Wie funktioniert euer Denken?

Omg dafür gibt es einen namen?
Ich hab das auch konnte es aber nie so gut beschreiben. Bei sind es alle kontinuitätet wie alle zahlen, jahreszahlen bzw epochen, dann lebensjahre, das jahr selbst, jeder monat, woche etc… alles als eine beliebig hin und her zu zoomendes band bzw raster das auch verschiedene schattierungen hat und eine gamz bestimmte…konsistenz und ein „gefühl“ dazu…ja, schwer zu beschreiben.
Ich dachte ich wäre die einzige mit sowas, krass…

Ich kann mir in gedanken auch keinerlei gesichter richtig vorstellen, selbst von vertrauten menschen sind sie vage und wenn ich versuche das bild zu fokussieren, „verwabert“ es und löst sich auf. Ich weiss an wen ich gerade denke aber kann denjenigen nie richtig darstellen im kopf.

Ansonsten ist es eine mischung aus innerem monolog, meine stimme erzählt mir sachen oder spielt dialoge ab mit stimmen von anderen, und einem laufenden bildband dazu, oder eher kino.
situationen die ich mir dabei vorstelle laufen als film ab, projekte die ich im kopf zusammenstelle sehe ich auch als quasi frei drehbares 3d. Verliere aber oft den fokus darauf und kann es mir dann wie ein gesicht nicht richtig vorstellen, das nervt.
Lese ich ein buch, sehe ich eigentlich einen richtigen film, der auch mit verschiedenen stimmen erzählt wird.

Als ich concerta ausprobiert hab, war das alles plötzlich weg, keine bilder mehr im kopf, stille, käseglocke über allen empfindungen, ich habe mich total leer und gelangweilt gefühlt, wenn das neurotypisch ist, tun mir nts irgendwie leid.

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Spannend zu lesen, wie die Köpfe von euch von Innen aussehen :grimacing:

Ich habe es während meiner gerade laufenden Eindosierung so beschrieben:

Es fühlt sich in mir seit jeher so an, als fließe ein Wasserfall durch mich durch. Es ist laut, ablenkend, mitreißend, beängstigend, wunderschön, fürchterlich, unaufhaltsam, unberechenbar,… in mir.

Nun fühlt es sich ~2h nach der Einnahme so an, als hätte ein mächtiges Wesen den Wasserhahn, der den Wasserfall speist, ein wenig zugedreht.

Ich denke nicht in Worten (es sei denn ich spreche aktiv und bewusst mit mir selbst). Alles was ich denke kommt in Bildern, Gefühlen, Gerüchen. Es ist dabei so, dass in einem Bild eine ganze Logikkette sein kann. Wenn ich dieses Bild dann versuche zu erklären, braucht es viele Worte dazu.
Ich Verarbeite auch in Bildern. Downside: iCh stelle mir sofort alles -ALLES- in Bildern vor was Leute mir erzählen. Besonders bei ekligen Sachen meist sehr unschön…

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Ja, oder ‚transition anxiety‘. Angst vor Übergssituationen, die wirklich verbreitet ist im Zusammenhang mit ADHS und häufig auch zu so einer Art Paralyse (oder Freeze) führt, die dann häufig als Antriebsschwäche, bzw. Depression falschinterpretiert wird.

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Ich denke auch bildhaft. Sagst Du mir eine Zahl, sehe ich die geschrieben oder gedruckt vor mir.
Erzählst Du mir was vom Pferd, sehe ich das Pferd vor meinem inneren Auge galoppieren.
Das mit den bildhaften Horrorszenarien habe ich auch.
Darüberhinaus habe ich eine Art Tornado im Kopf, der die Gedanken ständig in rasender Geschwindigkeit umherwirbelt und Verknüpfungen herstellt. Allerdings brauche ich den zum normalen Denken im Alltag eigentlich nicht. Er ist aber sehr unterhaltsam.

Ach geil - Tornado ist ein sehr gutes Bild! Ich stelle es mir wie einen Wasserfall vor in meinem Kopf. Tornado vibet in mir aber auch!

Ich finde es überhaupt nicht komisch herauszufinden, ob und wie man anders tickt :slight_smile: Mir hat es eine neue Welt eröffnet mit der Diagnose, da ich da erst gelernt hab, dass mein „normal“ anscheinend anders ist, als bei der „Norm“. Sich mit sich selber auseinanderzusetzen ist eine schöne Sache!! Und vergiss nicht, dass die Normverteilung auf einem Spektrum ist :smiley: du musst nicht „anders genug“ sein, um von der Norm abzuweichen :))

Als ich meine erste Medikenet probiert hatte, war ich auch voll schockiert, warum mein Kopf auf einmal so leise ist haha habe das vorher nie so bewusst „laut“ wahrgenommen und dachte das hätte jeder haha

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Ich würde es bei mir so Beschreiben, es ist wie das Spiel wo man Maulwürfe mit einem Hammer hauen muss. Nur sind es Gedanken, die aufploppen.

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Tornado :check_mark:
Gedankenwasserfall :check_mark:
Pferd :check_mark:
Maulwürfe :check_mark:
Bunte Zahlen :check_mark:

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Manchmal gar nicht! …Ba Dum Tss…

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Stimmt , und dann ist nur noch ein großes :red_question_mark:Und Häh? Im Kopf und nix ist abrufbar so als ob alle abrufbaren Optionen irgendwie im Freeze im Raum stehen

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Ich denke auch immer in Bildern und Farben. Ich frage mich, wie es anders gehen sollte?
Meine Woche habe ich auch als Art Stundenplan im Kopf und ich verbinde die Tage mit den Terminen und Zeiten. Also sitzt z.b. mein Zahnarzt in der Spalte am Dienstag auf der Zeile um 12.00 Uhr.
Meine Zahlen sind in einer Art Lift angeordnet. Je höher die fahren, desto dünner werden sie. Bei Addition fährt der Lift nach oben, bei Subtraktion nach unten. Dabei springt die Zahl, die dazu kommt in den Lift rein und fährt hoch. Wenn eine abgezogen wird springt die rein und fährt runter. Sie haben auch Farben.
Die Monate und Jahre sind auch so angeordnet. Nur, dass es bei den Monaten noch Untergruppen für die Tage gibt. Deshalb kann ich mich gut an Daten erinnern und habe meistens den Tag noch in meinem Bild dabei. Auch die Ereignisse dazu. Viele Fragen, warum ich mich auch genau an Details erinnere. Die sind im Bild bzw der Geschichte. Stimmungen haben auch Farben. Aber das kennen, glaub ich, viele. Manchmal habe ich ein Gefühl und es fällt mir nur ein Gegenstand dazu ein. Z.b. Logo oder ein Brombeer Busch oder Zuckerwatte. Dann muss ich meinen Gegenüber erst mal erklären, was ich meine. Das fällt mir oft schwer, weil das Gefühl ja der Gegenstand ist.

Mein Montag ist rot :adxs_lach:. Und die Woche ist eine Ellipse :adxs_peace:. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das ein ADHS–Ding ist oder einfach ein Hilfskonstrukt meines Gehirns.

Ansonsten würde ich sagen, meine Gedankenwelt ist ein bisschen wie ein Sieb: alles, was draußen ist, kann ungehindert hineingelangen – egal ob ich das will oder nicht.

Ich empfinde meine Gedankenwelt gar nicht so sehr als „schnell“, wie viele andere, sondern eher als sprunghaft.

Ich kann Gedanken nur dann in Ruhe nachgehen, wenn ich mich in einer sehr reizarmen Umgebung befinde und entspannt bin.

Ich neige auch zu Tagträumen. Wenn ich allerdings äußere Reize verarbeiten muss oder ich selbst in Aktion bin, verliere ich schnell den Faden oder habe viele Ideen und Gedanken, die sich „vermehren“ und irgendwann habe ich dann das Gefühl, entweder „das große Ganze“ zu überblicken oder völlig durcheinander zu sein :adxs_peace:.

Mir ist auch aufgefallen, dass ich häufig so eine Art „Sprung in der Platte“ habe, vor Allem wenn ich einen Ohrwurm habe oder ein Lied summe. Ich singe dann einen kurzen Abschnitt oder mache ein Geräusch, und das immer und immer wieder in Dauerschleife, ohne dass es mich stört. Ich empfinde das sogar als entspannend, wie eine Art „Trance“ :adxs_kp:.

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Bei mir ist das in Gesprächen so, dass ich ganz genau die Emotionen der Person spüre und ich die Absichten dahinter erkennen kann, falls welche vorhanden sind. Schwer zu beschreiben, kommt natürlich auf das Gespräch an, ein guter Freund oder eine gute Freundin haben meist keine Absichten, wenn sie was bestimmtes sagen, Psychotherapeuten hingegen schon.

Hatte es auch schon, dass ich nicht wusste, wo ich in Gesprächen hinschauen soll. Habe die Person angeschaut, wenn sie gesprochen hat und wenn ich Gesprochen hab ist mein Blick mehr gewandert. Frage mich manchmal, wie die Position in der ich sitze wirkt. Sind jetzt nur Beispiele, kommt auf mein Gegenüber auch an. Hasse auch irgendwie, wenn zuviel geschwiegen wird, will aber auch oft nichts falsches sagen, kommt drauf an wie nah ich der Person stehe und wie gut ich mich mit ihr verstehe.

Schweife in Gesprächen auch schonmal ab, kommt zwar nicht soo oft vor aber sage dann „hm“, hab aber nur halb hingehört und muss nochmal nachfragen.

Zudem bei allem was Gesprochen wird, vergleiche ich das mit meinen bisherigen Erfahrungen und spreche dann über diese, also was ich erlebt habe z.B.

Da ich ADS habe, habe ich auch meist keine rasenden Gedanken, wie es oft beschrieben wird. Aber die Bezeichnung wie mehrere Browser gleichzeitig auf, passt schon irgendwie, habe an meinem Handy auch seeeehr viele Browser auf. Denke mal hier und da ein bisschen, träume vor mich hin, male mir Sachen oder Gespräche aus die so nie passieren werden. Manchmal denke ich aber auch an gar nichts.

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Ist bei mir auch so ähnlich und ich bin auch nicht hyperaktiv.

Oh ja. Ich habe mir schon anhören dürfen, ich wäre eine gute Zuhörerin, obwohl ich nur einen Teil von dem mitbekommen hatte, was man mir erzählt hat. Mein Gehirn scheint ganz gut zu wissen, wie ich gucken muss und wann ich zu nicken habe, um den Eindruck zu erwecken, ich wäre geistig da :see_no_evil_monkey:.

Interessant! Ich dachte bis jetzt, dass Menschen mit Synästhesie immer Sinnesempfindungen haben, die nicht dem Reiz entsprechen (also z. B. Farben riechen oder Klänge sehen). Dass die räumliche Anordnung und farbliche Attributierung von Zahlen, Buchstaben und Zeiteinheiten auch darunter fällt, wusste ich nicht.

Abschweifen passiert mir auch oft. Aber mein Hirn kriegt das gesagte dennoch mit und ich kann in meinen Kopf kurz zurückspulen und das gesagte aktiv hören.

Was ich so krass finde bei diesen ganzen Schilderungen: das liest sich bei vielen wie eine Art superpower. Mega :grimacing:

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Ich finde DAS liest sich wie eine Superkraft :adxs_ai:.

Kannst Du auch während des Zurückspulens gleichzeitig der Person folgen, während sie weiterspricht?

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Das ist eine gute Frage und kann ich dir gar nicht beantworten. Es ist eigentlich meist so, dass Leute mich etwas fragen während eines Gesprächs und dann nicht weiter reden, weil sie denken, ich denke über die Antwort nach :laughing:

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Ich denke in halbfertigen Sätzen, die entstehen aber kein Ende finden müssen, die Sätze/Ideen(Stimmen sind es nicht) unterbrechen sich ständig. Hierdurch wird etwas zu ende denken oft schwer. Die Gedanken sind dann wie die Sterne in so einem alten Windows Bilsschirmschoner.

Das geschriebene Wort bewirkt eine Art Hyperfokus, wodurch ich gar nicht sehe und höre was um mich herum passiert, bereits nach wenigen Sekunden.
Bei Gehörtem bin ich sehr abgelenkt, also auch in Gesprächen. (Kann es mit Masking und Vorausdenken größtenteils kaschieren)

Gerüche sind am Stärksten. Die holen mich auch aus dem Lesefokus raus.

Insgesamt ist mein Gehirn immer auf Trab. Wach: HIRN AN :carousel_horse::carousel_horse::dizzy:

Schlafen: HIRN LEISE (trotzdem an)

Habe mir gerade alle Beiträge durchgelesen und da ich das Thema sehr spannend finde, möchte ich meinen Senf dazugeben. :smiley:
Mein Hirn funkt 24/7, ohne Unterbrechung. Ich habe nur dann Ruhe, wenn ich eine bekannte Serie gucke oder die Harry Potter Hörbücher höre und nebenbei häkele. Sobald ich dann aber aufhöre, hat mein Hirn Nachholbedarf und die interne Beschallung legt nochmal zu.

In Gesprächen verliere ich fast immer den Faden, komme vom Hölzchen aufs Stöckchen und weiß bei den verschachtelten Sätzen, die ich so fabriziere, manchmal schon in der Mitte nicht mehr, worauf ich hinaus wollte. Flüchtigkeitsfehler und nicht richtig oder nicht bis zum Ende zuhören sind an der Tagesordnung. Zehn Themen/Stimmen gleichzeitig sind mindestens aktiv.

Leider darf ich auf der Arbeit keine Kopfhörer aufhaben. Meist setze ich mich mit In Ears darüber hinweg, weil ich sonst gar nichts gebacken kriege.

Wenn ich morgens aufwache, geht das Traum-Wirrwarr ins Wach-Wirrwarr. Leider träume ich als Pause zwischen den Albträumen, die ich jede Nacht habe, extrem realistische Dinge. Oft spreche ich dann mit dem Gesprächspartner aus dem Traum über diese Themen im Wachzustand und diese Person hat dann keinen Plan, was ich eigentlich von ihr will. Bei meiner besten Freundin oder meiner Familie ist das nicht so schlimm, die wissen davon, aber auf der Arbeit könnte ich dann in Grund und Boden versinken.

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