Abgrenzung Neurotypen/Diagnosen

Danke für eure Perspektiven und Gedanken dazu!

@schlingelprinz In einer idealen Welt gäbe es kein Imposter-Syndrom, da hast du wohl recht. Vermutlich projiziere ich auch ein gutes Stück eigene Unsicherheit mit in meine Gedanken.

@Guter_mann Die Liste kenne ich und habe ich auch schon gelesen. Die Motivation ist entscheidend, da stimme ich dir zu.

Im selben Artikel steht allerdings auch, dass auch Menschen mit nur ADHS Probleme mit der kognitiven Empathie haben können. Wohl nicht so stark ausgeprägt wie beim Autismus, aber doch stärker als im Durchschnitt der Menschen ohne ADHS und Autismus.

Vielleicht ist die Bandbreite beim ADHS genauso groß wie beim Autismus, habe ich mich da gefragt. Und wir unterschätzen die damit einhergehenden Probleme einfach sehr? Ich weiß es nicht, das ist nur eine Frage, sie sich mir beim Lesen solcher und ähnlicher Artikel gestellt hat. Und ich meine nicht nur, dass ADHS sowieso ein Spektrum ist, denn darin sind wir uns wohl alle einig. Sondern dass damit deutlich mehr Probleme einhergehen als man auf den ersten Blick in die Diagnosekriterien erkennt.

Mensch, ich bin heute Abend schlecht darin auszudrücken, was ich sagen möchte. Ich fühle mich als würde ich wirres Zeug schreiben. :melting_face:

Aber da sagst du was, Flo, mit deiner Anmerkung, dass man dir deine lange Liste an Problemen nicht ansieht. Bei mir war es lange, lange Zeit ähnlich. Ich glaube, soweit ich das beurteilen kann, wirkte und wirke ich teils noch heute nach außen hin einfach unfassbar überfordert mit der Welt und jeder Interaktion.

Ich glaube, ich tue mich einfach unfassbar schwer damit mich selbst als autistisch zu akzeptieren, trotz mehr oder weniger stimmiger Diagnose, weil ich mit klassischem Lehrbuch-Autismus wenig gemeinsam habe. Vielleicht muss ich für mich selbst akzeptieren, dass ich die Abgrenzung nie zu hundert Prozent werde definieren können und dass meine eindeutig vorhandenen autistischen Merkmale und Schwierigkeiten ausreichen die Diagnose zu rechtfertigen.

Nichtsdestotrotz, die Auseinandersetzung mit dem Thema macht mir auch Spaß!

Das kann sehr anregend sein. Kenne das bei mir in Wellen.. bin ich wirklich autistisch? Manchmal bin ich sogar richtig froh wenn ich “Beweise” habe wie mein Crash nach einer sozial anstrengenden Dienstreise. Bisschen absurd, dass ich dann erleichtert bin, dass es mir wirklich schlecht geht :sweat_smile: aber mir wurde so lange abgesprochen, Unterstützung zu benötigen, dass ich an der Identität und dem Konzept schon sehr hänge.

Ich persönlich halte die Diagnosen sowieso für zweitrangig. Letztlich prägt ND uns so tief, dass wir glaube ich einfach merken, welcher “Typ” unser Leben am besten erklärt und raissoniert.

Was mir übrigens sehr hilft beim akzeptieren ist, Videos von anderen AuDHDern auf YouTube zu gucken. Da habe ich nicht dieses “so bin ich nicht” Gefühl wie bei “puren” Autist:innen oder ADHSler:innen. Das ist richtig entspannend, weil ich viele der AuDHD Influencer einfach als “normal” (aka wie mich) empfinde.

Lg

Manchmal finde ich den „5fach Diagnostizierten Aspie Weltmeister“ Tom Harrendorf gut, dann geht der mir wieder auf den Keks und ich find die Pappenheimer mit einem zusätzlichen ordentlichen Schuss ADHS Vibes Toll… Ist ein hin und her bei mir… beides werde ich schon haben Plus lebenslanger Überforderungs Boni durchs anpassen und stelle dadurch natürlich Zustandsbedingt ständig eine der Beiden Diagnosen ADHS/ ASS die mir gestellt wurden in frage.

Machste nix. :person_shrugging:

Ohja, das kenne ich sehr gut :smiley: Manchmal bin ich regelrecht froh, wenn ich meine Probleme stark spüre, um irgendeinen Beweis zu haben, dass sie tatsächlich existieren.

Die Influencer:innen, bei denen ich langfristig hängen bleibe, sind die mit AuDHS. Die empfinde ich am ehesten wie mich selbst, ähnlich wie du auch. Teilweise erklärt das für mich auch, weshalb ich mich früher in queeren Influencer:innen nie wiedergefunden habe, sofern die sich nicht später ebenfalls als AuDHS herausgestellt haben. Neuroqueer mag ich deshalb als Begriff und Konzept sehr gerne, weil ich mich darin wirklich wiederfinde.

:unicorn::rainbow::transgender_flag: :blush::blush::blush:

Schön, dass Du hier bist.

Gute Nacht und neuroqueere Träume :slightly_smiling_face:

:laughing: :rofl: :joy: Ich lach mich kaputt.

Der ist halt schon ziemlich klassisch weit entfernt von ADHS-Vibes, das macht die diagnostik unkomplizierter.

Hat aber auch eine gewisse Selbstironie, dieses besonders betont stereotypische Wiederholen in den Videos, mit dem gebotenen Ernst und so, wie ein Uhrwerk. Bei videos muss man eh auf Wiederholung setzen, mich nervt die Wiederholerei auf Creator-Seite aber zu sehr. Er scheint es irgendwie sogar zu genießen. :laughing:

Der Clickbait nervt aber total, weshalb ich aus Protest kaum noch geklickt habe. Ich meine diese Titel ohne Inhalt nach dem Strickmuster „Das hättest du nie gedacht.“ Muss das wirklich sein?

Viele Psychologen vertraten bis in die 90er sogar die Meinung, dass Autisten zu wenig Reize wahrnehmen würden und deshalb auch nicht für soziale Stimulation empfänglich seien.

Wenn man die Ergebnisse von Kognitions-Tests heranzieht, bekommt man sehr eindeutige Ergebnisse, die zeigen, dass ADHS die Entität ist, bei der es zu starker Reizüberflutung kommt und letztendlich ist das Aufmerksamkeitsdefizit/ die Konzentrationsstörung ja auch Resultat dieses Problems.

Für mich heißt Neurodiversität auch, dass das was man „menschliche Vorlieben“ nennt, nicht durch ein soziales Umfeld, durch eine Kultur sehr ähnlich denkender Menschen entstanden ist und sich diese Vorlieben nicht nur in Form normaler Variationen darbieten, sondern aus einer anderen Wahrnehmung und Funktionsweise des Gehirns.

Mit einem neurodivergentes Gehirn wird man geboren, die Wahrnehmung hängt nicht von der Situation ab, steht nicht in Abhängigkeit einer zeitlichen Phase und der Entwicklungsverlauf sollte i.d.R. von Unterschieden z.B. Entwicklungsverzögerungen und Dissonanz gezeichnet sein.

M.E. Es braucht noch kein „Non compos mentis“, um eine Grenze zu ziehen zu können, aber es sollten schon Behinderungen da sein und natürlich auch ein Nutzen für die betroffene Person aus der Diagnose/Therapie hervorgehen.

Irgendwo habe ich den Faden verloren… Ich hab das schon paarmal erwähnt, dass ich ADHS für eine spezielle Autismusform halte… Ich bin da mal mit einer Psychologin drauf gekommen, die mir gleich auch jede Illusion geraubt hat, dass da in der Fachwelt weiter darüber nachgedacht wird… Es muss abgegrenzt und eingeordnet werden. Jede Psyche muss in irgendein Profil passen… Und viele passen einfach nicht… Es ist oft nicht eindeutig… Es gibt so viele Überschneidungen nicht nur mit Autismus, auch mit Borderline und Depression usw. - irgendwie ist doch jeder anders komisch.

Der Elst beschreibt, dass es wohl in der Fachwelt unteranderem die Ansicht gibt das ADHS eine leichte variante des Autismus ist und die Zukunft es Zeigen wird ob da was dran ist.

dääää

doppel däää.

Edit: irgendwo hatte ich das mal abfotografiert aus seinem Schlauen Büchlein, keine Lust jetzt mehr zu suchen, also das mit der leichten Variante.

Edit2: Ich wurde in der ASS Diagnostik gefragt ob ich überhaupt verstehe was Spektrum bedeutet. Ich denke manchmal schon. :thinking:

@Guter_mann

Inzwischen haben wir diagnostisch da echt alles durch (zweimal jetzt ausgeschlossen - aus der gleichen Praxis raus, aber 2 Personen). Es wurden alle Fragebögen gemacht und es kam raus 3 von 5 Kriterien erfüllt. Ich denke nicht erfüllt sind Emotionen erkennen und TOM.

Hohen IQ hat er - aber Underachiever vom Feinsten - schulisch definitiv unter seinem Potential. Weswegen mir dauernd die Schule im Ohr liegt. Nur, was soll ich machen? In Mathe langweilt er sich anscheinend zu Tode (was er gerne offen zeigt und die Lehrerschaft entsprechend begeistert) und in Deutsch hat er eine Lernschwäche - beides motiviert ihn nicht gerade :tired_face: Und in den Nebenfächern geben sie ihm schlechte Noten, weil er unaufmerksam ist oder offen seine Langeweile zur Schau stellt. Danke NAchteilsausgleich - du bist ja soooo nützlich! ← Sarkasmus

Ich denke eher, dass mein Sohn einfach so eine Art Grenzfall ist. Denn klar er zeigt ADS Symptome. In neuen Situationen (generell bei Dianostik) kommt auch die Hyperaktität raus. Dann ist er wirklich sehr quirlig, abgelenkt und unaumerksam.

Insgesamt hat er die Diagnose ADHS vom überwiegend unaufmerksamen Typ (oder wie das jetzt fachlich genau heißt), also “ADS”. Und er hat wohl ein paar ASS Besonderheiten mitbekommen - denke ich zumindest. → Diagnostiker sehen das eben anders.

Seine Gedankenwelt erschließt sich mir auch nicht ganz… Ich kann dir das nicht mal richtig beschreiben. Generell habe ich aktuell sowieso Probleme mit ihm. Ich kann oft kein Gespräch mit ihm führen. Ich will etwas wichtiges mit ihm reden und er redet ohne Punkt und Komma von etwas ganz anderem, was ihn gerade beschäftigt. Ich komme kaum durch - das ist ja auch für ADS typisch, denke ich. Ich habe lange jetzt auch überlegt, ob ich ADS habe, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es für mich ausschließe, weil ich mich echt nicht so fühle und das Verhalten auch oft offen gesagt furchtbar finde. :smiling_face:

Ich identifiziere mich wirklich nur mit reinzsensibel, nicht belastbar/energielos, Gedankenkreiseln/Sorgen/Ängste. Ich ziehe aber echt gern mein Ding durch - kann jetzt kompensieren sein, aber ich lehne ADS für mich inzwischen so ab, dass selbst wenn ich es hätte, ich es nicht haben will einfach. Mich nervt dieses hibbelige auf und ab oder im Kreis laufen, nicht zuhören und unverlässlich sein einfach so sehr (sorry, für alle im Forum, aber so fühle ich mich gerade :smiling_face: ) - das will ich nicht für mich.

Für mich ist die Diagnose jetzt auch ja relativ egal. Das blöde ist nur, dass wir in Ö nur Unterstützung in Form von z.B. Schulbegleitung bekommen hätte, wenn er ASS hätte. Und das hätten hier echt alle begrüßt. So, jetzt haben wir es nicht… Es gibt sicher Kinder, die sind schlimmer dran, aber unser Alltag als Familie ist dank der Schule echt oft schwierig und bringt meinen Mann und mich echt an die Grenzen.

Bei meinem Sohn sehe ich auch, dass er sehr belastet ist. Insgesamt habe ich Sorgen, dass noch mehr aufkommt, wenn er so viel Druck und Stress hat…

Achso vielleicht hier auch interessant: Eine Frage gleich am Anfang war, seine Klasse beschreiben/aufzeichnen. Er konnte seinen Platz beschreiben und seine Mitschüler. Das war dann schon quasi ein erstes wichtiges Gegenargument gegen Autismus.

Also, ich habe für so etwas auch quasi eine Art fotografisches Gedächtnis. :wink:

Und wegen strategischem ZEug: Sowas kapiere ich auch so überhaupt nicht. Ich tue mir da sooo schwer. Merke das auch immer in Filmen. Die reden irgendwelche Pläne durch, was sie da so machen und wem sie da irgendwie eine Falle stellen und ich verstehe oft echt nur Bahnhof. Evt. habe ich aber auch doch ADS (ist ja seeehr wahrscheinlich :see_no_evil_monkey: ) und bin da zu unaufmerksam.

Aber Borderline ist meines Wissensstandes keine Form von Neurodiversität. Normalerweise festigen sich nach derzeitiger Ansicht Persönlichkeitsstörungen erst ab der Adoleszenz und PS sind auch bis zu einem gewissen Maß reversibel. Auch wenn leichte Veränderungen in der Neurophysiologie möglich sind, sind die Ergebnisse eher schwach, heterogen und ihnen fehlt es an einer vergleichbaren Konsistenz, wie bei ADHS, ASS, SES, Reizintegrationsstörungen, Teilleistungsstörungen, Hochbegabung und verminderter Begabung.
Depressionen haben wohl eine stärkere erbliche Komponente, aber auch hier spielen Lebensereignisse und die soziale Umwelt eine viel größere Rolle und die Symptomausprägung schwankt über die Lebensspanne viel mehr.

Ich denke, es gibt bei ADHS einfach ein paar Varianten, wo Perseveration auch dazu gehören mag. In der älteren Literatur, wo ADHS noch MCD hieß, werden autistische Züge sehr oft genannt, auch wenn schon damals eher bezweifelt wurde, dass es sich um ein Kernsymptom handelt.
Bei unseren Kindern beobachten wir das auch. Sie haben alle eine ausgeprägte ADHS, sind hyperaktiv, nervös und schon aus verschiedenen Einrichtungen herausgeflogen und trotz der typischen ADHS, bestehen sie auf ihre Routinen. Der große hat darüber hinaus schon von klein auf intensive Spezialinteressen, am liebsten Themen mit Zahlen, reiht Spielzeug auf, hält den Blickkontakt schlecht, mag keine Fantasiegeschichten, wirkt in seiner sprachlichen Ausdrucksweise wie ein kleiner Professor und trotzdem glaube ich nicht, dass er autistisch ist, denn er kann sich gut in andere Menschen hineinversetzen und kann genauso gut ihre Absichten erkennen. Das ist, denke ich mal, ein entscheidender Unterschied zu ASS und trotzdem schließen die meisten Leute bei ihm vorschnell auf ASS.

Das ist ja genau, was ich meine. Wir reden doch hier auch über die Abgrenzung von Neurodiversität zu anderen Diagnosen, oder nicht? Und es gibt Symptome, die hier und da vorkommen und zunächst ist für einen Arzt erstmal nicht klar, ob reversibel. Depressionen können einen auch massiv desorganisiert machen. Übrigens ist eine chronische Depression auch nur bedingt reversibel, besonders wenn sie unerkannt schon in der Kindheit besteht und erst Jahrzehnte später therapiert wird.

Wobei ich skeptisch bin, dass man jede Persönlichkeitsstörung “ausheilen” kann.

Es gibt genug, die sitzen so tief, oder man sagt auch, dass es echt sehr schwer ist sie auszuheilen. Nehmen wir wieder mal die SPS - da wird definitiv gesagt, dass das sehr schwer ist, da ja jemand mit SPS sich auch Therepeuten kaum öffnen wird.

Persönlichkeitsstörungen sollte man schon ernster nehmen als: Ach, wenn jemand will heilt man das in einer Therapie aus. Hat hier natürlich niemand gesagt, aber als Abgrenzung finde ich das auch nicht passend…

und ja, tendenziell werden Persönlichkeitsstörungen wohl mit dem Alter besser oder manche heilen wohl aus. Aber fix ist da gar nix….

Übrigens: Mein Kenntnisstand ist, dass noch immer angenommen wird dass auch ADHS doch auch bei einigen Menschen beim Erwachsenweren sich “auswächst”, beziehungsweise gibt’s eben genug Fälle, wo es so ist.

Das passt gar nicht für die Abgrenzung für mich.

Auch von mir sorry an alle Hibbeligen, aber ich kann dich da sehr gut verstehen. In meinen Threads habe ich da manchmal auch schon drüber geschrieben.

Für mich persönlich ist es weniger das Motorische, das hat meine Schwester z.B. auch oft gemacht und ist um den Tisch herumgelaufen. Es ist dieses Springen im 5-Sekunden-Takt. Ich weiß, dass es nicht böse gemeint ist, aber ich empfinde das sogar als sehr kränkend, ein bisschen wie phubbing. Phubbing ist, wenn man zusammen ist und ggf. miteinander etwas beredet, und das f*cking SmartPhone ist dem Gegenüber wichtiger. Da vergeht mir die Lust auf die soziale Interaktion. Noch kränkender finde ich es, wenn derjenige mir auch noch Fragen stellt, mich quasi als Slot-Machine (Dopamingenerator) missbraucht. Ich bin kein verdammtes Tiktok.

Kognitive Empathie kann aber auch bei ADHS etwas klemmen, nicht nur bei ASS. Und vielleicht ist das bei ihm in solchen Situationen ein Hyperfokus, wo er sich nicht durch Metakognitive Prozesse von seinem Thema losreißen kann (Mutter braucht jetzt meine Aufmerksamkeit, Lieblingsthema kurz weglegen).

ja, ich weiß schon… dennoch schwierig. Oft will er wohl auch Themen vermeiden.

Und ich müsste bessere Gelegenheiten wohl abwarten. Aber das ist im Alltag auch oft schwierig.

Insgesamt tue ich mir da einfach oft schwer und das tut mir leid. Im Vergleich habe ich oft echt ganz schön Zank und Zoff mit meinem großen Sohn. Dennoch ist die Kommunikation so viel leichter, weil er mir mehr ähnelt und ich kommuniktiv einen besseren Draht zu ihm habe.

  1. Die monolitische homogene Fachwelt gibt es eher nicht.
  2. Hier sollte mal Forschuung und Therapie/Diagnosen voneinander abgrenzen. Forschung kann eine viel ursachenbezogenere Terminologie nutzen als der klinische Bereich.
  3. Diese starre Einteilung hat eher damit zu tun, dass Diagnoseschlüssel zum Abrechnen von Therapien genutzt werden. Wenn du privat Psychotherapie bezahlst, kannst du dir ein „Jeder ist anders komisch“ eher leisten als wenn es über die Kasse geht und der Kostenaufwand eingeschätzt werden muss.
  4. Mit etwa 10 Jahren verzögerung oder etwas länger fließen neue Auslegungen aus der Forschung auch in die diagnosekataloge ein (früher Asperger und Kanner, jetzt ASS, früher diverse Persönlichkeitsstörung, jetzt werden die meisten davon zusammengelegt). ICD-11 muss leider bei uns noch richtig ankommen.

sarkasmus an: deshalb sollte man zum Thema auch niemals nie Psycholog:innen fragen :wink: das ist als würde man mit einem Motorschaden zur Werkstatt für Navi-Software gehen…Sarkasmus aus

Ich hatte eine Phase als ich das auch dachte, aber je länger ich mich mit ND beschäftige desto weniger glaube ich, dass das stimmt.

Kann jetzt nicht mit tausend Studien aufwarten. Aber so einfach aus der Erfahrung in der Community würde ich sagen: Autismus ist insofern anders, als sich die Abweichung INHALTLICH auf das Gefühl des sozialen Disconnect bezieht.

Und dieses Gefühl, eine einsame, unverstandene Insel zu sein, während alle anderen auf dem Kontinent leben (oder, falls sie auch autistisch sind, auf ihrer eigenen Insel), diese tiefe, existenzielle Einsamkeit (“Wrong Planet Syndrom”), das ist m.E. nicht einfach irgendwie auch so was mit Diversity, sondern ein sehr spezifisches und einzigartiges Dasein, das andere NDs und/oder psychisch diagnostizierte Menschen so nicht teilen.

Vielleicht am ehesten noch Menschen mit Sinneseinschränkungen (siehe die spannende Diskussion vor einigen Wochen zum Thema Blinde).