Wie schafft ihr den ersten Schritt, bei allem was ansteht?

Hallo miteinander,

Ich bin recht neu in diesem Forum und hoffe ich bi nhier in der richtigen Kategorie. Ich bin 28 jahre alt und männlich und habe letztes jahr die Diagnose ADHS bekommen. Ich erzähle erstmal ein bisschen von mir bevor ich zu meinem Problem komme.

Ich habe mit 14 Jahren die Diagnose schwere rezivierende depression und eine Angststörung bekommen und bin seit dem immer mal wieder rückfällig geworden, sobald es extremen Stress gab. Anzeichen für ADHS gab es in meiner Kindheit allerdings kaum. Ich bin nun seit 12 jahren bei meinem Psychiater und der hat so ziemlich alles bei mir mitgemacht und viel Einfluss auf meine Besserung gehabt und mir letztendlich auch die ADHS Diagnose gegeben.

Zu Beginn, sah es so aus als würde ich mein Abi niemals schaffen aufgrund meienr Probleme und ich würde dauerhaft eingewiesen werden aufgrund von mangeldem Interesse an Besserung. Ich war nie suizidal sondern einfach hoffnungs und antriebslos. Doch irgendwann habe ich mich daraus gekämpft, mithilfe von Klinikbesuchen und meienr Mutter die mir immer wieder sachen aufgezwungen hat, was rückblickend sowohl schädlich wie auch hilfreich war. Dies hat mir einen Alltag/Routinen aufgezwungen die ich immer gehasst habe aber doch dringend brauchte. Ich habe es dann doch irgendwie geschafft ein Abi zu machen und habe ein FSJ gemacht um dann anschließend Biowissenschaften zu studieren. Dort hatte ich auch meine Probleme, aber bin mit verspätung durchgekommen.

Bei der Bachelorarbeit wurden meine Kernprobleme das erste mal richtig deutlich. Ich kann nicht alleine zuhause sein, ich mache gar nichts mehr dann. Ich esse nicht, ich koche nicht, ich verlasse das Haus nicht mehr. Egal was mir spaß bereitet hat, ich habe es nicht mehr gemacht.

Daraufhin habe ich mich entschieden während meines Studiums wieder nach hause zu ziehen und ein framework für mein Leben zu haben. Meine bachelorarbeit war trotz Vorsschusslorbeeren des Profs und der Mitarbeiter dann eine 4.0. Ich konnte mich nie motivieren zu schreiben, ich hatte Panikattacken vor der Abgabe und musste mittels ärztlichen Attesten eine Aufschiebung des Abgabetermins herbeiführen. Dann war dennoch jegliche Formatierung durcheinander und ich wusste damals nicht, das man den Prof um hilfe bitten kann, das der mal drüber schaut. Unwissenheit,Angst und Motivationslosigkeit führten dann eben zu dieser Note. Letztendlich war das dann egal, ich bin trotzdem in den Master an der gleichen Uni gekommen und war dort sehr zufrieden. Fühlte mich zu diesem Zeitpunkt kaum depressiv, habe meine jetztige Freundin kennengelernt und viel positives feedback von professoren und kommilitonen bekommen, das ich wirklich gut bin in dem was ich tue und liebenswürdig bin.

Bis zum letzten Regelsemester war ich perfekt in der Zeit mit guten Noten. Dann kam die Masterarbeit an der ich nun seit 2 jahren hänge. Antriebslosigkeit war immer da, auch wenn es mir Spaß gemacht hat was ich tue. Nach den Vorlesungen musste ich nie nacharbeiten ich habe immer alles sofort verstanden und Fragen gestellt die auf viel Lob stießen seitens der professoren und bin dann nach den Vorlesungen nur noch am PC gewesen. Für mich war dieses ganze Lob zu dem Zeitpunkt völlig neu, weil ich mein lebenlang immer nur kritisiert wurde von meiner Mutter, das ich nicht gut genug bin oder es besser könnte aber nie gezeigt habe. Selbst nach IQ tests, Berichten von psychiatern und psychologen die meine ansichten und Stärken bestärkt haben, hat sie alles anders gesehen und mich als arrogant bezeichnet.

Mein Vater war nie da und mein Bruder hat mich in meiner Kindheit verachtet, weil ich mehr Aufmerksamkeit bekommen habe von meinem Vater als er( wenn er denn mal da war). Nach vielen jahren Verhaltenstherapie weiß warum meine Eltern so sind wie sie sind, kann damit meistens gut umgehen und das ganze ist weniger problematisch als es mal war. Dennoch hat es scheinbar tiefe spuren in meinen verhaltensweisen hinterlassen.

Ich strebe stets nach perfektion sobald es um etwas geht, was bewertet werden kann. Wenn eine person, zu der ich aufsehe (wie als Kind die Eltern) mich kritisiert oder ich angst habe fehler zu machen, dann führt das zu Panik und lähmung aber manchmal auch zu Antrieb aus Selbsthass.

Seit meiner Masterarbeit ist aus diesem Selbsthass nun Verzweiflung und Selbstmitleid geworden. Ich habe nie von 8-17 durchgehalten in den praktischen teilen meienr Arbeit, aber hatte das auch nie erwartet und deshalb lieber ein paar wochen länger an meinen Experimenten gearbeitet, was auch für alle okay war.

Während eines anderen projektes hingegen war ich extrem fleissig und habe ohne Probleme 8-17 Uhr geschafft, fantastische Ergebnisse geliefert und mehr gemacht als ich musste/von einem Studenten erwartet wird. Sobald es um den Tei lging, wo ich selbstständig schreiben musste, egal ob in der Bibliothek oder zuhause, habe ich mich immer wieder in themen verrannt und hatte dann mehr wissen zu den einzelnen themen als meine Betreuer, aber letztendlich nur 3 Sätze geschrieben. Dies hat sich dann über zwei jahre gezogen, währendessen haben Leute um mich herum ihren Abschluss gemacht, teils gute Noten bekommen ohne eine wirklich gute Arbeit gehabt zu haben, aber dennoch dachte ich, ich muss einen Bericht schreiben, der einer perfekten studie gleicht in den renomiertesten Journals (als student…).

Dann kamen Wochen und Monate wo ich mich gar nicht mehr motivieren konnte und hatte das beim Psychiater angesprochen. Nach vielem hin und her bekam ich dann die ADHS Diagnose (war ziemlich am Schwellenwert) und durfte entscheiden ob ich Methylphenidat nehmen wollte. Zunächst hat es gut funktioniert dann nicht mehr.

Ich habe immer früh morgens Probleme gehabt und daher unretadiertes MP zusätzlich genommen um aus dem Bett zu kommen und sonst concerta 45mg. Nach 3 monaten hatte ich dann wieder einen Termin und die wirkung hatte nachgelassen. Das letzte bisschen für den ersten Schritt hat mir immer gefehlt. Ich kann bis heuzte nicht besser beschreiben, was ich damit meine. Unter MP, wenn ich den ersten schritt gegangen bin und die Sachen tue, ich ich tun muss bekomme ich auch ein Gefühl der Freude bei der Tat und dem Abschluss eienr Sache. Ohne MP hatte ich das nie.

Für den ersten Schritt sind wir dann auf Lisdex umgestiegen und da probiere ich aktuell die Dosis noch aus. Bei 40mg hatte ich das Gefühl das die Hürde für den ersten Schritt niedriger wurde und habe dann erhöht. bei 50mg habe ich dauerhafte Nebenwirkungen die schwer erträglich sind. Bei 60mg habe ich dann das erste mal die Hürde kaum noch gespürt aber mich gleichzeitig gefühlt, wie ich mir Menschen beim Kokainkonsum vorstelle. Die Nebenwirkungen waren nicht auszuhalten und deshalb bin ich wieder auf 40mg runter.

Nun habe ich aber nicht mehr das Gefühl das die Hürde kleiner ist als vorher. Aktuell finanziert mich meine freundin durch und macht auch mehr im Haushalt als ich. Das ganze ist mir auch unangenehm, gleichzeitig war es immer so, dass ich unwissentlich nachc wegen gesucht habe möglichst wenig machen zu müssen und alle um mich herum dazu zu bringen mir die Arbeit abzunehmen. Ich versuche dies abzulegen, aber je schlechter der Tag desto schlechter gelingt mir das. Häufig habe ich dann morgen Migräne, Kopfschmerzen (auch ohne MP/LX) die mir einen weiteren Grund liefern die Hürde des ersten Schrittes nicht zu gehen.

Ich bin auch der Ansicht das diese Schmerzen häufig psychosomatisch sind oder im laufe des tages gehen, aber dann schaffe ich es nie noch Sachen zu tun die ich mir vorgenommen habe. Egal ob mir diese Sachen meistens Spaß machen oder nicht, der erste Schritt ist immer schwer außer für Sachen die schnelles einfaches Dopamin bringen wie zocken oder social media. Das ganze begrenze ich so gut es geht, finde aber immer wieder Gründe und Wege mich selbst zu betrügen. Ich verachte mich die meiste Zeit deswegen, bin verzweifelt und enttäuscht von mir und spüre das es bei meienr freundin mittlerweile auch beginnt. Heute hat sie auch zum ersten mal gesagt, das sie das so wie es jetzt ist nicht weig mitmachen wird, wenn ich ers nicht schaffe Sachen alleine zumachen.

Ich brauche extrinsische reize (bisher immer meine Mutter, die das bei meinem Vater auch so gemacht hat, als der ähnliche probleme hatte). Bei meinem Vater hat sich das verbessert als er Kinder bekam und hat sich dann komplett in der Arbeit verloren. Seit meine Eltern geschieden sind, ist er nun fast ausschließlich alleine zuhause und hat kaum Kontakt nach außen. Arbeiten tut er sporadisch.

Die Diagnose ADHS hat mir damals Hoffnung auf besserung gegeben, mittlerweile ist daraus resignation und Verzweiflung geworden.

Wie schafft man den ersten Schritt, wie zieht man Sachen durch?

Das Ergebnis oder Weg dorthin haben mich nie sonderlich motiviert, das Bestrafung oder Belohnung als motivation ausreichte, aber dennoch kann ich Anzeichen in meiner Historie sehen, das es das tun kann. Selbst die Aussicht das bisher alles umsonst war und ich ohne job/freundin/freunde zuhause versauere reicht mir nicht als Antrieb.

Ich habe nie ein großes Ziel gehabt, wie ich will ein Haus und Kinder oder möchte dort oder dorthin fliegen. Wenns nicht klappt, dann ist es so, mir egal. Aber gleichzeitig will ich nicht so leben. Das ganze ist so diffus das ich einfach nur noch verzweifelt bin und deswegen nach Hilfe schreie. Ich weiß nicht weiter. Das ganze problem scheint auf der ADHS zu beruhen, aber ich verstehe das ganze einfach noch nicht. Was kann ich tun um diese Probleme zu lösen?

Ich will einfach nur selbstständiger werden. Ich habe alles mögliche bisher ausprobiert, was mir einfiel medikamente, hypnose, Gruppentherapie,Verhaltenstherapie,psychotherapie, Nahrungsergänzungsmittel nach aktuellsten Studien alle durchprobiert zusammen mit dem psychiater,bewaltigungstaktiken von pomodoro timern, zu calls mit freunden um gemeinsam produktiv zu sein, raumänderungen,meditationen selbst esoterik. Kein Effekt blieb.

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Heyho, herzlich Willkommen hier! :))

Bin mir nicht ganz sicher, ob meine Erfahrungen dir helfen können, da ich von meinen Depressionen nicht ganz so im Zwang bin wie du (also die Hoffnungslosigkeit und Toleranz von Fehlschlägen ist bei mir anders), aber ick Versuchs trotzdem mal.

Bin selbst aktuell im Bachelorstudium, Respekt an dich an dieser Stelle, dass du so weit schon bist. (Bei mir Informatik, bereits doppelte Regelstudienzeit)

Mit dem Durchhalten hilft mir tatsächlich die Abhängigkeit zwischen Personen, wir haben halt immer so Abgabepartner und wenn einer schleift, ist der andere am A****. Ist bei mir halt extern vorgegeben, aber hilft mir, dass ich mir das aufgeben dreimal überlege. Ggf. Könntest du sowas bei dir Simulieren?

Und ansonsten versuche ich den Kram möglichst rational zu sehen, also dass ich mich rein faktiscj hin setze und alles wie ein Roboter abarbeite (klappt nicht immer gut, dauert und so, ist aber dafür unabhängig von Motivation). Und dann halt wirklich Pläne machen.

Wenn ich so Mammutaufgaben habe wie n größeres Problem lösen oder „für die Klausur lernen“, dann verwende ich tatsächlich erstmal eine Stunde oder so darauf, mir einen Überblick zu verschaffen (welches Wissen brauche ich, welche Quellen helfen) und mir dann anhand dessen einen Plan machen im mehr oder minder Groben. Und dann arbeite ich mich daran entlang. Und wenn ich zwischendurch ne geniale Idee hab, dann schreib ich sie mir extra auf, dass ich sie später (realistisch gesehen nie) beachten kann.

Funktioniert bei mir aber auch immer 8nur bis zu einer gewissen Problemgröße oder Menge. Ab zwei/drei Modulen zeitgleich endet alles im Chaos, gestiftet vom im kreis rennenden panischen Stresstier.

Und so sehr ich meinen Kassenjob auch hasse: mir hilft es ungemein, Abwechslung durch den Job zu schaffen

Mir kommt das bekannt vor, nur war ich nie an der Uni.
Macht dir denn das, was du studierst wirklich auch Spaß? Ich bekomme hauptsächlich dann Probleme, wenn ich Sachen tun muss, die reine Pflicht sind, aber keinen Spaß machen (dazu gehört leider das meiste in meinem Leben, aber ich hatte z.B. noch nie Probleme, anzufangen, Serien zu schauen oder PC-Spiele zu machen…). Deshalb frage ich mich, ob du vielleicht erstmal schauen müsstest, ob es dir Spaß macht, oder ob dir etwas anderes mehr Spaß machen würde, oder ob es bei dir nichts mit Spaß zu tun hat.

Manchmal macht man Dinge nur, weil man meint, man müsste das tun, weil andere gesagt haben, man müsste das tun (hauptsächlich Eltern), oder weil alle es machen. Aber man muss herausfinden, was man selber wirklich will, das eigene, und sich frei machen von Erwartungen anderer. Das ist schwer genug.

Vielleicht hilft dir mein Thread weiter auch gerne zum austausch, ich hab letzte Woche was ähnliches angestoßen…

https://adhs-forum.adxs.org/t/leben-in-kleinen-schritten/38014

Schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht?

Vielleicht auch sowas wie BeWo (Betreutes Wohnen) wo durch einen Hilfeplan Sozialarbeiter helfen das man sein Leben auf längere Sicht alleine geregelt bekommt.

Nimmst du denn jetzt noch Stimulanzien?

Bist du sicher das es alles nur ADHS ist? Ich weiß nicht ob die Motivationslosigkeit „nur“ Adhs sein kann oder da ggf. halt noch andere psychische Probleme aufsetzen und ggf. durch eine zusätzliche Behandlung wie Therapie oder andere Maßnahmen mit behandelt werden müssen.

Deine „Gleichgültigkeit“ ohnr Ziele und einiges mehr kenne ich zumindest aus schwer depressiven Zeiten und Stimulanzien sind ja keine Wunderpillen die schlagartig verändern sondern mit meiner Erfahrung auf der Langstrecke ganz schön effektiv wirken. Klar merkt man eine sofortige Wirkung und die ersten 3 Monate fühlte sich das an wie auf Drogen immer leicht benebelt was irgendwann verschwand und so gingen erst mit und mit langsam fast unbemerkt die Depressionen bis ich irgendwann dachte „Was ist hier anders, was ist hier komisch…“ Bis ich wirklich nach 10 Monaten erst festgestellte das die Depression weg sind…

Und wenn deine Freundin ungehalten ist, scheint sie ja viel Tolleranz aber auch Kraft gehabt zu haben, dich bis hier zu unterstützen, kannst du zufällig einschätzen das ihr dafür die Kräfte schwinden, weil sie keine Hoffnung (mehr) sieht das sich dein Zustand bessert und ihr ein normaleres Leben leben könnt.

Es kann schon gut sein, wenn du depressiv bist/ wirkst zur Adhs, ob durch die Adhs oder zusätzlich, das es auch für das ganze Umfeld schwer belastend ist und sie darunter schwer leiden und ich das selbst so aber nie wahrgenommen habe.

Aber keine Freude empfinden, keine Wünsche oder Pläne haben etc. kenne ich nur aus deutliche Beeinflussung von Depressionen, die einem wirklich alles in irgendeiner Weise nehmen, die ich so nicht.mal beschreiben könnte

Es macht mir sogar sehr viel Spaß. Das ist ja das diffuse. Es ist nicht so, dass ich keine Freude empfinde. Es ist so dass der erste schritt dennoch nicht kommt. Das ist es was ich nicht verstehe. Ich würde mich auch nicht mehr als depressiv sehen (mein psychiater auch nicht), da habe ich schon ganz anderes durch gemacht. Dieser fehlende antritt ist aber ein Problem.

Dass ich nochmal psychotherapie mache, ist ein Vorschlag. Ich bin sehr gut im Analysiseren meiner Probleme, habe aber imemr Probleme damit Lösungswege für diese zu finden, weshalb eigentlich Verhaltenstherapie eher mein ding ist.

Es kann aber sein, dass ich da an mein Limit gekommen bin. Guter Punkt!

Ich fühle mich eindeutig nicht depressiv. Es ist nicht so, dass ich keine freude empfinde, ich habe nur gelernt, dass mir mittel/langfristige Ziele später eher auf die Füße fallen, weil ich sie nicht erreiche. Ich habe dann begonnen mir diffuse Ziele zu setzen wie „werde glücklicher als vorher“.

Aktuell nehme ich 40mg Lisdex, es hilft definitv aber es reicht mir noch nicht um mein Kernproblem zu lösen, weshalb ich ursprünglich uberhaupt erst den ADHS test gemacht habe :smiley:

Meine Freundin wird mich denke ich nicht so schnell verlassen, sie möchte viel mehr, dass ich mich nicht aufgebe und weiter mache. Sie möchte sehen dass ich mich anstrenge und nicht hinter den Diagnosen verstecke. Das sind Sachen die ich in der Art auch von ihr gewollt habe (keine Ausflüchte sondern nach eigenem Limit handeln, aber immer danach streben das es besser wird).

Ich glaube schon das es am ADHS liegt, welches ja hauptsächlich sich durch unterentwicklung/störungen im präfrontalen cortex auszeichnet, was unteranderem eben genau die Themen Motivation steuert(hedonistisch, Abwägung von Aufwand gegen Belohnung und Belohnungssystem). Bin zwar kein Neurologe/psychiater, aber das wirkt mir sonst zu zufällig. Gleichzeitig sehe ich solche Lustlosigkeiten in abgeschwächter Form bei meinem Bruder und Vater die keine depression hatten.

Danke :smiley:

Ich glaube auch nicht das mein Leben zerbricht, wenn ich noch ein Jahr brauche für die Masterarbeit, solange ich sichtlichen Fortschritt sehe. Ich bin nicht der Typ Mensch der aufgibt aufgrund von Limitationen, aber mir gehen langsam Ideen aus um an meinem Problem zu arbeiten.

Was du beschreibst ist eben das, was ich nicht will, nur fortschritt durch extrinsische Motivation. Ich will eine intrinsische Motivation haben. Ich will nicht für den Rest meines Lebens nur „funktionieren“, weil jemand eine Erwartung an mich stellt. Klar, wenn es mal nicht läuft ist es schön wenn man auf andere schauen kann und sieht, oh bei denen läuft´s auch nicht, also bin ich ja nicht sooo schlimm, aber das kann ja nicht der einzige Antrieb für den Rest meines Lebens sein.

Leider ist es bei mir auch so, dass ich bei statischen oder „weniger kognitiv anspruchsvollen“ aufgaben blockiere. Ich hasse das so sehr wie nichts anderes auf der Welt. Ich werde dann unkonzentriert, mache fehler oder ähnliches. Mit der Medikation geht das etwas besser, aber ich kann mir nicht vorstellen etwas nicht kognitives zu machen nebenbei. Sport wäre da denke ich was anderes, aber da habe ich auch meine Motivationsprobleme.

Eine große Aufgabe ist natürlich immer überwältigend und schwer zu gliedern, aber man kann sich immer ein Thema raus suchen und das abarbeiten. Das ist auch nicht leicht, aber ich glaube,das kriege ich hin. Aber anfangen geht in 3/5 Tagen nicht…

Ja hm. Weiß ich nicht.

Ich finde es klingt ein bisschen - für mich - nach Ausrede bzw du versteckst dich hinter deiner Diagnose. „Ich habe halt ADHS daran liegt´s“. Ne sorry so einfach ist es nicht…und ich meine das jetzt absolut nicht böse, nicht falsch verstehen :victory_hand:t2:

Aber hier im Forums wimmelt es vom ADHSlern und ich selber leite auch einen ADHS Stammtisch mit 50+ Mitgliedern und so eine krass ausgeprägte Form wie bei dir ist mir nicht bekannt. Bzw. kenne ich diese krasse Form von Antriebslosigkeit ausschließlich bei Menschen, die zusätzlich noch an Burn-out und/oder Depressionen leiden.

In die Richtung mal mit deinem Psychiater gesprochen? (Falls du darüber schon geschrieben hast sorry, hab jetzt nicht alles hier gelesen).

Intrinsische Motivation - ja, schön.

Aber unsere Lebensrealität ist nun mal ganz oft eine anders. Du bist ja sehr selbstreflektiert. Du schreibst durchaus auch unangenehmes über dich.

Insoferene denke ich, dass du schon daran arbeiten kannst, auch etwas umzusetzen, wo es für dich jetzt nicht gleich eine Belohnung gibt.

Und du weißt sicher selbst, dass deine Freundin sich nicht auf Dauer zum Lebensziel machen wird, dass du mal dein Ding durchziehst…

Insgesamt denke ich, dass du mal erwachsen werden musst, in dem Sinne, dass du für dein Leben selbst due Verantwortung übernimmst und auch unangenehmes durchziehst.

Ich weiß, das ist nicht immer leicht. Ich habe kein ADHS, aber muss sagen, dass ich mich auch zu vielem zwingen muss. Man lernt aber schnell, dass sich zwingen einen oft auch belohnt - etwas ist hinter einem, statt vor einem. Mir hilft oft Kleinigkeiten zu machen, dann geht auch weiteres. Außerdem mache ich mir „Muss Todos“. Bei anderem lasse ich ein Verschieben zu.
Es ist nicht immer leicht, aber niemand sagt, dass das Leben ein Ponyhof ist.

Klar mit ADHS musst du da noch mehr dran sein. Aber umso mehr wird es dir helfen, wenn du eine Kleinigkeit machst, dann bekommst du etwas Dopamin und weiteres geht mit etwas Glück leichter. :wink:

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ja, habe ich. Wir haben auch viele Sachen durch. Was den Antrieb angeht, waren die stimulanzien bisher am hilfreichsten. Ich möchte mich auch nicht vor der Möglichkeit verschließen, dass es an der Depression liegt, aber damit habe ich schon über 14 jahre erfahrung und kann das ganz gut einschätzen.

Weder ich noch mein Psychiater sind aktuell der Ansicht, das ich eine depressive Episode habe. Aktuell ist mehr das Ziel nach meiner Masterarbeit mein Antideppressivum abzusetzen.

Außerdem heißt es nicht, das ich nichts dagegen tun will, nur weil ich glaube das es von der ADHS kommen könnte. Viel mehr möchte ich damit für mich eingrenzen, auf was ich mich fokussieren soll, um das problem zu lösen.

Perfektionismus kenne ich auch.
Aber ehrlicherweise, oft kann man Perfektionismus auch wunderbar vorschieben, wo man keine Lust hat… das muss man auch mal durchbrechen. :grin:

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Ich kenn Entscheidungsschwierigkeiten bei zu viel Auswahlmöglichkeiten, Rätsel immer noch wo da der Unterschied zum Perfektionismus sein könnte oder verschwimmt das miteinander. :thinking:

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Wenn du dich aus Angst zu wählen nicht entscheidest, kann das perfektionismus sein. Vorrausgesetzt du willst nicht wählen aus Angst das deine Wahl nicht gut genug war. Da musst du genau in deine eigene Angst hinein horchen. Früher hatte ich immer den Drang nach perfektion in allem. Heute ist es nur bei großen themen noch so, wie einem Uniabschluss…

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Bei mir scheitert der erste Schritt dann auch oft daran, dass die Aufgabe insgesamt nicht überschaubar erscheint, warum auch immer. Ich sollte, wenn ich den Anfang mache, schon das Ende sehen können und einen Plan haben, wie ich da hinkomme. Manche Aufgaben sind so komplex, dass das halt nicht möglich ist, und sie Schritt für Schritt zu machen, ohne das Ende richtig zu sehen, ist sehr schwierig. Das kann schon etwas mit den exekutiven Funktionen zu tun haben, denke ich.

In manchen Fällen hilft es dann, bewusst das Ende auszublenden und nur an den ersten Schritt zu denken. Sich also nur zu überlegen, was brauche ich für den ersten Schritt, wie fängt das an, was mache ich zuerst. Und dann kann es sein, dass der Rest anfängt, sich zu entwickeln, während man dran ist.

Außerdem müsste man noch schauen, wie die Belastungen insgesamt sind. Wenn es mehr Baustellen im Leben gibt, als man managen kann, dann wird man automatisch ausgebremst, weil einem die Energie schlichtweg ausgeht.

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Mir hat geholfen eine Selbstakzeptanz zu generieren. Aber leider kommt die bei meiner masterarbeit ab einer gewissen anzahl an schlechten tagen ins schwanken(was aber auch normal ist).

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Danke, das ist ein sehr guter Tipp!

Ich denke es ist normal viele Baustellen zu haben. Mein leben verlief auch imemr nach dem Motto „wenns regnet, regnets richtig“ :smiley:

Daher macht es Sinn eine der Aufgaben als eine Art Selbstverständlichkeit, wie Zähneputzen zu betrachten und ihr damit das emotionale Gewicht zu nehmen. Wenn die Aufgabe zwar anspruchsvoll genug ist, um mich zu interessieren aber nicht zu wichtig ist, sodass es einen überwältigt, kann das gut funktionieren!

Also ich kenn noch einen Perfektionisten aus der seelischbehinderten Doppeltruppe der tagesstrukturierenden Maßnahme von früher. Der war immer wieder wütend wenn etwas auf ein Tausenstel nicht gepasst hat und das bei Holzarbeiten aber die Holzarbeiten die der so gemacht hat waren auf einem ganz anderen Level. Das war schon krass.

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Perfektionismus kann sich auf viele Arten und weisen ausprägen. Das ist bei psychischen merkmalen meist der Fall. Ein mensch mit niediregem Selbstwert kann sich über andere erheben(narzissmus) oder sich erniedrigen weil er sich als wertlos ansieht. Das Kernproblem bleibt ja das gleiche. Aber das sind nur meien Erfahrungen und Gedanken, hab das nicht studiert :smiley:

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Also das seh ich doch schon bei mir ab und an weiß ja nicht wie das bei dir so ist. :slightly_smiling_face:

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