Zweitmeinung nach erfolgloser Erstdiagnostik

Um noch mal zum Thema zurückzukommen:

@Traumfresserchen, ich würde es auf jeden Fall mit einem zweiten Psychiater/Psychologen versuchen. Am besten jemanden der wirklich auf ADHS spezialisiert ist. Kannst mal bei der Krankenkasse anfragen oder bei ADxS.org gibt es auch eine Liste:

Ich habe meinen Termin bei einer Universitätsklinik, die nur die Diagnose macht, dafür aber scheinbar wirklich vom Fach ist (Nennen sich jedenfalls ADHS-Spezialambulanz).

Gruß

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Also ich habe mal ne Testung in die andere Richtung versucht zu drehen in dem ich all meine ADHS Symptome noch ehrlich aber so milde wie möglich angab. Ich scorte immer noch auf ADHS . :zany_face:

Natürlich kann man eine Diagnose faken wenn man will , aber es kann auch sein das jemand es merkt .

Ich bin in einer psychologischen Begutachtung sogar gezielt drauf getestet worden ob irgendwo abzuleiten ist, dass ich so tue als ob

Natürlich kann und darf jeder Arzt auch eine Diagnose anzweifeln. Das kann ja auch zum Vorteil sein.
ADHS wurde mehrfach bei mir konkret angezweifelt und meine PTBS Diagnose auch.
Pappnasen unter den Weisskitteln halt

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Hallo @SpätDiagnostizierter

und vielen Dank für die ausführliche Antwort… auch wenn sie meine Befürchtung bestätigt :slight_smile:

Das mit dem Kompensieren ist so eine Sache, weil man dadurch weniger auffällt, aber es ist einfach total anstrengend. In meinem Grundschulzeugnis stand zum Beispiel ich beherrsche den Zahlenraum bis 100 und das 1x1. Dabei kann ich das 1x1 bis heute nicht und muss selbst einfache Multiplikationen im Kopf ständig in Additionen zerlegen (7x7 = 35+14 = 45+4 = 49). In der Grundschule habe ich die Mathehausaufgaben oft nicht gemacht. Wenn sie abgefragt wurden habe ich so getan als würde ich das Ergebnis im Heft suchen und die Aufgabe währenddessen im Kopfgerechnet. Das war natürlich Stress, aber ist damals nicht aufgefallen und ich hatte ordentliche Noten.

Mein Vater sagt auch, ich war total verträumt, häufig nicht ansprechbar aber sehr neugierig, konnte mich tagelang mit allen möglichen Themen befassen. Nur meistens nicht mit den Schulthemen. Ich wäre aber clever genug gewesen das zu kompensieren.

Später am Gymnasium ist mir das total auf die Füße gefallen, dass ich das alles nicht abrufen konnte und die Noten sind eingebrochen.

Auf der Arbeit habe ich auch großes Glück. Flexible Arbeitszeiten. Termine verpassen wird verziehen. Wenn ich mich für ein Thema interessiere kann ich sehr gute Leistungen bringen, arbeite auch gerne nach Feierabend oder am Wochenende dran. Das wird auch wahrgenommen. Mein ewiges Prokrastinieren bei den Aufgaben auf die mich nicht interessieren geht meistens im Team unter (ich hab aber ständig ein schlechtes Gewissen deswegen). Da wir eh immer eine Auslastung von 150% haben, was nun mal auf Dauer nicht zu schaffen ist, kann ich mich schön rausreden wenn ich Deadlines reiße nach dem Motto „Dieses und jenes Thema ist mir dazwischen gekommen“. Dabei sind das teilweise ganz unwichtige Themen, kann mein Chef aber oft nicht so einschätzen.

ok, ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiben, aber ich merke gerade, das ist wieder Off-Topic, sorry. :slight_smile:

Werde dafür evt. mal einen eigenen Thread machen…

Gruß

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Ich denke schon, dass man dadurch durchs Raster fällt. So wars bei mir auch. Aber je mehr ich darüber nachgedacht hatte, desto mehr Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, die darauf hindeuten, dass ich doch hyperaktiv bin, ohne es selber bemerkt zu haben und auch andere zu täuschen. Äußerlich gebe ich mich immer ruhig, das habe ich mir antrainiert denn ich wollte nie anecken. Aber so kleine Sachen wie Kieferanspannung, rhythmus-klopfen, häufige Sitzposition wechseln sind halt schon auch deutliche Zeichen.
Also vielleicht mal beobachten, da finder sich sicher was.
Keine Ahnung ob man dann vorm Psychiater ein bisschen rumzappeln sollte. Ich habe festgestellt, dass ich meine Kontrollinstanzen auch verringern kann und so meine natürlichen Bewegungsimpulse zum Vorschein kommen.
In der Regel äußert sich da bei mir aber vor allem durch Umtriebigkeit und geistige Unruhe. Gestern am Feiertag habe ich die ganze Zeit gearbeitet, im Garten und im Haus, entspannen war irgendwie nicht drin.

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Ja, meine auch nicht.
Schlechtes Gewissen gibt von mir nicht. Diese ganze Drogen- und Medikamentenpolitik in D ist doch destruktiv. Antidepressiva kriegst Du hinterhergeschmissen, da reicht eine Sitzung. Da kann man viel mehr mit kaputt machen als mit Ritalin. Und abhängig werden die Leute auch von Antidepressiva, denn ohne geht´s ja dann auch nicht mehr.

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Hab ich schon gemacht, war kein Problem, ich kann mich super konzentrieren auf Hasch. Aber ich werde soziophob was nicht so förderlich ist. Deswegen taugt mir das auch nicht mehr so.

oh ja, das mit dem Kiefer kenne ich, ich klackere immer mit den Zähnen rum oder knirsche. Und mit dem Stift klicken oder immer ein Bisschen im Stuhl hin und her drehen.

Am Gymnasium sagte eine Klassenkameradin immer „Sims, hör auf mit dem Fuß zu wippen“. Könnte aber nicht sagen, ob das schon in der Grundschule so war.

Die WURS Fage „Als Kind im Alter von 8-10 Jahren war ich zappelig und nervös.“ könnte ich also ehrlicherweise nicht beantworten…

Definitiv bin ich nie über die Tische gesprungen oder so und werde von anderen Leuten eher als sehr ruhig wahrgenommen.

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…auf Speed hingegen bin ich einmal ganz bewusst gefahren um es mal auszuprobieren (also geringe Dosis). Bin mir bis heute noch sicher, dass ich viel aufmerksamer und sehr verantwortungsbewusst unterwegs war. Naja, wenn man in dem Kontext von ‚verantwortungsbewusst‘ reden möchte :rofl:

Also dann wohnst Du vielleicht sogar in der selben Stadt wie ich.
Aber ich kann da nicht hin wegen den Bedingungen, die dort gelten.

Ist nicht meine Stadt, muss recht weit fahren. Aber ist es mir wert. Was sind denn das für Bedingungen? Mir wurde überhaupt nichts gesagt diesbezüglich… :thinking:

Hab´s auch mal probiert, ähnliches Ergebnis. Bei mir wars vor allem sehr sociable. Ich kann blos nicht schlafen von dem Zeug, auch bei geringen Mengen. Dann geht´s mir am nächsten Tag erbärmlich und ich müsste die Dosis erhöhen. Teufelskreis. Ich mach das nicht mehr.

ne, dann nicht. Die akzeptieren hier keine von Außerhalb.
Ich kann nicht hin weil bei mir eine Depression diagnostiziert wurde.
Weitere Bedingung ist, dass man sechs Monate clean sein muss. Darunter zählt vermutlich auch kiffen, auch wenns jetzt legal ist.

Wenn ich am frühen Abend eine geringe Dosis nahm (ein Freund sprach von Microdosing) bin ich ausgeglichen, sociable wie du schreibst, und kann nachts auch schlafen.

Wie gesagt, ich hab mir das nie selbst gekauft, weil ich gesehen habe was Speed mit Leuten anstellt die das regelmäßig nehmen (ohne ärztliche Kontrolle). Ich rate also jedem davon ab sich damit selbst zu medikamentieren… oder zu medizieren, wie heißt das Wort? :thinking:

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hä, also einerseits muss man nachweisen, dass die Symptome ein Leben lang bestehen, seit der frühen Kindheit. Andererseits ist eine akute Depression ein Ausschlusskriterium? Obwohl das bekanntlich eine sehr häufige Folge/Komorbidität von ADHS ist… das ergibt doch gar keinen Sinn! :angry:

PS: ich nehme ja auch gerade Antidepressiva wegen Depressionen. Sollte ich das bei der Diagnose dann lieber verschweigen? Ich weiß ja, dass ich die Symptome auch vor der Depression, hatte. Also seit ich mich erinnern kann (bloß, dass die Erinnerung in der Grundschulzeit recht dürftig ist).

Das macht vielleicht Sinn bevor man die Behandlung mit Stimulanzien anfängt… aber für die Diagnose…? :thinking:

Obwohl, kiffen macht mich schon auch sehr vergesslich :slight_smile: Spielen denn Konzentrations- bzw. Aufmerksamkeitstests bei der Diagnose eine Rolle? Dann würde ich es verstehen. Obwohl die ADHSler ja können, wenn sie interessiert sind. Bei so einem Test wäre ich bestimmt begeistert dabei und könnte mich konzentrieren, was dann die Aussagekraft auch wieder in Frage stellt.

Liebe @Nelumba_Nucifera , Ja z.T. vielleicht auch so eine Art „Wettstreit“ unter Weisskitteln, sozusagen wer von ihnen der klügere oder bessere ist, was weiss ich. :wink: :roll_eyes: :face_exhaling:
Aber Hey, kann ja auch nicht jede:r so ein angefresserner und exzentrischer Arzt wie Dr. House sein. :crazy_face::joy:
What ever, aber Nee, mal ehrlich, für jemand der seine Adhs Diagnose bereits hat, noch dazu vielleicht nach einer langen und mühsamen Odysee, Quasi zwischen mehreren Arztpraxen und oder diversen Therapeuten und oder Hausärzten und oder Not Aufnahmen in Spitälern, der:die kann über sowas nicht mehr lachen oder das geistig nachvollziehen, wenn einem dann ein andere:r Herr oder Frau Doktor plötzlich erklären will das man aus ihrer Sicht kein Adhs hätte.
Sondern Nein, dann fühlt man sich verarscht und denkt sich „Mein Gott, für wen hält sich dieser Mensch wenn er: sie mir meine lange und mühsame Adhs Diagnose „anzweifeln“ oder sogar „aberkennen“ möchte, nach allem was ich durchmachen musste um endlich die Diagnose zu bekommen in der ich mich selbst erkenne“.
Ja sowas dürfte eigentlich nicht sein.
Andererseits gibt es auch wieder andere Fälle, wo jemand eine falsche Diagnose bekommen hatte und deshalb froh ist wenn ein anderer Arzt:Ärztin zu einem anderen Ergebnis kommt, und einem dann eine zweit Meinung, oder auch dritt Meinung, endlich hilft dahinter zu kommen was einem wirklich hilft.
Ganz ehrlich, ich persönlich habe grossen Respekt vor vielen Ärzten:innen, egal in welchem Gebiet, ebenso auch für Psychologen:innen, Nein eigentlich für jeden Menschen der im Gesundheitswesen arbeitet, weil diese Jobs extreme Anforderungen an Menschen stellen und diese Menschen oft bis zur totalen Erschöpfung „rackern“ und trotzdem zu wenig Anerkennung für ihre wertvolle Arbeit bekommen.
Über Ärzte:innen schimpfen oder jammern kann deshalb auch nicht der richtige Weg sein um ins Gespräch zu kommen, besser wäre das man versucht das „Arzt: Ärztinnen-Patien:tinnen“ Vertrauensverhältnis zu stärken und zu fördern.
Jedenfalls ist das alles auf keinen Fall alles immer „einfach“, und ja Fehler werden halt leider überall immer wieder gemacht.

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Was mir spontan, aber vielleicht ein wenig Off Topic gerade noch zum Thema Adhs einfällt, ist die Tatsache das z.B. in meiner Heimat der Schweiz, sich in den letzten Jahren, eventuell besonders seit Covid-19, sich sehr viel positiv in Richtung Adhs und einem Bewusstsein in der breiten Öffentlichkeit verändert hat, unter anderem würde ich persönlich sagen, dank liebenswerten und wertvollen Journalisten:innen von meiner persönlichen Lieblings News App names SRF.

Jedenfalls ist deutlich spürbar das dass Thema Adhs und aber ebenso das Thema Autismus Spektrum viel weniger als „negativ“ oder „problematisch“ angesehen wird, sondern im Gegenteil, als ein Thema wo „Mann:Frau“ sich endlich getraut ohne Scheu und ganz öffentlich darüber zu sprechen das „man“ von Adhs und oder dem Autismus Spektrum, oder beidem, „betroffen“ ist, oder sein „könnte“.

Und sich nicht mehr „verstecken“ oder womöglich dafür „schämen“ zu müssen wenn Adhs oder das Autistisch Spektrum innerhalb von Familien ein Thema ist, dass ist für so viele Menschen einfach eine dermassen grosse Erleichterung, als hätte man sie aus einem „Verliess“ befreit, aus einem tiefen und dunklen Loch in dem sie ewig lange total alleine und ohne jegliche Hilfe von aussen auf sich selbst gestellt waren, wie ein Hund der angekettet und einsam sein Leben Fristen muss, ohne die Aussicht das sich jemand vielleicht seiner erbarmt und ihn endlich von der Kette lässt, gut zu ihm ist, und ihn aus seiner misslichen Lage befreit.

Okay, typisch Adhs starke und wortgewaltige Bilder von mir, und deshalb wahrscheinlich übertrieben, vielleicht aber eigentlich auch nicht, sondern irgendwie einfach nur wahr.

Nicht desto trotz, dass ignorieren von Adhs und Menschen aus dem Autismus Spektrum wird nichts verbessern, weiter kommen intelligente Menschen immer nur so lange sie offen bleiben und sich darum bemühen Grenzen zu überwinden, weiter zu forschen, nicht damit aufhören Fragen zu stellen, denn das macht Wissenschaftler:innen aus, niemals stehen zu bleiben, zu Fragen und weiter nach Antworten zu suchen, auch wenn die Angst davor vielleicht gross ist, wie die Frage davor was vor dem Urknall war, oder ob es ein Leben nach dem Tod gibt, was weiss ich.

Und vielleicht wäre das ein gutes Vorbild ausserhalb der Schweiz, dass man endlich alte Muster bestehend aus negativen Mustern in der breiten Öffentlichkeit aufbricht, sondern über Adhs und das Autismus Spektrum sprechen und diskutieren kann wie auch über andere Tabu Themen wie Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen, Tics, was weiss ich, jedenfalls so das langsam jede:r merkt, „Hey ich muss mich nicht „verstecken“ oder"schämen“, es gibt noch viele andere Menschen denen es auch nicht immer gut geht oder die permanent „glücklich“ sind.

Jetzt muss doch noch mal klugscheissern. So ganz unnötig ist eine Diagnostik nicht. Denn die besteht nun mal nicht nur aus Papierbögen ,sondern sollte auch mit einem Blutbild ,EEG/EKG/Mrt einhergehen um andere Ursachen auszuschließen. Es gibt ja auch Krankheitsbilder die ADHS-Symptome machen,ohne das es ADHS ist. Und wenn man auf Medikamente eingestellt werden möchte, sollte vorher tatsächlich mal ein kleiner Check gemacht werden ob Mensch und Medikamente kompatibel sind. Deswegen bin ich schon der Meinung ,dass eine Diagnostik sinnvoll ist, wenn sie gut durchgeführt wird . :smile:

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Hallo Lieber @Traumfresserchen , Also doch, den ganzen „Missbrauchs Mist“ verstehe ich persönlich eigentlich schon.
Denn als Arzt:Ärztin möchte man nicht dafür angeklagt werden das man Medikamente die unter das „Betäubungsmittel Gesetz“ fallen sozusagen wie Smarties unter den Leuten verteilt, und deshalb muss es bestimmte Richtlinien und Bestimmungen geben die einer Verschreibung solcher Medikamente zugrunde liegt, für mich macht das schon irgendwie Sinn, also wenn ich Ärztin wäre würde ich also dann auch darauf achten wollen das ich mich an vorgegebene Richtlinien bei einer Verschreibung halte.

Gefühlt würde ich sagen das ist so eine Haftungs-, Verantwortungs- und Regressfrage. Ärzte werden oft von der KV in Regress genommen und müssen dann sehr hohe Strafen zahlen und es gab eine Zeit da wurden diese Medikamente wohl sehr freizügig verschrieben => deshalb ja die Hürde des BTM Rezeptes und vielleicht hat dein Arzt schon mal einen Regress mit solchen Medikamenten oder eine Verwarnung gehabt und überlegt sich seit dem den Leitfaden quasi wörtlich zu nehmen um dafür nicht noch einmal haften zu müssen.

Ich verstand es bei meinem Neurologen auch nicht, zumal er wirklich alles heftige verschreibt wie Smarties (Antiepileptika, Parkinsonmedikamente etc)

Oder er hält nicht viel von den Diagnosen. Doch oft fühlt man sich dadurch ja irgendwie als Pingpongball

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