…ich nehme im Moment 40 g Fluoxetin, ansonsten nur 20, und fast jeden Tag Medikinet. Ich kann aber nicht sagen, welches Medikament mir besser hilft. Da ich aber auch einen hohen Blutdruck habe, möchte ich die Dosis von Medikinet nicht erhöhen. Nimmst du Ritalin durchgängig und wie lange schon?
Hallo Maggy,
Fluoxetin habe ich sehr viele Jahre in hoher Dosierung genommen, ich wusste ja bis vor 2 1/2 Jahren gar nicht, dass ich ADHS habe. Nach der Diagnose hat mir mein Psychiater zunächst Medikinet adult verschrieben, was ich schrittweise gesteigert habe bis auf 40 mg. Aber Medikinet hat kaum Wirkung gezeigt und außerdem bekam ich Magenschmerzen. Auch die Einnahme erst nach dem Frühstücken war für mich nicht optimal.
Fluoxetin habe ich zunächst auf 20 mg herabgesetzt. Vor gut einem Jahr wurde ich umgestellt auf Ritalin adult, von Woche zu Woche habe ich die Dosis in 10er Schritten erhöht bis auf 30 mg-20mg-00 mg. Ich merkte schnell, dass meine Stimmung immer besser wurde, Angst und Depressionen sind inzwischen verschwunden. Das Fluoxetin habe ich vor kurzem ohne Wissen meines Psychiaters einfach von zuletzt 10 mg ganz abgesetzt. Das ging ganz ohne irgendwelche Absetzerscheinungen, und mir geht es ohne jetzt auch gut. Was Ritalin bisher nicht geschafft hat, ist Ordnung zu Hause zu halten. Als mein Mann noch lebte, war das für mich eine Selbstverständlichkeit, aber nach seinem Tod vor 11 Jahren habe ich angefangen in vielen Bereichen „großzügiger“ zu werden, sehr vorsichtig ausgedrückt. Vor der Diagnose habe ich mich dann deswegen oft geschämt, aber jetzt macht mir das nicht mehr viel aus. Ich habe eine Haushaltshilfe und zusätzlich kommt alle paar Wochen eine Ordnungscoachin. So komme ich ganz gut zurecht. Sie kosten zwar einiges, aber das sind sie mir wert. Eine Verhaltenstherapie beim Psychologen habe ich vor ein paar Monaten abgebrochen, jahrelang war ich in Behandlung, aber es hat mir kaum geholfen . Ohne geht es mir jetzt sogar besser, denn die "Hausaufgaben ", die ich von Woche zu Woche machen sollte, haben mich eher genervt. Ich bin jetzt fast 75 und möchte endlich selbstbestimmt leben. Jahrzehntelang habe ich mich immer so verhalten, wie es von mir verlangt wurde, um ja nicht negativ aufzufallen.
Dir wünsche ich, dass du bald medikamentös bald richtig eingestellt bist und du auch ein lebenswerteres Leben führen kannst.
Liebe Grüße!
Hallo shoppingqueen, das, was du schreibst kommt mir seeehr bekannt vor. Ich nehme seit ca 30 Jahren Fluoxetin, aber so richtig gut ging es mir nicht. Dann stellte sich heraus, dass mein Sohn ADHS hat. Er bekam kurzfristig Ritalin. Da ist mir erst mal klar geworden, dass ich auch ein ADHS Kind war…und bin. Medikinet nehme ich seit ca 15 Jahren, aber nur 1-3 mal im Monat. Da ich dadurch viel mehr Energie und Lebensfreude bekommen habe, hat sich der Konsum inzwischen auf 5-6 Tabletten in der Woche gesteigert hat. Ich kämpfe einerseits gegen die „Sucht“, auf der anderen Seite denke ich, es gibt si viele Menschen, die das regelmäßig nehmen, und wenn es mir mein Leben erleichtert? So what…Mein Mann leidet seit ca 5 Jahren an Alzheimer, im Moment ist das so anstrengend für mich, dass ich die Pillen einfach schlucke, zumal ich dann freundlicher und geduldiger bin…muss ich leider sagen. Er kommt nächsten Sommer in eine Demenz WG, und dann schaue ich, ob ich die Medis reduzieren kann…es tut gut, mit jemandem zu schreiben, der ähnlich denkt und fühlt, danke dir…übrigens bin ich auch eine Chaosqueen, und in verhaltenspsychologischer Behandlung. Es tut mir gut, weil ich lerne zum einen mit meinem hohen Anspruch an mich, (was denken die anderen?) und aber mein Verhalten zu strukturieren, z.B. am Dienstag putze ich 2 Fenster, wenn der Tag dann da ist denke ich nicht darüber nach, ob ich Lust habe, oder nicht, ich mache es einfach, und immer nur zeitbegrenzt…es klappt nicht immer, aber besser als vor der Therapie…wünsche dir alles Gute Maggy
Liebe Maggy,
wie ich dir schon einmal geschrieben hatte*: Methylphenidat zu nehmen ist keine Sucht, gegen die du ankämpfen müsstest oder dessen „Konsum“ du reduzieren müsstest.
Da es dir offensichtlich gut tut, darfst du es auch jeden Tag nehmen oder jedenfalls so oft du möchtest! Woher kommt denn dein schlechtes Gewissen, warum meinst du dir das nicht gönnen zu dürfen?
Wir können doch für unsere ADHS nichts, die haben wir uns nicht ausgesucht. Selbstverständlich darfst du dein Leben auch genießen, wenn dein Mann in einer WG ist, und vorher auch schon! Ich nehme Methylphenidat seit vielen Jahren dreimal täglich.
Guten Morgen Falschparker, ja, ich kenne deine Meinung, ich kannte bisher niemanden, der auch regelmäßig Ritalin etc einnimmt, ich bin Pädagogin und habe in meinen Berufsjahren verinnerlicht, dass es sich um eine „Droge“ handelt, und das Wort ansich ist negativ besetzt und macht Angst vor Abhängigkeit und evtl Spätfolgen z.B. Schizophrenie etc. Natürlich muss es nicht so sein, und man muss, wie bei allen Medikamenten die Vor-und Nachteile abwägen. Ich muss morgens Blutdrucksenker nehmen, nach dem Frühstück werfe ich ein Medikinet ein, und merke, und kann es auch messen, dass der Blutdruck wieder steigt…nicht so optimal. Aber, letztendlich nehme ich sie ja, weil es mir damit besser geht und ich meinen Alltag besser bewältigen kann. Durch Internetrecherche, Arztbefragung und dieses Forum habe ich erfahren, dass auch viele Ältere das Medikament nehmen, was mich erstaunt hat, aber es auch „normaler“ erscheinen lässt. Ich weiß, dass ich mir zu viele Gedanken mache, das gehört zu meiner Persönlichkeit, und verändert sich auch durch Medikament zum Besseren. Was mich interessiert: nimmst du das Medikament durchgängig (meine Ärztin empfehlt mir Pausen) und ist kein Gewöhnungseffekt aufgetreten? Du spürst nach wie vor die positive Wirkung? Ich wünschte, dass sich noch mehr „Dauereinnehmer“ mit guten Erfahrungen melden würden, das würde zu meiner Beruhigung beitragen, wünsche dir einen schönen Tag, Maggy
Hi @Maggy
Methylphenidat ist keine Droge, sondern ein Medikament.
Lisdexamfetamin (Elvanse) übrigens auch.
Es macht nicht abhängig.
Und die Spätfolgen von ADHS können deutlich schlimmer sein, als die der Medikamente. ADHSler haben statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung - aber nicht wegen der Medikamente, sondern wegen der Folgen, die unbehandeltes ADHS mit sich bringt.
Wenn Du Dich regelmäßig vom Hausarzt durchchecken lässt (EKG, Blutdruck, Blutwerte alle 6-12 Monate), dann ist MPH nicht gefährlich, sondern hilfreich.
Von Schizophrenie als Spätfolge der Medis habe ich noch nie gehört.
Schizophrenie und andere psychische Erkrankungen können als Folge von Drogenkonsum auftreten. Aber ADHS-Medikamente sind keine Drogen. Bei Drogenkonsum „von der Straße“ nimmt man ganz andere Mengen zu sich. Die Medis sind so gering dosiert, dass das nicht passiert - sofern man nicht vorher schon unter Schizophrenie oder anderen psychischen Erkrankungen leidet. Und wenn man die Erkrankungen vorher schon hatte, sind nicht die Medis die Ursache.
Gerade hier bietet es sich an, die Medis regelmäßig zu nehmen. Erhöhung von Blutdruck und Puls ist als Nebenwirkung bekannt. Tritt aber vor Allem in der Anfangszeit auf. Wenn der Körper sich an die Medis gewöhnt hat, normalisiert sich der Blutdruck für gewöhnlich wieder.
Du könntest auch mit dem Hausarzt sprechen, ob eine (vorübergehende) Erhöhung des Blutdrucksenkers sinnvoll wäre.
Zudem könnten die ADHS-Medis indirekt auch eine Senkung des Blutdrucks bewirken, wenn Du sie regelmäßig nimmst - weil Du insgesamt ruhiger und entspannter wirst und der Alltag nicht mehr so anstrengend ist. Ein schlechtes Gewissen, weil Du ADHS-Medikamente nimmst, ist auch Stress und kann den Blutdruck erhöhen. Beim Blutdrucksenker hast Du doch auch kein schlechtes Gewissen - oder?
Was du vor X Jahren im Berufsalltag gehört und erlebt hast, kannst Du mit heute nicht vergleichen. Damals war die Forschung noch nicht so weit und die Ärzte hatten selbst kaum Ahnung. Die Kinder waren oft total überdosiert und wirkten deshalb wie „ruhiggestellt“, „Zombies“, „auf Droge“ usw. Wenn das passiert, stimmt die Dosis nicht! Die muss man eben genau und individuell anpassen.
Du merkst doch, dass es Dir mit dem Medikament viel besser geht. Also kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Genau dafür ist das Medikament da!
Du hast nicht nur 1-3 Tage im Monat oder 5-6 x die Woche für 6-8 Stunden ADHS.
Du hast ADHS 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang!
Wenn du schläfst, ist ADHS egal - aber wenn Du wach bist, dann darfst Du auch Medis nehmen, damit es Dir besser geht.
Streiche das „leider“! Das ist genau das, was die Medis bewirken sollen!
Weil Du es ohne Medis nicht oder nur schwer kannst!
Ungeduld und mangelhafte Impulskontrolle (z.B. schnell wütend werden) ist keine „Charakterschwäche“ oder schlechte Erziehung - das ist ADHS!
Du bist genauso wenig süchtig nach ADHS-Medikamenten, wie Du süchtig nach Blutdrucksenkern bist. Bist Du abhängig von den Medikamenten? Ja, selbstverständlich. Weil es Dir ohne Medikamente viel schlechter geht und zwar auch ohne die Blutdruckmedikamente.
Aber Abhängigkeit ist nicht gleich Sucht. Wenn Du süchtig wärest, dann bräuchtest Du immer mehr, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Das ist bei ADHS-Medikamenten nicht so.
Ich bin 52 Jahre alt und nehme seit gut einem Jahr Elvanse und Medikinet adult in der gleichen Dosierung. Die Wirkung hat sich nicht verändert. Ich will gar nicht mehr, weil ich mich mit mehr überhaupt nicht wohl fühle.
Trotzdem wirken die Medikamente nicht an jedem Tag gleich. Aber auch für Menschen ohne ADHS ist nicht jeder Tag gleich. Es gibt immer gute und schlechte Tage - für alle Menschen. Stress, zu wenig Schlaf, zu wenig gegessen, Sorgen… usw. wirken sich allgemein schlecht auf das Befinden aus. Das können die Medis auch nicht „richten“. Dazu sind sie nicht da. ADHS-Medis sind keine „Happy-Pills“. Sie sollen helfen, den stinknormalen Alltag besser bewältigen zu können - mit seinen ganz normalen Höhen und Tiefen.
Ich behaupte jetzt mal, die meisten hier im Forum sind „Dauereinnehmer“. Ich zähle mich auch dazu, obwohl ich (nach ärztlicher Absprache) einen Tag Medi-Pause in der Woche mache, weil mein Körper das braucht. Das gilt aber für mich persönlich, nicht generell. Und wenn ich am Wochenende funktionieren muss, dann mache ich auch mal keine Pause.
Hallo Maggy,
dir auch einen schönen Tag!
Ich nehme Methylphenidat seit 2003 durchgängig ohne Pausen (außer einem bis zwei Tagen während wirklich starken Infekten), ein Gewöhnungseffekt ist nicht aufgetreten und die Wirkung hat nicht nachgelassen.
Ich nehme zusätzlich Blutdrucksenker, aber noch nicht so lange wie das Methylphenidat. Mein Vater hatte ebenfalls hohen Blutdruck und mein Bruder auch, es liegt also eher nicht am ADHS-Medikament.
Wenn deine Ärztin auf einer jährlichen Pause besteht, kannst du es ja einige Tage im Jahr weglassen. Erforderlich, um einer Gewöhnung vorzubeugen, ist das nicht. Ich habe mich bisher erfolgreich davor gedrückt, muss ich zugeben.
Danke euch, ja mein Kopf sagt mir das auch alles…aber…
Es ist sehr beruhigend eure Beiträge zu lesen…
Schade, dass der Name „Schusselflummi“ schon vergeben ist, ich hätte ihn seeehr gerne für mich gehabt ![]()
Das verwirrt mich jetzt aber hängt vielleicht vom pädagogischen Bereich ab… aber müsstest du da nicht eher die positiven Wirkungen der Medikation mitbekommen bzw. In irgendeiner Form mehr Wissen statt „Fake“ Wissen haben?
Hier wirst du uns finden ![]()
Ich würde grade im Bezug zu ADHS Medikamenten auf „Umgangssprache“ die irgendwie sich etwas negativ anhört verzichten, sondern von einem wichtigen Medikament sprechen , welches du einnimmst. Einfach um der Sache eine Ernsthaftigkeit in der medizinische Notwendigkeit zu geben. Auch um dich bewusst von dem „Drogebild“ abzugrenzen.
Knapp Ü50 und seid 2017 mit regelmäßigen Kontrollen bisher körperlich alles soweit ok auch wenn es Nebenwirkungen gibt, hätte ich ohne Medikation noch mehr Probleme.
Zwei Heilpraktikerinnen und meine Hausärztin mit Schwerpunkt Ernährungsmedizin und Naturmedizin sehen auch die Notwendigkeit und Vorteile und kämen nicht auf die Idee mir was anderes zu erzählen.
Ich pausiere immer mal wieder kurz und dann weiß ich ganz schnell wieder wie dankbar ich der Medikation bin.
Hallo ihr Lieben, komme grad von meiner Psychiaterin, sie hat mich bezüglich Dauermedikation von Medikinet sehr beruhigt, es könnte sein, dass ein Gewöhnungseffekt eintritt und man irgendwann die Dosis erhöhen muss, was aber nicht zwangsläufig eintreten muss….Erfahrungswerte?… Sie sagte, dass ihr Großvater das Medikament seit 40 Jahren in der gleichen Dosierung nimmt, inzwischen 90 und topfit ist…was will man mehr, Lieben Gruß Maggy
Wie schön, das deine Psychiaterin positive Erfahrungen im familiären Umfeld hat!
Hallo Maggy,
dann meint sie wahrscheinlich den Wirkstoff Methylphenidat. Medikinet Retard gibt es seit gut 20 Jahren.
Ich finde es nicht so erstaunlich, vermutlich wäre der Großvater weniger topfit, wenn er ADHS hätte und keine Medikamente genommen hätte, weil unbehandelte ADHS die Krankheitslast und Lebenserwartung senkt.
Aber es ist sehr ermutigend, dass der Großvater das Medikament noch gut verträgt. Ich nehme Methylphenidat seit dem 38. Lebensjahr und bin jetzt 59, mit 90 könnte ich, wenn ich es erlebe, schon über 50 Jahre Methylphenidat nehmen.
Hallo Falschparker, nimmst du das Medikament durchgängig oder mit Pausen, und musstest du in der ganzen Zeit die Dosis erhöhen? Schönen Abend, Maggy
Ich mache keine Pausen außer einen oder zwei Tage bei einem Infekt und ich habe seit der Umstellung auf Kapseln 2011/2014 die gleiche Dosis, die immer noch genau so wirkt.