Zweitmeinung nach erfolgloser Erstdiagnostik

Also mir hat der Arzt zwischen den Zeilen zu Verstehen gegeben, dass er bei mir davon ausgeht, dass ich nur Metylphenidat verschrieben bekommen möchte damit ich was hab was „knallt“.
Als ob ich mir das nicht einfach selber besorgen könnte. Das ist heutzutage sowas von einfach und jeder der sich dafür einer psychiatrischen Untersuchung unterzieht hat was an der Waffel. EEG, MRT, Blutuntersuchungen, Abstinenzzeiten vor Eindosierung mit Drogenkontrollen und alles, zig Termine. Also ich finde das einfach nur abwegig.
Ich habe zwar auf Erowid einige Berichte von Leuten gelesen, die tatsächlich ihren Psychiater belabert haben um an Zeug zu kommen aber das war in Amerika und in Deutschland kann ich mir nicht vorstellen, dass man da so einfach zu einem Arzt latscht und mit Pillen heim geht.

So, und was ist besser? Wenn sich der Arzt bei einem Patienten mal irrt und der sich ein paar Pillen rein knallen kann? Oder wenn man vermutlich viel mehr Menschen die Behandlung verwehrt aus Angst vor einem möglichen Missbrauch.
Das hat da nix mit irgendwelchen Richtlinien zu tun, der Arzt hat hier die freie Wahl, wie er den Patienten einschätzt und wie er verfahren möchte.

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Also bei meiner Ambulanz steht´s auf der Homepage. Wenn da nix steht dann würde ich das nicht verschweigen.

Teilweise ist es vielleicht nachvollziehbar. Die machen halt Tests und jegliche Psychopharmaka (einschließlich illegalen Drogen) verändern halt das Ergebnis. Aber ist halt auch scheiße wenn man den Leuten dann gar nicht hilft. Zumal die Tests auch nicht so eindeutig sind. Wenn man ADHS so einfach messen könnte gäbe es nicht so viele Leute hier, die so schwer zu ihrer Diagnose kommen.

Ich habe so einen Test nie gemacht aber Dein Einwand ist gut. Ich kann mich auch gut konzentrieren wenn mich was stimuliert.
Aber ich glaube die können schon testen, wie leicht Du Dich dann ablenken lässt oder so was.

Ja hab ich ja alles gemacht. Dagegen hab ich gar nichts. Ich habe ja nie behauptet, dass man die Untersuchungen nicht machen soll.
Aber letztendlich macht man mit den Stimulanzien nichts kaputt, selbst wenn jemand gar kein ADHS hätte, außer halt wenn da jemand viel zu viel von nimmt.
Aber das wäre doch auch schwer zu erklären wenn der dann jede Woche ein neues Rezept will, oder? Ich versteh´s immer noch nicht. Zur Not hat halt dann mal jemand der´s nicht verdient hat eine Dose mit ein paar schönen Momenten, die ihn dann wochenlang in eine Depression stürzen wegen ausgewrungenen Dopamin-Rezeptoren :wink: . Wie gesagt, das kann man aber auch ohne Psychiater bekommen.

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Hey @Traumfresserchen , leider hast Du da wahrscheinlich ehrlich gesagt gerade nur unendliches Pech mit Deinem Psychiater bei dem Du bist, denn anscheinend hat dieser gute Mensch nicht wirklich sehr viel Ahnung was Adhs anbetrifft, genauso wenig das er Ahnung im Umgang mit Suchtbetroffen Menschen hat, sondern hat eventuell schlicht und einfach gesagt auch zu wenig Erfahrung mit Menschen die von Sucht betroffen sind.

Ich glaube das es gerade auch wenn es z.B. um Menschen geht die von Süchten betroffen sind, sogar noch weniger Fachkräfte gibt die dafür ausgebildet sind als auf Adhs oder das Autismus Spektrum oder andere Störungen oder Erkrankungen, als z.B. vielleicht auf Depressionen, welche wenn auch von den Krankenkassen „nicht gerne gesehen“, trotzdem eine der Häufigsten Störungen ist die wahrscheinlich überhaupt „erkannt“ wird.

Wie auch immer, jedenfalls ist das Problem das es wahrscheinlich erstens zuwenig ausgebildete Fachkräfte im Sektor Psychologie ein grosses Problem ist, als eben auch der Faktor das es zu wenige gibt die auf eine gut fundierte Ausbildung und vor allem auch auf eine grosse Erfahrung zurückblicken können.

Das Problem ist halt, dass es seitens „Patienten:innen“ auch Sch… ist, wenn diese sich oft negativ über Ärzte: innen äussern und diese die eigentlich „helfen möchten um die allgemeine Situation zu verbessern“, manche Menschen dann durch ihr fast schon „bashing“, weil sie halt aus ihrer Sicht schlechte Erfahrungen vielleicht gemacht haben, diese Ärzte: innen und Psychologen: innen dann wegen solcher Leuten ihren Mut verlieren, und sich dann auch irgendwann fragen "Für was mache ich das eigentlich noch?, wenn es da draussen doch anscheinend so viele Leute gibt die Ärzte: innen oder Psychologen: innen anscheinend hassen?.

Von daher wird es für junge Menschen immer unattraktiver heutzutage solche Berufe wie Arzt: Ärztin oder Psychologe: in überhaupt noch in Betracht zu ziehen.

Und das wiederum sorgt dann logischerweise zu einem zunehmendem Mangel im Gesundheitswesen.

Doch ohne Ärzte: innen und Psychologen: innen keine Diagnose, und ohne Ärzte: innen und Psychologen: innen keine medizinische Hilfe.

Von daher ist es etwas vom fatalsten was wir machen können, wenn wir Menschen die im Gesundheitswesen tätig sind, nicht die Anerkennung entgegen bringen die sie für ihre oft aufopfernde Arbeit die sie „für andere“ uns allen entgegen bringen, keine Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen diesen Menschen bringen die anderen Menschen im Grunde ihres Herzens eigentlich nur „helfen wollen“.

Ganz ehrlich, wäre ich heute noch mal jung und könnte studieren, ich bezweifle das ich mir dann einen Beruf wie Ärztin oder Psychogin aussuchen würde, denn warum wenn es doch immer mehr Menschen gibt die diese Arbeit anscheinend nicht zu schätzen wissen?.
Nee, also warum dann für solche Menschen meine eigene Freizeit, meine Beziehungen, meine Familie „Opfern“, nur das ich am Ende gesagt bekomme das ich womöglich ein A…loch in einem weissen Kittel sei?.
Nein Danke, ganz ehrlich, dann schaue doch jeder selber wie ihr in seinem Leben zurecht kommt, oder auch nicht.
Und genau das ist ein grosses Problem in unserer heutigen Zeit, dass nicht besser wird wenn wir Menschen nicht ehren die bereit dazu sind einen Teil ihres eigenen Lebens in den Dienst anderer zu stellen.

@Traumfresserchen , keine Ahnung inwiefern Du selbst dazu in der Lage bist Dich in eine Situation von anderen Menschen zu versetzen.

Ich selbst weiss nur eins, dass die Welt nicht aus Schwarz und Weiss besteht, sondern auch aus Grautönen, aber allem voran, aus vielen bunten Farben die ich eigentlich seit meiner Kindheit extrem liebe. :rainbow:

Jedenfalls, nur weil man irgendwo einen Misserfolg erlebt, und ja auch wenn man mehrere Misserfolge erlebt hat, dann ist das alles keine Rechtfertigung dafür das man ein verbitterter Mensch wird.

Würde ich mich immer nur auf das konzentrieren was in meinem Leben Sch… verlaufen ist, dann müsste ich inzwischen aussehen wie eine uralte und ausgetrocknete schrumpelige Kartoffel, und anstatten eines Herzens in meiner Brust müsste ich ein Stückchen Kohle oder irgend einen beschissen Granit Stein zwischen meinen Rippen haben.

Das alles habe ich aber nicht, denn andere Menschen tragen nicht mal „ein einziges Körnchen“ Schuld daran was ich in meinem Leben erlebt habe, ausser vielleicht bis zu einem gewissen Grad meine eigenen Eltern die mir und meinen beiden Brüdern wirklich schlimmes angetan haben.

Wie auch immer, verbittert zu sein, bringt keinen Menschen in seinem Leben irgendwie positiv weiter.

Wie auch immer, natürlich kann ich hier letztendlich immer nur für mich selber sprechen.

Hätte ich nicht die Hilfe von einer sehr guten und kompetenten und überraus freundlichen und hilfsbereiten Psychiaterin gehabt, ebenso von einer gleichwertigen Psychologin die mir in meinen schwersten Zeiten geholfen haben, ganz ehrlich, ich wüsste nicht wo ich dann heute in meinem Leben stehen würde.

Und für diese Hilfe die ich von diesen beiden Menschen erhalten habe, werde ich dankbar sein solange ich leben werde, und habe das diesen beiden Menschen auch immer wieder in ehrlichen und aufrichtigen Worten versichert.

Und ich glaube das dass auch massgeblich dazu beigetragen hatte, das ich ernst genommen wurde und mir beide so gut sie konnten geholfen haben.

Wäre ich dort hingegangen und hätte nur rum gestänckert oder mich über das System beklagt, dann wäre ich zwar irgendwie wahrscheinlich als problematisch aufgefallen, aber das mir mein gemotze geholfen hätte, dass zweifle ich stark an.

Wenn man jedoch glaubhaft geltend machen kann was die eigenen Probleme sind und man sich darauf versteht sich Gehör zu verschaffen um was es einem wirklich geht, dann glaube ich nicht das man irgendwo einfach abgewiesen wird.

Keine Ahnung, jedenfalls ist das meine eigene Erfahrung, und ja „einfach“ war das alles trotzdem nicht für mich.

Und Tests und Abklärungen anzweifeln das ist eine Sache, die andere Sache besteht seine Anliegen glaubhaft vorbringen zu können.

Und ja, dass alles ist schwer, und jeder Mensch ist anders, ein Patent Rezept gibt es dafür nicht.

Denn jeder Mensch, jede Situation, und jede Beziehung zu einem Arzt: Ärztin oder Therapeuten: in ist anders und total unterschiedlich.

Deshalb leider ja, es gibt kein allgemein gültiges Rezept dafür wie eine Arzt: Ärztinnen und oder Psychologen: innen Begegnung jeweils verlaufen wird.

Und mehr als das kann ich leider auch nicht dazu sagen, so leid es mir tut, auch wenn andere vielleicht leider schlechte Erfahrungen gemacht haben. :heart:

Das wäre ein sehr wichtiger Punkt :slight_smile:

Mir war genau das bis vor der Diagnose überhaupt nicht bewusst. Darauf kam ich erst durch Fach Referate von Dr. Lachenmeier und anderen.

Fühlen und so wirklich begreifen konnte ich es dann aber auch erst durch ein Video einer Betroffenen, die mal schamlos aus ihrem Alltag plauderte und was da alles so bei ihr im Kopf abgeht.

Das hat alles verändert. Als wäre sie mein Kopf gewesen, dabei habe ich das so nie selber wahrgenommen bis dahin.

Ich war angeblich als Kind auch unauffällig und eher verträumt und zu langsam.

Wurde trotzdem dann der Mischtyp.
Impulsivität etc. kann sich nämlich bei Erwachsenen auch vermehrt innerlich abspielen.

Und danach erst wurde mir so vieles mehr überhaupt erst bewusst.
Trigger, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit und und und…

Als hätte ich vorher 35+ Jahre gepennt oder so und wäre total unbewusst im Autopilot durchs Leben gegangen. Das war wie aufwachen. Kriege glatt wieder Gänsehaut *brrrr

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Ich bin mir nicht so sicher, ob das nur die beschimpfenden Leute/ Patienten sind. Es ist ein riesen katastrophales Sytem im Hintergrund was es schwer macht. Ich weiß noch wie es im Rettungsdienst war, als ich dort mit 17 in die Rettungsassitenzausbildung ging, wie wenig Beistand es gab im Umgang mit dem Tod, den Schwerstverletzten, Großunfällen etc… das war schlimm ist auch wirklich verbessert worden, dafür aber durch den Gelddruck und Personalmangel und die Dokumentationen => Das müssen die heute alles noch zusätzlich verkraften und abarbeiten etc. Da fährt man deutlich auf Verschleiß, danach die Krankenpflege empfand ich in der Ausbildung zu unmenschlich, daß ich diese abbrach und ganz aus dem System ging, da fing mit dem Zeitdruck und dem etischen Umgang des Fütterns, Waschen etc für alte, teils verwirrte oder demente Menschen (mußte in 10 min erledigt sein), wäre heute wohl schon der Wunsch vom Personal, auch damals war wenig Personal, viel Arbeit etc… Das ist23 bis 30 Jahre her, ich hab es an 2 Freundinnen, die Intensivschwestern sind gesehen, ständig das gebettele auf Frei zu verzichten und zu arbeiten, weil Leute fehen, krank sind, sie die Kollegen nicht hängen lassen können oder wollen wo 14 Tage ohne frei normal geworden ist, teils weil so viele fehlen Doppelschichten fehlen, statt 2 4 Patienten auf der Intensivstation gleichzeitigvzu betreuen und noch schlimmeres. Sie werden körperlich, emotional total verheizt ohne Rücksicht auf Verluste und Privatleben, dann fehlt die entscheidende finanzielle Würdigung, der Urlaub und regelmäßiges Frei zum Erholen, Kraft schöpfen etc. und dann kommen Pöbelnde Patienten, Angehörige, Kontrolleure etc.
Das bildet ein System in dem man sehr extrem für das brennen muß was man tut und auch extrem leidenfähig sein sonst ist das nicht durchzustehen
Wenn ich mir anschaue wie sich Patienten bei meiner Hausärztin benehmen, wenn sie nicht bekommen was sie verordnet bekommen haben möchten, was sie denken das ihnen zusteht verordnet zu bekommen etc. und das dort teils echt üble Drohungen ausgesprochen werden… Oder bei einer Freundin im Altenheim mitbekomme was sie als Stationsleitung erleben muß, zwischen dem was sie für ethisch wichtig, richtig und angemessen findet, was an Personal und somit Leistung möglich ist, obwohl sie voll mitarbeitet… Ich wäre da schon eher schreiend davongelaufen und hätte Karlchen alles vor die Füße geworfen

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Das ist halt wie in in der Politik. Oft sehen die Menschen nicht das große ganze Bild und wollen einfache Lösungen.
Ich sehe das „Hauptverschulden“ des Arztes darin, dass er überhaupt ADHS Diagnose anbietet weil er zum einen ziemlich überlaufen ist und eben meiner Meinung nach nicht viel Ahnung hat. Die Probleme, die ich jetzt konkret hatte sind sicher auch teils meine Schuld denn ich kann mich einfach nicht so strukturiert in einem schwierigen Gespräch ausdrücken. Ich bräuchte da jemanden, der mir das Gefühl gibt, dass er mich ernst nimmt und mir erst mal unvoreingenommen glaubt und mir dann sensibel die Informationen entlockt, die nötig sind. Bei ihm war es eher so, dass ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass ich ihn von etwas überzeugen muss. Dazu hätte ich dann aber eher eine Powerpoint Präsentation vorbereiten müssen. So was kann ich nicht aus einer angespannten Situation heraus. Zum Teil hatte ich kaum geschlafen vor den Sitzungen weil ich so nervös war und eh Schlafprobleme hatte damals.
Ich unterstelle dem Arzt auch nicht, dass er keinen guten Willen hat und für das System kann er auch nichts. Deswegen hat er auch (noch) keine schlechte Bewertung bekommen. Aber ich werde vielleicht schon versuchen, andere zu warnen, dass sie lieber bei dem keine ADHS Diagnostik machen sollten.
Ansonsten bin ich natürlich auch dafür, Ärzte nicht als Feindbild hier aufzubauen.

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Ja, das sind weise Worte. Ich bin tatsächlich etwas verbittert. Aber es ist nicht so einfach, das abzustellen. Ich arbeite dran.
Die letzten Monate habe ich mich halt ganz bewusst mit Dingen die Sch… sind in meinem Leben auseinandergesetzt und in Beziehung zu meiner vermuteten ADHS gebracht. Ich bin jetzt gerade über die Pause froh, aber bald muss ich mir wieder eine Strategie ausdenken, wie ich bei der Psychiaterin vorgehe, weswegen ich den Thread hier eröffnet habe.
Gespräche über das System sind natürlich auch wichtig, helfen mir aber nicht weil man es halt nicht ändern kann.
Ich find´s auch nicht generell schlecht. Ich kam einfach nur nicht mit dem ersten Psychiater aus. Ich bin aber ja trotzdem weiter bei ihm in Behandlung. Zumindest das Bupropion will ich von ihm haben und wer weiß, vielleicht hilft es mir ja. Dann wäre nicht alles umsonst gewesen.

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Seit 2020 folge ich diversen Ärzten auf Social Media, von (damals) Twitter bis heute Mastodon & BlueSky und habe nebenbei viel von Niedergelassen Ärzten und dem Verhalten des Gesundheitssystems von Krankenkassen bis zur Kassenärztlichen Vereinigung gelesen. Gerade beim Thema GKV und Regress ist es ziemlich offensichtlich, dass es den Krankenkassen primär darum geht Geld zu sparen, sekundär darum kranke durch Behandlung der Symptome so schnell wie möglich „arbeitsfähig“ zu machen und erst weit hinten die Behandlung der Ursachen.
Wenn man liest wie häufig es vor kommt, dass Ärzte 9+ Monate später einen Regress zu einem signifikanten Teil der abgerechneten Kosten von den KV bekommen weil sie angeblich irgendwas zu viel gemacht haben, die Ärzte meist entweder zahlen oder mit (schwer zu findenden) spezialisierten Anwälten und eigenem Zeiteinsatz dagegen wehren dann könnte man k*otzen.

Mein Psychiater hatte beim letzten Termin wegen der Lieferprobleme bei Elvanse erwähnt, dass er keine non-adult Versionen von Medikamenten bei Erwachsenen verschreibt weil er deshalb schon Probleme hatte und obwohl er nicht der ADHS Spezialist ist schon ein paar ADHS Patienten hat.

Wenn das mal ein Problem war fällt es mir schwer vorzustellen das es da zu echtem Missbrauch kam. Für die Krankenversicherung ist Missbrauch scheinbar etwas breiter definiert.

Das klingt für mich als könnte es vielleicht auch an fehlendem Wissen und mangelnder Erfahrung des Arztes bei ADHS und/oder eine Reaktion auf abschreckende Massnahmen der KV bei ihm selbst oder einem ihm bekannten Kollegen liegen.

Mit meiner (G)KV habe ich, wie zahlreiche andere auch, so meine Erfahrungen gemacht als ich länger krank war. Bei meinem Burnout + Depression wg Mobbing/Mossing hat die KV erst das Krankengeld gezahlt als ich einen Anwalt eingeschaltet habe. Die Kraft dazu hatte ich aber erst nach 6-9 Monaten von den nicht ganz 18 Monaten die ich AU war.

VG
SD

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Hi @SneedleDeeDoo,

hast du da zufällig noch einen Link zu?

Gruß

Hi @AbrissBirne,

also einseitiges Bashen bringt tatsächlich niemanden weiter. Trotzdem finde ich es richtig und wichtig das Gesundheitssystem zu kritisieren. Wie @Kathy sagt (und übrigens auch mein Hausarzt :smiley: ) ist es eine ziemliche Katastrophe und das wird medial kaum thematisiert.

Ich mein’, man kann sich gefühlt jeden Abend eine Talkshow über das Gendern angucken - nix gegen Gendern, finde ich prima, ganz unironisch. Aber es gibt echt wichtigere Probleme. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt und wenn du einen Verdacht auf einen gebrochenen Ellenbogen hast musst du 4 Monate auf ein MRT warten. Das hilft mir dann auch nicht weiter, dass es in anderen Ländern noch schlechter ist.

Auch das kritisiere ich. In anderen Ländern ist es üblich, dass Ärzte in der Ausbildung lernen wie man ein Gespräch mit einem Patienten führt. In Deutschland meines Wissens nicht (bei Psychiatern mag das anders sein). Dabei ist das so ein wichtiger Skill! Wir sollten nicht erwarten, dass jeder Mensch, egal ob Sonderschule oder Abitur, ob introvertiert oder extrovertiert, ob psychisch gesund oder krank usw. gleichermaßen in der Lage ist sein Problem in der einen Minute, die ihm der Arzt gibt präzise auf den Punkt bringt. Jeder Arzt sollte in der Lage sein empathisch auf den Patienten einzugehen und gezielt Fragen zu stellen.

Das mit der Zeit finde ich auch schwierig. Durch die Kopfpauschale kriegt der Arzt pro Patient und Quartal ein paar Minuten bezahlt. Natürlich hat er da keinen Anreiz sich länger als unbedingt nötig mit dem Patienten zu beschäftigen. Es ist ja nicht so, dass alle Ärzte ihren Beruf aus purer Nächstenliebe ausüben. Geld spielt da schon eine Rolle (und das ist auch völlig ok).

All die Dinge kann man nicht dem einzelnen Arzt vorwerfen sondern dem System. Wir haben gesellschaftlich nicht die richtigen Prioritäten gesetzt wenn du mich fragst.

Manchen Ärzten kann man aber durchaus vorwerfen, dass sie sich Jahrzehntelang kaum fortbilden. Das würde ich bei einem gut verdienenden Arzt schon erwarten. Ist leider nicht bei allen der Fall.

Könnte jetzt viele weitere Beispiele nennen, aber kennt eigentlich jeder die Baustellen…

Liebe Grüße

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Lieber @Traumfresserchen wenn wir Dir irgendwie helfen können, vielleicht mit Tipps die Du für Deine Arzttermine oder Gespräche gebrauchen könntest, dann melde Dich wieder, vielleicht nützt es Dir etwas wenn Du erfährst wie es bei anderen während ihrer Abklärung so ablief.

Ich selbst habe meine Adhs Diagnose übrigens nicht sofort erhalten und das obwohl ich schon zu Anfang zu hören bekam das Adhs bei mir sehr wahrscheinlich sei.

Trotzdem musste ich aber den ganzen Prozess durchlaufen und viel Geduld aufbringen, bis ich Gewissheit hatte ob ich die Diagnose bekomme verging Zeit im Zeitraum bis zu einem halben Jahr, genau weiss ich es ehrlich gesagt nicht mehr, aber es war lang.

Bei mir war es z.B. so das ich zwei Therapien gleichzeitig hatte, eine Einzeltherapie und eine Gruppentherapie, dass ganze während meiner Abklärung, und auch noch danach.

Während der Einzeltherapie ging es hauptsächlich darum das ich von meinem Leben erzählte, heisst Quasi über alles was ich seit meiner Geburt bis zum heutigen Tag zu erzählen hatte.
Z.B. über meine Herkunftsfamilie, heisst meine Grosseltern, Urgrosseltern, Onkeln Tanten, und weiss der Geier, halt so alle möglichen „Familiengeschichten“.
Dann natürlich über meine Schulzeit und X abgebrochene Lehren, meine ersten Erfahrungen mit Alkohol und „Eskapaden in der Jugend“, z.B. was das feiern von Partys angeht und dabei Alkohol bis zum erbrechen getrunken zu haben, dann natürlich darüber das ich bereits mit 14 zu Rauchen angefangen habe, dann über meine Bindungsangst und wechselde Sexualpartner in meiner Jugend, dann über meine Ehe mit einem Mann mit stark entwickeltem Ego, über meine Kinder die meine liebsten Menschen für immer und ewig sind, über meine stark ausgeprägten Adhs Symptome die ich wahrscheinlich nie in den Griff bekommen werde, und halt auch über meine ganzen Ängste und Sorgen, über meine immer wieder kehrenden Depressionen, und Naja, halt kurz gesagt, über mein gesamtes Leben.

Und meine Psychiaterin und meine Psychologin haben bei all dem sehr oft die Augen aufgerissen und bei Ende einer Sitzung dann oft schon fast erhrfurchtsvoll gesagt: „Unglaublich Frau AbrissBirne wie sie das alles gemeistert und überstanden haben, unglaublich wieviel Kraft sie in ihrem Leben aufbringen mussten“.
Und ich habe nach diesen Worten dann geweint, weil mir erst da richtig klar wurde das dass stimmt, dass ich in meinem Leben immer sehr viel Kraft aufbringen musste, zum „ausruhen“ blieb mir eigentlich nie Zeit.

Wie auch immer, dann kamen die schriftlichen und mündlichen Tests und solche wo ich zuhören musste und wiedergeben was ich hörte, dann Logig, räumliches denken, Mathematik, Sprache, ect., weiss nicht mehr was da im einzelnen alles dabei war, weiss nur noch das mehrere Sitzungen dafür nötig waren.
Dann warten auf die Auswertung, dazwischen waren Feiertage, Ferien, auch ab und zu Fehltage wegen Krankheit, was weiss ich, jedenfalls zog sich alles ziemlich in die Länge bis dann das Ergebnis vorlag.

Meine Medikamente hatte ich schon vor meiner Diagnose bekommen, dass ich gut darauf reagierte, also so wie es bei Adhs wirken soll, hat wahrscheinlich auch noch dabei geholfen das man sich sicher war das ich von Adhs betroffen bin, obwohl das ausschlaggebende denke ich vor allem meine Lebensgeschichte war, und dann natürlich mein gesamtes Auftreten, wie ich rede, wie ich reagiere.

Naja jedenfalls, vielleicht können Dir die Erfahrungen von anderen Adhs’lern:innen irgendwie weiter helfen, und ich drücke Dir jedenfalls beide Daumen. :four_leaf_clover:

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ok, deine Geschichte ist traurig und nicht witzig… aber bei dem Satz musste ich lachen :slight_smile:

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@sims ja klar, natürlich hast Du Recht, natürlich muss oder sollte man nicht stur einfach alles glauben was man jeweils alles vorgesetzt kriegt, und natürlich muss eine Gemeinschaft und so weiter auch mit Kritik umgehen können, da hast Du absolut Recht, dass sehe ich genauso.
Im Grunde ist es eine Schande das man das Gesundheitswesen so vernachlässigt hat das wir uns heute und in Zukunft sorgen machen müssen wann der Zeitpunkt kommt bis das Gesundheitswesen total zusammen bricht, und sich Krankenpflege nur noch die reichen leisten können, die Richtung dazu ist ja bereits eingeschlagen, und die Krankenkassen Prämien steigen und steigen, alles scheint ein Fass ohne Boden.

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Ich würde weiter gehen: Ärzte die sich trotzdem Zeit nehmen werden damit bestraft. Das meine ich nicht nur im monetären Kontext sondern ob der fehlenden Ärzte auch bzgl Druck mehr Patienten zu behandeln. Man könnte auch sagen „durchschleusen“.

Richtig. Das wusste ich auf abstrakter Ebene schon lange, neben eigenen Erfahrungen ist, seit ich vermehrt Ärzten auf Social Media folge, das Wissen viel konkreter geworden.

Fortbildung. Erinnert mich an einen Samstag Abend als unerwartet mein Hausarzt anrief nachdem ich 2 Tage zuvor bei ihm war. Er hatte sich nochmal in Büchern und Studien zu einem (nicht sehr akuten aber doch wichtigen) Thema mich betreffend auf einen aktuelleren/besseren Wissenstand gebracht und erhöhte die Medikation.

Das Fortbildung am Wochenende stattfindet weil es oft nicht anders geht ist auch so eine Sache. Das da irgendwann Ärzte ihr Engagement zurückfahren kann ich irgendwie verstehen. Das es (zu viele) Ärzte gibt die das früher und aus monetären Gründen tun ist ein anderes Problem.

VG
SD

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Das sollte man dann natürlich auch loben! Wie schön, dass es auch diese Ärzte gibt. Bestimmt ist das die große Mehrheit…