@IvyDancer:
das spielt bei mir sicher auch mit rein. Ich habe z.B. bei der Arbeit immer das Gefühl, auch deswegen, weil ich „komisch“/„verpeilt“/whatver bin (hat sich in jahrelanger leidvoller Erfahrung im Kopf einfach so festgesetzt…. komplexe Traumatisierungen habe ich sicherlich auch, ob die Kriterien einer cPTBS erfüllt sind, muss sich zeigen), immer ein bisschen mehr leisten, mich ein bisschen mehr anstrengen, halt auch mal ein (oder zwei oder viele) Wochenenden arbeiten, um ein aufwändiges Projekt zu Ende zu bringen….ich hatte und habe innerlich immer noch sehr stark das Gefühl, mich für meine bloße Existenz und dafür, dass ich nicht perfekt bin, entschuldigen bzw das irgendwie kompensieren, z.B. indem ich mir alles mögliche noch mit draufpacken lasse . Ich sage ganz selten nein (dass ich das überhaupt mache, ist schon ein Fortschritt), aber wenn, dann geht wirklich gar nichts mehr.
Auch zu Hause…. solange noch etwas unerledigt ist, komme ich nicht wirklich zur Ruhe. Das muss gemacht werden, und jemand muss es ja machen. Auch hier ist das einerseits eine „Kopfsache“. Andererseits weiß ich aber auch sehr genau, dass es immer anstrengender wird, je mehr Aufgaben sich anhäufen.
Es ist halt leider nicht nur „Perfektionismus“ (der bei mir aus der Erfahrung resultiert, mich sowieso mehr anstrengen zu müssen, z. B. alles kontrollieren zu müssen, weil ich halt mehr Flüchtigkeitsfehler mache… und solche Erfahrungen, „unzulänglich“ zu sein, nicht zu genügen…. sitzen bei mir einfach sehr tief. Das zu bearbeiten und zu ändern - sehen zu können, was ich eigentlich alles leiste, Wertschätzung annehmen zu können, mir selbst nicht ganz so viel Druck machen usw) wird hoffentlich auch in der Therapie Thema sein können), sondern auch das Wissen/die Erfahrung (auch nach 8 Jahren Beziehung mit einem Mann, der ebenfalls ADHS hat), dass viele Dinge nicht erledigt werden, wenn ich sie nicht mache.
Aktuell warte ich noch auf die Kostenzusage für den Klinikaufenthalt, alles andere (Krankengeld usw) ist soweit organisiert, und ganz langsam komme ich ein bisschen runter. Ich schaffe es inzwischen, nichts zu erzwingen, wenn es grade nicht geht. Dann mache ich halt Pause, oder Dinge, die nicht lebenswichtig sind, bleiben liegen, und ich mache etwas, das mir gut tut.
Naja, mal sehen, wie sich das alles weiter entwickelt…