitat: „Du bist mir immer zwei Schritte voraus.“

PS:
Wenn sich beruflich erfolgreiche Männer schon etwas von einer Frau sagen lassen, dann muss sie sich im Hinblick auf den beruflichen Status mit ihnen messen lassen können.

Männer, die eine dümmere oder unerfahrenere oder irgendwie anders defizitäre Partnerin suchen, waren mir schon immer suspekt. Ich brauche mindestens Augenhöhe, sonst verliere ich schnell das Interesse.

Auch nicht gerade ein Erfolgrezept.

Nicht direkt eine Dummstellsituation, aber es passt gerade so gut: Vor Jahren haben mich zwei Freunde mal beiseite genommen und versucht mir zu erklären, dass ich Frauen gegenüber bestimmter und unnachgiebiger auftreten solle, denn Frauen wollen einen Mann, der sich nichts vorschreiben lässt. Das habe ich mir eine Weile angehört und dann zusammengefasst wiedergegeben:
„Verstehe ich das also richtig: Ich soll mich verstellen und verbiegen, um jemanden darzustellen, der sich nicht verstellen und verbiegen lässt? Und das, wenn ich damit eine Frau beeindrucke, sogar auf Dauer? Und überhaupt: Was soll ich eigentlich mit einer Frau, die so doof ist?“ Die beiden konnten mein Amüsement nicht so teilen, aber das kannnte ich ja schon.

Den letzten Feminist-Ehrenmann-Button hat, glaube ich, UlBre für die Zyklus-Excel-Tabelle bekommen. Der nächste wird dann für Dich fällig für diesen Frauenversteher-Hack.

@Elementary
Frauenversteher hat einen etwas negativen Touch, daher schlage ich Frauenfreund vor.

OK, danke. War nicht mit so einem Touch gemeint. Aber für mich ist nicht mal Turnbeutelvergesser negativ konnotiert.

Ich weiß schon, dass du das positiv meinst, aber unter Männern ist Frauenversteher meistens verächtlich gemeint. Es ist auch schon sehr bedenklich, dass neuerdings, wie an anderer Stelle zu lesen war, Ratgeber für Männer auf den Markt geworfen werden, in denen Männern geraten wird, sie müssten sich generell gegen Frauen durchsetzen und dürften sich weder gnädig noch nachgiebig zeigen und sollten keine Blumen mehr schenken.
Da sind wohl wieder einige geistig und moralisch Minderbemittelte unterwegs, die meinen, ihren Frauenhass gesellschaftsfähig machen zu müssen. Und leider verfängt das ja auch immer mehr, wie man im Internet beobachten kann.
Frauen werden zunehmend von Männern als Bedrohung wahrgenommen und da schließt sich der Kreis zu unserem Thema!

Sich dumm zu stellen sollte für Frauen keine Option sein, weil damit die Arbeit von vielen Frauenrechtlerinnen zunichte gemacht wird und wir damit den Rückschritt befeuern und den rechten Bewegungen und Parteien in die Hände spielen.

Stimme ganz zu. Ich fürchte nur, Prokrastination und Unter-seinen-Möglichkeiten-bleiben ist auch eine Unterkategorie von Dumm- und Licht-unter-den-Scheffel- und Sich-selbst-eine-Falle-Stellen. In diesem Sinne: Rock(t) den Laden nächste Woche auch im Sinne der Arbeit vieler Frauenrechtlerinnen.

Klar!
Aber dafür, das eigene Licht endlich mal strahlen lassen, dafür ist es nie zu spät. Das ist zwar für uns ADHSlerinnen ein steiniger Weg, aber man kann und sollte es lernen.
Ich kann nur jede und jeden dazu ermutigen, denn es ist die Grundlage für beruflichen Erfolg. Sich immer nur klein machen und den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, bedroht nicht nur die wirtschaftliche Existenz sondern führt unweigerlich in eine psychische Abwärtsspirale.

Ich habe mich früher auch nie in Konflikte hineinziehen lassen und habe einmal, weil ich mich nicht gewehrt habe, mit meinem Job dafür bezahlt.
Als es in meinem jetzigen Job wieder so weit war, bin ich auf Konfrontation gegangen und habe mich durchgesetzt. Jetzt habe ich mit tollen neuen Kolleginnen und einer Chefin, die das mit mir durchgefochten hat, den Himmel auf Erden.

Als erfahrener Sitzpinkler und langjähriger Turnbeutelvergesser habe ich das Wort nie als Schimpfwort begriffen. Ich würde allerdings nie behaupten, dass ich Frauen verstehe. Oder Männer. Überhaupt Leute.

Oder sich selbst :stuck_out_tongue:

Verstanden habe ich das noch nie, wie ich zu sein habe damit ich einen Mann abbekomme, ebenso wenig habe ich verstanden das ein Mann irgendwie was zu sein hat damit einer bei mir ein Chance hat.
Sowas hat bei mir nicht mal funktioniert, also wenn sich ein Mann in allem besonders Mühe gab, das hat mich eher verjagt und noch schlimmer wenn sich einer nur Mühe gab , aber letzendlich vom später vom Gruncharacter aber die einfachsten Tugenden nicht hinbekam.

Also entweder passt es bei beiden Seiten so wie man ist oder es passt halt nicht. MAn hat mir früher sogar manchmal gesagt, dass so wie ich sei eh keinen abbekomme. Einer an dem ich mal sehr interresiert war, der hat mir glatt gesagt es geht von seiner Seite nicht, weil ich viel zu ehrlich sei, damit kommt er nicht klar.

und nun…??? bin ich mit meinem Partner schon über 10 Jahre zusammen und genau die Dinge wo man mir sagte, damit bekommt man keinen ab stören ihn nicht oder mag er besonders an mir.

So zu sein und sich zu geben wie man ist , ist glaube ich sehr hilfreich für die „natürliche Auslese“

Perfekt gesagt. Sehe ich auch so.
:winken

Ich komme vom Dorf.
Mit Dorf meine ich ca. 100 Einwohner. Ohne Telefon, ohne öffentliche Verkehrsmittel. Drumherum nur andere Dörfer und das Gymnasium war in einer ‚Stadt‘ mit 2000 Einwohnern. Da habe ich gelernt mich anzupassen also dummzustellen.

Mit 19 bin ich in die Großstadt gezogen und habe nach und nach gelernt, dass es Menschen/ Umgebungen gibt wo ich so sein kann wie ich bin.

Das Verhalten, das ich als Kind lernen musste (sehe ich definitiv so), kommt manchmal noch durch.

Mein erster Freund, den ich mit 15 auf dem Dorf kennenlernte, war 21. Das passte durch den Altersunterschied bis ich dann in die Stadt gezogen bin und von da an hatte ich eine super Auswahl an Männern.
Mit dem Vater meiner Kinder war ich 16 Jahre zusammen.

Dumm stelle ich mich meist nur noch beim Small Talk um einfach meine Ruhe zu haben.
Oder in Situation um andere nicht vorzuführen bzw. dass die sich gut fühlen.