"Will" ich ADHS haben und steigere mich zu sehr rein? Maskieren?

Hallo zusammen,

ärgerlich, dass hier gerade so mit Spam geflutet wird, ich drücke uns die Daumen, dass das schnell vorbei ist und Danke an die Admins und so :slight_smile:

Habe mir schon seit Ewigkeiten vorgenommen, hier mal ein Update reinzuschreiben, vielleicht nützt es ja irgendwem irgendwann mal, einen beispielhaften Ablauf zu sehen.

Ich hatte vor ca. zwei Wochen meinen Termin bei der Psychiaterin, da hatte ich ehrlich gesagt etwas Schiss vor. Habe viel zu viel im Forum von Leuten gelesen, die nicht ernstgenommen wurden oder so und ich möchte unbedingt Medikamente ausprobieren.

Die Psychiaterin hat mich erst mal gefragt, was ich denn so für Probleme habe und ich war so aufgeregt, dass mir erst mal gar keine konkreten eingefallen sind :roll_eyes: :sweat_smile: Aber habe ihr dann von meinen Konzentrationsproblemen in der Uni erzählt. Die ganzen anderen Sachen, an die ich mich irgendwie “gewöhnt” habe, die aber trotzdem doof sind, sind mir nicht eingefallen. Wollte auch nicht so viel Zeit von ihr in Anspruch nehmen, weil ich selbst so lange warten musste und die nächste Person auch schon 15 Minuten oder so mit mir im Wartezimmer saß :face_with_peeking_eye:

Habe ihr auch meinen Befund gezeigt, der wurde aber nur eingescannt und sie hat glaube ich nur den Diagnose-Code gelesen oder so. Sie meinte dann zu mir, dass ich gar nicht wirken würde wie jemand mit ADHS, ich würde so einen organisierten Eindruck machen. Da war ich seit maximal 10 Minuten in ihrem Zimmer xD

Das war auch irgendwie genau das, wovor ich Angst hatte, einen guten Konter á la “Wie wirkt denn jemand mit ADHS?” hatte ich trotzdem nicht parat. Habe also nur etwas eingeschüchtert mit den Schultern gezuckt und gesagt, dass ich mir halt auch große Mühe gebe. Und ich ohne meinen Kalender total verloren wäre (ich glaube, wegen dem denken viele Leute, ich wäre total organisiert, aber andere Menschen scheinen das einfach in ihrem eigenen Kopf zu können? :sweat_smile: )

Dabei hat sie es dann auch belassen und mich noch gefragt, ob ich schon irgendwas über Medikamente rausgefunden habe und da einen Favoriten hätte oder so. Bin da ehrlich gesagt ziemlich unvoreingenommen, gibt ja anscheinend nur zwei Wirkstoffe und bei MPH halt retardiert/unretardiert, wobei Letzteres an Erwachsene ja nur sehr selten verschrieben wird (oder nur als Ergänzung für die Tagesabdeckung), wenn ich das richtig verstanden habe.

Sie hat dann gesagt, dass sie dann Elvanse verschreiben würde, sie aber noch ein EKG und Leberwerte braucht. Habe seit meinem Umzug noch keinen neuen Hausarzt, das war dann der letzte Stups der mir gefehlt hat, da mal ernsthaft zu suchen xD

Bin zum Glück auch schnell fündig geworden und hui, das war einfach die netteste Arztpraxis die ich je kennengelernt habe o.o :smiley: Der Arzt hat total geduldig zugehört und sinnvolle Nachfragen gestellt und die Arzthelferin hat mir dann beim EKG und Blut abnehmen alles total lieb erklärt und sichergestellt, dass ich nicht umkippe beim Blut abnehmen und so. War total entspannt (und das, obwohl ich die Überweisung vergessen hatte -.- Hatte mir extra Impfpass und Krankenkassenkarte aufgeschrieben und eingepackt und die Überweisung dann einfach vor meiner Nase auf dem Schreibtisch liegen lassen -.- Passiert das Leuten ohne ADHS wirklich nicht?)

Nunja, und jetzt habe ich in zwei Wochen wieder einen Termin bei der Psychiaterin und kann dann hoffentlich mit Elvanse anfangen :smiley: Ich bin ein bisschen aufgeregt.

Und eigentlich hatte ich mir ja fest vorgenommen, die Untersuchungen für Stimulanzien schon vor dem Termin mit der Psychiaterin zu machen. Ein EKG scheint man ja in jedem Fall zu brauchen, aber ich war mir nicht sicher, welche Blutwerte und das rauszufinden oder nachzufragen war anscheinend schon wieder eine Hürde zu viel, um es am Ende dann auch zu machen :expressionless_face:

Also falls jemand an der gleichen Stelle ist: Man kann sich bestimmt zwei, drei Wochen Wartezeit ersparen, wenn man vor dem Termin beim Psychiater/in schon mal ein EKG machen und die Leberwerte prüfen lässt :slight_smile:

Ah, und ich bin noch am Überlegen, ob ich mir für die Eindosierung so ein kleines Heftchen bastele. Meint ihr es ergibt Sinn, auch vor der Medikation schon mal Beobachtungen aufzuschreiben, wie die Konzentration so ist oder andere Symptome? Dass man einen Vergleich hat, wie es ohne Medikament war?

Bei Elvanse macht man ja üblicherweise keine Pause bzw. nur selten, wegen Halbwertszeit und Steady State und so?

Was sind überhaupt sinnvolle Sachen, auf die man achten sollte? Also ich vermute mal:

  • Ernährung (was und wann und wie viel)
  • Schlaf (wie lange und gut)
  • Konzentrationsfähigkeit/Ablenkbarkeit
  • vielleicht allgemein, wie man gelaunt ist?
  • Motivation?
  • Kopfschmerzen
  • Trinkmenge? Eine mögliche Nebenwirkung kann ja auch starker Durst sein? (dann würde ich vielleicht endlich mal genug trinken…)
  • Stressempfinden?
  • Und dann noch irgendwie Platz für Sachen, die einem sonst so ein-/auffallen über den Tag?

Fällt Euch noch was ein oder steigere ich mich da zu sehr rein? :sweat_smile:

Ich melde mich dann bestimmt spätestens in einem Monat oder so wieder, wenn ich erste Erfahrungen vorweisen kann (plus eine bis x Wochen, in denen ich das prokrastiniere :grimacing: Aber vielleicht wird das ja dann auch besser :slight_smile: )

5 „Gefällt mir“

Ich habe gerade den Thread halb gelesen, halb überflogen, und ich muss sagen, dass ich mich teilweise selbst wiedererkenne, in dem Hin und Her, sowie deiner Schreibweise. Ich studiere auch etwas technisches.

Ich hatte schon seit meiner Kindheit ziemlich starke Symptome und auch damit einhergehende immer wieder auftretende Depressionen/Ängste. In meiner Kindheit hatten viele meine Freunde ADHS (in ihrer Kindheit diagnostiziert), und haben mir oft gesagt, dass sie es auch in mir sehen. Ich hatte sehr deutliche Symptome, die meisten stärker als meine Freunde es hatten. Irgendwie habe ich es geschafft, es teilweise mit viel Aufwand zu kompensieren. Tatsächlich liegt bei mir aber auch eine getestete Höchstbegabung vor, was normalerweise zu besserer Kompensation führt. Immer wieder hatte ich Adhs im Hinterkopf, aber ich habe auch immer wieder gezweifelt, wie du in deinen Posts.

Im Endeffekt habe ich es nie diagnostizieren lassen, und dann ist plötzlich mein Leben eingebrochen und meine Strategien funktionieren nicht mehr. Aktuell bin ich ziemlich am Arsch am Leben, nett ausgedrückt. Ich wünschte, ich hätte wie du früher eine Diagnose beantragt. Dann wäre das nie passiert. Ich hatte nun das Glück, dass mein Therapeut es von selbst angesprochen hat, sonst hätte ich keine Hoffnung mehr für eine bessere Zukunft. Also kurz gefasst, trotz des Preises war das denke ich die beste Entscheidung, auch wenn du vielleicht vorher dachtest, dass du nicht so einen hohen Leidensdruck hattest: Das kann sich schnell ändern.

3 „Gefällt mir“

Uff, das klingt wirklich hart, ich drücke Dir alle Daumen, dass Du schnell wieder auf einen grünen Zweig kommst :heart_suit: Und schnell durch die Diagnose kommst und alles. Wenn ich Dir irgendwie helfen kann oder Du wen zum Auskotzen brauchst, schreib mir gerne eine PN <3 Vielleicht hilft das ja, wenn Du Dich ein bisschen wiedererkennst oder so.

Ich habe von meiner Krankenkasse tatsächlich fast 550€ von den knapp 800€ von der Diagnostik zurückbekommen :heart_eyes: :tada: So oder so bin ich damit ok jetzt, finanziell ist es insgesamt gerade etwas schwierig, das liegt aber mehr am Hund als am ADHS.
In einer Woche ist der nächste Termin bei der Psychiaterin, ich hoffe sehr, dass ich dann Elvanse probieren darf und dass sich dann ein paar Sachen ein bisschen zurechtrütteln :slight_smile:
Auf jeden Fall danke für Deine Nachricht und alles Gute :heart_suit:

3 „Gefällt mir“

Soooo, ich schreibe mal wieder ein kleines Update :slight_smile:

Nehme jetzt seit ca. 5 Wochen 20mg Elvanse und werde schon wieder ungeduldig.
Ich nehme die Kapsel morgens gegen 7 Uhr direkt nach dem Aufstehen. Dann geht es mit dem Hund raus und duschen und ggf. zur Uni/Arbeit fahren. Und um 9 Uhr habe ich das Gefühl, dass die Wirkung beginnt. Das passt also ganz gut in meinen Tag soweit.

Jetzt habe ich aber das Problem, dass das irgendwie nur bis ca. 11 Uhr zu reichen scheint? So um 11 Uhr rum merke ich, dass ich wieder anfange, abzuschweifen und so. Die letzten Wochen konnte ich meine Arbeit immer auf den Vormittag legen, aber allerspätestens um 13 Uhr ist es völlig vorbei. Dann kommt natürlich noch das Mittagstief und so…

Bei spannenden Aufgaben geht es auch bis 12/13 Uhr, aber bei eher langweiligen Aufgaben fängt mein Gehirn dann an, nach anderen, lustigeren Sachen zu suchen und dann hänge ich plötzlich irgendwo im Internet rum und lese irgendwelches Zeug, statt weiter Präsentationsfolien zu bearbeiten…

Nachmittags ab 15 Uhr geht dann manchmal noch ein bisschen was, aber das war ohne Elvanse auch schon so, dass ich gefühlt ein sehr ausgeprägtes Mittagstief habe. Mit Elvanse scheint mir der Nachmittag jetzt nicht besser geworden zu sein.

Die Psychiaterin meinte, ich soll erstmal 3 Monate bei 20mg bleiben und dann gucken wir nochmal. Sie war auf jeden Fall sehr zufrieden, dass ich quasi keine Nebenwirkungen hatte/habe (am ersten Tag konnte ich nicht schlafen, jetzt hatte ich zwei oder drei Wochen das Problem, dass ich nicht wirklich Hunger hatte, das hatte ich vorher aber auch ab und zu schon, jetzt ist eigentlich alles gut).

Ich finde die Wirkung auch wirklich sehr subtil und merke eigentlich fast nur rückblickend, wann die Wirkzeit ist. Habe die ersten Wochen auch relativ akribisch Tagebuch geführt und da dann schnell gesehen, dass ich von 9 bis 11 ziemlich problemlos arbeiten konnte und merke das jetzt mit mehr Bewusstsein auch, wenn die Wirkung abflacht.

Ich habe im November den nächsten Termin und hoffe, dass ich da dann vielleicht eine höhere Dosis verschrieben bekomme und die dann länger wirkt? Bei Elvanse ist das doch so, dass höhere Dosen nicht nur stärker, sondern auch länger wirken?

Für meine Vorlesungen bringt es mir gefühlt noch nicht so richtig viel, muss mich da immer noch sehr zwingen, zuzuhören. Das geht mir irgendwie zu langsam und ich bin auch generell nicht so der “auditive Typ” (mit Hörbüchern oder Podcasts kann man mich jagen, obwohl ich es mega praktisch fände, beim Putzen nebenbei was zu hören… aber da kriege ich echt die Krise).

Ich war auch am Überlegen, doch nochmal nach einem Therapieplatz zu suchen. Hatte sogar einen gefunden, das war aber Gruppentherapie mit Fokus auf zwischenmenschliche Probleme und das ist sicher auch sehr interessant, aber irgendwie nicht so richtig das, was ich suche. Jetzt bin ich wieder frustriert und habe die Befürchtung, dass es eh keine spezialisierten ADHS-Therapieplätze gibt und das entmutigt mich so sehr, dass ich gar nicht ernsthaft weiter gesucht habe.

Naja, also mal ein Mini-Zwischenupdate (vor dem ich mich auch wieder ewig “gedrückt” habe :roll_eyes: Edit: Und das auch wieder ewig lang und chaotisch geworden ist :grimacing: :roll_eyes: ), habt eine schöne Woche alle :slight_smile:

1 „Gefällt mir“

Frag auf jeden Fall die Ärztin ob du dann in kürzeren Abständen höher dosieren kannst, damit du dein „Enddosis“ herausfinden kannst.

1 „Gefällt mir“

Finde ich viel zu lange.

Ich war auch etwas enttäuscht, dass es so langsam vorangeht. Aber ich habe auch etwas Angst, nach “mehr” zu fragen, weil ich nicht wie ein Junkie rüberkommen will und irgendwie den Eindruck habe, dass sie da vielleicht schlechte Erfahrungen mit gemacht hat oder misstrauisch ist.

Sie meinte glaube ich auch schon beim ersten Termin, dass es ja auch einen Schwarzmarkt in der Stadt gebe und ich das Rezept sofort einlösen soll und so (es ist ja eh nur sieben Tage gültig). Und wirkte zufrieden, als ich von einer guten Wirkung zwischen 9 und 11 erzählt habe und wenig bis keine Nebenwirkungen.

Habt ihr Formulierungsvorschläge, falls sie nicht von sich aus höher dosieren möchte? Hatte beim letzten Termin schon kurz angemerkt, dass ich oft abends noch Veranstaltungen habe und es da so wie ohne Medikamente oder sogar schlimmer ist mit der Konzentration. Ist sie nicht wirklich drauf eingegangen :sweat_smile:

Edit (zu früh abgeschickt): Vom Forum hier habe ich auch den Eindruck, dass man eigentlich wöchentlich erhöht, weil sich nach 5 Tagen erst der steady state ausbildet? Und man dann erst wirklich die Wirkung beurteilen kann. Bei einigen lässt die Wirkung ja nach ein paar Monaten auch nochmal nach und die müssen dann nochmal ein Stück höher dosieren, das habe ich ja vielleicht jetzt schon mit der kleinen Dosierung abgehakt?

Im Moment schwimme ich auf jeden Fall mal wieder ganz schön, habe in drei Wochen einen Vortrag und noch nicht wirklich was vorbereitet und wenig Ahnung vom Thema, nebenbei hänge ich total mit dem Vorlesungsstoff hinterher und muss noch arbeiten (meine mühsam aufgebauten Überstunden fließen gerade wieder ziemlich schnell dahin) und ich habe mir mal wieder zu viel aufgebürdet. Ooooooder ich könnte es eigentlich schaffen, wenn ich nicht stundenlang irgendwelchen unnützen Kram im Internet konsumieren würde oder statt wichtiger Aufgaben erstmal Fledermaus-Flügel für meine Hündin für Halloween gebastelt hätte :face_with_peeking_eye:

2 „Gefällt mir“

Ging mir genauso. Ich mag dich, du wirkst so sympathisch und sprudelnd und so unverfälscht. Ich habe ganz viele Parallelen mit deiner Geschichte. Auch ich hab mich gefragt, ob ich nur nicht akzeptieren kann, dass ich echt ein faules Stück bin und ob ich nur eine Ausrede suche. Eigentlich ist es aber so: Ich will kein Abzeichen an meiner Brust haben, ich suche nicht nach jemandes Verständnis - ich will Verständnis für mich haben, denn so hart wie ich zu mir war außer meiner Mutter sonst kein Mensch zu mir.

Ich will kein Mensch zweiter Klasse mehr sein, der nichts auf die Reihe kriegt - auch wenn man im Leben durchaus schon mal straucheln kann, wenn man mit psychischer Misshandlung aufwächst und dann mit 16/17 Depressionen und eine Generalisierte Angststörung hat, die beide nie ganz weg gehen, weil mit meinem Gehirn anscheinend grundsätzlich was nicht stimmt. Jetzt weiß ich, was.

Heißt nicht, dass meine Mutter nicht trotzdem ganz viel Schlimmes bei mir bewirkt hat, aber es kam halt auch das Pech dazu, dass ich auch noch hypersensiböe Züge hab.

Diese gesteigerte Emotionalität hab ich auch, total weird. Ich dachte auch zeitweise “Komm, du bist 39, vielleicht fangen deine Hormone an, verrückt zu spielen.” Aber damit lässt sich der andere Kram halt nicht erklären.

Alles Gute dir jedenfalls.

Ich soll in knapp einer Woche mit Ritalin adult anfangen. Bin gespannt.

2 „Gefällt mir“

Das fühl ich total. Für mich war das Studium gleichzeitig eine tolle Zeit und gleichzeitig ganz schlimm, wegen der notwendigen Selbstorganisation. Ich hab auch nicht begriffen -und man wird auch an der Uni nicht entsprechend begleitet-, wie wichtig Networking ist. Ich arbeite also nicht in dem Beruf, den ich mal vage angestrebt habe, und der Bachelor ist vor allem teuer erkaufte Deko im Lebenslauf. Aber ich bin trotzdem wahnsinnig stolz darauf.

Mach dich nicht fertig, dass es für dich nicht in Frage zu kommen scheint. Das Leben ist immer für Überraschungen gut.

Ich hab bei Mensa mal einen Test gemacht und konnte den auch gut machen, weil es mich ja interessiert hat, das Ergebnis zu erfahren. Damals dachte ich, ich sei hochbegabt und nur nicht erkannt (gibt es - nicht alle Hochbegabten sind Rain Man-artige Wunderkinder). Es kam 111 raus, wobei ich denke, dass es ein paar mehr Punkte sind. Ganz am Anfang hatte ich noch kein Gefühl für die je Frage zur verfügung stehende Zeit, unnd man durfte selbst keine Uhr haben. Aber ganz am Anfang kamen die Fragen zu meiner stärksten Disziplin (Rechtschreibung/Sprache generell)…. Dumm gelaufen. Ich habe Fragen nicht mehr beantworten können, die ich gewusst hätte.

Holy moly, das bin genau ich und meine Mutter. Na ja, sie hat das zweitschlimmste gemacht, was man einem Kind antun kann (Strafe durch Liebensentzug) und statt dem ja noch irgendwie lustigen Spruch mit den ersten Staffelläufern mich stattdessen angeschrien mit “DU BIST EINE FAULE SCHLAMPE!!”. Und auch sonst komplett mein Selbstwertgefühl zerstört. Meine Angststörung und die Depressionen kommen also nicht nur von der ADHS selbst. Aber hey, dank der harten Knute meiner Mutter habe ich bestimmt viele meiner Copingmechanismen gelernt-

5 „Gefällt mir“

Hallo Lis,

du bist kein Junkie und solltest auch alle Gedanken in die Richtung unterlassen. Du nimmst ein Medikament gegen eine Störung, die du dir nicht ausgesucht hast. Mit Drogenmissbrauch hat das nichts zu tun.

Und nach mehr zu fragen, ist völlig legitim und normal, wenn die Dosis noch nicht ausreichend ist.

Ich meine, wenn deine Ärztin schräge Gedanken mit Schwarzmarkt usw. im Kopf hat, ist das eine Sache. Offenbar kennt sie ADHS weder aus eigener Betroffenheit noch durch ihre Kinder. Aber du musst dir diese Gedanken nicht zu eigen machen.

5 „Gefällt mir“

Wie sieht es aus? Hast du es fertig gebracht, heute morgen gleich anzurufen? Es ist ja wichtig, dass du deinen Vortrag gut vorbereitet bekommst.

1 „Gefällt mir“

Jaaa, damit kämpfe ich auch immer noch, aber irgendwie anders. Es ist so ein Spagat zwischen “mein Gehirn macht es mir tatsächlich schwerer als anderen Menschen” und “ich habe mein Leben selbst in der Hand und will nicht irgendwelche Neurotransmitter als Ausrede missbrauchen”.

Zu dem “faulen Stück” fällt mir gerade ein sehr unpassender Witz ein, den ich jetzt unbedingt loswerden muss, obwohl er echt dämlich ist, aber musste sehr lachen :face_with_peeking_eye: : “Du bist, was Du isst"!” - “Ich kann mich nicht daran erinnern, ein faules Stück Scheiße gegessen zu haben!” *duck und weg :face_with_peeking_eye:

Fühl Dich auf jeden Fall mal umarmt, wenn Du möchtest :people_hugging: Das klingt echt nach einer miesen Kindheit/Jugend, wenn man so von Leuten behandelt wird, die einen eigentlich bedingungslos lieben sollten…

Erzähl gerne, wie es läuft!

Vielen Dank für Deine Worte :heart: Manchmal (im Moment sehr oft -.-) brauche ich irgendwie etwas emotionale Unterstützung, ich will doch so gerne alles toll erledigen, aber kriege es dann doch wieder nicht hin :frowning:

Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen o.o :sweat_smile: Habe Ende November (ein paar Tage nach meinem Vortrag) den nächsten Termin, aber das ist eigentlich voll die gute Idee und ein guter Anlass, nochmal nachzufragen :slight_smile: Danke Dir!

Habe tatsächlich eben direkt angerufen (nach 5 Minuten aufgeregt hin- und herwinden) und zumindest für den 18.11. noch einen Termin bekommen. Der Vortrag ist am 21.11., dafür wird es mir also nichts nützen, aber vielleicht für den Rest meines chaotischen Lebens. Denke in letzter Zeit ziemlich oft, dass ich “einfach” mehr Klarheit und Fokus bräuchte, um besser klarzukommen :grimacing:

2 „Gefällt mir“

Ich denke das ist eine gute Einstellung!

Ich bin seit einem Monat am rumprobieren und man muss dem ganzen echt Zeit geben. Habe mich darum jetzt auch damit abgefunden, dass das Medikament keine kurzfristige Lösung ist und Entsprechend meine Erwartungen etwas runter und die Geduld hochgeschraubt.

Fühle alles sehr was du schreibst, hatte selbst grosse Mühe an der Uni (habe das Studium dann nach vielen Jahren abgebrochen, zugunsten einer viel zielgerichteteren Ausbildung an einer Hochschule) und meine Diagnose zweifle ich auch regelmässig an…

1 „Gefällt mir“

Oh man, bei deiner Antwort bekomme ich Gänsehaut. Immerhin, trotz allem Streit und Missverständnissen wusste ich wenigstens, dass ich mich immer auf meine Familie, auch auf meine kritische, oft unempathische Mutter, verlassen kann. Die schlimmste Zeit war im Teenageralter, da haben wir uns nur gestritten. In der Kindheit und auch jetzt im Erwachsenenalter verstehen wir uns viel besser. Fühl dich mal ganz fest gedrückt! :love_you_gesture:

Vielleicht tröstet es dich, dass ich trotzdem auch eine Angst- und Panikstörung habe, ebenso wie Depressionen, Zwänge und Anzeichen einer Agoraphobie. Das liegt laut meiner Therapeutin wohl auch daran, dass ich, wie Mädchen das ja oft eingetrichtert bekommen, zwar immer versucht habe, mich anzupassen, das aber nie richtig funktioniert hat.

Ganz viel Liebe! :green_heart:

1 „Gefällt mir“

Hui, das klingt nach einer Menge harter Arbeit, die der Alltag noch on top für dich mit sich bringt. :face_with_diagonal_mouth: Da ist es finde ich keine Kleinigkeit, dennoch clever, witzig und empathisch aufzutreten. Mach weiter so, jeden Tag ein bisschen. :blush::people_hugging:

1 „Gefällt mir“

Hallo in die Runde, mal wieder ein Update von mir :slight_smile:

War tatsächlich diese Woche bei der Psychiaterin und habe ihr erklärt, dass ich den Eindruck habe, dass die 20mg Elvanse fast gar nichts mehr tun. Und dass ich mit der Vorbereitung auf den Vortrag nochmal besonders deutlich gemerkt habe, dass meine Konzentration absolut unterirdisch ist.

Ich will ja gerne Leistung bringen und Sachen erledigen, aber ich kriege es teilweise einfach nicht hin!

Sie hat dann auch eigentlich sofort gesagt, dass wir erhöhen können und mir 30mg Elvanse verschrieben :slight_smile:

Haken: Auch wieder für 3 Monate. Ging aber irgendwie so schnell und ich war schon wieder draußen, bevor ich meine sorgfältig aufgeschriebenen Argumente etc. pp. anbringen konnte, dass vielleicht eine wöchentliche oder meinetwegen zweiwöchentliche Erhöhung ja eigentlich die Empfehlung ist? Auch laut Packungsbeilage und so…

Naja, ich gucke mal, wie es in ein paar Tagen aussieht mit der Wirkung von der höheren Dosis, der steady state muss ja auch noch kommen. Bisher merke ich gefühlt schon eine ganz leichte Verbesserung, auch so am Nachmittag/Abend, aber es kostet immer noch viel Energie, mal anzufangen mit Aufgaben und da dann auch konzentriert zu bleiben.

Der Vortrag lief übrigens ganz okay, hat mich aber deutlich mehr Nerven gekostet als ich für nötig befunden hätte :sweat_smile:

3 „Gefällt mir“

Hast du vielleicht die Möglichkeit, per Mail rückzufragen, wenn akut was ist oder du erhöhen willst oder so?

Ich bin hier bei den Epileptologen an der Uniklinik im Behandlung und habe es irgendwie geschafft, über deren obskure Email-Adresse mit der Oberärztin in Kontakt zu bleiben. Das passiert nicht arg häufig, aber wenn mal was ist, mehr Anfälle oder so, kann ich da kurz hinschreiben und bekomme von der ein knappes „Bitte alle zwei Wochen jeweils um 25 mg erhöhen bis Erreichen von 200 mg Zieldosis“ im Telegrammstil.

Ich hatte da auch mal bei einem Medi per Mail gefragt, ob ich schneller aufdosieren darf, da hat sie aber ein Veto eingelegt. :hand_with_fingers_splayed:

Mir hilft das ziemlich, dass ich im Fall der Fälle unkompliziert Rat und grünes Licht einholen kann. Das ist viel besser als anzurufen und die Leute zu nerven.

1 „Gefällt mir“