Zimmer aufräumen Teenager

Leider ist das Zimmer eher das geringste Problem von allem….

Sie hat sehr starke Wutanfälle in denen sie auch körperlich übergriffig wird. Verbale Attacken kommen mit dazu.

Die letzten 2 Wochen vor dem Osterferien hat sie angefangen die Schule zu verweigern und musste teilweise morgens von den Sozialarbeitern abgeholt werden damit die überhaupt gegangen ist.

Hausaufgaben und lernen geht gar nichts mehr.

Extreme Stimmungsschwankungen über den ganzen Tag. Nur in der Schule ist sie der Sonnenschein wie alle immer wieder bestätigen.

Medikamente hat sie meiner Meinung nach definitiv notwendig, sie meinte selbst auch schon das sie evtl Depressionen hat.

Wenn ich ihr versuche zu erklären das es leider durch nichts tun und keine Medikamente nicht besser alles wird sondern schlechter, dann interessiert es sie nicht. Kommt dann nur egal…

Ja ich denke aktuell fahr ich am besten damit in dem ich es selbst mache. Sie hatte durch die Schulverweigerung die Sozialarbeiter jeden Morgen da und da hat sie schnell alles selbst aufgeräumt. Letztens auch mit einem Jungen telefoniert, so schnell konnte ich gar nicht schauen wie der Schreibtisch sauber war an dem sie saß.

Ein wenig Chaos ist ja ok und find ich nicht schlimm aber es ist teilweise schon echt mehr.

Irgendwo denk ich mir will ich halt anfangen das sie es später mal ein wenig kann.

Fragt nicht wie aktuell die Küche aussieht, da sie selbst gern was kocht oder backt…. Ja und auch wenn ich sage es wird danach aufgeräumt (gerne auch gemeinsam) dann bringt es hier leider nichts weil sie dann wieder ausrastet. Ihr zu verbieten dann überhaupt etwas in der Küche zu machen führt auch wieder zu extremen austasten und Beschimpfungen. Also räum ich halt hinterher…

Danke für deine Rückmeldung, ja wir waren bei dem neuen KJP und ich fand ihn echt toll. Klar, sachlich, nicht so übermäßig emotional sondern hat die Dinge auf den Punkt gebracht. Alles was ich mir gewünscht hatte.

Töchterchen findet ihn komisch, aber das ist meistens bei ihr anfangs wenn sie etwas Neues oder jemand neuen kennenlernt daher geb ich da mal nicht soviel drauf.

Er hat sich die Woche dann nochmal nach ihr erkundigt und mir einen früheren Termin zusätzlich gegeben zu dem den wir im September bekommen haben weil er meinte das es zu lange ist.

Autismus Fragebögen haben wir mitbekommen und er möchte versuchen mit ihr das Thema Medikation nochmal zu besprechen.

Ich hoffe er hat Erfolg und findet raus was sie vielleicht benötigt um es nochmal zu versuchen. Ich bekomm da leider von ihr keine Antwort.

Beim Vorstellungstermin selbst hat sie ihm gesagt das sie nichts nehmen will.

Er hat eine Tagesklinik vorgeschlagen nach der Reha wenn alles nichts hilft. Stationär wollen wir eher nicht und er auch erstmal nicht dafür gesprochen.

Als die letztens nicht zur Schule wollte meinte sie zu mir sie will nur noch einen Tag daheim bleiben und fängt dann am Tag darauf an Medikamente zu nehmen. Bin da aber ehrlichgesagt nicht darauf eingegangen da es immer so ist das wir etwas mit ihr ausmachen und dann hält sie dich eh nicht dran. Nur der Moment zählt bei ihr und danach nichts mehr.

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Ja den haben wir hoffentlich gefunden zumindest macht er einen positiven Eindruck, nimmt sich Zeit, hört zu und möchte uns unterstützen.

Zwischen Pfingsten und Sommerferien darf sie jetzt erstmal auf Reha gehen und der Plan wäre dann wenn weiter gar nichts passiert sie in einer Tagesklinik einstellen zu lassen. Ich hab jetzt die Woche einen Anruf von ihm bekommen mit einem Termin direkt nach den Osterferien bei dem er sich nochmal mit ihr unterhalten möchte bzgl Medikation. Ich hoffe es hilft etwas und ihre Bereitschaft wird größer.

Unretardiert hatte ich ihr mit Concerta versucht zu gegeben und an den Tagen an denen sie es genommen hat habe ich einen Unterschied festgestellt und es war viel besser. Allerdings hat sie sich die meiste Zeit am Nachmittag geweigert, gesagt es ginge ihr gut und 1 Stunde später wieder Rebound. Auch mit viel erklären wie das ganze wirkt und angefangen werden kann haben wir keine Mithilfe durch sie erreicht.

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Gib ihr Zeit.
Wir haben das auch durch.
Ich schreibe mal noch ein bisschen von unserer Erfahrung. Vielleicht ist für dich was hilfreiches dabei. Wenn nicht, auch nicht so schlimm, denn wir sind ja alle individuell.

Ich kann dir erstmal die Angst nehmen, dass sie Dinge nicht lernen wird, wenn du jetzt nicht dran bleibst. Wenn sie grundsätzlich in der Lage ist, auch mal die Küche oder ihr Zimmer aufzuräumen, dann hat sie es schon gelernt. Die Regelmäßigkeit kommt irgendwann. Oder halt nicht. Je nach Diagnose und Ausprägung und auch dafür gibt es zugegebener Zeit Hilfen.

Als meine Tochter irgendwann Medi hatte, wollte sie auch nur eine Dosis nehmen und an freien Tagen gar keine. Ich habe zunächst versucht, mit Vernunft zu argumentieren. Keine Chance. Sie brauchte das Gefühl, das selbst entscheiden zu können. Irgendwann hat sie mich dann von selbst gebeten, sie morgens dran zu erinnern oder ihr welche ans Bett zu bringen. Heißt nicht, dass sie sie dann in dem Moment auch nehmen konnte. Dann bin ich halt wieder gegangen.
Irgendwann hat sie selbst gemerkt, dass sie auch die zweite Dosis braucht und nimmt diese inzwischen selbstständig.

Wenn deine Tochter in der Schule unauffällig ist, dann maskiert sie und das kostet sie enorm viel Kraft. Zu Hause hat sie die nicht mehr.
Gib ihr erstmal den Raum, den sie braucht.
Ich habe das auch so gemacht. Bis zum Beginn der Tagesklinik und auch währenddessen habe ich die Tochter von sämtlichen Pflichten freigesprochen. Nach und nach hat sie von alleine angefangen, Dinge hinter sich weg zu räumen.
Inzwischen sagt sie aber auch ganz klar, wenn sie das energetisch nicht schafft. Finde ich auch wichtig, dass sie lernt, sich einzuschätzen und eben nicht immer über ihre Grenzen zu gehen. Einmal Burnout reicht.

Vor Tagesklinik, Panda und Medi konnte ich nichts, wirklich gar nichts sagen, sie nicht mal anschauen, ohne dass sie in die Luft gegangen wäre. Sie konnte in ihrer Not auch gar nicht anders. Anforderungen und Druck weg, Panda-Strategie an und sofort wurde es besser.
Dann die Tagesklinik und schließlich Medikamente. Im Verlauf der Zeit wurde sie stabiler und damit auch vernünftiger.
Und wenn ich sage, gebt euch Zeit, dann spreche ich von Monaten, in denen ein Schritt nach dem anderen getan werden muss. Mein ADHS-Gehirn und mein Mutterherz fanden das beide gar nicht super, aber auch die können den Lauf der Dinge nicht beschleunigen.

Manches ist auch bei uns geblieben, wie es vorher war. Ein bisschen PDA, die Verpeiltheit, Missverständnisse; die Diagnosen eben. Aber im Großen und Ganzen läuft es jetzt.
Ich musste lernen, auf mein Bauchgefühl zu hören.
Es kommen immer Leute die einem sagen, mach so oder mach so. Irgendwer sagt dir, das Kind brauche strenge Regeln und klare Strukturen. Jemand anderes, so wie ich, sagt dir, verlang erstmal gar nichts.
Was davon in welcher Dosis für euch der richtige Weg ist, kannst nur du vor Ort wissen.

Ich weiß nur, dass du euch Zeit geben musst. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob sie heute lernt, die Küche nach sich aufzuräumen oder ob sie das in ein paar Jahren lernt. Ich bin mir sicher, sie wird es lernen.

Die Gefühlsausbrüche werden abnehmen, wenn ihr wisst, was genau los ist und wenn sie eine passende Therapie annimmt. Meine Tochter z.B. wollte mich nie verletzen. Sie wollte nie so sein. Es tat ihr immer unfassbar leid und sie hat sich für sich selber so geschämt, dass sie darüber immer wütender geworden ist. Mit Vernunft bin ich da an dieser Stelle nicht weiter gekommen. Verständnis hat aber geholfen. Ich musste mir immer wieder sagen, dass sie nicht mich persönlich meint. Ich musste lernen, diese Ausbrüche bis zu einem gewissen Grad zu ertragen und sie in Ruhe zu lassen. Ich hatte hier kein ungezogenes Kind, sondern eins im Burnout. Da noch mit zusätzlichen Anforderungen zu kommen, wenn es sich eh schon selber verflucht, wäre auch nicht hilfreich gewesen. Meine Aufgabe in dieser Zeit war nicht Erziehung, sondern aushalten. Sie und ihre Gefühle aushalten und ihr somit Halt geben.
Bei uns wurde es aber nie körperlich. Da hätte ich auch nochmal anders überlegen müssen. In ruhigen Momenten haben wir dann über diese Situationen gesprochen und ohne Schuldzuweisung aufgearbeitet. Daher wusste ich auch, dass sie sich selber so fertig macht und hab da nicht nochmal nachgesetzt.

Glaub mir wenn ich sage, dass ich deine Sorgen nachempfinden kann. Ich war damals oft so hilflos, ausgelaugt und traurig, dass ich hätte mitschreien können.
Wie gesagt, unser Weg muss nicht eurer sein. Vielleicht hilft dir aber zu wissen, dass es bei uns besser geworden ist. Es wird auch bei euch besser. Ihr habt einen neuen KJP, Reha steht an, Tagesklinik ist eine Option. Eins nach dem anderen, Schritt für Schritt.

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Und wenn sie es nicht lernt, was passiert dann schlimmstenfalls?

Evt. am besten heiraten oder genug verdienen, dass man sich eine Haushaltshilfe leisten kann. Sonst halt Chaos - solange es nicht in einer vermüllten, ekligen Wohnung endet, ist das auch ok.

Wie erwähnt, mir fallen weit schlimmere Schwächen und Charakterfehler ein.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich Haushalt super öd finde und das wird nie etwas sein, womit ich mich freiwillig befasse. Ich werde nie verstehen, wie Leute sich darüber unterhalten können, wie man einen Boden richtig wischt, oder da irgendwelches Können/Wissen dahinter sehen (und anscheinend gibt’s da einiges, was man „falsch“ machen kann, wenn ich manches höre). Sorry, ich finde das alles echt einfach langweilig und banal… Mir ist wurst, ob der Boden fachmännisch gemacht ist. Mir ist nur wichtig, dass er sauber ist und das Parkett nicht geschädigt wird - fertig. Inzwischen fährt aber der Roboter. :smiling_face_with_sunglasses:

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