ADHS und Antidepressiva?

Hallo ihr Lieben,
ich bin ganz frisch im Forum. Letzte Woche habe ich meine Diagnose ADHS erhalten. Ich habe resultierend aus dem jahrelangen Leidensdruck eine Depression entwickelt, die ich aktuell mit 112,5 mg. Venlafaxin behandel. Leider hilft das nur bedingt und aufgrund meiner jahrelangen Konzentrationsstörung, Unaufmerksamkeit, Rastlosigkeit (innere Unruhe, bin innerlich ständig unter Strom) und vor allem der bleiernen Tagmüdigkeit wurde ich nun zum ADHS Test geschickt.
Jetzt habe ich in 3 Wochen einen Termin bei meiner Psychologin zur weiteren Besprechung. Gerne möchte ich auf jeden Fall eine Verhaltenstherapie angehen um mein inneres Chaos besser strukturieren zu können zum anderen wäre sicherlich eine medikamentöse Therapie begleitend sinnvoll. Jetzt frage ich mich, kann man ADHS Medikamente mit Antidepressiva zusammen nehmen. Habe Angst mich jetzt mit Medikamenten „vollzupumpen“.
Hat einer Erfahrungen mit der Kombination und kann es sinnvoll sein während der Einnahme z.B. von Ritalin/Medikinet etc. mit dem ausschleichen von Antidepressiva zu beginnen oder macht das wenig Sinn?

Hallo und herzlich willkommen,

Ja, kann man. Nehme 90 mg. Duloxetin zusammen mit Elvanse und Attentin. Ich fühle mich nicht mit Medikamenten „vollgepumpt“ und ich habe keine gravierende Nebenwirkungen oder sonstige unangenehme Erscheinungen.

Das muss du bitte mit deinem Arzt besprechen. Jeder reagiert da anders.
Meine persönliche Erfahrung ist ziemlich nach hinten gegangen, d.h. aber nicht dass es bei dir gleich so schlimm sein wird.

Danke für deine Antwort. Ich habe schonmal die Einnahme Venlafaxin vergessen und hatte nachts Brainzaps und Schweißausbrüche, ziemlich unangenehm. Daher würde ich gerne mit dem Absetzen warten bis ich stabil bin.

Du kannst es parallel einnehmen, solltest das Venlafaxin dann aber langsam (!) ausschleichen. Möglicherweise brauchst du dann kein Antidepressivum mehr.

Hallo,

ja, möglicherweise. Möglicherweise aber auch nicht.

Zuerst solltest du dich auf die Einstellung des Stimulans (Ritalin/Medikinet/Elvanse) konzentrieren und wenn das gut läuft und dadurch die Depressionssymptome besser werden und der Arzt das auch befürwortet, könntest du das AD versuchsweise ausschleichen.

Wenn das ADHS-Medikament genügt - schön. Wenn du langfristig eine Kombination brauchst, dann ist es eben so und du wärest nicht die einzige.

Ein „Vollpumpen“ wäre es nicht! Sinn der ADHS- bzw. ADHS- und Depressionsbehandlung ist nicht, möglichst wenig Medikamente zu nehmen, sondern ein möglichst wenig beeinträchtigtes Leben zu führen.

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Ich habe sowohl ADS als auch wiederkehrende Depressionen. Die ADS-Testung wurde bei mir u.a. mit Tests am PC durchgeführt, und auch unter verschiedenen Medikamenten. Am Besten war ich unter Bupropion (Elontril) 300mg. Ich habe daher Venlafaxin mit dem Amphetamin und Antidepressivum Bupropion 300 mg ersetzt (150 mg hatte keinen Effekt). Die antidepressive Wirkung ist mindestens so gut wie bei Venlafaxin (das seine sehr gute antidepressive Wirkung oft erst bei 225 bis 300 mg entfaltet), ich hatte jetzt seit einigen Jahren keine Depression mehr und spüre im Gegensatz zu Venlafaxin keinerlei Nebenwirkungen. Zudem denke ich und verhalte mich deutlich strukturierter, bin nicht so stark ablenkbar, mache viel weniger Fehler im Alltag. Vielleicht wäre die Umstellung von Venlafaxin auf Bupropion auch etwas für Dich? Oder erstmal eine Aufdosierung von Venlafaxin, nachdem der Medikamentenspiegel erhoben worden ist?

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Herzlich willkommen, Mozella! :adxs_jaaay:

Herzlich Willkommen Mozella!

Habe ich schon meine Medikation erwähnt?
Ich nehme Tianeptin.
Ein Atypisches AD gegen Depressionen, wirkt auch Dopaminerg, nur leider schwach.
Aber es soll Stressbedingte Veränderungen im Gehirn wiedeherstellen und lässt mich klarer denken.
Wirkt also auf die Neuroplastizität und hat viele Vorteile in Bezug auf die Stressachse.

Leider nehme ich noch Lyrica gegen Angst, das antagonisiert den Effekt, schirmt mich aber gut ab doch man verblödet etwas.
Nimmt noch jemand Pregabalin (Lyrica) gegen Angst ?

Elontril fand ich ziemlich ‚hart‘, was die Wirkung angeht. Bist zwar knallewach schon morgens, der Nebel ist weg, aber ganz schön brutal, schon bei 150mg. Wie nach 1h Schwimmen.
Werde allerdings mal den Arzt fragen, ob ich Elontril bei Bedarf nehmen kann, es wird ja auch nicht ein oder ausgeschlichen.
Denn eigentlich mag ich mein Verträumtsein schon ab und zu und will nicht darauf verzichten, weil ich es mir jetzt auch leisten kann.
Aber wenn mal ein Ämtertag ansteht…

Warum nimmst du keine der gängigen Adhs Medikamente, wie Ritalin oder Elvanse?

Weil Suchtvergangenheit.

Das haben einige von uns hier trotzdem nehmen wir sie.
Ich will dich natürlich nicht überreden, aber es ist wirklich kein Grund, eher eine verpasste Chance für dich. Und wie ich rauslesen kann, kommst du mit deinen jetzigen Medikamenten nicht weit.

Sag das meiner Psychologin.
Für sie gibt es kein ADXS und Menschen mit Suchtvorgeschichte bekommen kein BtM.
(Obwohl Lyrica und Tianeptin auch abhängig machen können)

Psychologen verschreiben sowieso nichts oder meinst du Psychiater? Finde einfach einen Psychiater, der sich gut mit Adhs auskennt und dich entsprechend ernst nimmt. Hast du offiziell eine Diagnose? Wenn nein, dann mach! Du bist noch nicht so alt dich aufzugeben und weiter mit Depressionen kämpfen zu müssen. Besorge dir die Ärzteliste hier und fang an dich darum zu kümmern.
Ich will nicht bestimmend wie die Sozialtante klingen, will doch nur helfen. Die Entscheidungen für dein Leben triffst immer noch du selbst.

Ich bin schon froh, wenn ich morgens meine Latschen finde.

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Ok, das tut mir leid.

Und wenn du deine Latschen gefunden hast, schau nach einer oder einem ADHS-Experten/in - das lohnt sich definitiv, und spanne deine Betreutes-Wohnen-Helfer dafür ein falls du es nicht alleine schaffst, die können auch mal was anderes tun als über deine Ordnung meckern.

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