Ich finde sie auch etwas zu deskriptiv und kann mit der k-pTBS besser arbeiten. Letztere kann auch den Umgang mit interpersonellen Beziehungen verändern bzw. beeinträchtigen.
Mir ist im Leben nur eine einzige Person begegnet, auf die die Symptombeschreibung exakt passt wie die Faust aufs Knie. Er hat diesen Eindruck von flachem Affekt und „entkoppelt“ sein auch anderen gegenüber stark vermittelt. Klingt jetzt echt gemein, aber der Typ hat richtig unheimlich gewirkt. Er hat extrem viel geschwiegen und ab und zu mal einen kurzen Kommentar in einem extrem flachen neutralen Tonfall abgegeben.
Können kann ich das auch.
Aber oft belohnt oder bereichert es mich zu wenig und strengt gleichzeitig an. Hm, früher hieß das noch Introversion.
Ist bei mir ganz genau gleich. Mein LG weiß vermutlich weit mehr über mein Innenleben als meine Mutter. Auch das kann Symptom der k-PTBS sein.
Furchtbar, es gibt nichts Unlohnenderes und Stressigeres als Betriebsfeiern!!! 
Beruflich ist das für mich tatsächlich ein Problem und Hemmnis, dass ich schlecht im Netzwerken und Selbstvermarktung bin.
Dito. Also mir wurde bestimmt schon Distanziertheit angedichtet, obwohl ich es so nicht empfinde. Manchmal schätzt man Fremdwahrnehmung auch falsch ein. So eine kühle Fassade ist aber wahrscheinlich der einzige Schutz, damit es nicht überläuft.
Da macht es sich die „normale“ Welt manchmal auch sehr einfach, diejenigen als gefühllos abzustempeln, die kritisch, empfindsam und weniger angepasst sind. Mit „gefühllos“ ist ja dann oft eher das Ignorieren gesellschaftlicher Normen gemeint.
Heute würde man das vermutlich durch die verschiedenen Neurodivergenzen + k-PTBS abdecken. Und Persönlichkeitstraits wie Introversion/Extraversion trägen ja auch das eigene Erleben. Mir zumindest kommt es so vor, dass unsere Gesellschaft für Introvertierte immer anstrengender wird.
Das mit der Misantropie ist auch so eine Sache. Die Reizempfindlichkeit ist sicherlich der eine Faktor, der hat nichts mit Moral zu tun. Bei mir kommen aber auch moralische Faktoren hinzu wie z.B. Enttäuschungen darüber, …
- … in Zeiten der Not im Stich gelassen worden zu sein
- … belogen worden zu sein
- … in eine fundamentalistische Religion reingezogen worden und wieder ausgestiegen zu sein
- … zu erleben, dass Schutzbedürftige wie Kinder oder Behinderte oft die Arschkarte ziehen, aber niemand verantwortlich sein will
- … zu sehen, dass wir als Gesellschaft so viel Wohlstand und so gute Voraussetzungen hätten, aber aus Ignoranz, Gier und Neid so viel Potential einfach verschenken
Ich habe mir gerade eine Doku über den Medienkonsum der heutigen Kinder angesehen und finde es einfach entsetzlich, dass wir unsere Kinder den Tech-Konzernen und deren Aufmerksamkeitsökonomie überlassen, die im Grunde nichts anderes als Körperverletzung betreiben, z.B. KI-generierter Italian Brainrot. YouTube Kids ist im Grunde nichts anderes als hyperschnell geschnittene kognitive Körperletzung unter dem Deckmantel von Kinderfernsehen.
Ich bin mit einem Lebensgefühl aufgewachsen, wo mit Technik noch sehr viel Hoffnung und Ambition auf Bildung und wohlstand verbunden war. Inzwischen finde ich es extrem schwierig, diese Hoffnung und Beziehung zu Technik zu bewahren und mir diese „Heimat“ nicht von der ganzen rein wirtschaftlich getriebenen Scheiße heute wegnehmen zu lassen.
Bevor das hier ein halbes Buch wird: Meiner Meinung nach gibt es genug Gründe, misantropisch und nihilistisch zu fühlen, und das muss nicht immer an einer psychischen Störung liegen. Da braucht man nicht mal Tierethik zu bemühen. Da reicht schon allein Humanismus aus und zu sehen, was Menschen einander antun. Misantropie kann also auch verkappter Humanismus sein, ist bei mir zumindest so. Es ist aber auch wichtig, sich davon nicht zu sehr vereinnahmen zu lassen, weil es in seiner Extremform nur noch destruktiv wirkt — auf einen selbst und auf andere. Daran muss ich auch immer wieder arbeiten und mir konstruktive Aufgaben suchen.
So, und jetzt gehe ich erst mal programmieren.