ADHS-Zustände uneinsichtigen nicht-ADHSlern erklären

Ich lese mehrmals täglich hier.

Ich bin mittlerweile so vorsichtig geworden…
Außerhalb der Familie ist es sehr schwer.
In 2 weiterführenden Schulen Mobbing inkl der Lehrer/innen und außen .
Während der Lehre in der Berufsschule keine Kontakte weil man andere Musik gehört hat die nicht ins System passt.
Beziehungen nur benutzt und verarscht worden…
Trennung basiert auf falschen Vorwürfen seitens der Firma inszeniert durch weibliche Kolleginnen…
Dann 4,5 Jahre jetzt nur mein Vertrauen missbraucht worden oder habe als Warmhalter gedient…
Im Ehrenamt welches ich vor 2,5 Jahren angefangen und vor kurzem beendet habe nur Lästereien, Getuschelt, Ausgrenzung, Falsche Behauptungen..und zu 95 Prozent waren da Frauen beteiligt…
Also Beziehung wird bei mir nicht mehr stattfinden.
Freundschaften maximal schwierig weil ich nunmal mittlerweile bzw in den letzten 4,5 Jahren gelernt habe Menschen ziemlich schnell einzuschätzen und zu durchschauen.

Hatte eine Gute/beste Freundin im Ehrenamt, seit ich da aufgehört habe höre ich von ihr nichts mehr. Aber sie zu jedem Dienstabend etc 10km aus der Stadt zu holen 30km zum DRk Heim zu fahren und dann wieder zurück…dafür war ich gut genug…

In der Schule bzw im Kindergarten haben mich viele Mütter gemieden bzw nicht geantwortet wenn man gefragt hat ob die Kinder zusammen spielen wollen weil sie sich im Kindergarten gut verstehen…keine Antwort…
Nur weil ich geschiedener Papa bin, aber da können die Kids nichts für.

Ämter wo man Frauen gegenüber sitzt die einen fertig machen wollen…

Viele toxische, gefährliche und narzistische Personen kennengelernt.

Habe jetzt einige gute Bekanntschaften im neuen Ehrenamt, aber auch da muss man vorsichtig sein, solange man die nicht näher kennt.

Uh :frowning: Das ist schon heftig…

Ich bin nach längerem wieder hier und sehe, dass ich den Thread vor ziemlich genau zwei Jahren erstellt hatte - damals war ich ja gerade mal ein halbes Jahr nach meiner Diagnose hier.
Jetzt, nach 2,5 Jahren, muss ich folgendes sagen: es hat sich leider NICHTS geändert. Vor allem auch innerhalb der Familie (“ich kenne welche mit ADHS…du hast keins” - von meiner Schwester, die mich drei mal im Jahr sieht ← sie meint natürlich welche die schon seit Ewigkeiten Medikamente bekommen).
Meine Eltern meinen “Das ist doch nur eine Stunde arbeit. Mach es doch einfach.”…yep. Dass es theoretisch nuur eine Stunde ist (bzw. sein kann, da es real dann doch eher 5 - 10 waren, da total daneben geschätzt), weiss ich ja selber. Das Problem ist ja “nuuuuuur” das anfangen :wink:
Und immer und immer wieder “Du benutzt ja ADHS als ausrede für aaaaalllleeess”… wie ich das hasse. Dass ich 44 Jahre vor Diagnose nichts von ADHS gehört habe und damit nicht angekommen bin interessiert niemanden.

Wenn man wirklich Probleme mit wem hat sollte man es schon erwähnen. Z.b. habe ich extreme Probleme mit pünktlichkeit. Egal ob Arbeit, irgendein Amt oder was auch immer. Man hört dann nur Spürche wie “ich habe schon gerechnet dass du ne halbe Stunde später kommst” - weil es ja schon immer so war… Jetzt kann ich sagen: kann ich nichts für. Bemüht habe ich mich ja über Jahrzehnte pünktlich zu sein und es nie verstanden. Paar Arbeitskollegen haben sich angegriffen gefühlt “Du hälst dich für was besseres” - “Alle anderen schaffen es pünktlich auf der Arbeit zu sein..nur du nicht”..blah blah blah… dann ist es natürlich sehr gut wenn dann mit einer Diagnose für eine Krankheit kommen kann die beweist dass man das nicht mit Absicht macht und niemand ausrasten muss.

Habe morgen meinen ersten Termin beim Psycho. Endlich - nach über zwei Jahren einen gefunden der sogar gut erreichbar ist. Mit etwas Glück habe ich dann die Tage Medis und kann in den nächsten Monaten ca. 100-200 Sachen von meiner imaginären To-Do-Liste abhaken… :rofl:

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Schön mal wieder von dir zu hören.:slightly_smiling_face:

Es macht keinen Sinn ADHS bei Menschen zu erwähnen, die keinen Bezug dazu haben oder die die Diagnose bei einem nicht anerkennen oder gar wiederlegen wollen.

Du wirst dich weiterhin permanent missverstanden fühlen wenn du weiterhin darauf hoffst gesehen und verstanden zu werden.
Verletzt zu werden ist vorprogrammiert.

Du bist 44 und keinem eine Rechenschaft schuldig vor allem nicht in der Familie.
Distanziere dich und bleibe auf Abstand , es ist dein Leben. Es gelingt kaum einer Familie auch im Fortgeschrittenem Alter alte Strukturen und Rollen zu durchbrechen, weil man es im miteinander so gewohnt ist und von Kindheit an so gelebt hat.

Weißt du, dass gemeine ist ja auch . Selbst wenn deine Familie dein ADHS komplett akzeptiert und versteht warum du so bist . Es ändert nichts an den Dingen , die wir weiterhin zu erledigen haben und so gerne in den Griff bekommen wollen .
Eine nicht aufgeräumte Wohnung bleibt eine nicht aufgeräumte Wohnung in der wir uns selber auch nicht wohl fühlen,
Es würde aber helfen wenigsten nicht ständig Vorhaltungen zu bekommen.

Das ändert bloß nichts daran , dass wir weiterhin dafür verantwortlich bleiben zu versuchen es in den Griff zu bekommen bzw. die Verantwortung trotzdem dafür zu übernehmen .
Es ist und bleibt für unsere Mitmenschen nun mal nervig wenn wir zu spät kommen .
Wenn ich zu einem Meeting mit 5 Kollegen 1/2h zu spät komme , sind es 5 Kollegen die ggf. nach hinten hin einen Nachteil daraus haben.
Umgerechnet in Arbeitszeit sind das 2 ½ h Wartezeit . Das bleibt leider ein bitterer Fakt.
Stell dir vor, es käme nach dir immer ein ½ h später und du musst das mittragen . Ob der ADHS hat und du es verstehst oder auch nicht. Es ändert nichts daran , dass du nach hinten hin auch die ½ h mit auffangen musst.
Dadurch das wir immer die letzten sind erfahren wir ja nie, wie es sich anfühlt, wenn jemand immer zu spät kommt.
Das konnte ich erst richtig spüren als ich ne Kollegin hatte , die noch nach mir zu spät kam.
Das doofe ist einfach , dass auch diese Erfahrung mich nicht pünktlicher gezaubert hat , aber zumindestens weniger unpünktlich oder knapp.

Wärst du mein Kollege hätte ich absolutes Verständnis für dich weil ich ja weiß warum das passiert , aber trotzdem wäre ich genervt , weil es mit auf meine Kosten geht .
Ich decke auch immer wieder in unserem Verein jemanden den Rücken, weil er immer sehr zu spät kommt aber dass nimmt anderen trotzdem nicht den Stress, den sie dadurch haben.

Wenn ich mal wieder zu spät loskomme , bin ich traurig und verzweifelt über mich . Aber letztendlich bin ich die Einzige, die Verständniss für sich aufbringen muss , dass ich und andere daraus einen Nachteil haben.

Wärst du in einem Rollstuhl und man würde dich immer schieben und überall mitnehmen , dann darf trotzdem jeder auch davon mal genervt sein weil es anstrengend ist und auch an vielen Stellen nerven kann .

Mir hilft es pünktlicher zu sein, wenn ich mich abholen / mitnehmen lasse oder auf der Arbeit mich an jemanden dranhänge, der den selben Termin hat.

Vielleicht kannst du es auch umgekehrt machen. Anstatt von deinen Kollegen zu erhoffen Verständnis zu haben , gemeinsam zu überlegen eine Lösung zu finden was dir helfen könnte.

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Hallo Paul,

das tut mir sehr leid. Aber ich glaube, das wird sich auch nicht ändern. Ich empfehle niemand, den eigenen Eltern oder Geschwistern ADHS zu erklären - oder auch nur von der Diagnose zu erzählen. Warum auch, wenn man erwachsen ist und mit keinem von ihnen mehr in einem Haushalt lebt.

Wobei ich sagen kann, dass sich das Verhältnis zu meiner Mutter nach meiner ADHS-Diagnose gebessert hat - aber nicht weil ich es im Gespräch mit ihr thematisiert hätte, sondern weil ich ihr mit Hilfe einer Psychologin bewusst vergeben habe für einige Dinge, die durch mein ADHS und ihre Reaktion in meiner Kindheit schief gelaufen sind. Das war 2003/2004, und meine Mutter lebte immerhin noch bis 2019.

Warum sollte ich sie damit konfrontieren? Mama, du hast Mist gebaut, aber jetzt ist alles gut? Nee. Das war doch damals schon 30 Jahre her.

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