Hi erstmal, ich denke das ist hier der richtige Ort um einige Fragen zu stellen.
Zu mir erstmal: Ich bin weiblich, 16, besuche die 10te Klasse eines Gymnasiums und nehme an (bisher keine ärztliche Diagnose!), das ich ADHS habe.
Ich war mein gesamtes leben, jedenfalls soweit ich mich erinnern kann, unaufmerksam. Nie auffällig, ich war halt ein kleines Träumerchen. Ganz ehrlich, ich bin mir sehr sicher dass es weder in der schule, noch zuhause irgendwann irgendwen gejuckt hat. Ich war zwar auf einer relativ normalen Grundschule, aber wir waren die erste Klasse unserer Lehrerin, und die hat mehr Minions mit uns geschaut als überhaupt Unterricht zu machen. An die erste/zweite Klasse habe ich leider rein gar keine Erinnerungen mehr, aber dafür an die beiden Jahre danach. Ich war vor allem in der grundschulzeit sehr schüchtern, das lässt sich auch aus meinen Zeugnissen damals entnehmen. Ich war nie schlecht in der schule, meine Noten hielten sich sehr konstant zwischen 1-3. Dafür musste ich allerdings auch sehr viel tun, meine eltern saßen regelmäßig mit mir bis 11 uhr abends und versuchten den Stoff in meinen kopf zu bekommen. Meist klappte das auch, so entnehme ich es aus meinen Zeugnissen. Schon damals hab ich mehr geträumt als aufgepasst, ich erinnere mich daran dass ich gerne irgendwelche Szenarien ausbaute, in der leseecke las oder meine hefte verschönerte anstatt zuzuhören. In meinen Zeugnissen findet man nur Beschwerden über meine sauklaue, mir wurde meist vorgeschlagen arzt zu werden, die hätten auch immer hässliche Schriften ;). Mein kopf baute sich meistens kleine challenges, zuerst das Heft abgeben, zuerst mit dem arbeitsblatt fertig sein, und meist war es dadurch zwar hässlich, aber gemacht. Mein Problem lag vor allem beim zuhören wenn etwas erklärt wurde, nicht beim selbstständigem arbeiten. Das machte ich immer relativ gut, zwar hässlich, aber gut. Schon damals bekam ich oft ein: „Du bist so klug, würdest du dich mehr anstrengen wärst du besser“ zu hören.
Zuhause sah es nicht anders aus. Ich bin mit einem vollzeitarbeitendem Vater und einer teilzeitsarbeitetenden Mutter aufgewachsen, außerdem hatte ich drei jüngere Brüder. (Altersabstände zu mir: 1 Jahr, 3 Jahre und 8 Jahre). Bei uns zuhause war meist ein großes Chaos, trotzdem schaffte man es vor allem mit mir, und später auch meinen Brüdern bei den schularbeiten zu helfen. Einer der drei, der mittlere hat bereits 2mal eine Testempfehlung für ADHS erhalten, diese gingen aber irgendwie unter, sodass er auch heute keine richtige diagnose erhalten hat. Meistens war das arbeiten bei den Hausaufgaben kein großes problem (denke ich zumindest), nur hatte ich keine große frusttoleranz. Sobald etwas falsch angestrichen wurde gab es das große geheule, was sich dann zu regelmäßigen wutausbrüchen steigerte.
Kommen wir zum heutigem Stand: Mittlerweile besuche ich die 10te Klasse, und meine noten bewegen sich zwischen 1-5, allerdings sehr fachabhängig. Ich habe die 5-6 klasse während corona besucht, daran erinnere ich mich allerdings relativ wenig. Der Übergang zur 5ten Klasse fiel mir relativ schwer, plötzlich ließen meine eltern mich alleine arbeiten anstatt jedes mal alles zu korrigieren. Das führte dann schließlich dazu das ich Anfing keine Hausaufgaben mehr zu machen, was sich auch in meinen schnell abfallenden noten zeigte. Mein schrift wurde auch nicht besser, allerdings war das hier dann eher unwichtig. Umso älter ich wurde umso hibbeliger wurde ich, vor allem da ich nun nichtmehr tagträumen konnte, ich musste tatsächlich aufpassen. Ungefähr Mitte 8-Anfang 9te fingen die lehrer dann zu merken das ich nicht gsnz normal war. Es kamen Kommentare wie: „In deinem gehirn scheint viel los zu sein“ (8te klasse, mein mathelehrer navh dem korrigieren meiner schulaufgabe), oder der : " würdest du dich mehr konzentrieren und deine Gedanken nicht so springen, dann wäre dieser Text perfekt" (9te Klasse, deutschschulaufgabe), oder der klassiker: „Du konntest das doch!“, oder meine favorit: „sie kann es, sie bekommt es nur nicht aufs papier“(elternsprechtag dieses Jahr, mathelehrer). Es gab noch mehr, aber ich würde sagen das reicht von dem Punkt. Ab dem Punkt schlug mir ein lehrer tatsächlich vor (9te klasse) eine Diagnose mschen zu lassen, und von einem anderen wurde ich wegen meinen regelmäßigen flüchtigkeitsfehlern zur schulpsychologin Geschickt.
Das Gespräch mit ihr fiel relativ langweilig aus. Ich saß auf einem Stuhl, kippelte, und hatte schon nach den ersten beiden Sätzen von ihrem Monolog abgeschalten. Im groben war sie der festen Überzeugung ich hätte prüfungsangst, ich sagte ihr das ich das nicht hätte, und sie schob meine fehler dann darauf das ich nicht lernen würde. Das ich explizit deswegen hingeschickt wurde da ich das mündlich konnte und schriftlich nicht, das ließ sie völlig raus.
Nach dem Gespräch fing ich an selbst nsch Antworten zu suchen, dabei stieß ich auf adhs. Es passte meistens, jedenfalls bach meinen Erinnerungen. Nach einem halben jahr suchen und recherchieren, und nach dem besprechen mit einem Kumpel der das diagnoseverfahren schon durch hat bat ich, jetzt ungefähr vor 3 Wochen, meine mutter um eine Diagnose. Sie hat mich angesehen wie als wäre ich blöd, stimmte aber irgendwann zu. Ske sagte es meinem Vater über WhatsApp, und dieser war navh den chats absolut nicht davon überzeugt. Ich zitiere: „Nein, das passt nicht. Ich weiß nicht was in mein name* gefahren ist, aber sie hat das sicher nicht“. Meine Mutter antwortete mit: „dann lass sie das vom Arzt erfahren, dann besinnt sie sich eieder“. Mit arzt ist der Kinderarzt gemeint, kein Psychologe, von dem brauche ich nach meiner Mutter eine Überweisung. Sie weiß nicht das ich diese chats gelesen habe, aber es stresst mich extrem wie sehr meine eltern alles auf meine teenagerlaune schieben.
Ein weiterer punkt dee mir fertig macht ist der fakt das ich vor allem als kind super gerne und super viel gelesen habe. Wenn ich nicht getagträumt, dann habe gelesen. Beim lesen war ich in so einem foks das mich nichts ablenken konnte. Ich wurde bspw. Einmal im Auto vergessen, da ich nicht mitbekam das wir schon da sind. Ich kann mich ja konzentrieren, aber meistens auch irgendwie nicht, und das macht mich fertig. Gleichzeitig konnte ich als kind auch einfach bei Brettspielen spielen ohne mich ablenken zu lassen, ich hatte/habe ein super Gedächtnis und war super in memory.
Deswegen möchte ich hier eure meinung: ADHS oder nicht?, bildr ich mir das alles ein? (Ich weiß das es keine diagnose ist, keine sorge). Und falls wer eine ähnliche Situation mit seinen Eltern hatte wäre ich dankbar für ein paar Tipps, danke.