Wirklich erholen mit ADHS? Wie macht ihr das?

@UlBre könnte man einen tiefen Hyperfokus nicht eigentlich auch als eine Form der Achtsamkeit betrachten ?
Man ist ja auf eine Sache fokussiert und blendet alles andere aus.
Das Problem ist vielleicht, dass man zunächst in Entpannung kommt, aber weil man dann alles um sich herum vergisst inc. essn, trinken , WC und andere wichtigen Dinge , schlägt die Entspannung irgdwann in Stress um?
Wären wir in der Lage auf Hyperfokushäppchen hätten wir doch ne Art von Achtsamkeitsübung , oder?

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Vielleicht als etwas, das entspannt, aber es ist eben keine Achtsamkeit, die eher breit und nicht lenkend ist, sondern eher etwas tief versunkenes und sehr kontzentriertes - oder?

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Zeit und Ruhe für mich allein… da sagst du was. Das brauche ich eigentlich auch. Einfach zum „Resetten“. Ich lebe inzwischen zusammen mit meinem Partner (auch ADHS, die impulsive, aber verträumte Variante) und habe wenig Gelegenheit, einfach nur allein zu sein. Das fehlt mir auch. Andererseits fehlt mir natürlich auch mein Partner, wenn er länger nicht da ist.

Für mich sind andere Menschen, selbst wenn ich sie liebe und gerne um mich habe, so ein „Grundrauschen“. Zudem arbeite ich auch ein Stück weit mit Menschen (beratend) und habe nach einem anstrengenden Tag teilweise das Gefühl, dass meine sozialen Fähigkeiten für den Tag(zuhören, mich unterhalten etc) irgendwie „erschöpft“ oder „aufgebraucht“ sind.


Hyperfokus empfinde ich persönlich nicht als Entspannung, eher als eine Art intensiven „Flow“. Ich will kurz irgend etwas recherchieren, und auf einmal bin ich in einem Wurmloch, in dem ich kaum etwas anderes wahrnehme als den Inhalt, auf den ich mich konzentriere. Nach 2 Stunden tauche ich wieder auf, fühle mich unterzuckert, die Dopaminspeicher sind leer, und ich bräuchte eigentlich eine längere Pause , Bewegung und etwas zu Essen. Entspannung ist doch irgendwie anders, oder? Ich mag den Hyperfokus total gerne, aber achtsam im klassischen Sinne, dass ich mich ruhig und konzentriert wahrnehme; fühlt es sich nicht an. Zudem bin ich nach so einer Tour de Force eher erschöpft.

……nun ja….. , Achtsamkeit bedeutet ja auch was grade im „hier und jetzt und im Moment“ ist . Beim Hyperfokus sind wir ja wo ganz anders :thinking:

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ja eben

Im Hyperfokus arbeitet das Hirn ja auch wieder auf Hochtouren. Hyperfokus ist positiver Stress - keine Erholung. Zwar hilft das auch oft schon, um sich besser zu fühlen, ist aber letztlich kontraproduktiv, denn durch “positiv” erkennen wir zu spät, dass auch das eigentlich nur Stress ist. Das Hirn hatte noch immer keine Chance zum runterkommen.

Mein großer Zusammenbruch ist jetzt ca 8 Jahre her. Und wenn ich so zurückdenke…. Ich musste nicht um Erholung ringen, mein Körper hat gar nichts anderes mehr zugelassen. Wenn die Kinder aus dem Haus waren, konnte ich kaum noch aufrecht stehen, kurz danach war ich wieder im Tiefschlaf, um dann fürs Mittagessen kochen kurz wieder auf den Beinen stehen zu können. Gab’s keine Chance zum Ruhen, hat die Panikattacke dafür gesorgt. Da musst ich nicht mehr nach irgendwelchen Entspannungsübungen suchen. Der Körper holt sich das dann irgendwann von selbst auf recht böse Art und Weise. Es ging dann wirklich nichts mehr…..

Im Nachhinein kann ich jedem, der anfängt derartige Fragen zu stellen, nur raten: mach, was du gerne machst! Was hast du als Kind gerne gemacht? Ein ganzes Wochenende nur auf dem Sofa gelümmelt und Pizza gegessen? Camping? Waldspaziergang? Auf Bäume klettern? Stadtbummel? Solarium? Alleine? Oma besuchen? Motorräder schauen gehen? Könnte grad so weitermachen….. Und was nicht zählt: habe keine Zeit dafür. Natürlich fehlt in unserem stressigen Alltag die Zeit für solche Dinge. Und als alleinerziehendes Elternteil, womöglich noch ohne Großeltern drumrum, wird das echt seeehhr schwierig. Dann müssen die Kinder aber mal bei Freunden übernachten, zum Beispiel.

Sich zu Meditation, Yoga und Co zu zwingen, erzeugt doch nur noch mehr Stress. Der/die/das Erwachsene muss wieder lernen, sich wohl zu fühlen, ohne darüber nachzudenken, was laut Gesellschaft zu Erholung führt. Wisst ihr, was ich meine? Es muss ganz natürlich sein. Wir müssen selbst spüren, was uns guttut. Schaut euch glückliche, tobende Kinder an. Erholung muss ungezwungen sein. Ja - man muss auch das erst wieder entdecken. Aber das hatte so gut wie jeder schon mal. Man muss diese Glückseligkeit wieder finden, die einem ins Erwachsenwerden weggenommen wird.

….. also, das sind so meine Gedanken hierzu…

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Es gibt Menschen, die erholen sich, wenn sie unter anderen sind.
Andere erholen sich, wenn sie für sich sind.
Man muss nur wissen, was für einen gut ist.

Mit Entspannungsgedöns, so schrieb @Seven , könne er nichts anfangen. Das kann ich gut nachvollziehen, wenn ich an Schneidersitz und “Ooommm” denke. Oder wenn ich an autogenes Training denke mit “warm und schwer*. Das finde ich ziemlich langweilig und nur erträglich, wenn ich ganz schnell abhaue oder einschlafe.

Vor etwa 15 Jahren, als ich noch keine Ahnung von meinem ADHS hatte, bekam ich durch gute Fügungen eine Coaching Ausbildung mit NLP und Hypnose geschenkt und habe mir selbst noch weitere Seminare dazu genommen. Ich konnte es konzentrationmäßig durchhalten, weil es stets nur 2 bis 4 Tage Blöcke und mit praktischen Übungen zu zweit oder dritt waren. Am besten haben mir die Übungen mit hypnotisieren und hypnotisiert werden gefallen. Praktisch angewendet habe meine Kenntnisse nur selten - Impostor-Syndrom. Eine andere Seite von mir kann aber auch Rampensau. Gelernt habe ich das in 15 Jahren Laientheater. < Genug der historischen Vorrede. >

Da gebe ich @Paulinchen voll Recht. Was die Gesellschaft und irgendwelche Ratgeber (außer mir :wink: natürlich) da meinen ist irrelevant, wenn es für dich nicht passt.

Ich habe ein Anliegen an alle Leserinnen und Leser.( wenn das nach eurer Meinung nicht hierhin gehört dann sagt es mir bitte)

Im Sommer 2024 besuchte ich wieder ein 10 Tage dauerndes Seminar mit praktischen Übungen. (Nebenbei angemerkt: In der nachmittäglichen Abschlusstrance des Trainers bin ich regelmäßig vor lauter Entspannung/Erschöpfung weggedöst.) In dem Seminar konnte ich meine ADHS-bedingt ziemlich ausgeprägte Hilfsbereitschaft sehr gut leben. Das Feedback, von denen, mit denen ich Übungen machte, war erstaunlich positiv. So positiv, dass ich begann es zu glauben. Z.B. “Angenehme Stimme* “Ich war tiefenentspannt” “Toll, mach da was draus” “Danke dir”. Einem Teilnehmer konnte ich erfolgreich helfen, ein Trauma aus seinen Kindheitstagen aufzulösen. < Ende des Werbe- und Vertrauensaufbau-Blocks. >

Nach dem Seminar war ich motiviert bis in die Haarspitzen und habe ein neues Hobby begonnen: Eine eigene Internetpräsenz, wo ich Coaching und Phantasiereisen zur Entspannung anbot. Als ich nach 2 Monaten und einigen hundert Euros für Google-Ads nur 6 kostenlose Downloads hatte, landete die Webseite auf dem Friedhof meiner Hobbys. Eine Kopie der Webseite lebt noch (Palliativstation). Übrig geblieben sind 4 Phantasiereisen.

@Nelumba_Nucifera Liebe Lotusblüte, ich schätze deine kritischen, empathischen und wohlmeinenden Beiträge in diesem Forum sehr. Dem Zitat von dir stimme ich voll und ganz zu. Ich halte das für ein super wichtiges Qualitätsmerkmal. Das Zitat von dir hat mich inspiriert, hier einen Versuchsballon zu starten.

Wer wäre bereit, mir ca. 30 Minuten Zeit zu schenken, sich eine der der Fantasiereisen anzuhören, dabei neugierig etwas Entspannung zu erleben, und mir Feedback/Verbesserungsvorschläge zu geben?

Hyperfokusbedingt ist der Text jetzt viel länger geworden als geplant. Alle eventuell Genervten und Gelangweilten bitte ich um Entschuldigung.

Einen schönen Sonntag noch allerseits.

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Am schlimmsten ist für mich der progressive Jacobsen Gedöns. Steht sogar im Rehabericht das es bei mir kontraproduktiv ist. Hatte ich extra reinschreiben lassen, damit mir bestenfalls nie wieder jemand damit kommen kann. :sweat_smile:

Ich wäre dazu bereit :sweat_smile:. Aber bedenke bitte , wenn es für mich nicht passt, heißt es noch lange nicht, dass es für andere nicht passt oder halt umgekehrt.

Ich hatte auch schon mal ne Traumreise wo die Tante zu langsam sprach und fand die voll Kacke , dann hab ich das Tempo etwas erhöht und dann war es voll hilfreich und gut.

Störend finde ich auch schmatzgeräusche oder klacken vom Mikrophone oder Sprachfehler. Hatte mal ne Atemmeditation und die Dame sagte nicht einatmen und ausatmen, sondern ein Atem und aus Atem.
Oh und in der Reha da hatte der Physiotherapeut zu seiner Meditation immer so indischen Gesang und an einer Stelle hörte ich immer Schamhaar … und ich musste mich immer so zusammenreißen .:hear_no_evil_monkey::see_no_evil_monkey:
Oder Atme in deinem Tempo und ich musste an ein Taschentuch denken .
Oder „finde deine Balance“ und ich hatte Ballons vor Augen :rofl:

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Witzig, wie unterschiedlich das ist. Bei progressiver Muskelrelaxation schlafe ich regelmäßig ein…

Oder wie ich es getauft habe: “die aggressive Muskelverspannung nach Jacobsen” :adxs_biggrin:

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Hallo @Nelumba_Nucifera ,

Vielen Dank für deine freundliche Antwort. Wenn es für dich nicht passt, was ich aber nicht glaube (bin ganz schön eingebildet :partying_face:), dann bricht die Welt für mich nicht zusammen. Im Gegenteil. wenn du mir ein Feedback gibst, von dem ich lernen kann besser zu werden, ist das mir viel wert.

Fantasiereise1

Bei einer guten ADHS habenden Freundin kam die Fantasiereise sehr gut an (Hab ich wohl weiter oben schon geschrieben).

Empfehlung: Such ein ruhiges Plätzchen mit Kopfhörer (gegen Störgeräusche). Wenn der Anfang dir zu lange dauert, bei Minute 2:20 etwa beginnt der Text.

Danke nochmal und träume schön.

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Wie machst das? Bei Jacobsen einschlafen? Einschlafen ist ein Zeichen sehr tiefer Entspannung - oder Erschöpfung. Könntest du also dich mit PMR erholen ?

Ich weiß zwar wie wichtig Körperarbeit sein kann, aber bei Jacobsen fühle ich mich verkackeiert. Ist mein Problem - nicht deines.

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Das muss ich mir unbedingt merken… Ich wurde beinahe mal nach Hause geschickt, weil ich mich geweigert habe, diese „Therapie“ mitzumachen… Ich soll es versuchen… :adxs_wand: Ich habe alle gewarnt, mehrfach… Mal davon abgesehen, dass ich keine Ahnung habe, wie man etwas anspannt, ohne sich zu bewegen… Dann rechts links abwechselnd. Ich bin Linkshänder, ich nehme also immer das andere Rechts zuerst… oder ich denke darüber nach und dann kommt schon die nächste Ansage… Nein, macht mich ziemlich zornig… und ich musste nur einmal hin, hab erst noch gemeckert bekommen, weil ich die anderen mit meiner Unruhe störe… und dann bin ich aus dem Korsett gesprungen… Ich hatte alle gewarnt… :face_with_symbols_on_mouth:

Ich geh jetzt in mein Spiel und hole meine Geschenke ab… Bin schon wieder voll in Fahrt
:treasure_chest:

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Oh ja mich macht Jacobsen auch agro :face_with_symbols_on_mouth:

Vermutlich musst du mir den Link per PN senden :sweat_smile:

Mir hatte diese progressive Muskelentspannungssache schon ein bisschen gegen das Zittern in den Händen geholfen und auch bei den Tics ( Grimasieren), hatte die Gesichtsmuskulatur dafür angespannt. Eingeschlafen bin ich dabei aber auch immer mal wieder :joy:. Hatte es Zuhause eine Zeitlang ausprobiert am Anfang der Therapie aber ein bisschen angepasst auf meine Bedürfnisse mit Achtsamkeit, Atemzählen und sowas.

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Mach ich gerne

Außerdem habe ich nach langem hyperfokussierten suchen wie ich die MP3 Datei anonym zur Verfügung stellen kann, einen Weg zum Download gefunden und bei @SneedleDeeDoo nachgefragt.

Dank dir und gute Nacht

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Na dann will ich mal ein Feedback geben .:wink:

Du hast ja eine richtig gute Hörbuch-, Vorlese-, ErzählerStimme :+1::clap:

Mir hat es sehr gut gefallen. Die Geschichte gut, die Musik gut und der Erzähler gut . Alles für mich schön ausgewogen .

Es gab zwei oder dreimal irgendwo ein knacken . Wo ? Da muss ich noch mal reinhören, war gestern zu faul und entspannt um es gleich zu notieren wo es war.:sweat_smile:

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Mich auch. Weiss echt nicht, wie man bei sowas entspannen soll :thinking: Mich haben auch immer die Behauptungen, dass es einem danach immer besser geht, richtig aggro gemacht

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