Wie egoistisch bin ich? Gedanken zur Welt

Vorab: Das ist kein Thread weil ich bei irgendwas Hilfe brauche, sondern ich will nur meine Gedanken mal mit jemandem teilen und das kann ich hier am besten. Es geht also nicht um AD(H)S.

Es geht um Folgendes: Wir (also unsere Familie) haben im Mai eine Kreuzfahrt gemacht, 7 Tage Ostsee auf der „Mein Schiff“ mit Besuch in Tallinn, Helsinki, Stockholm, Visby (liegt auf Gotland). Mein Sohn hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, möglichst alle Hauptstädte Europas mal gesehen zu haben und jetzt hat er wieder 3 von der Liste streichen können.

Die Fahrt war super, all inklusive (bis auf die Ausflüge) wir hatten bestes Wetter und jede Menge Spaß und neue Erfahrungen.

Soweit das Positive. Jetzt was mich umtreibt und zur Fragestellung führt, die ich im Threadtitel erwähnt habe: Von dem Geld, dass alleine die Kreuzfahrt gekostet hat, könnte man ein Kind in Afrika 8 Jahre am Leben halten, und da ist Anreise und die ganzen Extrakosten noch gar nicht mit drin. Ich weiß, dass da nicht einfach jemand einspringt, sondern das dort die Kinder wirklich an Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung sterben.

Wir haben 1 Woche Vergnügen zu dritt gegen 8 Jahre im Leben eines Kindes „eingetauscht“, die es länger hätte leben können, wenn wir das Geld für die Kreuzfahrt einfach gespendet hätten. Und das macht mich irgendwie fertig. Ich hab mich früher nämlich bei Filmen immer aufgeregt, wenn der „böse König“ im Überfluss gelebt hat, während seine Untertanen hungerten. Jetzt muss man festhalten: Ich selbst bin dieser König. Zu meiner Verteidigung kann ich nur aufführen, dass meine Frau und mein Sohn die Kreuzfahrt zur Not auch ohne mich gemacht hätten (ich sollte eigentlich beim Hund bleiben, der hatte jetzt „Ferien“ bei den Nachbarn) und die Mehrkosten meiner Mitreise sich in überschaubaren Rahmen halten. Und das wir durchaus eine „spendenfreudige“ Familie sind, die diversen sozialen Einrichtungen regelmäßig Geld, Sachspenden und auch Zeit „opfert“. Aber eben auch eine, die sich das einfach mal „gut gehen lässt“.

Aber wiegt es das auf?

So, das wollt ich mal loswerden. Wie würdet ihr die Frage beantworten? Wie egoistisch bin ich wirklich? Nur keine Scheu, da könnt ihr drauf hauen - ich bitte um ernstgemeinte
Antworten, keine Absolution.

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Lieber @Schröder , was mich ehrlich gesagt an dieser Geschichte mit der Reise stört, ist zuerst der Umstand das Du Dein Kind verwöhnst, dass Du ihm die Möglichkeit nimmst sich sein Ziel selbst erarbeiten zu müssen und seine eigene Erfahrungen zu machen.

Im Vergleich, viele meiner ehemaligen Schulkollegen* bekamen früher ihren Mofa Führerschein, also das Geld dafür, inklusive ein Mofa dazu von ihren Eltern geschenkt, während ich sogar um ein Fahrrad betteln musste, und auch dann nur irgend einen alten ausrangierten Drahtesel von irgendwelchen Bekannten meines Vaters Geschenke bekam.

Genau das selbe mit dem Auto Führerschein, so viele Kollegen* von mir die auf dem Gymi waren bekamen von ihren Eltern zur Matura einen Führerschein geschenkt, oder eben, manche auch eine Weltreise oder sowas, jedenfalls irgendwas teueres.
Während ich für meinen Führerschein selbst arbeiten musste und mir das Geld wirklich eisern zusammen sparen musste, weshalb ich mir das dann auch erst mit ein paar Jahren über 20 leisten konnte.

Spricht aus mir einfach nur der Neid?, Nein ganz ehrlich, so ist es nicht, denn ich war noch nie ein missgünstiger Mensch.

Aber Ärger, ja ärgern tut mich sowas schon, weil ich sowas einfach ungerecht finde.

Denn hat der Sohn eines Reichen für seine Leistung der bestandenen Matura etwa mehr Lob und Anerkennung verdient als ein Sohn aus Armen Verhältnissen?, und der z.B. dann nach seiner bestandenen Matura wenn er studieren geht, neben dem Studium her auch noch arbeiten gehen muss, damit er sein Studium überhaupt finanzieren kann.

Von daher, ja gerecht ist sowas nicht, andererseits ist es wahrscheinlich nur menschlich das Eltern denen es finanziell gut geht ihren Kindern natürlich auch gerne Geschenke machen.
Von daher finde ich sowas nicht prinzipiell moralisch verwerflich oder sowas, aber halt ungerecht, vor allem wenn die Geschenke total übertrieben und teuer sind.

Von daher, Nein ich verurteile Dich nicht.
Ich würde einfach nur darauf achten das Du es mit dem Verwöhnen Deines Sohnes nicht übertreibst, denn nicht das er durch übermässiges Verwöhnen den Bezug zur Realität verliert, und oder garnicht mehr zu schätzen weiss wie gut es ihm in Wahrheit geht.

Egoistisch? Eine Kreuzfahrt? Der, der sie unternimmt denkt auf jeden Fall nicht an die Umwelt?
Bin ein wenig benommen von den beschriebenen Gründen, warum welche Wünsche Kindern erfüllt werden können.

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Also ein Geschenk für ihn sollte das gar nicht sein, sondern ein Familienurlaub für alle. Es gibt noch genug Hauptstädte, deren Reisen er sich später selbst erarbeiten kann. Wenn er denn sein jetziges Ziel als Erwachsener überhaupt noch weiter verfolgt. Wir vereisen generell gerne, nicht nur seinetwegen. Das andere Kinder das nicht können, ist mir durchaus bewusst, es ist mit Sicherheit auch ungerecht, aber was haben die davon, wenn wir nur aus *Solidarität" auch zu Hause bleiben?

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Lieber @Schröder , Du sagst zwar das ihr sowieso gerne reist, andererseits hattes Du erwähnt das sich Dein Sohn Quasi eine Liste gemacht hat von Reise Destinationen die er in seinem Leben gerne sehen möchte, und das er nun aufgrund eurer gemeinsamen Reise bereits 3 Destinationen von seiner Wunsch Liste streichen könnte.

Insofern hast Du ihm also durchaus einen Wunsch erfüllt, wenn aus Deiner Sicht anscheinend nicht absichtlich.

Warum Du und Deine Familie zuhause bleiben sollten, weil ihr euch sowas leisten könnt und andere nicht?.

Vielleicht z.B. aus dem Grund den @connected hier aufgeführt hat, heisst denkt ihr bei euren Reisen z.B. auch daran wie solche Reisen die Umwelt belasten?, was meiner persönlichen Meinung nach z.B. durchaus eine berechtigte Frage ist.

Andererseits bin ich ehrlich gesagt nicht der Typ Mensch der hier mit Dir streiten möchte, geschweige denn das ich mich am Schluss für irgendwas rechtfertigen müsste das ich hier geschrieben habe.

Die Umwelt-Frage war bei uns in der Tat auch ein Thema. Auf der anderen Seite ist es aber so: Das Schiff fährt eh, ob mit oder ohne uns. Die Belastung hängt ja nur in einer Prozentzahl von vielleicht 5 Stellen hinter dem Komma von der Anzahl der Passagiere ab. Insofern haben wir die Umwelt wahrscheinlich weniger belastet, als wären wir auch nur zu einer dieser Städte mit dem Auto gefahren, das dann eben nur uns dahin transportiert.

Wenn du also danach fragst, ob ich bzw. wir auf die Reise verzichtet hätten, wenn das Schiff dann im Hafen bleibt oder etwa weil Kreuzfahrten generell verboten würden - Ja, absolut. Eine Gesetzesänderung für ein Verbot von Kreuzfahrten (solange sie nicht klimaneutral stattfinden können) würde ich jederzeit befürworten.

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@Schröder Naja dann ist ja alles in Ordnung für Dich und Deine persönliche Meinung zu Deiner Familien Kreuzfahrt, nur dann verstehe ich persönlich ehrlich gesagt nicht warum Du hier überhaupt dieses Thema eröffnet hast?.
Was für eine Diskussion erhoffst Du Dir aus diesem Thema?, Sorry wenn ich auf dem Schlauch stehe, aber solche Themen wie hier verstehe ich persönlich nicht, vor allem weil Du sehr gegensätzlich argumentierst.
:person_shrugging:

Um genau solche Meinungen wie deine einzuholen. :blush: Ich sehe das also nicht als Streit.
Was ist noch ok, angesichts des sonstigen Elends auf der Welt? Kreuzfahrt zweifel ich ja selber an, aber ich hätte sie ja meiner Frau und meinem Sohn eh nicht verbieten können und mein Aufpreis war wirklich gering, da wir nur 1 Kabine hatten. Urlaub generell? Markenklamotten, die billig in Asien hergestellt und hier zu hohen Preisen verkauft werden? Essen gehen, wenn von dem Geld für eine Mahlzeit andere 1 Monat überleben könnten? Muss es ein neues Handy sein, für mehrere Hundert €? Fahrt und Eintritt zum Fußballspiel kann auch schnell 3stellig kosten, gerade mit Kindern. Besuch im Zoo, Freizeitpark ebenso.

30 € reichen im Durchschnitt, um ein Kind in Afrika 1 Monat am Leben zu halten, haben sie mir erzählt, als ich damals UNICEF-Mitglied geworden bin. Da ist Erdnusspaste drin und medizinische Versorgung. Wären das die Kinder vom Nachbarn, wir (ich schreibe jetzt mal von der Gesellschaft im allgemeinen) würden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um zu helfen. Wenn man bedenkt, was man hier für das Geld bekommt… Und wie schnell man das ausgibt…

Sorry Lieber @Schröder , aber auf was für eine „Meinung“ meinerseits beziehst Du Dich hier?.

Zumal ich persönlich nicht mal eine absolute Meinung, weder positiv noch negativ, zu Deinem Thema in irgend einer Form abgegeben habe.

Sondern sogar im Gegenteil, ich eigentlich letztendlich nur Deine eigenen Fragen an Dich weiter gegeben habe. :person_shrugging:

Heisst wie genau stehst Du eigentlich selbst zu dem was Du hier bis jetzt über Deine „Familien Reise“ geschrieben hast?.

Insofern fühle ich persönlich mich hier gerade irgendwie „befremdlich“ wenn Du von „meiner Meinung“ sprichst.

Insbesondere deshalb, weil ich meiner persönlichen Meinung nach, weder Dich, noch andere Personen in irgend einer Form angegriffen habe, sondern weitgehend so gut als möglich eigentlich unparteiisch geblieben bin, heisst niemand verurteilt habe und deshalb so gut als möglich einfach nur versucht habe möglichst neutral auf Deine Fragen überhaupt irgendwie versucht habe zu antworten.

Aber okay, ich merke schon, dass ich mich hier nun lieber aus Deinem Thema lieber verabschieden möchte. :wave:

Von daher wünsche ich Dir und Deiner Familie einfach nur das allerbeste und verabschiede mich. :heart:

Kreuzfahrten…, das ist das eigentliche Thema (hinterm Thema).
Sie haben einen erheblichen ökologischen Fußabdruck, einschließlich CO2Emissionen und Meeresverschmutzung. Das ist für mich der Naheliegende Aspekt, den du beeinflussen kannst.

Letztlich ist es aber deine persönliche Entscheidung, die von deinen individuellen Werten und Prioritäten abhängt. Es ist möglich, sich selbst etwas zu gönnen und gleichzeitig ein verantwortungsbewusster Mensch zu sein.

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Du hast geschrieben, dass du findest, ich bzw. wir würden ihn zu sehr verwöhnen. Dann das es ungerecht ist, weil andere Kinder diese Möglichkeit nicht haben. Das würde ich schon als „Meinung“ einordnen. Muss ja nicht jede Meinung auch ein Angriff sein oder gar absolut. Ich wollte dich auch nicht angreifen, da ich deine Ansichten durchaus nachvollziehen kann.

Also Danke für deine Antworten, liebe Abrissbirne. Sie beleuchten Aspekte, an die ich noch gar nicht gedacht habe, als ich den Thread erstellt habe.

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Warum in die Ferne schweifen, sieh, die Armut liegt (auch) so nah.

Ich habe die starke Vermutung, dass selbst für viele hier im Forum die Finanzierung einer Kreuzfahrt ähnlich unerreichbar ist wie Afrika. Auch und gerade ADHS-bedingt.

Die Befassung mit first world problems ist leider selbst: ein first world problem. Damit kann man sich (pseudo-)philosophisch auseinandersetzen, wenn man sich keine Gedanken um die nächste oder übernächste Miete oder die eigene Altersversorgung machen muss, weil man nicht erbbedingt mietfrei wohnt. Insofern tun sich da leider Gräben und Abgründe auf, schon im Inland. Zu dem Ergebnis kommt man auch mit voller Gönnung und ohne Sozialneid.

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Absolut korrekt, natürlich gibt es auch in Deutschland Armut und ich bin ja auch nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens gewandelt, stand selbst schon vor der Obdachlosigkeit. Auch von meinem jetzigen Lohn könnte ich mir diese Reise niemals leisten. Ich hab einfach nur wahnsinniges Glück gehabt.

Allerdings funktionieren in Deutschland die Sozialsysteme in der Regel zumindest so gut, das keiner verhungern muss.

Ich bin da zwei geteilter Meinung aus der Umweltperspektive finde ich eine Kreuzfahrt ein No Go.
Ich würde nicht einmal fliegen.
Ich lege wenn möglich fast alle Wege mit dem Fahrrad zu Fuss oder mit Bus und Bahn zurück.
Versuche wenn möglich so wenig wie möglich im Internet zu bestellen.
Ich liebe aber auch mit meinem Rucksack in dem sich alles was. Ich für eine paar Tage so brauche befindet von einem Ort zum nächsten zu wandern ,denn man nimmt seine Umwelt halt viel genauer wahr.

Ich kann es aber sehr gut verstehen dass du deinem Sohn damit eine Freude bereiten wolltest.
Nur darfst du dabei nie vergessen,das Du ihm gegenüber immer mit einem guten Beispiel vorangehen solltest

Ich bin sehr froh das meine erwachsen Jungs fast immer mit dem Rad oder Bus und Bahn fahren und selten das Auto benutzen
Kreuzfahrten stehen beide sehr negativ gegenüber.
Aber wie gesagt ich verurteile keinen.
Der Cousin meines Mannes macht jährlich Kreuzfahrten mit seiner Frau ein anderer Urlaub kommt für ihn gar nicht mehr in Frage

Aber wird die Freude an einem Urlaub nicht viel größer wenn den Urlaub planen kann und die Gegend am Urlaubsort vielleicht selbst entdecken kann.
Viele der schönen Buchten und Strände oder netten kleinen Restaurants in Bergdörfern hätte ich bei einer organisierten Reise nie entdeckt

Ich habe weder Führerschein noch Auto und bin ebenfalls fast ausschließlich mit dem Rad unterwegs.
Die Kreuzfahrt war ja nicht nur für meinen Sohn. Auch meine Frau und ich gucken uns gerne andere Städte an und da hat so’ne Kreuzfahrt halt den Vorteil, das man nicht jedesmal den Koffer aus- und wieder einpacken muss, weil das Hotel ja praktisch mitfährt. Dort sind wir dann aber auf eigene Faust unterwegs (meist mit diesen Hopp on / Hopp off-Bussen).

Einsame Strände und Buchten sind schön, um mal 'n Tag zu entspannen, aber für die Dauer eines ganzen Urlaubs wäre uns das schnell zu langweilig. Mit Junior eh nicht zu machen, der braucht Abwechslung.

Rechnerisch hast du voll recht und wenn man überlegt welch Auswahl an Essen einen täglich auf so einer Kreuzfahrt serviert wird.

Mach doch mit der ganzen Familie eine Patenschaft für ein Kind in Afrika und versorge es die nächsten Jahre , vielleicht gleicht es ein wenig dein schlechtes Gewissen aus ?

Wir haben zwar keine Patenschaft, sind aber beide Mitglied bei UNICEF und der Betrag reicht locker für 2 Kinder. Wie geschrieben sind wir durchaus spendenfreudig und Mitglieder bei verschiedenen Organisationen, die sich auch um Bedürftige in Deutschland, Natur- und Tierschutz kümmern.

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Ich muss ehrlich sagen, dass mich dieser Thread sehr aufgewühlt hat.

Das hier trifft irgendwie den Kern des Threads und ich suche seitdem nach passenden Worten, die beschreiben könnten, wieso sich das so unglaublich furchtbar zu lesen anfühlt. Gefunden habe ich bisher kaum welche, aber mir war es trotzdem ein Anliegen das zu sagen. Vielleicht ist es ja für jemand anderen nachvollziehbar und der/diejenige findet die richtigen Worte.

Die Argumentation ist natürlich genau die derjenigen, die glauben „man könne eh nichts ändern“ und die deshalb keinen Sinn darin sehen, anzufangen.

Beispiel Veganismus:
Die Tiere sterben trotzdem oder werden ausgebeutet, egal ob ich sie esse oder nicht. Jain. Ich entscheide mich dafür, daran nicht weiter teilzunehmen und je mehr Menschen das tun, desto weniger Gründe gibt es, weiterhin Tiere zu töten oder auszubeuten.

Ähnlich übertragbar auf alle weiteren Probleme. Wenn es keine Konsumenten gibt, dann gibt es auch irgendwann keinen Markt mehr. Aber die Verantwortungsdiffusion, die uns sagt, wir wären ja nur eine Ameise im Ameisenhaufen und „was kann ich schon ändern?“ bringt uns dazu, nichts zu ändern und je mehr Menschen nichts ändern, desto weniger ändert sich.

Die Probleme der Welt und die Art, wie wir als Individuen zur Lösung beitragen können, ist einfach ein schweres Thema.

Ich sehe es so: Jeder sollte, gemessen an den eigenen Kapazitäten, für eine bessere Welt Veränderung bewirken. Kapazitäten bedeutet dort Zeit, Geld, Headspace, Gesundheit usw.

Beim einen wird es mehr sein, beim anderen weniger.

Der Thread hier aber hat irgendwie was von Gewissen rein waschen und das macht mir wirklich komische Gefühle, auch wenn das vielleicht nicht deine Absicht war @Schröder.

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Wenn man es ganz krass ethisch sieht , dürften wir hier alle nur kleine Wohnungen haben , Geld für gutes Essen und ein wenige Konsum . Der Rest geht an die Mitmenschen in die Armen Länder . Vermutlich wäre es so machbar, wenn alle mitziehen, das es dann kaum noch Hunger und Durstelend geben würde.

Ich spende auch gerne was und manchmal denke ich : „Warum soll ich eigentlich spenden?“ sind nicht die Länder selber verantwortlich, weil sie das Geld nicht vernünftig verteilen, denn auch da ist Reichtum vorhanden .
Auch bei uns sind es Machenschaften, die das Elend dort auslösen .
Das sind kriminelle Strukturen, die eigentlich beendet werden müssten .

Als damals in der Pandemie die Todeszahlen in ihrer Dramatik immer wieder dargestellt wurden , dachte ich oft daran , dass parallel täglich Menschen an Hunger Sterben und das wäre so einfach behebbar und doch war es nicht relevant .

Meine Frau ist Vegetarierin. Ich selbst habe dazu eine etwas differenzierte Meinung, denn wenn jetzt alle kein Fleisch mehr essen würden, würden Tiere nicht mehr gezüchtet werden. Da das, was wir als „Hauskuh, Hausschwein“ etc. kennen in der freien Wildbahn aber nicht vorkommt, würden die innerhalb kürzester Zeit aussterben, denn zum Spaß stellt sich keiner so ein Tier in den Stall. D. h., sollte der Fleischkonsum ab sofort verboten werden, würden sofort alle Tiere getötet werden (ohne Verwertung, also komplett sinnfrei) da die Haltung ganz einfach zu teuer ist. Und einfach alle Gatter auf und die Tiere frei lassen geht auch nicht. Die finden sich überhaupt nicht zurecht „draußen“, haben keine Ahnung von Straßenverkehr etc., mal abgesehen davon wären sie in der Masse kaum tragbar für die Umwelt und die anderen Tierarten.

Natürlich kann man aber trotzdem was machen. So kaufe ich Fleisch etc. fast ausschließlich in Bio-Qualität. Da werden die Tiere zwar auch getötet, haben aber bis dahin (hoffentlich) ein halbwegs gutes Leben gehabt. Ich bin da halt der Meinung, lieber relativ kurz gelebt als gar nicht. Und es wird nicht mehr soviel am Bedarf vorbei „produziert“.

Ich bin also für ein Verbot der Massentierhaltung und die Richtlinien zum Tierschutz sollten deutlich verschärft werden. Ganz auf tierische Produkte zu verzichten hilft den Tieren aber auch nicht weiter.

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