Wirklich Hirndoping oder doch ADxS?

Eure Meinung zu diesem Artikel möchte ja echt gerne mal hören…

https://www.zeit.de/zett/2016-03/hirndoping-aus-der-sicht-einer-taeterin-meine-erfahrung-mit-strattera-und-ritalin?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

Wieso wehrt die junge Frau sich so gegen die Diagnose und hat dann auch noch ein so schlechtes Gewissen und dann schreibt sie auch noch so blöd in der Zeit… die ist doch schon vor der Medikation als Hochbegabt getestet worden…

Dieser Artikel zeigt eine sehr schlechte journalistische Arbeit! Gefährlich für Menschen, die am Anfang der Diagnose und Medikation stehen und für die weitere Akzeptanz der Störung! Ich bin entsetzt wie man so ein Müll ausdrucken lässt. Warum ist die Kommentarfunktion ausgeschaltet?

Zusammenfassung des Artikels: Durch „hoch gefährliche und süchtig machende“ Medikamente zum Turbohirn! Abitur garantiert!
Na zumindest liest man aus dem Artikel heraus, dass alle Adhsler hochbegabte Spezies sind.

Wir brauchen eine Lobby, die etwas gegen solche Meisterwerke unternimmt. Wäre ich wortgewandt, hätte ich den Autor in einer E-mail aber so was von zusammengefaltet.

Und der jungen Dame würde ich empfehlen, sich mehr mit der Adxs auseinanderzusetzen, bevor sie so ein Scheiss öffentlich erzählt. Und der Mutti würde ich eine Diagnose auch nahelegen.

P.S. Ich gehe mich gleich dopen, sonst kann ich keine Hochleistungen auf der Arbeit bringen.

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Ich kriege da gerade echt zu viel! Wie schon geschrieben, könnten Neu-Diagnostizierte da echt das Gefühl bekommen, sie betrügen mit den Medis. Ich weiß, Strattera ist umstritten, aber ich habe mich nie süchtig gefühlt in drei Jahren der Einnahme und ich habe es des Öfteren vergessen. Das Ausschleichen ist zwar nervig, in meinem Fall aber unproblematisch bis jetzt.
Und dann noch die Frage, warum macht sie ein IQ Test für ADxS?

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Weil eine unerkannte Hochbegabung die gleichen Symptome wie ein ADHS aufweisen kann.
Das ist Differantialdiagnostik und eigentlich Standard bei ADHS-Testung.

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Ganz schlimm finde ich die Aussage, Strattera/Atomoxetin mache süchtig.

Schließlich ist das ein Spiegelmedikament. Und die soll man je nach Dosis ausschleichen, das hat ja nichts mit Sucht zu tun.

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Solche Aussagen befeuern bloß die Aussagen, man setze Kinder unter Drogen…

Wenn ich in der Einleitung des Artikels lese

„Angesichts dieser Risiken sollte man sich fragen, warum Menschen trotzdem bereit sind, beispielsweise Atomoxetin (Strattera) oder Metylphenidat (Ritalin) zu konsumieren, um ihre Leistung zu steigern.

bin ich schon raus, bevor ich weiterlese.

Der Artikel beginnt mit einer Unterstellung.
Damit sagt der Autor/die Autorin mehr über ihre Einstellung, also über sich selbst, als über die Sache.
Wie ich in einem anderen Beitrag gerade eben schrieb, komme ich immer mehr dazu, die Motive von Menschen anhand der Art ihres Schreibens zu beurteilen, anstatt an den Inhalten.
Und wenn jemand seine Motive so offen legt, zu Beginn, habe ich keine Lust, mich mit den Knoten im Hirn dieses Menschen zu beschäftigen. Wenn das Urteil schon gefallen ist, wenn die negative Assoziationen schon von vornherein unterstellt wird (was ein Urfehler bei einer sachorientierten Diskussion ist), brauche ich nicht weiterzulesen, denn in diesem Artikel wird es nicht um die Sache gehen, so dern um die Motive des Autors.

Sorry, das musste raus.

Edit: mit solchen Artikeln macht sich die Zeit zur Bildzeitung - nur eben für Menschen, die andere Ängste haben, die bedient werden sollen.
Menschen lesen am liebsten das, was ihre Einstellung bestätigt. Bild lebt davon, dies bei de oifache Loit zu adressieren. Dass die Zeit diesen primitiven Mechanismus genau so dreist einsetzt, nur mit einer anderen Zielgruppe, ist in Anbetracht des intellektuellen Eigenanspruchs beschämend.

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Dieser Artikel ist einer von zwei Gewinnern eines Schreibwettbewerbs von izt und Politik Digital, den ze.tt unterstützt hat. Weitere Informationen zum Thema Hirndoping findet ihr auf der Website des Projekts supermenschen.info.

Bin ich froh, dass solche sehr wissenschaftlichen, informativen und überhaupt nicht emotional reisserischen Texte durch Schreibwettbewerbe gefördert werden.

Die Möglichkeit, dass die Autorin einfach nur eine intelligente ADHSlerin ist, welche unter typischen Selbstwertproblemen leidet und der diagnostizierende Arzt sich nicht geirrt hat steht natürlich außer Frage, weil… ähm… wieso nochmal?

Achso ja, sie macht das ja nur weil sie zu ambitioniert ist und jetzt ist sie süchtig nach den Medikamenten. Man kennt das ja auch von Brillenträgern, dass die süchtig danach sind diese verdammten Gläser vor ihre Augen zu setzen oder Diabetikern die so süchtig nach ihrem Insulin sind oder die blöden Angstgestörten, die so süchtig nach ihren Medikamenten sind.

Die sollten sowieso einfach mal lernen sich zu beruhigen, kann ich ja auch. Einfach mal ein Bisschen durchatmen. Aber sind halt Junkies. Kommt ja auch von dem Leistungsdruck. Früher hätte man sich dann eben mal die Zeit genommen und in der Ecke hyperventiliert bis einen die Ohnmächtigkeit erlöst. Ist dann ja auch wieder vorbei. Wenn die eben nicht einkaufen gehen können, weil da zu viele Menschen sind, sind die halt einfach nicht fürs Einkaufen gemacht. Dann müssen die halt lernen zu leben ohne Einkaufen zu gehen und sich nicht selbst so den Stress machen, das sie dann kein normales Leben führen können, obwohl das Einkaufen ja selbst gar nicht ihr Problem ist. Kommt bestimmt sowieso nur von besagtem Stress, aber die Pharmalobby willt halt an so armen Seelen verdienen.

Ok rant over :sweat_smile:

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Meine 2cents:

Zeitungen schreiben, was ihre Klientel hören wollen.
Kommt bei uns nicht der Ehrgeiz aus den vielen Misserfolgserlebnissen?
Man will ja dazugehören.
Und mal ganz ehrlich, wer heute keine Leistung bringt, zählt nicht, trotz anderslautendes Geschwafel.
Und Anpassung ist ein Überlebensvorteil in der Evolution.
Wir sind Trabimotoren, die ohne Gemisch mit Öl im Benzin überhitzen.
Zu viele Autowracks säumen schon die Strasse.
Pech gehabt!?

So böse es ist, so wahr ist es.
Die Zeit hat einen erheblichen Anteil an Lehrern unter ihren Lesern, und bei denen gibt es, nach meinem Eindruck, immer noch ein im Kern Sachargumente-resistentes Lager, das es irgendwie braucht, dass es ein paar böse „die da’s“ gibt: Eltern, Pharmaindustrie, wasauchimmer.
Würde die Zeit nun klar beschreiben, was AD(H)S ist und wie es funktioniert, wären sie eine Woche lang mit Leserbriefe beantwporten und Abokündigungen bestätigen beschäftigt.

(So viel als Einblick in meine unheile kleine Welt der „die da’s“ ;;;—))))

Ja guter Gedanke.

Also wie gehen wir es an?

Welche Lehrer kennen wir, die gute Erfahrungen mit medikamentierten Schülern gemacht haben?

Kennen wir Lehrer, die selber Medikamente nehmen…?

Gibts Prominente…? Intellektuelle? …

Mein Buchmanuskript „AD(H)S für Lehrer“ liegt seit 3 Jahren in der Schublade…
Ab und zu sammelt sich was dazu.
Was toll wäre, wenn sich ein Lehrer, der mit dem Thema AD(H)S vertraut ist, als Coautor fände…

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Was sich so alles in unseren Schubladen befindet. :adxs_koo:

Es gibt einen nicht unerheblichen Anteil der Gesellschaft die noch an Homöopathie glaubt…
Das ist es nicht verwunderlich das es immer noch ADHS mit den „Drogen“ zum „ruhigstellen“ der „armen“ Kindern nach wie vor von vielen als eine Erfindung der Pharmaindustrie gesehen wird.
Was mich am viel mehr beunruhigt ist aber die Unwissenheit und Ablehnung bei vielen bei Ärzten und das sogar bei Psychiatern etc…
Das Themea gehört auf jeden Fall viel mehr in die Öffentlichkeit. Das Wissen muss mehr verbreitet werden immerhin ist ADHS keine seltene exotische Diagnose. Wir brauchen eine noch viel präsentere Lobby!

Also ich kenne einige (junge!) Lehrer und kann mal eine Szene beschreiben, die quasi monatlich passiert:
Klassenkonferenz für ein Kind wegen extremen Verhaltensauffälligkeiten / Lernstörung oä - heißt alle Lehrer des Kindes müssen nach der Schule dafür antanzen. Es wird gefragt „Haben Sie sich denn mal ärztlichen Rat geholt?“ und dann kommt von den Eltern „Naja der Psychiater meinte in der Grundschule mal was von ADHS, aber ich finde nicht, dass mein Kind Medikamente braucht“
… und alle Lehrer fassen sich innerlich an die Stirn.
Ich kenne keinen einzigen Lehrer, der gegen eine Medikation ist. Egal ob Depression, ADHS oa.
Aber kenne wie gesagt auch nur junge Lehrer…

@Mondkind

Würde es Sinn machen, eine Art Flyer für Eltern zu machen, den Lehrer denen in die Hand drücken können? Vielleicht sogar mit eine paar Feldern, die der Lehrer ankreuzen kann, warum er drauf kommt ?
Oder eine Mustermail, mit Links und Infos ?

Eine Webseite, die sich an Eltern richtet, hielte ich für zu allgemein. Da kommt bei den Eltern nicht an dass wirklich ihr Kind gemeint ist. ADxS.org gibt’s ja schon…

Das Problem ist, das Lehrer ja eh schon kaum rechtliche Handhabe haben. Soweit ich weiß, dürfen sich Lehrer nur mit gesammelten Daten beim schulpsychologischen Dienst melden, die bewerten das dann und dann wird ggf Kontakt zu den Eltern aufgebaut und eine Beratung angeboten. Ist aber bestimmt auch in jedem Bundesland wieder anders.
Eine Pflicht, dass der Schüler zum Schulpsychologen muss, kann glaube ich nur bei Gewalttaten in der Schule über das Jugendamt veranlasst werden (wenn die Eltern sich weigern).
Was ich meine ist: wenn von der Schule (oder den Lehrern) aus Infos über (zB) ADHS kommen würden, wäre der Aufschrei ziemlich groß.

Es geht ja nicht um ein Recht oder eine Pflicht, es geht um die Frage, ob es den Lehrern helfen würde, wenn die einen Flyer hätten, in dem sie ihre Beobachtungen eintragen können, damit die Eltern symptombezogen nachvollziehe können, wo das Problem ist. Die Eltern sind ja in der Schule nicht dabei.
ich denke halt mal, dass Lehrer nicht so genau wissen, welche Symptome bei Kids mit AD(H)S wirklich relevant sind, und dass Eltern ein bloßes Pauschalurteil als unqualifiziert abtun. Zugleich hätten die Ärzte und Therapeuten, die es beurteilen sollen, was qualifiziertes in der Hand.

Es geht als insbesondere nicht um eine Einbeziehung des schulpsychologischen Dienstes.

Ah… man sollte vielleicht vermeiden, nur alleine ADHS drauf zu schreiben und wenn, vielleicht eher nur so ganz unten mit Sternchen… so nach dem Schema, je mehr Kreuzchen bei Punkt 3, 5 und 7, dann sollte man mal was prüfen lassen oder so…

Das würde aber ein ganz schön dickes Brett. Von AD()S verstehen wir genug, um das machen zu können. Aber Angst, Depression, Zwang, ASS, Conduct Disorder, Aggressivitätsprobleme, Mobbingfolgen - wie sollen wir dafür die passenden Sachverhaltsbeispiele finden ? Und wieviel Seiten soll ein Lehrer dann ankreuzen ? Macht das dann noch jemand ?
Wäre es vielleicht nicht sinnvoller, für jedes Störungsbild einen eigenen Flyer zu machen, und unseren als Vorbild andren Selbsthilfecommunitys zur Verfügung stellen, mit der Anregung a. einen eigenen nach dem Vorbild zu machen und b. den Vertrieb gemeinsam zu organisieren?