„ADHSler können manche Dinge besser“

Lese ich immer wieder. Ich höre zum Beispiel immer wieder, wir seien kreativer als NTs. Merke ich persönlich nichts von. Hyperfokus als Vorteil: Merke ich auch nichts von, selbst bei Tätigkeiten, die mir Spaß machen, bin ich spätestens nach einer Stunde völlig ausgelaugt und nach wenigen Tagen völlig desinteressiert.

Ich versuche immer wieder das Positive zu sehen, aber die ganzen Dinge, die andere ADHSler immer so gut zu können scheinen, kann ich einfach nicht. Ich merke nur die negativen Dinge: Unkonzentriertheit, fehlende Orga-Fähigkeit, kein Zeitgefühl, etc. Was man halt so kennt.
Wie ist das bei Euch? Gibt es noch andere, denen es auch so geht? Die keine positiven Seiten feststellen können?
Oder ganz allgemein: Welche positiven Aspekte der ADHS habt Ihr an Euch?

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Ehrlich gesagt, sehe ich bei mir persönlich auch nicht viel positives :frowning:

Ja, ich würde behaupten, dass ich kreativ bin, aber es gibt doch auch viele Menschen ohne AD(H)S, die sehr kreativ sind und um die Ecke denken können.

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Hey @DominikS
Verstehe was du meinst. Gibt durchaus begabte kreative Köpfe, aber ich selbst bin deiner Meinung, den großen Vorteil von Adhs kann ich auch nicht sehen. Ich habe eigentlich immer unter den Symptomen von adhs gelitten.

Ich werde durch die Hyperaktivität oft als powerful und sehr aktiv (im positiven) wahrgenommen, aber ich selbst könnte gut und gerne darauf verzichten.

Hier helfen natürlich die Medis, aber meine Wahrnehmung geht schon eher in Richtung chronische Erkrankung als Richtung kreatives Genie :wink:

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Naja @DominikS ich sehe es für mich zwar etwas zwiespältig, bin aber im wesentlichen der Ansicht dass mir mein ADHS durchaus auch Vorteile bringt. Klar, es gibt jede Menge Probleme, Chaos und so weiter… Aber in bestimmten Bereichen Bin ich durch den (gesteigerten?) Kreativen Teil in meinem Job deutlich leistungsfähiger und sehe an stellen Lösungen wo andere nur Probleme sehen.

Genauso das funktionieren unter gewissen Arten von extremem Stress…

Inwieweit die Medikamente ihren Teil dazu beitragen bin ich mir jedoch nicht so ganz sicher

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Wer selbst nicht an sich glaubt kann nicht erwarten das andere an ihn/sie glauben.

Hallo,

man sagt, ADHS-ler können besser um die Ecke denken und dadurch Lösungen finden, auf die Andere nicht kommen.

Sie seien außerdem zwar manchmal impulsiv und ungerecht, aber jedenfalls nicht unbedingt nachtragend. Und in Notsituationen könnten sie schnell und intuitiv richtig handeln.

Ich weiß nicht, wie gut das empirisch belegt ist.

Zumindest das Um-die-Ecke-Denken nehme ich für mich in Anspruch, es hilft mir privat und beruflich. Natürlich könnte das gar nicht mit meiner ADHS in Zusammenhang stehen, aber das stört mich dann auch nicht. :adxs_lol:

Ich stelle auch fest, dass ich soziale Situationen gut durchschaue und analysieren kann. Bei Anderen, bei mir selbst hatte ich, vor der Medikation, bemerkenswert häufig „Tomaten auf den Augen“.

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ein sehr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
Die Fähigkeit, sich mit einer (ja, fast schon zwanghaften…) Leidenschaft in Dinge und (zwischenmenschliche) Beziehungen rein zu stürzen
Sich leicht für Dinge begeistern lassen
Intensive Emotionen, mit denen man auch schnell seine Mitmenschen mit reißt → genug Emotionen für 10 Menschen zusammen
Eine Empathie, die es ermöglicht, Menschen im Kern zu sehen und zu verstehen
Eine nicht endende Energie, die Andere mitreißt und zu großen Unternehmungen bewegt
Eine Sensibilität, die dazu führt, nie aufzuhören, an seinen zwischenmenschlichen Beziehungen zu arbeiten
Der Vorteil, es im Leben nicht immer leicht gehabt zu haben und lernen zu müssen zu kämpfen (oft kämpft man erst, wenn der Leidensdruck hoch genug ist), durch das, was man sich dann aneignet in eine Intensität und Tiefe der Dinge zu kommen, mit denen man zu kämpfen hat

Klar, ADHS ist sehr individuell und jedem geht es anders… und ja… alles was ich hier als meine Vorteile aufgelistet habe, erlebe ich noch mindestens genau so sehr als Belastung aber hey, ist doch auch mal schön sich auf das positive zu konzentrieren​:blush: (ja, heute ist zufällig einer der guten Tage… :joy:)

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Durch meinen Hang zur Prokrastination bin ich auf kurzer Strecke unglaublich gut Aufgaben/Sachen sehr zeiteffizient zu erledigen.

Weil ich das weiß, fange ich manchmal deswegen noch später mit etwas an xDD

Ich kann mich extrem in etwas reinsteigern, mich aufregen, wütend und verzweifelt sein.
Am nächsten Morgen wache ich auf und weiß und fühle nichts mehr davon.
Oder die Nachbarskatze sitzt draußen und dann wird sie gesteichelt und dann ist alles wieder gut.
Die berühmten Stimmungsschwankungen eben.
Ich gräme mich nie lange.

Mein Energielevel in nicht depressiven Phasen.
In depressiven Phasen wird das zur Rumination.

Freude über Kleinigkeiten. Zb wenn die Sonne über einem Weizenfeld untergeht oder Papa Star morgens aus vollster Kehle singt und ich ihm vom Küchenfenster aus beobachten kann.

Ich kann (niedrige Impulskontrolle) unglaublich witzig sein und ganze Räume zum Lachen bringen. Manchmal ist es mir aber peinlich :smiley:
Mein Freund sagt, dass ich die lustigste Frau bin, die er je hatte.

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also ich kann einen ganzen Tisch voll mit Gag-Autoren und Entertainer beim Brainstorming ersetzen :adxs_lol:

außerdem konnte ich in Notsituation meine Arbeitgeber schon das ein oder andere mal aus der scheiße reiten

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Hihi, ich nenne es Witzel-Inkontinenz. Findet nicht jeder lustig, ich schon. I made my day, by the way! Da rede ich mich vor mir selbst doch mal gerne mit Mangel an Impulskontrolle, leiderleider angeboren, raus.

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Wow ich finde mich gerade in den sehr schön beschrieben Worten von @Falschparker wieder, wirklich sehr schön beschrieben. :hugs: :+1:
Bei mir auch sehr passend mit den Tomaten auf den Augen, ausserdem habe ich persönlich oft zusätzlich noch Petersilie in den Ohren.
:joy::rofl:

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Erstmal danke für die Antworten.

Mir fällt es gerade schwer, auf alle Eure Replys zu antworten.
Der Grund ist der, dass ich mich in fast keiner der Beschreibungen wiederfinde.
Das Einzige, was auf mich zutrifft, ist der Sinn für Gerechtigkeit, was mir aber auch immer nur Nachteile eingebracht hat und ich als Moralapostel abgestempelt wurde und jeglichen Anschluss an andere verloren habe.

Aber wie ich sehe, bin ich auch nicht der Einzige, der nur die negativen Aspekte hat. Es wäre nur alles ein wenig leichter, wenn ich wenigstens noch etwas Positives an der Scheiße sehen würde, etwas, das nicht mein gesamtes Berufs- und Privatleben nachhaltig beeinträchtigt.

Verzeiht mir bitte, dass ich gerade etwas depressiv klinge, aber ich bin es langsam so satt, immer nur zu kämpfen, irgendeine Nische zu finden, in der ich existieren darf.

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@DominikS hoffe das kommt jetzt nicht als hohl klingendes blabla bei Dir an was ich schreibe, ich verstehe Deinen Frust mit Adhs mehr als gut, denn wenn ich selbst zum Beispiel in einem negativen Gedankenstrudel über mich, mein Leben und die Welt bin, dann bin ich eben auch in einem negativen Hyperfokus, verfalle in einen negativen Tunnelblick.
Und wenn man da mal drinsteckt ist es schwer da wieder raus zu kommen, dass verstehe ich total gut.
Nicht desto trotz muss man da aber irgendwie wieder raus kommen, und mir persönlich hilft dann nur eins, meine Gedanken auf alles andere, auf die schönen und guten Dinge, auf liebe Menschen zu lenken, sozusagen meine negative Energie wieder in positive Energie umzuwandeln.
Dabei hilft mir persönlich Sport meistens am besten, in meinem Fall, wenn ich mich auf mein Velo schwinge und mich dabei körperlich verausgabe. Allerdings auch nicht zuviel verausgabe, denn sonst bin ich nachher wieder so erledigt das mein gutes Feeling gleich wieder weg ist, weil ich dann wieder k.o. bin, müde werde, und dann die negativen Gedanken zurück kommen.

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Naja, es ist ja nicht bloß ein Hyperfokus, der punktuell ist und wovon mich ein Fokuswechsel ablenkt. Dieses Gefühl, nicht einmal als ADHSler richtig was drauf zu haben, zieht sich ja durch meinen Alltag. Ich würde halt einfach gerne die positiven Dinge sehen können, aber ich finde sie einfach nicht. Ich scheitere immer und immer wieder wegen dieser Scheiße und kann einfach nicht von den positiven Dingen profitieren. Ich bin selbst unter den ADHSlern eher ein Außenseiter, weil ich eben nur die negativen Dinge (hauptsächlich Konzentration, Gedächtnis und co) erlebe. Und ich weiß einfach keinen Umgang damit. Das ist mein Problem. Auch wenn ich nun andere Dinge mache, um davon abzulenken, bleibt das Problem ja, vor allem weil ich es einfach nicht schaff, mich mehr als nur 5 Minuten auf etwas zu konzentrieren. Medikamente kommen auch nicht infrage, ich habe nun alle durch (Medikinet, Ritalin, Elvanse, Atomoxetin und Guanfacin) und ich musste sie immer wieder dank zu starker Nebenwirkungen absetzen. selbst mein Arzt weiß nicht mehr weiter, weil es keine Alternativen mehr gibt. Ich will doch einfach nur ein einziges Mal kein Loser sein, der selbst bei Medikamenten versagt. :cry: gibt es denn hier wirklich niemanden, der oder die das auch so erlebte und hinter sich hat?

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@Lea Hm, bezugnehmend auf deine Beiträge, die ich in den letzten Tagen von dir gelesen habe, würde ich behaupten: Du kannst dich gut in die Situationen anderer einfühlen. Du kannst gut Perspektiven aufzeigen, ohne jemanden etwas überzustülpen. Du kannst Wertschätzung und Anteilnahme vermitteln, Konflikte entschärfen, auf Augenhöhe argumentieren und sehr ermutigend sein. Ich finde das ziemlich genial! :slightly_smiling_face:

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sicher dass Du mich nicht verwechselst? Weil ich schreibe hier kaum.

Sorry, meine Antwort hat sich auf Lea bezogen.

Wow @ads66 das ist ja lieb! Ich freue mich sehr über deine Worte und danke dir herzlich :heart:
Wenn es mir mal nicht gut geht oder ich an mir zweifle, werde ich deinen Beitrag lesen und es wird mir sofort besser gehen - Ich war mir dieser Stärken so garnicht bewusst!
Vielen lieben Dank dafür :hugs: :tulip:

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Abrissbirne ich habe gestern gegoggelt ein Velo ist ein Fahrrad.
Ich habe nun die Erfahrung gemacht, das mir E-Bike fahren zu langweilig ist!

Mein Stevens Fahrrad mit Narbenschaltung benötigt viel Beinkraft beim Beschleunigen!
Über die ich nicht verfüge!

Also habe ich unser E Bike( Firma Morisson Kettenschaltung) mal ohne Motor getestet und war überascht, dass ich trotz starkem Wind und bergaug immer so ca. 20 km im Durchschnitt fahren konnte.

Jetzt würde ich mir gerne ein gebrauchtes ,schnelles aber nicht zu teures Tourenrad mit Kettenschaltung kaufen.
Vielleicht hat ja jemand einen guten Tip

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@Ratte Ich habe mir vor ein paar Jahren ein Trekkingrad über ebay-kleinanzeigen zugelegt. Ein richtiges Schätzchen mit einem 30 Jahre alten Stahlrahmen von Kuwahara. Der Vorbesitzer war schon auf der ganzen Welt damit unterwegs. Die Schaltung hat er mal getauscht, aber auch schon lange her. Ist ne alte Shimano-XT mit 21 Gängen mit stufenloser Daumenschaltung für die vorderen 3 Ritzel. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl, dafür ist sie ruckzuck eingestellt und ich musste noch nie Kette oder Ritzelkassete wechseln. Es hat nen sehr stabilen Gepäckträger von Tubus und es ist super zuverlässig. Bisher habe ich nur einen Schalt-, einen Bremszug und die Hinterradfelge wechseln müssen. Es hat ne spezielle Bergübersetzung. Ich bin damit 2 Mal um den Bodensee geradelt, von Bozen nach Verona, 24km in die Arbeit und zurück, 35km zur Freundin und bin auch gerne am Wochenende mal bis zu 80km damit unterwegs. Und es bringt mich zu den Ausgangspositionen meiner Bergwanderungen. Dank Satteltaschen und vorderen Gepäckträger haben auch Zelt, Schlafsack, etc. gut Platz und größere Einkäufe sind auch drin. Das Teil hat 200 € gekostet. Einzig die Bremsen sind nicht so der Hit. Da würde ich mittlerweile Scheibenbremsen (Magura oder Shimano) bevorzugen. Falls du eher auf Geschwindigkeit aus bist, bietet sich ein Alurahmen an, der ist leichter. Ich habe 26-Zoll-Räder, für höheres Tempo kämen auch 27,5-29 Zoll in Frage. Auf eine XT-Schaltgruppe und Scheibenbremsen würde ich besonderen Wert legen.

Oh man, das liest sich als wäre ich der Supersportler…bin ich aber nicht.

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