Zeitblindheit von KI erklärt

Prompt: Erkläre mal Zeitblindheit
Gemini antwortet:

Das ist ein sehr interessantes Thema, das viele Menschen betrifft, auch wenn es oft fälschlicherweise als schlechte Organisation abgetan wird.

Zeitblindheit (oder im Englischen „Time Blindness“) beschreibt die Schwierigkeit, Zeit als etwas Realistisches und Greifbares wahrzunehmen und einzuschätzen. Es ist kein negativer Begriff, sondern beschreibt eine neurobiologisch bedingte Herausforderung bei der zeitlichen Wahrnehmung.

Der Begriff wird oft in Verbindung mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) genannt, da er als Teil der exekutiven Dysfunktionen (Schwierigkeiten bei Planen, Organisieren, Starten von Aufgaben) gilt.


:compass: Was genau bedeutet Zeitblindheit?

Für eine Person mit Zeitblindheit existiert die Zeit nicht als ein kontinuierliches Band (wie eine Zeitleiste), sondern oft nur in zwei Zuständen:

  • „Jetzt“ (The Present): Was gerade in diesem Moment passiert, oder was in den nächsten Minuten ansteht.
  • „Nicht jetzt“ (Not Now): Alles, was in der Zukunft liegt, egal ob in 30 Minuten oder in 3 Tagen. Es fühlt sich abstrakt und unwirklich an.

:mantelpiece_clock: Die Hauptsymptome im Alltag

Zeitblindheit manifestiert sich in verschiedenen, oft frustrierenden, Verhaltensweisen:

Phänomen Erklärung
Chronisches Zuspätkommen Die Person kann die Zeit, die für die Vorbereitung (Anziehen, Packen, Losgehen) benötigt wird, nicht realistisch einschätzen. 10 Minuten fühlen sich an wie genug Zeit, sind es aber nicht.
Unterschätzung der Dauer Eine Aufgabe, für die realistisch zwei Stunden nötig sind, wird auf 30 Minuten geschätzt. Die Überraschung ist groß, wenn man nach 90 Minuten erst die Hälfte geschafft hat.
Hyperfokus und Zeitverlust Bei einer fesselnden Tätigkeit (z.B. ein Hobby, ein Spiel) vergisst das Gehirn, die Zeit aktiv zu verfolgen. Es können Stunden vergehen, ohne dass die Person Hunger, Müdigkeit oder die tickende Uhr bemerkt.
Prokrastination Zukünftige Fristen oder Termine (die „Nicht jetzt“-Zone) erzeugen keinen Dringlichkeitsdruck, da sie sich nicht real anfühlen. Die Aufgabe wird so lange aufgeschoben, bis sie überfällig oder akut dringend wird – erst dann springt die Motivation an.
Schwierigkeit beim Planen Es fällt schwer, Aufgaben zu priorisieren und einen realistischen Zeitplan zu erstellen, weil die Dauer und die Reihenfolge von Aufgaben im Kopf verschwimmen.

:brain: Der Unterschied zur schlechten Organisation

Es ist entscheidend zu verstehen, dass Zeitblindheit keine Sache des Wollens oder der Disziplin ist. Die innere Uhr, die neurotypische Menschen (Menschen ohne ADHS) oft unbewusst nutzen, um das Vergehen der Zeit zu spüren, ist bei Betroffenen gestört oder fehlt.

Man kann die Zeit nicht „fühlen“, man muss sie bewusst ausrechnen und sichtbar machen.


:white_check_mark: Bewältigungsstrategien (Was hilft?)

Da man das innere Zeitgefühl nicht einfach „reparieren“ kann, liegt der Fokus auf der Externalisierung und Visualisierung der Zeit:

  • Sichtbare Zeit:
    • Visuelle Timer: Spezielle Timer (wie Time Timer), die das Vergehen der Zeit farblich oder physisch darstellen (nicht nur Zahlen).
    • Überall Uhren: Uhren in jedem Raum anbringen, Armbanduhr tragen, um die Zeit ständig ins Bewusstsein zu rufen.
  • Struktur und Routine:
    • Pomodoro-Technik: Feste, kurze Arbeitsblöcke (z.B. 25 Minuten) und kurze Pausen (5 Minuten), um den Tag in feste Einheiten zu unterteilen.
    • Aufgaben unterteilen: Große Aufgaben in kleine, messbare Schritte zerlegen, um die Dauer realistischer einschätzen zu können.
  • Pufferzeit:
    • Erinnerungen: Mehrere Alarme/Erinnerungen einstellen: einen zum Start der Vorbereitung, einen zum Losgehen.
    • Puffer einplanen: Immer mehr Zeit einplanen, als man meint zu brauchen (z.B. für eine 30-minütige Fahrt 40 Minuten ansetzen).

Möchten Sie mehr über die Strategien erfahren, wie man mit Zeitblindheit besser im Alltag umgehen kann, oder möchten Sie ein Beispiel für den Hyperfokus hören?


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~30 Minuten vor der Zeit, ist des ADHSles Pünktlichkeit, zumindest beim Versuch des Kompensierens ohne das Wissen darum.

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Könnte es tatsächlich sein, dass es noch keinen ADxS-Eintrag zu „Zeitblindheit“ gibt?

Ich empfinde mich auch als zeitblind. Aber bei diesen beiden Punkten ist es eher umgekehrt bei mir: ich kann nicht einschätzen, wie viel Zeit ich für etwas brauche und schätze die Zeit eher zu lang ein als zu kurz. Ich bin lange vor der Zeit sehr nervös und komme auch eher zu früh als zu spät. Ich bin mit Aufgaben oft überraschend früh fertig, davor dachte ich, ich würde viel länger brauchen, was auch der Grund ist, weshalb ich manche Aufgaben als „zu viel“ empfinde oder als Berg, der vor mir liegt, nicht nur in zeitlicher Hinsicht.

Ich schrecke öfter hoch, weil ich die Zeit vergessen habe und mich frage, ob ich für irgendwas zu spät komme oder etwas verpasse. Das ist schon chronisch und passiert auch, wenn gar nichts ist und ich nichts verpassen kann, weil nichts ansteht.

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Ist bei mir genauso. Wenn ich Termine später am Tag habe, kann ich den Tag eigentlich fast abhaken, ich bekomme dann nichts auf die Reihe, weil ich die ganze Zeit nur darüber nachdenke, dass ja später der Termin ist und ich auf keinen Fall zu spät zu irgendetwas kommen möchte. Ich finde das so belastend, weil ich einfach ganz lange vorher schon total viel eher planlos rumlaufe und vorbereite, einpacke, überlege, was ich anziehe usw. Und dann komme ich oft trotzdem noch unter Zeitdruck kurz vorher.

Und dieses Gefühl, von dem Berg an Aufgaben erschlagen zu werden, habe ich auch immer. Aber ich weiß gar nicht, ob das mit Zeitgefühl zu tun hat bei mir? Vielleicht. Ich kann tatsächlich glaube ich nicht so gut einschätzen, wie lange was dauert. Ich muss da dann drüber nachdenken und überlegen, wie lange das in der Vergangenheit so gedauert hat. Aber bei mir fühlen sich mehrere Aufgaben glaube ich auch unabhängig davon sehr schnell nach zu viel an.

Komischerweise habe ich mich allerdings nie als zeitblind empfunden. Rein subjektiv würde ich eigentlich sagen, dass ich Zeit einigermaßen gut einschätzen kann?? Vielleicht aber auch nur, weil ich in meinem Kopf immer automatisch rechne und überlege, was wann war und wie viel Zeit vergangen sein müsste. Keine Ahnung, es ist mir jedenfalls nie bewusst als etwas aufgefallen, das bei mir außerhalb der Norm wäre.

Passiert mir auch oft. Zuerst zu früh dran und dann doch noch Hektik.

Vielleicht nicht nur. Das ist auch eine Sache der exekutiven Funktionen, weil man die einzelnen Arbeitsschritte im Kopf nicht auf die Reihe bekommt und alles unendlich kompliziert erscheint.

Ich bin grundsätzlich zu früh da :sweat_smile:

Ich glaube, ich bin nicht komplett zeitblind.

Aber ich kann’s schlecht einschätzen, bin eher unruhig wenn ich weiß dass ich wohin muss, und selbst wenn mir Google Maps sagt, ich brauche 30 Minuten.

Fahre ich 50 Minuten vor dem Termin los.

Es ist immer irgendwas. Und ich habe ganz sicher etwas vergessen rechtzeitig zu machen.

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Ein sehr spannendes Thema, dass sich 1:1 mit meiner Selbstwahrnehmung deckt, die ich vorgestern erst in mein ADS-Tagebuch übernommen habe. Bei mir geht es dabei um die bewusst erlebte Tageslänge vor und nun während der Medikation. Seitdem ich richtig eingestellt bin, erlebe ich meine Tage vollumfänglich. Waren die Tage vorher immer geprägt vom regelmäßigen Abtauchen ins DMN (teils aktiv bewusst, teils vom Kopf herbeigeführt), erlebe ich meinen Alltag unter Medi’s komplett neu, zusammenhängender und somit meist ohne DMN-Pause als ganzheitlich bewusste Phase. Termine am Nachmittag tangieren meine Zeit vorher kaum noch - kein Blick mehr an die Rauhfasertapete, um die Blindenschrift dort zu entziffern, kein Prokrastinieren, um die Zeit bis zum Termin zu überbrücken. Ruhephasen erlebe ich als normale Pause und nicht mehr als bewusstes Fokussieren aufs Unendliche.

warum das Thema in meinem Tagebuch gelandet ist? Weil mir die Tage und Wochen plötzlich extrem lang vorkommen. =) Weil ich seit erfolgreicher Medikation die Tage plötzlich als Ganzes wahrnehme - was mir echt Stress bereitet, weil ich plötzlich nicht weiß, wohin mit der ganzen Zeit.

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Falls es nicht ironisch gemeint war, nein, das Thema kommt natürlich auch im Kompendium und hier im Forum immer wieder vor.

Im Kompendium gibts ein ziemlich langes Kapitel über Alltagsstrategien, wo u.a. auch auf die Zeitblindheit eingegangen wird.

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Ne, das war ohne Spaß gemeint, weil unten im Indexfenster kein Vorschlag für das Kompendium erschien. Ich konnte auf die Schnelle auch nichts finden, aber ich bin da auch nicht so gut drin.

(Ich habe die gelöschten Beiträge gelesen, das Stichwort wurde dort genannt.)

Ich wusste nicht, dass ADxS jetzt die Referenz für Allgemeinwissen ist.

Prompt: Was könnte Chronasthenie bedeuten?

Der Begriff Chronasthenie ist kein offizieller, fest etablierter Standardbegriff in der Schulmedizin, lässt sich aber aus seinen Wortbestandteilen („chronos“ = Zeit, „-asthenie“ = Schwäche/Kraftlosigkeit) präzise herleiten.
Inhaltlich ließe sich damit Folgendes beschreiben:

  • Eine chronische, lang anhaltende Erschöpfung: Damit ließe sich ein Zustand beschreiben, bei dem eine körperliche oder mentale Kraftlosigkeit (Asthenie) über einen sehr langen Zeitraum (chronisch) anhält und durch normale Erholungspausen nicht mehr verschwindet. In der klinischen Praxis spricht man in solchen Fällen meist eher von chronischer Erschöpfung, Fatigue-Syndrom oder Neurasthenie.
  • Zeitliche oder „biografische“ Schwäche: Denkbar wäre auch die Übertragung auf Erschöpfungszustände, die direkt mit dem Faktor Zeit zusammenhängen – wie etwa altersbedingte Kräfteverfälle oder das Gefühl, dem „Zahn der Zeit“ und den Belastungen einer langanhaltenden Stressperiode körperlich oder psychisch nicht mehr gewachsen zu sein.

Als Snip, falls mir nicht geglaubt wird…

Es gibt noch eine Frage, die im Raum steht:


Ich ziehe für mich an dieser Stelle folgendes Fazit: DAS war mein letzter Beitrag in diesem Forum. Ich werde nicht völlig unreflektiert eine einzige Website als alleinige Wissensquelle akzeptieren.

Ich habe eigentlich nur das Stichwort nennen wollen, welches bei adxs.org zu den Suchtreffern führt, als Antwort auf den Beitrag von Jajoov.

Und ich habe tatsächlich länger gezögert, ob ich das tue - vielleicht hätte ich es lassen sollen…

Das habe ich damit nicht behauptet und es entspricht auch nicht meiner Meinung.

Edit:
Der Vollständigkeit halber möchte ich aber auch noch erwähnen, dass ich das schade finde:

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Das fände ich auch sehr schade!

Ich glaube, dass es sehr wertvoll ist, wenn jemand kritisch auch auf Fehler, Widersprüche oder Ungenauigkeiten in den Info-Seiten hinweist :four_leaf_clover:

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Der Begriff ist im Kompendium unterstrichen. Druffklicken oder mit der Mouse drüberfahren, dann wirds erklärt.

Oder auch ins Glossar schauen:

Name Definition
Chronasthenie ADxS-Steinlaus.
Chronos = Zeit; Asthenie = Schwäche

„ADxS-Steinlaus“ bedeutet hier dann eben, dass es keine medizinische Bezeichnung, sondern eine interne Kennzeichnung ist. Dieser Begriff ist quasi eine Anspielung auf die berühmte „Steinlaus“ - eine fiktive Tierart, die der Humorist Loriot erfunden hatte und die später sogar zeitweise scherzhaft in medizinischen Nachschlagewerken auftauchte.

In der Medizinwelt wird „Steinlaus“ gelegentlich als augenzwinkernder Hinweis verwendet für:

  • eine humorvolle Eigenkreation
  • einen bewusst eingeführten Kunstbegriff
  • oder eine Eselsbrücke, die nicht offizieller Fachterminus ist

Eigentlich ein ziemlich cooler Begriff, wie ich finde, der aus fachlicher Sicht theoretisch gleich mehrere gut etablierte Konzepte unter einem eingängigen Namen zusammenfasst, wie beispielsweise:

  • Zeitblindheit (time blindness)
  • Defizite der Zeitwahrnehmung (time perception deficits)
  • Defizite der zeitlichen Verarbeitung (temporal processing deficits)
  • Probleme des prospektiven Gedächtnisses
  • Schwierigkeiten der exekutiven Zeitsteuerung
  • Verstärkte Gegenwartsorientierung (delay discounting, temporal discounting)

Zu solchen neurologischen Themen findet man im Kompendium dann auch wieder was.

Statt also jedesmal verschiedene Fachbegriffe zu nennen, beschreibt „Chronasthenie“ quasi allgemein eine Schwäche im funktionellen Umgang mit Zeit.

Gern geschehen :slight_smile: *Knicks macht

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Den Streitbedarf erkenne ich nun nicht…

Bin mit dem Begriff Zeitblindheit aber eigentlich ganz fein und finde, er beschreibt die Problematik ganz gut :woman_shrugging:t2:

Mir helfen zwar weder Elvanse noch das bescheuerte Medikinet bei der Zeitblindheit, aber erinnern mich an Struktur, sodass ich mir Wecker stellen kann und etwas pünktlicher bin. Immerhin.

Wow, ich glaube in meine Frage ist zu viel hineininterpretiert worden. Mir ging es nicht darum einen Wettstreit zwischen ChatGPT und dem ADxS-Kompendium zu entfachen, sondern nur darum, dass es ein Problem mit der Annotation der thematischen Begriffe speziell für „Zeitblindheit“ geben könnte.

Leider versagen die Medikamente in Bezug auf meine Zeitblindheit völlig. Im Moment bin ich sowieso verunsichert, weil meine Medikamente nicht mehr wirken.

Ich kannte weder den Begriff Zeitblindheit noch irgendeinen anderen Begriff dafür…ich für mich war einfach bei dem Begriff " verpeilt" was mein Zeitmanagement betrifft. Aber beide Erklärungen sind für mich hilfreich und ich finde mich definitiv darin in gewisser Weise wieder. Und ich denke, dass ist doch das wichtigste und nicht welchen Namen das ganze hat. Den habe ich dann sowieso in kürzester Zeit wieder vergessen :sweat_smile:

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