Wirkung von Elvanse bei Erwachsenen

Hallo an alle, ich gebe zu ich bin ein wenig nervös, das hier ist mein erster Beitrag. Falls ich also irgendwas falsch mache (falsche Rubrik etc.) bin ich für jeden Hinweis dankbar!

Zu meiner Frage: bei mir wurde letztes Jahr ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert. Seit Anfang Dezember habe ich dann 2x täglich Medikinet adult (10mg) genommen. Leider war die Wirkung sehr unregelmäßig und schwankte ziemlich. (zu dem Zeitpunkt habe ich allerdings auch noch zusätzlich Protonenpumpenhemmer eingenommen) Wenn es denn mal gewirkt hat war es allerdings super, vor allem die Möglichkeit zur Emotionsregulation hat mich echt umgehauen. Ich habe auf einmal eine innere Ruhe gespürt, selbst in Univeranstaltungen oder im Straßenverkehr und war auch in Gesprächen nicht mehr ungeduldig oder habe Leute unterbrochen. Es gab Abende, da konnte ich außerdem zum ersten Mal seit über 10Jahren mit gutem Gewissen Feierabend machen weil ich doch tatsächlich das Gefühl hatte, tagsüber mal was geschafft zu haben.

Vor drei Wochen bin ich dann aber zu einem neuen (dieses Mal gesetzlichen) Arzt gewechselt und der meinte, ich solle mal Elvanse ausprobieren weil es gleichmäßiger und länger wirkt und hat mir 30mg Tabletten verschrieben. Die haben mich erstmal ziemlich umgehauen. Statt wie bei Medikinet als erste Wirkung die innerliche Ruhe zu spüren war es eher wie ein Energieschub. Teilweise wurde ich auch echt nervös bzw. habe mich ganz komisch gefühlt (irgendwie hibbelig oder als ob mein Puls ganz hoch wäre (was er mit 100-110 teilweise auch eher war)). Außerdem ist mir aufgefallen, dass (wieder im kompletten Gegensatz zu Medikinet) ich auf einmal Schwierigkeiten hatte andere ausreden zu lassen und ziemlich ungeduldig wurde, außerdem habe ich (noch) mehr geredet als sonst. Teilweise hatte ich auch das Gefühl gereizter zu sein als sonst. Mit Medikinet war wie gesagt genau das Gegenteil der Fall. Schließlich hatte ich sogar einen Autounfall während der Wirkzeit (zum Glück ist niemandem was passiert, nur ein winziger Blechschaden) was mich komplett geschockt hat. Danach habe ich die Tabletten sofort abgesetzt (was ziemlich suboptimal war, weil ich eine Klausur schreiben musste) und mich erst eine Woche später wieder getraut, sie nochmal zu nehmen. Dieses Mal dann aber nur die Hälfte (aufgelöst in Wasser). Das habe ich dann langsam auf ca. 20mg gesteigert und bin jetzt eigentlich ganz zufrieden.

Die Wirkung sieht bei mir jetzt allerdings so aus: morgens nehme ich die 20mg und es passiert erstmal nix. Nach 1-2h merke ich dann einen milden Energieschub/Nervosität und mir fällt auf, dass ich ein ziemliches Mitteilungsbedürfnis entwickle. Zuhören klappt aber trotzdem ganz gut und ich kann mich besser konzentrieren. Nach 3-4 Stunden setzt dann eine innere Ruhe ein, allerdings auch eine ziemliche Müdigkeit. Nach 5-6h bin ich dann so müde, dass ich am liebsten direkt ins Bett gehen würde. Entweder lege ich mich dann wirklich hin (komme dann vor ner Stunde aber auch nicht mehr aus dem Bett weil ich tief und fest schlafe) oder ich halte es aus und es verschwindet gegen Abend wieder. Konzentration ist aber eigentlich die ganze Zeit ganz gut, ich habe das Gefühl meine Gedanken besser ordnen/strukturieren zu können, auch in Unterhaltungen. Am angenehmsten ist es eigentlich so nach 10h da bin ich dann einfach ruhig und kann mich trotzdem noch ganz gut konzentrieren. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ist das normal, dass das so wirkt? Ist das ein Hinweis darauf, dass es richtig/falsch wirkt?

Ich muss vllt noch dazu sagen, dass ich mich wegen der Diagnose immer noch ziemlich verrückt mache. Der Arzt hat zwar viel Zeit in die Diagnose investiert und ist auch qualifiziert dafür aber ich habe irgendwie trotzdem Angst, dass sie falsch sein könnte und ich dann Medikamente nehme, obwohl ich kein ADHS habe, was ich auf keinen Fall möchte (sowas wie einen Konzentrationstest haben wir zum Beispiel nie gemacht und es gibt Punkte die nicht ins Bild passen - ich war immer eine perfekt angepasste Schülerin die immer super mitgearbeitet hat. Zu Hause lernen konnte ich zwar nie aber das war notentechnisch egal, weil ich aus dem Unterricht genug mitnehmen konnte und die Lehrer (sein wir mal ehrlich) angepassten, mitarbeitenden Schülerinnen eh gerne gute Noten gegeben haben. Dabei sind gerade die Zeugnisse ja ein wichtiger Punkt bei der ADHS Diagnose und da findet sich bei mir, wie gesagt, gar nichts.) Darum horche ich auch beim Medikamente nehmen ziemlich stark in mich hinein (was sicher nicht optimal ist-ich versuche das auch zu ändern) und mache mich selbst völlig irre sobald ich irgendwas merke. Am Anfang mit Medikinet war mein Urteil glaube ich noch eher unvoreingenommen aber mittlerweile habe ich mich so erfolgreich selbst verunsichert, dass ich nicht mehr weiß wo oben und unten ist. :weary::see_no_evil:

Daher hoffe ich hier im Forum auf erfahrene Menschen, die im Gegensatz zu mir einen kühlen Kopf bewahren können. :wink:
So, Entschuldigung für den viiiiiel zu langen Text, ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben. Irgendwie habe ich das Gefühl, meinen Arzt kann ich da nicht fragen, ich hatte ihm schon eine Mail geschrieben, dass ich Probleme hätte die richtige Dosierung zu finden und da war die Antwort einfach nur „Wieso Probleme, Sie nehmen einfach 30mg am Morgen. Da gibt es nichts zu finden.“ Fand ich jetzt so mittel hilfreich…

Hallo, sehr herzlich willkommen, egal welche Rubrik :grinning:

Ich sehe bei dir einiges so ähnlich wie bei mir.

Frauen plus halbwegs intelligent fallen halt nicht auf… man kann ja mit Willen, Ehrgeiz, Disziplin, Notizzettel und Kalender jahrzehntelang gut funktionieren… ich habe damit auch einen Hochschulabschluss geschafft, bin dann allmählich immer weiter ausgebrannt, weil dieses „Funktionieren“ wahnsinnig anstrengend ist.

Hier gibt es auch irgendwo einen Thread mit Artikeln zu „Frauen mit ADHS in der Presse“ oder so ähnlich…

Auf den Seiten von ADHS Deutschland gibt es auch so eine Artikelsammlung, wo einer ADHS/ADS bei Frauen beschreibt.

Elvanse wirkt bei mir exakt wie du es beschreibst.

Ich nahm deshalb morgens 15 und mittags nach vier Stunden nochmal 10 mg, bzw zeitweise 8mg im Abstand von ca drei Stunden .

Da ich abends noch für die Kinder funktionieren muss und nicht die Nerven verlieren darf, nahm ich spät nachmittags dann nochmal 1,25mg Attentin, was auch wieder nur 4 Stunden wirkt.

Man muss wissen, dass von Elvanse insgesamt auch nach gefühltem Wirkende noch irgendwas da ist, das einen am Schlafen hindern kann. Da ich schlecht schlafe, war das Attentin dann am Nachmittag besser als Elvanse. Attentin hat nicht so eine verzögerte Restwirkung.

Vielleicht helfen dir die Infos ja etwas… vielleicht gehst Du noch ein wenig runter am Morgen und probierst eine kleinere Menge mittags.

Aber bitte halt auch mit Deinem Arzt Rücksprache… wir dürfen ja keine ärztliche Beratung hier machen, sondern es ist ein Erfahrungsaustausch unter Laien…

Schau dich noch um hier, nutz auch die Suchfunktion, unter Elvanse teilen wirst Du einiges finden…

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Hallo Nono,

vielen vielen Dank für deine schnelle Antwort! Die ganzen Tipps und dein Erfahrungsbericht haben mir auf jeden Fall schonmal weitergeholfen. Ich werde gleich mal den von dir erwähnten Thread suchen.

Klar werde ich mit meinem Arzt Rücksprache halten, ich glaube da hatte ich mich unklar ausgedrückt. Mein Arzt hatte auch selber vorgeschlagen, die Dosis selbstständig zu verringern, sonst hätte ich mich von alleine auch gar nicht getraut die Kapseln zu öffnen. :sweat_smile: Aber da die Infos die ich da von ärztlicher Seite bekomme ja doch eher minimalistisch sind bin ich froh über jeden Erfahrungsbericht. :slight_smile: Darf ich fragen wie lange es bei dir gedauert hat, bis du den Dreh raus hattest mit deinen Medikamenten?

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Hallo und herzlich Willkommen!
Also zu dem Punkt mit den Zeugnisse: Ich war besonders in der Grundschule auch eine recht aufmerksame, sehr gute und unauffällige Schülerin. Mein diagnostizierender Arzt hat zwar über die Zeugnisse geguckt, meinte vorher aber schon, dass man sich nicht zu sehr auf die Zeugnisse gucken soll. Sind sie sie auffällig, ist es ein starker Hinweis. Anders herum heißt es aber nicht unbedingt, dass es kein ADHS sein, wenn sie unauffällig sind.

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Wie die Anderen schon sagten, die Gründe die du anführst sprechen keinesfalls gegen AD(H)S.

Und Medikinet oder Elvanse sind Medikamente mit möglichen Nebenwirkungen - aber das gilt für ADHS-Betroffene ebenso wie für Nichtbetroffene. Dass sie für Nichtbetroffene besonders giftig wären ist eine Legende.

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Hallo Valerina und Falschparker,

vielen Dank für eure Antworten! Ich glaube ihr habt wirklich Recht, ich muss da einfach etwas entspannter mit umgehen. Und es sind ja auch wirklich viele Legenden im Umlauf, da lasse ich mich manchmal noch zu schnell verunsichern. Schließlich passiert das im ADHS Fall ja alles unter ärztlicher Aufsicht und nicht wie in diesen ganzen negativen Berichten als Medikamentenmissbrauch.

Eine Frage hätte ich dann allerdings noch: ich habe die Dosis jetzt auf 30mg erhöht und bin heute ganz zufrieden damit (bis jetzt noch keine Müdigkeit). Allerdings spüre ich so einen leichten Druck auf der Brust und mein Puls ist etwas höher als normal (zwischen 90 und 100 BPM bei einem Ruhepuls von 84) Kennt das jemand, dass der Blutdruck zwar normal bleibt aber der Puls durch Elvanse erhöht wird? Geht das mit der Zeit wieder weg? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ganz kleine (medizinisch oft noch nicht relevante) Änderungen schon immer ziemlich deutlich spüre. Vllt stresse ich mich dadurch also auch einfach zu doll und treibe damit den Puls eh noch weiter in die Höhe…

Hallo @Logos und herzlich Willkommen!

Es ist bekannt, das Omeprazol und Co. die Wirkung von Medikinet retard massiv stören, das sollte einem behandelnden Arzt eigentlich auch klar sein. Ritalin retard soll wohl besser funktionieren, da es eine andere Trägersubstanz hat.

Es ist immer wieder Thema, das die 30mg zum starten zu viel sind, selbst wenn man vorher MPH Medis genommen hat, ich habe mit 10mg begonnen und selbst das kam mir sportlich vor. Auch da war das Hibbelige und Nervöse vorhanden, ich dachte mir kommt die Pumpe zum Hals raus, nach einer Woche erhöht auf 20mg und das gleiche Spiel nochmal, es dauerte jedesmal 2-3 Tage, bis sich das einregulierte.

Das ist bei mir andersrum, Deine Beschreibung passt bei mir zum Medikinet, mit Elvanse bin ich bei weitem ruhiger.

Bei mir sind es ziemlich genau 90min. bis der Wirkeinsatz kommt und das jetzt schon seit vielen Wochen. Energieschub, leichte Nervosität und gesteigertes Redebedürfnis sind bei mir ganz genauso, auch die gesteigerte Kontentration. Ebenfalls die 3-4 Stunden danach einkehrende Ruhe ist bei mir auch so und die Müdigkeit nach 6 Stunden, wenn…und jetzt der große Unterschied: ich nichts esse! Wenn ich in dieser Zeit des ungewollten runterfahrens etwas esse und ausreichend trinke, bleibt die Wachsamkeit erhalten oder kehrt wieder zurück. Das Hirn braucht Energie, bekommt es das nicht, treten Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Kopfschmerzen auf. Am ruhigsten bin ich in den Stunden 8-10, dann geht die Wirkung flöten und ich werde müde, unkonzentriert und lustlos.

Das ging mir am Anfang genauso, ich sprach es in einer Reha an, der Arzt meinte: ohne ADxS würden die Medikamente sie komplett aufdrehen und nicht ruhiger machen, alleine schon das Kaffee sie müde macht, ist ein Zeichen. Du kannst auch hier auf der Internetseite einen Test machen und noch weitere, diese decken sich auch tatsächlich gut mit meinen Ergebnissen aus der ADHS Reha.
Ich bin am Anfang Musterschüler gewesen, mein später rebellischer Anteil hat weitere gute Noten verhindert. In der Ausbildung stand ich in Mathe dennoch auf 1,0. Ich habe bezüglich des Verstehens und des Fachwissens keinerlei Probleme auf der Arbeit, meine Unkonzentriertheit und fehlende Selbstkontrolle agieren rein auf der emotionalen Ebene…fachlich top, emotional flop, ganz einfach. Die Zeugnisse zeigen nicht, ob man „doof“, rebellisch oder faul war, deshalb finde ich diesen Punkt eher uninteressant.
Ich hatte zum Schluss auf der Realschule einige Fünfer, weil ich keinen Bock mehr hatte und gegen alles und jeden rebellierte…wäre das alles nicht so schief gegangen, hätte mein Zeugnis gewiss auch mit Zweiern und Dreiern ausgeschrieben sein können. Ich habe nach meinem inneren Kampf und erfolgreicher Suchttherapie eine spätere Umschulung, ohne einen Streich zu lernen, mit 2,3 abgeschlossen.
Mein Tipp: schaue den Medikamenten nicht zu genau zu, Aufmerksamkeit ist gut, ein Verrücktmachen wird eher kontraproduktiv wirken.

Dafür ist das Forum da :hugs:
Mir ist das Ausfürliche lieber, wie wenn man dem Anderen alles aus den Fingern saugen muss.

Oder auch überhaupt nicht hilfreich!..und dennoch sind solche Aussagen der Fachärzte eher anzutreffen wie gescheite Hinweise und Diagnostik.
Und deshalb liebe ich das Forum, auch wenn man keine Empfehlungen abgeben darf, kann man sich dennoch an den Erfahrungen der Anderen entlang hangeln und eigene Rückschlüsse ziehen.
Es wurde oft geschrieben, das 30mg Elvanse für den Einstieg zu viel sein könnten. Aus diesem Grund habe ich mit 10mg angefangen und es war eine gute Entscheidung, ohne dieses Wissen hätte ich mir 30mg gegönnt und wäre maßlos überdosiert gewesen.
Letztens sagte ich zu meinem Arzt: die 20mg halten leider nur 10 Stunden, das reicht mir nicht. Seine Antwort: och, dann nehmen sie halt zwei! Erstens: das Elvanse hält länger wie 10 Stunden, man spürt nur die Wirkung nicht mehr, aber es ist dennoch noch da, @Nono hat das gut beschrieben. Jetzt nehme ich nach 9 Stunden nochmal 20mg und bin dann voll over, da die erste Kapsel ja noch wirkt, so ging es mir auch schon mit Medikinet. Da hatte ich den Vorteil erst 10mg und dann 5mg nehmen zu können, dass ist bei Elvanse eben nicht so einfach. Wassergelöst verträgt mein Magen nicht und „rumpulvern“ steht meiner Suchtvergangenheit im Weg, also schwierig. Zweitens ist die Gefahr, das die zweite 20mg Elvanse Kapsel der Morgendosis am nächsten Tag im Weg stehen könnte, recht groß und wieder wäre eine Überdosierung Thema. Das alles sehen die Ärzte aber nicht, ihnen fehlt da die Erfahrung, das sie die Medis ja meist selbst nicht nehmen. Ich kenne nur eine Fachärztin, die selbst ADHS hat und Medikinet nimmt, die weiß auch wovon sie spricht. Den Fachärzten fehlt es an Zeit, finanziellen Mitteln und ab und zu auch an der Interesse, um Patienten richtig zu diagnostizieren und medikamentös einzustellen. Selbst in der Reha in einer Fachklinik wurde mir klipp und klar gesagt, das es für Dosierungen nur Empfehlungen geben kann, was wirklich auf den Punkt passend ist, muss der Patient selbst herausfinden. Erstens reagiert jeder anders und zweitens kann man dem Patient eben nicht in den Kopf schauen. Es gibt aber tatsächlich einen Arzt, der ein Verfahren entwickelt hat, um die Dosierung von aussen betrachtet festlegen zu können. Wie weit das fortgeschritten ist, entzieht sich meiner Kenntniss, es wird über die Mimik festgelegt.
http://www.dr-kuehle.de/uploads/media_items/adhs-warum-die-richtige-medikamentendosis-fuer-den-behandlungserfolg-so-wichtig-ist-und-wie-sie-ermittelt-wird.original.pdf

Viele Grüße

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Hey, ich kann dir zwar keinen guten Rat geben, fühle die Wirkung von Elvanse ganz genauso auch mit unterschiedlichen Phasen. Nur leider weniger über den Tag verteilt.
Gerade in der Anfangsphase bekomme ich immer super viele Dinge erledigt auch wenn anfangs die Konzentration etwas leidet dank der Nervosität. Die schleicht sich dann aber recht schnell ein und ich kann dann auch unter Druck schnell und effizient arbeiten.

Hoffe das hilft dir zumindest dabei dich nicht alleine zu fühlen mit deinen Fragen

Hallo MaSC,

danke auch für deine Ausführliche Antwort ich finde das wirklich toll, wie viel Hilfe man hier im Forum bekommt!

Ja, das mit dem Omeprazol hatte ich mir auch schon gedacht, 3 Ärzte die ich danach gefragt habe meinten aber das müsse schon gehen. Allerdings ohne Erklärung. Darum hatte ich das dann mal so hingenommen.

Stimmt, das 30mg am Anfang schon deutlich zu viel sein können schreiben hier ja wirklich viele, ich bin nun sehr beruhigt, dass es nicht an mir liegt, wenn 30mg am Anfang direkt zu viel sind. Und bin froh, mit der langsamen Steigerung beim zweiten Versuch dann ja genau richtig gehandelt zu haben. :slight_smile:

Das mit dem Essen hatte ich auch schon vermutet, interessant, dass es bei dir auch so ist! Und auch generell scheint die Wirkung von Elvanse bei mir sich ja dann doch mit vielen Erfahrungsberichten von anderen zu decken. Auch wenn ich es immer wieder interessant finde, dass manche Sachen dann eben doch ganz unterschiedlich sind (wie deine Erfahrungen bei MPH).

Zu den Tests: ich hatte schon im Forum gelesen, dass es hier auf der Seite einen ziemlich guten ADHS Test geben soll und hab ihn dann gestern direkt mal gemacht. Ergebnis: völlig ohne Zweifel sowas von ADHS. :sweat_smile: Vllt muss ich wirklich einfach akzeptieren, dass ich das hab. Ist aber gar nicht so leicht, wenn man sich sein ganzes Leben immer nur gesagt hat (und auch gesagt bekommen hat), dass man sich bloß mehr anstrengen müsse. :see_no_evil:

Danke auch, dass du deinen persönlichen Schul- und Ausbildungsweg geteilt hast! Ich finde es immer super hilfreich, wenn ich merke wie unterschiedlich die Lebenswege von AD(H)S-lern sein können und trotzdem haben sie immer diese gewissen Gemeinsamkeiten. Das nimmt einem irgendwie auch diesen Zweifel, dem einen AD(H)S Stereotyp entsprechen zu müssen oder kein AD(H)S haben zu können.

Mit der fehlenden Erfahrung der Ärzte weiß ich genau was du meinst! Das war auch exakt mein Gefühl und das meinte ich als ich am Anfang geschrieben habe ich könne mich da nicht an meinen Arzt wenden. Diese Feinheiten in der Eindosierungsphase können wirklich nur Leute nachvollziehen, die das selber durchgemacht haben glaube ich. Darum bin ich ja auch so froh über dieses Forum. :grin:
Wobei der von dir verlinkte Ansatz auch spannend klingt, werde ich mir bei Gelegenheit mal durchlesen (muss aber im Moment aufpassen nicht zu prokrastinieren :sweat_smile:).

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Hallo Alex95,

vielen Dank für die Rückmeldung! Das hat mir auf jeden Fall auch nochmal geholfen und ich bin wirklich begeistert, wie hilfsbereit diese Community ist. :slight_smile:

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Hi Logos,

beim Eindosieren Koffein weglassen und immer nur dennDurchschnitt von 3-4 Tagen bewerten, niemals einzelne Tage…

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Die Ärzte haben oft keine Ahnung, leider. Es gibt sogar einen offiziellen Bericht darüber:

Meine Orthopädin wollte mir ein Muskelrelaxan verschreiben, ich meinte nur zur ihr: ich halte das in Verbindung mit einem ADHS-Stimulanzmittel für keine so gute Idee. Am Anfang der Untersuchung fragte sie mich nach regelmäßigen Einnahmen von Medikamenten ab, nach meinem Hinweis stimmte sie mir zu. Die Ärzte können einfach nicht alles wissen, man muss schon selbst mit aufpassen. Ich war wegen meinem Raynaud-Snydrom bei meinem Hausarzt, ich meinte zu ihm: das ist eine Nebenwirkung des Elvanse, das kann eben vorkommen. Er schaute im PC nach und sagte zu mir: stimmt, steht dabei, da wissen sie mehr wie ich.
Ein Bekannter von mir, ebenfalls ADHSler, bekam anfangs Medikinet, nahm seit Jahren Protonenpumpenhemmer und bei ihm hatte es dazu geführt, das sich eine Nullwirkung ergab. Als er mir das am Telefon erzählte, gab ich ihm den Rat mit seinem Arzt zu sprechen, um auf Ritalin umsteigen zu können, da auch der Versuch mit Elvanse scheiterte, dadurch hatte er wochenlang extreme Kopfschmerzen, die einfach nicht weggehen wollten.

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Hi Logos,

in deiner Beschreibung zum Elvanse finde ich mich auch hervorragend wieder. Für mich waren die 30mg auch zu viel, nehme derzeit zwei Dosen a 15mg, eine ca. 10 Uhr, eine ca. 15 Uhr und trinke morgens einen Kaffee (weil ich sonst nur bis zum frühen Abend komme).

Ohne Kaffee hatte ich morgens 20mg und mittags dann nochmal 10mg. Mit einer Tasse Kaffee morgens (füllt auch das Loch, wo ich sonst 1 Stunde warten muss bevor meine klebrigen Äuglein sich öffnen) nehme ich in der ersten Dosis weniger, weil der Kaffee die Wirkung definitiv verändert (verstärkt). Eigentlich mag ich die Wirkung ohne Koffein lieber - aber dann müsste ich wohl 3-4x tgl. eine Dosis nehmen.

Tatsächlich überlege ich auch, ob ich das mal (3x tgl.) ausprobiere und zwar aus einem Grund, den du auch beschreibst: nach der ersten Dosis, so in etwa nach 4 Stunden, fange ich irgendwie an zu gähnen und bin auch generell etwas müde. Die zweite Dosis wirkt dann erst so richtig gut, sodass ich derzeit vor allem nachmittags nach der zweiten Dosis so richtig „aufblühe“. Mein Partner meinte, wenn er Speed nimmt (ist ja auch Amphetamin), dann wirkt eigentlich auch erst die zweite Dosis so richtig vernünftig (er hat auch ADHS, nimmt da aber derzeit nur Elontril, manchmal Concerta, bei Bedarf). :wink: – und bei Ritalin kenne ich es von Freunden, dass sie auch 2x hintereinander, z.B. insgesamt 30mg in 20mg und 1-2 Stunden danach nochmal 10mg nehmen.

Eigentlich so ähnlich, wie @Nono das auch beschreibt…? Ich denke, dass ich das morgen mal ausprobieren werde. Von meiner Ärztin habe ich hier freie Hand, bzgl. der Aufteilung meiner 30mg insgesamt über dem Tag. Dafür würde ich dann den Kaffee wieder weglassen. Also ich würde dann morgens 15mg nehmen, 3-4 Stunden danach nochmal 10mg und nachmittags dann nochmal 5mg. Kann dann ja mal berichten…

Bzgl. deiner Diagnose: ich hatte in der Schule nur bis ca. zur 6. Klasse starke Verhaltensauffälligkeiten, bin mit meiner Person und meinem Querulantendasein viel angeeckt. Danach habe ich (nach Trennung der Eltern für die ich mich verantwortlich gefühlt hatte) mich sozusagen ziemlich krass selbst gemaßregelt und hatte eine extrem starke intrinsische Motivation, reinzupassen und zu funktionieren (man könnte sagen: mich zwanghaft zu verbiegen). Nur ist das zwanghafte Funktionieren mittlerweile keine Motivation mehr für mich: ich möchte mich lieber authentisch mit mir selbst fühlen und darf auch mal meine 10 Minuten ADHS SPROING SPROING SPROING haben, mein Umfeld kennts und mag mich trotzdem, alles in allem.^^ Es ist sogar irgendwie total befreiend, mir selbst diese 10 Minuten überhaupt erlauben zu können… :smiley:

Mit dem Elvanse als Hilfsmittel kann ich das auch, ohne dabei Performance-Ängste / das Gefühl nicht gut genug sein zu können, zu entwickeln (auch wenn das mit dem Wirkzeitraum und dem Eindosieren wirklich furchtbar frustrierend und nervig war/teilweise auch noch ist). Insgesamt ist es für mich wahnsinnig befreiend und nicht zuletzt ein riesiger Push für mein Selbstvertrauen, jetzt anders als vorher leben zu können. Ich habe am Anfang auch Sorge gehabt, ob das denn jetzt auch alles so richtig ist, mittlerweile nicht mehr so. Ist ein Prozess, gib dir Zeit und Reflektionsraum - und hol dir alle Informationen, die du dazu interessant findest. ADHS ist, wie ich es hier im Forum wahrnehme, unglaublich facettenreich und jede Person hat hier auch andere Coping-Mechanismen entwickelt. Konzentrationstests sind bei Erwachsenen übrigens nicht so aussagekräftig, meinte meine Ärztin - daher auch nur bedingt sinnvoll (du lernst eben, trotz der Konzentrationsschwäche, besser damit umzugehen, als du es als Kind vielleicht kannst). :slight_smile:

Es gibt auch eine tolle Doku über ADHS bei Erwachsenen auf Arte, die ich dir ans Herz legen kann.

LG schlnk

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Dem stimme ich voll zu, ohne den Kaffee am Morgen schleicht sich das Elvanse sanfter ein, mit Koffein kommt es bei vollem Wirkeinsatz zu einer leichten Überdosierung, die dann ca. 1 Stunde anhält. Dennoch fällt es mir ebenfalls schwer, auf den Morgenschub zu verzichten, da das Elvanse eben 90min. braucht, bis es die Wirkung entfaltet. In der Zeit bin ich ohne Koffein zu nichts zu gebrauchen, ebenfalls mag ich die Wirkung von Elvanse ohne Kaffee lieber.

Danke für deinen Erfahrungsbericht! Ich glaube das ist wirklich der Schlüssel. Man muss sich einfach etwas Zeit geben, sich an die Situation zu gewöhnen. Schließlich hat man sich ja im Zweifel wirklich lange eingeredet, dass man sich bloß mehr anzustrengen braucht. Aber ja, das Forum ist da auf jeden Fall schonmal eine ganz tolle Hilfe weil man, genau wie du sagst, merkt wie facettenreich das Ganze ist.

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Gerne :slight_smile: - und ja genau, langsam rantasten!

Ich bin jetzt übrigens bei Morgens 1 Kaffee, dann 10mg, 2 Stunden später 5mg nach (hilft den Kaffee zu kompensieren) und dann nachmittags 2x 7,5mg, mit dem Vorteil eines sanftes Ausklangs.
Mich nervt allerdings ein bisschen, dass ich nun dauernd am „nachlegen“ bin. Dafür dass das Zeug eigentlich 14 Stunden wirken soll… :smiley: naja. Hauptsache es hilft überhaupt.

Kann ich gut verstehen, gerade weil das ja einer der Hauptvorteile von Elvanse ist, dass es so lange wirkt.
Hast du denn eigentlich bisher nur Elvanse genommen oder auch schonmal MPH ausprobiert? Ich hab den Versuch mit Elvanse mittlerweile nämlich aufgegeben und bin wieder bei Medikinet. Der Unterschied ist wirklich der absolute Wahnsinn und ich frage mich, ob es noch anderen so geht weil ich es ansonsten hier meistens andersherum lese.

MPH vertrage ich leider gar nicht. Hab sie eigentlich alle durch (außer Concerta) - und bei mir kommen die MPH Produkte alle mit einer soliden emotionalen Verflachung (mir ist eigentlich alles irgendwie egal) und anschließend dann eine solide Antriebslosigkeit. Die Probleme hab ich mit dem Elvanse nicht, von daher ist das für mich einfach das bessere Präparat.
Ich bin da ehrlich gesagt immer noch am rumprobieren. Also mit dem immer wieder kleine Dosen nachlegen - funktioniert zwar besser mit einem Kaffee morgens, aber vorher 15 morgens, 15 nachmittags… hat doch dann irgendwie besser geklappt. Mein Plan ist jetzt, morgens mal 15, dann 10 drauf Mittags und 5 nochmal nachmittags. Mal schauen ob ich so auch durch den Abend komm.

Das gibt es bei ca. 20 % der Betroffenenen. Stimulanzien hemmen auch das limbische System, und das kann bei manchen zu emotionaler Verflachung führen.
Eine Behandlungsoption ist dann eine Kombinationsmedikation mit Atomoxetin (hemmt das limbische System nicht) und Stimulanzien, so dass jede Wirkstoffgruppe in geringerem Maße genommen wird. Das verteilt die Nebenwirkungen.

Evanse 3 mal am Tag ???
Bist Du so ein Superschnellverstoffwechsler? Wie lange wirkt bei Dir eine Einzeldosis Elvanse ?

Beim Eindosieren von Stimulanzien solltest Du Koffein komplett weglassen, das gibt oft Kreuzwirkungen, bei denen Du nicht sortieren kannst, von was was kommt. Häufig entsteht durch die Kombi eine ZItterigkeit, die mit Koffein alleine vorher nicht da war, die aber nur mit Stimulanzien alleine auch nicht da ist. Lieber das Elvanse noch früher einnehmen, damit es früher zu wirken beginnt, und dafür koffeinfreien Kaffee trinken, als beim Eindosierung da durcheinanderzumischen.

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Oder hat das nicht vielleicht was mit der niedrigen Dosis zu tun?

Ich habe den Eindruck, dass es dann noch eher Löcher gibt und die merkliche Wirkung auch viel schneller weg ist… ich nehme ja so ähnliche Dosen.

Ohne Atomoxetin war es 15-10 bzw 8-8-8…

Mit Atomoxetin ist es aktuell 8 - 5 - und nachmittags 2x hintereinander wenig Attentin …