ADHS Diagnostik - Lohnt sich privat zahlen? Druck aufgrund Arbeit & Masterarbeit

Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht so ganz wieso ich hier schreibe, vermutlich, um einen Rat zu bekommen, wie und ob ich die Diagnostik angehen soll?

Und wie ich es verdammt nochmal schaffen soll meine Masterarbeit zu schreiben?

Ich bin weiblich und Mitte 20 und habe die starke Vermutung, dass ich neurodivers bin, ADHS habe (vielleicht auch Autismus?). Frage mich, ob ich mir das nur einbilde oder wünsche, um mein Verhalten zu erklären oder ich eine andere psychische Erkrankung habe, da ich auch sehr mit depressiven Phasen in der Vergangenheit zu kämpfen hatte (aber nie diagnostiziert).

Überleg stark eine private Diagnostik in Anspruch zu nehmen, da ich gerade viel Druck verspüre, da ich Teilzeit arbeite und eigentlich meine Masterarbeit schreiben müsste, aber ich schon komplett mit der Themenauswahl/-Richtung überfordert bin und mir die Phase der Bearbeitung jetzt schon Angst macht (wenn ich an meine Bachelorarbeit zurückdenke), besonders mit meiner jetzigen Arbeit parallel. Und ich mir durch die Diagnose Erklärung/Unterstützung erhoffe.

Habe auch Angst, dass sich die Diagnose nicht bestätigt, es verschwendetes Geld ist, insbesondere weil Schulzeugnisse unauffällig sind (bis auf im ersten Schuljahr, dass ich viel gequatscht und andere abgelenkt habe), mein Bachelorstudium mit Auszeichnung und Stipendien abgeschlossen habe, und ich das Gefühl habe, dass ich bis vor nem Jahr sehr stark maskiert habe bei allen in meinem Umfeld, demnach mein Ex mich nur halbwegs richtig kannte. Und ich hatte viel in der Vergangenheit mit sozialen Ängsten und depressiven Verstimmungen zu kämpfen und frage mich, ob meine Symptomatik nicht darauf zurückzuführen ist oder ich übertreibe und faul bin.

Ich war ein sehr liebes, unauffälliges Kind laut meiner Mama, aber ich glaub, dass ich sehr angepasst war, weil ich gedacht habe, dass es meine Verantwortung ist andere zu regulieren und ich anderen gefallen wollte. Direkt über meinen Verdacht habe ich noch nicht mit ihr gesprochen, ich glaube sie würde mich nicht ADHS auffällig einschätzen, obwohl sie früher und auch heute sagt, dass ich nicht richtig zuhöre oder was vergesse, sie mich als Kind immer angemeckert hat, dass ich nicht mit dem Bein wackeln soll und meine Stifte auch immer zerbissen waren. Hab auch recht früh in der Grundschule entschieden meine Hausaufgaben selbst zu machen, weil meine Mama mir zu langsam war bei der Bearbeitung. Wenn ich sie vorher briefe, habe ich aber auch Angst zu manipulieren, weil ich mich jetzt gut mit der ADHS Symptomatik auskenne.

Viel an meine Kindheit kann ich mich aber auch nicht erinnern, wurde auf jeden Fall viel gemobbt.

Ich bin durch Instagram vor ca. einem Jahr das erste Mal auf die Idee gekommen, dass es ADHS sein könnte, habe mittlerweile eine sehr lange Notiz mit vielen Symptomen, die ich bei mir erkenne und mit Beispielen aus meinem Alltag versehen.

Beim Diagnostik Test hier auf der Webseite habe ich 29 von 43, aber auch einen hohen Inkonsistenzwert von 13.

Habe versucht alles wahrhaftig zu beantworten, frage mich aber, ob ich da nicht auch unbewusst manipuliert habe, da ich mittlerweile so viel Wissen habe. Und ich traue meiner eigenen Wahrnehmung irgendwie nicht so.

Wieso der starke Drang eine private Diagnostik zu machen?

Weil ich das Gefühl habe nicht klar zu kommen. In meinem neuen Job genau wie in meinem alten arbeite ich nicht regelmäßig und nicht meine vollen Stunden, ich kann mich nicht motivieren/konzentrieren, außer es gibt Druck von außen durch Meetings. Ich habe aber mehr Verantwortung bzw. mein Job hat jetzt mehr Relevanz. Bisher hat sich keiner beschwert, aber ich warte nur darauf, dass es auffliegt. Darunter leidet mein Sozialleben, was sowieso wegen immer wiederkehrendem Ghosting beeinträchtigt ist, weil ich mit viel Stress dann in kurzer Zeit abends Dinge bearbeite und keine Zeit für Freizeit habe.

Zusätzlich muss ich dieses Jahr meine Masterarbeit schreiben, eigentlich hätte ich schon Zeit gehabt anzufangen, ich hab aber noch niemals n Thema. Übliches Problem mit Aufgaben anfangen, Motivation, Entscheidungen treffen. Ich kriege bisher keinen wirklichen Druck von außen. Body Doubling funktioniert manchmal, wenn ich in die Bib gehe. Pomodorro nicht wirklich. Als ich meine Bachelorarbeit angemeldet habe, hab ich mir n Kalender aufgehangen und immer jeden Tag weggestrichen, um Druck zu erzeugen, hat aber auch nicht wirklich funktioniert, habe extrem viel prokastriniert und hatte sehr viel Stress, war psychisch absolut keine einfache Phase. Und ich möchte diese Phase nicht nochmal erleben. Ich verspüre jetzt schon extrem viel Stress, wenn ich an die Bearbeitung der Masterarbeit denke, insbesondere dann noch mit der Arbeit parallel, im priorisieren und fokussieren auf eine Aufgabe bin ich nämlich auch ganz schlecht. Und ich habe Angst, wenn es in den Vollzeit-Berufseinstieg geht, dass ich noch weniger klar komme.

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Hallo Celu, also meine Grundschulzeugnisse sind auch total unauffällig und ich habe es trotzdem.

Wo ich mein ADHS jetzt, nach der Diagnose, stark merke, ist beim Einkaufen. Einkaufen in einer Menschenmenge ist aufgrund des Reizpegels immens anstrengend für mich. Früher hab ich das gar nicht so klar bemerkt.

Das schwierige beim Erkennen der ADHS ist ja auch die wechselhafte Leistungsfähigkeit. Man ist ja nicht immer “verpeilt” oder “antriebsschwach”, sondern das ist sehr wechselhaft und situativ.

Merkst du denn, dass du dich “hyperfokussierst” bei manchen Projekten und dann rechts und links alles neben dir vergisst?

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Privat zu zahlen bzw. das dann erst zu machen, macht definitiv nur dann Sinn, wenn du einen Facharzt (Neurologe oder Psychiater) hast der
a) von der Diagnosikstelle die Testung anzuerkennen
b) auch Medikamente zu verschreiben

denn viele Praxen akzeptieren nicht jede Testung bzw. ohne Facharzt auch keine Diagnose und ist dann auch der Arzt bereit Medikamente zu verordnen.

Es gibt genug die privat eine Diagnostik bezahlt haben und dann auch die Medikamente selbst zahlen müssen, keinen Arzt finden der dann die Stimulanzien verordnet oder das diese Diagnose nicht anerkannt wird und wenn die Praxis die verordnet selbst eine Diagnostik machen will.

Dann wäre das Geld vergebens ausgegeben

Kannst ja mal mit der Suchfunktion danach suchen und ggf. erst mal schauen ob der Rest irgendwie dann diese Privatdiagnostik anerkennt…

Hi Lumina88!

Ich habe halt Angst/Respekt davor, dass die Diagnostik sowieso nichts bringt, wenn meine Grundschulzeugnisse nicht auffällig sind und Fremdeinschätzung auch schwierig ist, weil ich nach außen hin nicht stereotypisch zapple, wie meine Mutter es beschreibt.

Beim Einkaufen die Reizüberflutung habe ich komischer Weise auch noch nicht so lange oder ich hab es nicht wahrgenommen vorher? Mir ist halt vieles erst seit so seit einem Jahr bewusst. Vorher habe ich mich oft eher bedrückt gefühlt oder sehr gehemmt, kontrolliert und da ging’s mir psychisch schlechter als jetzt, also gedrücktere Stimmung. Jetzt würde ich sagen, dass man auch nach außen hin meine Symptomatik mehr erkennen könnte, aber ich frag mich, ob ich mich selbst verarsche oder ob es daran lieg, dass ich nicht mehr zwanghaft versuche, es zu kontrollieren.

Ich hatte Schulfächer, in denen ich richtig gut war und richtig schlecht (mündlich war ich immer schlecht, weil ich Angst hatte von anderen als inkompetent wahrgenommen zu werden) und auch Phasen in der Schule, wo ich schlecht oder gut war. Mein Abi war auch nicht so super, weil es das erste Mal war, dass 2-3 Tage vorher alles auswendig lernen und danach wieder vergessen nicht geklappt hat und ich damit voll überfordert war. Meine Prüfungen in der Uni waren auch immer sehr gut, lag aber glaub ich daran, dass ich lange die beste sein wollte und beweisen wollte, dass ich studieren kann (Druck von außen) und es hat eben auch wieder oft gereicht ein paar Tage vorher von morgens bis abends den Stoff zu lernen und vor Ort in den Vorlesungen alles mitzuschreiben, jedes einzelne Wort. Während den Lerntagen habe ich meistens aber auch echt absolut nichts anderes gemacht, war zu Nix zu gebrauchen. Und wenn ich tief in einem Thema war und es so n Knobelaufgabe war, hab ich mich ewig damit beschäftigt, weil ich es unbedingt bis ins Detail verstehen wollte. Vielleicht war das dann auch hyperfokus?

Jetzt am Wochenende war glaub ich auch n gutes Beispiel für Hyperfokus. Wollte den ganze Tag für meine Themenfindung der Masterarbeit was machen. Irgendwann späten Nachmittag hab ich es endlich geschafft anzufangen, dann saß ich dort auch 5 Stunden dran, bin nicht ins Bad, hab nichts gegessen, weil ich nicht vom Schreibtisch aufstehen wollte, um meinen Fokus nicht zu verlieren.

Manchmal vor Reisen habe ich das auch, dass ich mich extrem über einen Urlaubsort informiere oder damals bezüglich Krankheiten eines Verwandten. Hab ewig recherchiert.

Hi Kathy,

Danke für die Hinweise! Das wusste ich gar nicht und sollte ich wohl auf jeden Fall beachten!

Hallo,

das möchte ich nicht so stehen lassen. In vielen Gegenden ist eine private Diagnostik die einzige Möglichkeit, innerhalb absehbarer Zeit überhaupt eine ADHS-Diagnose zu bekommen.

Natürlich ist es dann immer noch eine Herausforderung, eine Psychiaterin zu finden, die einen behandelt, aber dass private Diagnosen nichts wert sind und von niemand oder fast niemand anerkannt werden, stimmt einfach nicht.

Wer eine Diagnose hat, vorausgesetzt sie ist sorgfältig und der Bericht ausführlich, ist schon mal einen gehörigen Schritt weiter.

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Hallo lumina88,

herzlich Willkommen hier im Forum :waving_hand:

Ich stimme Falschparker zu. Es ist weder ungewöhnlich noch besonders schwierig diesen Weg zu beschreiten.
Du suchst dir Psychiater bzw. Psychologen mit AdHS Diagnostik raus (egal ob privat oder mit Kassensitz), rufst an und sagst du kommst als Selbstzahler und wann wäre der nächste freie Termin für Testung (es werden mehrere Termine). Das machst du solange, bis du einen möglichst zeitnahen Termin angeboten bekommst. Dann sagst du die anderen Termine ab.
Vor dem Termin wirst du Befragungsbögen ausfüllen, aus denen der Fachmensch ableitet, ob sich Einstieg in Testung wirklich lohnt.
Berichte beim 1. Termin mit diesem Menschen ehrlich von deinen Erfahrungen mit dir (so wie du hier geschrieben hast) und auch deiner Befürchtung „doch nur faul zu sein“ und „mich durch Internetrecherche verrannt zu haben ins Thema“.
Wenn ihr in die Testung einsteigt, werden i.d.r. Eltern befragt (sofern verfügbar). Keine Angst: meine Mutter hat mich auch als total unauffällig beschrieben und ebenso meine Grundschulzeugnisse. Ich habe trotzdem die Diagnose erhalten. Wir dürfen nicht vergessen, dass da Fachmensch sind, die jedem Tag mit ADHS zu tun haben. Die wissen die Puzzleteile i.d.r. gut zusammen zu setzen.

Wirst du positiv getestet → du kannst eine Ambulanz o. Niedergelassenen suchen, der/die dich als Neupatientin nimmt. Rechne da mit langen Wartezeiten.
Eventuell empfiehlt der Fachmensch auch eine Kollegin.
Wenn du einen fitten Hausarzt hast, könntest du mit Fachmensch noch auf eigene Rechnung Medikament austesten, und dann vom Hausarzt weiter verschreiben lassen, bis du einen Psychiater findest. Dieses Vorgehen im voraus am besten mit allen Beteiligten absprechen.

Wirst du negativ getestet —> hat der Fachmensch sicher eine Idee bekommen, was deinen Problemen zugrunde liegt. Damit kann weitere Therapie eingeleitet werden.

Du kannst in jedem Fall nur gewinnen, wenn du Diagnostik anstrebst, mMn.

Viel Kraft, Entschlossenheit und gewogenes Gesundheitspersonal wünsche ich dir :four_leaf_clover:

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Auch von mir aus viel Kraft. Allgemein sagen viele ADHSler, dass man erst mit Medikamenten merkt, ob man ADHS hat, bzw. die Probleme vom ADHS kommen. Wenn du eine Testung machst, um Medikamente zu bekommen, und die Medikamente helfen dir, deinen Tag besser zu überleben, hast du wohl ADHS bzw. deine Probleme liegen an ADHS. Wenn die Medikamente nicht helfen, kann es sein, dass du kein ADHS hast, oder aber die Probleme liegen anderswo (Kindheit, Depression etc.). Ich glaube, da hilft leider häufig nur Ausprobieren. ADHS hat häufig viele Begleitkomplikationen wie Depression etc., sodass man häufig mutig viel ausprobieren muss, was einem hilft.

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Heyho

Es gibt auch Praxen, die bieten einen Übersichtstermin an, bei dem geguckt wird, ob es überhaupt möglich ist. (Kann natürlich trotzdem sein, dass sie sagen, dass es möglich ist, du am Ende trotzdem leer ausgehst)

Ich persönlich wäre auch den Selbstzahlerweg gegangen, da es bei mir keine andere offizielle Möglichkeit mit Sicherheit gab. (Hatte am ende Glück, dass ich n Monat vorher über 116117 eine Therapeutin mit entsprechenden Fortbildungen gefunden hatte, die platz hatte und die Diagnose therapiebegleitend gemacht hat. Ist aber selten sowas und nicht alle Ärzte und stellen sind glücklich darüber, ggf muss man da auch auf dauer ne Bestätigung von nem Psychiater erwirken)

Manchmal gibt es Kliniken, die es auch anbieten, aber die werden irgendwie auch seltener und ich weiß nicht, ob das da ohne Einweisung geht.

Ansonsten wäre die Diagnose vermutlich zwar nicht schlecht, aber Therapeutische Begleitung ist trotzdem immernoch das A und O und viele Unis bieten auch Hilfe und Beratung an (bei den Unis die ich kenne, geht vieles übers Asta), teilweise gibt es auch psychologische Anlaufstellen.

Aber wenn du es dir leisten kannst und es ein psychiater ist, dann ist das absolut sinnvoll

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Also ich hab über DoctorLib eine private Praxis gefunden und da meine Diagnostik in 4 Wochen machen lassen (300€ ungefähr).

Das was Kathy sagt stimmt nicht. Ich hatte keine Probleme mit einer Facharztsuche und meine Medikamente zahlt auch ganz normal die KK. Auch hat jeder Arzt die Diagnose anerkannt (Hausarzt, Neurologe, Psychiater).

Und ich kenne mehr Leute, die die Diagnostik privat bezahlt haben, als Leute die sie von der KK bekommen haben… niemand hatte Probleme mit der Anerkennung oder zahlt seine Medis selber.

Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, gerade in deiner Lage, denn deine Lage wird nicht besser (ohne Unterstützung) :sweat_smile:

Parallel kannst du, wenn du das Bedürfnis hast, auch schon mal nach Therapeuten suchen… auch da kann ich privat zahlen empfehlen, wenn man es sich leisten möchte. Meine beste Freundin zahlt privat eine Therapeutin weil sie anders in 10 Jahren an keinen Platz gekommen wäre. Aus Kostengründen nur alle 2 Wochen einen Termin, aber für mehr hätte sie eh keine Zeit im Alltag. Sie ist total zufrieden mit ihrer Therapeutin.

Ich hatte bisher nur Therapien über Kasse, aber war ehrlich gesagt nicht so zufrieden mit den Therapeuten…hatte aber leider keine (aus-)Wahl, entweder die oder gar keine Therapie. Inzwischen würde ich auch zum privat zahlen tendieren.

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Ich habe meine Diagnostik.auch privat bezahlt. Über die KK ging einfach nicht - dafür gibt es zu wenige Stellen, die das in Hamburg machen. Die Wartelisten sind meist geschlossen, auf Mails und Anrufe habe ich nur Absagen bekommen.

Auch für ‘meine’ Diagnostelle brauchte ich eine gute Portion Glück, aber ich wurde gründlich getestet. Die körperlichen Untersuchungen hat die Kasse teils übernommen (MRT und EKG), teils nicht (das EEG habe ich selbst bezahlt).

Ich habe jetzt auch vom NPZ mein Rezept bekommen fürs Medikament und habe auch Gruppentherapieangebote erhalten. Das war cool, ich habe das zwar nicht angenommen, aber es häate geklappt!

Und die Diagnose ist ganz offiziell, so richtig echt. Habe auch ganz viel Papier mitbekommen, wo nochmal alles aufgeschlüsselt steht.

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Hier noch jemand, der es privat bezahlt hat.

Meine Hausärztin hat mit der Diagnose die medizinischen Untersuchungen gemacht und mit dem Batzen Papier und der Überweisung an die Psychiatrie / Neurologie bin ich dann losgedackelt. Hat zwei Anläufe gebraucht, aber dann war ich in einer Praxis vor Ort drin und bekomme darüber meine Medikamente.

Manche Ärzte mögen das nicht gern akzeptieren. Aber ich behaupte mal dass viele froh sind, wenn eine gründliche, ausführliche, selbst gezahlte Diagnostik gemacht wurde. Denn mein Eindruck ist, dass die KK nicht den Umfang zahlen, der nötig wäre und darum reißt sich niemand mit Kassensitz drum. Klar verschreibt kein Arzt blind BTM, die checken einen schon ab (Stichwort Differentialdiagnosen), aber wer angesichts eines leidenden Patienten argwöhnisch die Diagnose anzweifelt, ist sowieso die falsche Anlaufstelle.

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Ich habe ein Update. Ich habe mir hier über die Webseite Adressen geben lassen und tatsächlich eine Praxis gefunden, die mir für in 3 Monaten einen Termin für eine Diagnostik über die KK zugesagt hat.

Natürlich hab ich mich gefreut, andererseits gingen sofort die Gedanken los, ob das wirklich nötig ist. Ob ich ADHS haben könnte oder mir nur was vormache oder das Verhalten vielleicht auch von selbst provoziere, weil ich zu viele Instagram Reels gesehen habe. Oder es doch andere Gründe hat. Weil die Symptomatik subjektiv halt schlimmer geworden ist seit ich den Verdacht habe. Und es aber auch bessere Phasen gibt und ich als Imposter auffliege. Bin wieder stark am zweifeln, aber ich werde wohl die Diagnostik in Anspruch nehmen in 3 Monaten, auch wenn mir das noch ewig vorkommt und ich am liebsten jetzt eine Antwort/Lösung hätte, weil meine Masterarbeit (und meine Arbeit) z.B. auch ein eher akuteres Problem sind.

Aber vielleicht kann mir dort auch erstmal normale Verhaltenstherapie helfen. Ich hatte und werde nämlich auch noch probatorische Sitzungen und vielleicht eine Kurzzeittherapie haben. Den Kontakt hatte ich eher wegen Symptomen aufgrund von Depressionen oder einer Anpassungsstörung gesucht. Ich hatte mich noch nicht getraut meinen ADHS Verdacht zu äußern, weil ich mir auch lächerlich vorkomme selbst eine Diagnose zu behaupten. Wollte es eigentlich machen bevor ich Stellen zur ADHS Diagnostik anschreibe, aber es war Urlaubszeit und ich war zu ungeduldig, um auf eine Fachmeinung zu warten.

Naja, ich bin auf jeden Fall schon jetzt mega nervös….

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Ist bei einem ADHS Test MRT und EKG normal? Bei meinem Test war das nicht dabei? Verstehe ich gerade nicht.

Das ist seeehr individuell. Ich finde, dass es dazugehören sollte, denn die Medis können sich sowohl auf das Herzkreislaufsystem als auch die Blutgefäße im Gehirn auswirken, meinte meine Ärztin, und da muss vorher eigentlich abgeklärt werden, ob alles okay ist.

Vielleicht war bei mir das MRT dabei, weil ich Migränikerin bin? Aber auf der Website steht eigentlich auch, dass das standardmäßig dabei ist.

Find ich auch gut. Viele Verhaltensänderungen könnten halt auch auf Veränderungen im Gehirn hindeuten, die müssten entsprechend ausgeschlossen werden.

In meinem Umfeld bin ich aber auch die einzige, die eine Diagnostik durchlief und so gründlich körperlich untersucht wurde.

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MRT ist an sich eher Standard bei Migräne. Bei ADHS aus meiner Sicht eher weniger.

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Ah, klingt für mich, als gehörte das EKG nicht zur Diagnostik, sondern zur Prüfung für Medikamente. Bei meiner Onlinediagnostik gab es kein Medikamentenrezept, weil es keine körperliche Untersuchung gab. Das ist der Nachteil bei Onlineneurorologen.

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Also, das NPZ macht das wohl standardmäßig.

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Ja, EKG und Blutuntersuchung sollten vor der Medikamenteneinnahme gemacht werden.

MRT eher nicht, EEG nur wenn es bereits Hinweise auf Epilepsie oder Ähnliches gibt.

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Wenn Symptome auftauchen und nicht schon immer bestehen, macht MRT evt. Sinn. Oder wenn der Patient das selber zahlt (Kasse klingelt), oder wenn die Krankenkasse alles einfach zahlt auch.
Sonst würde es mich wundern, wenn jeder mit „klassischer ADHS“ ein MRT machen soll.
Ich meine, an sich schadet es nicht, aber es blockiert ein doch wichtiges Diagnostikinstrument und verursacht Kosten, wenn man alles mal „so in’s Blaue macht“. Entscheiden muss aber klarerweise immer Arzt/Ärztin

EKG sollte aber normal sein. Macht mein Sohn bei jedem Termin.

Nachtrag: EEG muss hier bei Kindern im KH gemacht werden. Ich vermute mal, falls es einen epileptischen Anfall (Blitzlicht) auslöst. Ein anderer Grund erschließt sich mir nicht, da ich (keine ADHS Diagnose) bei meiner Neurologin immer standardmäßig EEG bekomme (was ich eh so absolut nicht mag - furchtbar)