ADHS ist keine Krankheit

ADHS ist keine Krankheit auch keine Störung, sondern ein Neurotyp, eine Normvariante. Es kann gut sein, dass dadurch eine psychische Folgeerkrankung entstehen kann… die entsteht je nach Einfluss der Umgebung und tritt nicht bei jedem auf… z.b. wenn man immer auf Ablehnung stösst, oder in etwas anderes grdrückt wird…
Wenn man von «mythen» spricht, sollte man die Fakten kennen. :smirk: Denn sonst befeuert man Neue

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Laut Definition ist Adhs sehr wohl eine Erkrankung, da physisch Dopamin fehlt bzw Dopamin nicht ausreichend im synaptischen.Spalt zur Verfügung steht. Natürlich ist die Ausprägung individuell unterschiedlich stark.

Die Komorbiditäten als eigenständige Erkrankung kommen ggf noch erschwerend hinzu.

Als Beispiele:

https://www.adhs.info/

Ich finde es wichtig, dass gerade in der öffentlichen Wahrnehmung verstanden wird, dass es nicht nur um Neurodiversität geht, sondern dass einige Betroffene so stark eingeschränkt sind, dass sie ohne Diagnose & Behandlung niemals ein normales Leben führen werden.

Wenn wir sagen, es ist nur eine neurodiverse Normvariante, schmälern wir mMn das Leid einzelner, so dass die Öffentlichkeit wahrnimmt, ach ja, der soll sich mal nicht so anstellen, sich einfach mehr anstrengend usw.

Wenn aber verstanden wir, dass es wg krankhaftem Mangel der Botenstoffe garnicht geht, hört das Masking auf und die Betroffenen erhalten mehr Verständnis.

Sind nur meine Gedanken…

Guten Start in den Tag euch allen :sparkles:

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Ich bin mit dir einig Lea, dass es nicht hilfreich ist, ADxS nicht als Krankheit zu betrachten. Umgekehrt impliziert „Krankheit“ allerdings auch „heilbar“, was ebenfalls nicht zielführend ist. Jetzt aber von „Behinderung“ zu sprechen, wäre auch nicht korrekt. Ich hab zur Zeit „Genvariation“ als Begriff in Gebrauch, aber auch das ist für mich noch nicht der Weisheit letzter Schluss.

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Nein ich finde nicht, dass ich an einer Krankheit / Störung leide. Sorry nicht jeder hat das selbe Schicksal mit ADHS… da wie gesagt, die Stigmatisierung Krankheit/Störung per se sehr negativ behaftet ist: Man wird abgeschminkt, ja die/der ist halt so! Es ist der falsche Weg in der Therapie und Umgang mit ADHS. Genau gleich mit Autismus!
Was wäre die Welt ohne ADHSler? Eine Langweilige und wohl auch etwas rückständigere! Daher ist das Verstehen für uns, warum wir so sind essentiell wichtig. Wir ticken anders, wir Denken anders, wir nehmen Dinge anders wahr. Wenn das Verständnis für diese Art von Sein nicht gelebt wird, ist es logisch, dass viele mit der Zeit Störungen entwickeln. Sich Symptome verstärken oder abschwächen. Doch ist nicht jeder Lebenslauf genau gleich!

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Naja, wenns keine Krankheit oder Störung wäre, würde sich die Kasse vermutlich weigern, mir Therapie oder Arzt zu bezahlen, weil: Hey, ich bin ja ganz normal irr, so wie alle anderen Irren auch! :slight_smile:

…und ich bin wirklich, wirklich froh, dass ich das bezahlt bekomme, krank geschrieben wurde, Rezepte für Medis ausgestellt erhalte.

Fazit: Schwierig! Und es gibt noch viel zu tun!

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Ähm… ja und nein.

Die Störungen die dazukommen sind oft ja auch durch die ADHS selber verursacht (Suchterkrankungen → Dopaminmangel , Probleme mit Erinnern und Impuls → Ernährung, Selbststrukturierung, Negatives Selbstbild).

Ich finde deinen Gedanken zwar an sich gut. Aber beruht das nicht auf der Ablehnung von der Bezeichnung Krankheit und dem Stigma das damit einhergehen soll? Soll, da mir immer wieder auffällt, dass sich niemand scheut Krankheit zu sagen bei Diabetes, Alzheimer, Parkinson , MS. Jedoch sehr wohl bei psychischen Krankheiten. Im englischsprachigen Raum haben sie das elegant gelöst: Condition.

Denkansatz der hier hilfreich wäre: Dein Gehirn ist auch ein Organ, also kann es auch krank werden.
Hier mal ein paar schöne SPECT Aufnahmen, generell: Galleries | Amen Clinics, Peer Reviews | Amen Clinics,
Die Behandlungsansätze dieser Klinikgruppe sind zwar nicht so meins (Fokus nur auf Ernährung und Sport, was ihrer Zielgruppe entspricht), die Studien sprechen aber für sich.

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Ich bin da zweigespalten und habe sogar gestern während des Schreibens darüber nachgedacht, ob ich Krankheit schreiben soll.

Ich habe aufgehört, „Betreutes Fühlen“ zu hören, weil Leon Windscheid ADHS wiederholt als „psychische Störung“ bezeichnet hat, was mich getriggert hat, ohne darüber weiter reflektiert zu haben.

Offiziell geht"neurologische Entwicklungsstörung" - macht mich auch nicht glücklich.

Wenn ich in der Schule Kinder mit ADHS irgendwie schriftlich dokumentieren muss, nannte ich es "ADH-Syndrom ", eben um es nicht zu stigmatisieren.

Aber für mich: Doch, fühlt sich wie ne Krankheit an. Eine Krankheit, die es mir in einigen Bereichen schwerer macht als anderen, die ich wohl geerbt und weiter vererbt habe, bei der es seit meiner Kindheit andauert, mit ihren Effekten und Folgen umgehen zu lernen, die ich medikamentös behandle, wo deutlich zu merken ist, wenn ich das Medikament nicht nehme.

Für mich ist die Bezeichnung Krankheit auch deshalb ganz gut und greifbar, weil ich damit was in der Hand habe, was ich mir jahrelang selbst vorgeworfen und zugeschrieben hab. Ich kann jetzt aber konkret darauf zeigen und sagen: "Hier, bitteschön, es gibt eine organische Ursache. Deine Anforderungen an meine Lautstärke, Konzentration, Organisation… kann ich für mich begründet zurück weisen "

Ich habe eine Bekannte auf dem Spektrum. Die sagt zu jeder neuen Bekanntschaft, dass sie auf dem Spektrum ist und ein Problem mit Metaphern hat und manchmal vielleicht Fragen stellt, die nicht ganz passend erscheinen.
Genau so sag ich Leuten, wenn sich eine Freundschaft anbahnt, dass ich Probleme mit Pünktlichkeit und regelmäßigen Verabredungen/ Schreiben habe. Ich kenne mich und versuche, mit mir umzugehen. Nirgendwo habe ich geschrieben, dass ich eine Welt ohne Adhslerinnen für erstrebenswert hielte.

Aber eine Welt, die erkennt, dass nicht alle Menschen gleich sind und unser Alltag nicht für alle Menschen gleich funktioniert, die halte ich für erstrebenswert.

Die Bezeichnung „Krankheit“ impliziert bei mir eine Anerkennung von Schwierigkeiten. Nicht als „Ist halt so, Stempel drauf“ sondern um überhaupt mit Symptomen umgehen zu können und ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

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Situativ passend, nicht jeder! Nicht vergessen! Das die Kasse bezahlen finde ich gut, jedoch nicht als Krankheit. Denn wenn ADHS = Krankheit definiert wird, ist jeder mit ADHS psychisch Krank. Und das hat weitreichendere Folgen: Krankentaggeldversicherung nur als ein Stichwort zu nennen. Mein Psychiater hat mehrere Fälle erzählt, da wurde wegen eine früheren ADHS Diagnose gewisse Gelder gekürzt, obwohl das eine mit dem anderen nicht viel zu tun hatte… Es braucht noch sehr viel Aufklärung!
Situativ krank schreiben finde ich toll, man wird auch mit Grippe krank geschrieben. Mit ADHS in der heutigen Welt ist schwieriger zu leben als ADHS noch vor 200-xxx Jahren, vergesst das nicht. Es ist nicht ADHS das Problem, sondern der Gesellschaftswandel und mit den einhergehenden Änderungen, in welche ein ADHSler nicht hineinpasst oder seine Schwierigkeiten hat. Früher hatten wir entscheidende Vorteile… Es geht bei den Therapien hauptsächlich darum zu erkennen, das man etwas hat und umso früher man das erkennt umso besser kann nachgeholfen werden. Daher braucht es zu dem Thema viel Aufklärungsarbeit: Nicht jeder Psychiater hat Ahnung davon und da beginnt das Problem und nicht bei uns.

Eben für dich fühlt es sich als Krankheit an, da wahrscheinlich während der Jahre gewisse Symptome verstärkt wurden, diese können auch im frühkindlichen Entwicklungsstadium stattfinden. Je nachdem wie die Umgebung war! Oder auch gewisse Symptome sind seit Babyalter bereits viel ausgeprägter. Es ist genau gleich wie mit der Genetik, manche Ausprägungen werden verstärkt, manche geschwächt.
Ich habe auch meine Schwierigkeiten, die ich mit Medikamenten behandle (Konzentration, Sprunghaftigkeit und Impulsivität als einige Stichwörter), sehe es einfach an, dass ich in der heutigen Welt einfach nicht so funktionieren kann. Wenn das nicht wäre, würde ich Problemlos durch die Welt gehen und das habe ich gut gemeistert… Denn jeder Mensch hat seine Probleme und auch gewisse ADHS-Symptome findet man problemlos überall…

Genau so, das erkennen von Problemen und Strategien erarbeiten. Genau das ist das, was ich auch mache und eben sich selber kennen! Nicht nur Medikamente

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Ich empfinde mein ADHS sehr wohl als Behinderung, weil es nicht möglich ist, ohne Hilfestellung ein normales Leben zu führen. Hätte ich die Hilfe schon in meiner Jugend bekommen, wäre mir viel Leid durch Folgeerkrankungen erspart geblieben.

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Ja. Ich verstehe das und ich sehe es auch so. Mir ist wirklich nicht klar, wie ich das einstufen möchte, in welcher Schublade das am besten aufgehoben wäre.

Bei einer meiner unzählbaren Arbeitsstellen hatte ich mit psychisch Behinderten zu tun, bei einer anderen waren es physische Aspekte, woanders auch ASS. Hier in der CH geht Schwangerschaft auch unter Krankheit, versicherungstechnisch und aus Sicht des Arbeitsrechts.

Das alles ist blöd und unbefriedigend. Schlussendlich gibt es zwei Definitionen davon, an was ich leide (oder nicht leide): Das, was ich empfinde und das, was die Gesellschaft dazu sagt. Momentan haben wir eine Gesellschaft, die extrem auf Leistung aus ist. Und das wiederum macht mich kränker oder behinderter, als ich mich fühle oder fühlen möchte. Weil: Ich funktioniere doch. Aber nicht in dem Tempo, nicht unter dieser Reizflut, nicht mit diesem Druck. Den mir andere aufzwingen.

Ich wiss auch keine Lösung. Sicher ist und bleibt: Wir müssen darüber reden. Und die Sache so gestalten, dass alle ein würdiges und selbstbestimmtes Leben führen können.

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Also keine Ahnung wie du darauf kommst , dass es vor 200 - xxx Jahren Leichter war. Es war anders.

Ich schließe mich zu 100% @Fomoshlo an. Ich selbst empfinde es übergriffig, die Probleme die durch ADHS induziert sind, zur Gesellschaftskritik zu nutzen. Für mich fühlt man sich sich das sogar als Missbrauch an.

Ich stelle mir eine ADHS Frau vor 100 Jahren vor. Mit emotionaler Impulsivität oder wie in meinem Falle kombiniert mit Antriebsschwäche. Partner selbst wählen? Beruf? Geburtenkontrolle? Danke.

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Schön, dass das bei dir so ist. Behalt das bei.
Nur berechtigt das nicht, zu behaupten „AD(H)S ist …“, weil du dann nicht nur über dein AD(H)S redest, sondern auch über das anderer. Und das kann sehr wohl eine Störung sein.

Wir hatten das Thema schon soundsooft, und ich fasse es in folgende Sätze zusammen:

Frage: Ist AD(H)S eine Persönlichkeitsdimension oder eine Störung?
Antwort: Ja.

Ausführlichere Antwort:
Ja, AD(H)S ist eine bloße Persönlichkeitsdimension (wenn es den Betroffenen nicht stört) oder eine Störung (wenn es ihn stört).
Das ist ganz genauso wie bei (fast allen) anderen Störungsbildern auch - das subjektive Störungsempfinden des Betroffenen ist zwingend notwendig, damit es eine Störung ist.
Und meistens stört es den Betroffenen, wenn das AD(H)SD ein bestimmtes Maß überschreitet, also nicht nur leicht vorhanden ist (AD(H)S ist dimensional).

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ja, aber bei einer Diagnose wird ja festgestellt ob eben jene Probleme über einen langen Zeitraum, kontinuierlich in [n] Situationen auftauchen/vorhanden sind.

Was du alles so sagst, kenne ich schon. Ähnliche Sätze hab ich früher die ganze Zeit gehört, auf Arbeit , in der Schule, bei meiner Familie. Das hat nichts mit dem Gedanken der Neurodiversität zu tun, sondern sind nur Durchhalteparolen aus einer Zeit wo die Möglichkeiten nicht da waren. Ja natürlich haben die ihre Berechtigung. Aber man muss auch mal aus dem Überlebensmodus rauskommen und wieder anfangen zu leben. Wenn ich aber meine Probleme die ganze Zeit ignoriere und sage das sind keine Probleme, fühlt sich auch niemand besser (ausser denen den es eh schon gut geht) und es löst vor allem nicht das Problem. Irgendwann kommt dann das Schreckgespenst der veritablen Psychischen Störung um die Ecke.

Natürlich darf auch nicht alles pathologisiert werden. Weil man heute mal traurig ist hat man nicht gleich Depression. Nur weil du jemanden attraktiv findest, bist du ja auch kein Stalker. Weil du gestern mal deine Schlüssel vergessen hast und beim streiten auch mal laut wirst, hast du kein AD(H)S.


[Also ja den Letzten Absatz hab ich mal gestrichen, weil er einfach nicht richtig war]

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Sorry wenn ich dich getriggert habe. das wollte ich nicht. Ich bin diagnostiziert, bin absolut im Reinen mit der Diagnose, es hat bei mir sehr viele Prozesse losgelöst und führte viele Gespräche, versuche mich neu zu sortieren. Plus gehe ich das ganze Positiv an. Am oberen Text waren einige Unüberlegte Dinge drin, die sind mir nun bewusst. Ein Punkt den ich noch nicht so ganz beherrsche… Sätze nur mit der halben Information zu füllen, plus potential zu verletzten, da es meine Meinung ist.

Genau, das meine ich im Prinzip. Jeder nicht ADHSler kennt irgendwelche Symptome, die wir auch haben. Einfach nicht so in einer gehäuften Anzahl, die Ausprägung kann jedoch ähnlich sein. Man darf auch Leben und muss sich nicht immer auf seine Symptome reduzieren, den niemand ist perfekt (das sollte es implizieren). Wir wissen heute viele „Fehler“ und weniger über die „Stärken“. dabei wäre genau die Stärken zu kennen essentiell. Denn daran kann man mehr wachsen.

@UlBre . Wir meinen das selbe, die Formulierung ist unterschiedlich: Nochmals kurz und knapp: Man darf nicht alle ADHSler in die gleiche Schublade(Störung/Krankheit) stecken: Nicht jeder leidet darunter.
Punkt und Schluss!

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Naja, aber genau das ist doch der Punkt, wir leben in genau dieser Umwelt. Es gibt auch andere Krankheiten, die erst durch diese Gesellschaft, diese Zivilisation vermehrt zutage treten, angefangen mit Burnouts, Adipositas, Bluthochdruck, Suchterkrankungen usw. auch verursacht durch die heutige Art zu leben. Und alles das wird sehr wohl anstandslos als Krankheit erkannt und benannt. Und wenn doch ADHS etwas ist, worunter jemand leidet, dann ist es nicht gesund.

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Ich finde es fatal, die „Fehler“ zu verniedlichen.

Mich würd ja mal interessieren, wie du dich über dein ADHS äußerst gegenüber dritten. Denn du tickst ja genauso anders, nimmst vieles anders wahr, wie wir alle hier. Also fällt das auch anderen auf. Wie muss ich mir da deine Reaktion vorstellen?

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Das Hauptproblem der Menschheit war schon immer Andersartigkeit, das Fremde, das unbekannte, das unerwünschte, und alles was sich nicht in Schubladen stecken lässt.
Und Adhs scheint so etwas zu sein an das manche glauben und andere nicht.
Und solange das so bleibt wird sich da wohl auch nicht viel daran ändern.
Da man zum Teil glaubt inzwischen mehr zu wissen, gleichzeitig aber immer noch viele Fragen offen sind, kann man nur hoffen das die Forschung daran weiter forscht und uns noch mehr Erkentnisse darüber liefern kann als das was bisher dazu vorhanden ist.
Und dann vielleicht endlich irgendwann entgültig Klarheit herrscht, aber das kann noch dauern.

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Es gibt chronische und akute Krankheiten. Also muss es nicht zwingend heilbar sein.

Wie kommst du darauf, das „Krankheit“ grundsätzlich „heilbar“ ist?
Sind Hirntumore keine Krankheit? Die sind auch nicht heilbar. Krebs ist nicht immer heilbar. AIDS auch nicht, also auch keine Krankheit? Gibt viele unheilbare Krankheiten. AD(H)S ist nur nicht tödlich, aber trotzdem eine unheilbare Krankheit.

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