AuDHS Medikation

Ich habe seit meiner Kindheit eine Diagnose für AuDHS.

Im Jugendalter kam noch ne heftige Zwangsstörung dazu. Starke Ängste hatte ich eh immer. Irgendwann hab ich mich krampfhaft zum Lernen für die Schule gezwungen und vollkommen überfordert. Dann kamen die Zwangsgedanken und Handlungen, weil ich die Kontrolle über mein Leben behalten wollte, aber das Gefühl hatte, alles entgleitet mir.

Starke Anfälligkeit für Mediensucht und Spezial-Interessen, mit denen ich nicht aufhören kann. Immer extremes Verhalten, alles übertrieben und suchtartig. Innerlich permanent unruhig oder völlig erschöpft.

Ich leide unter permanenter Überreizung und Unruhe. Jede kleinste Alltagshandlung ist übelster Stress genauso wie soziale Situationen etc. Die Zwangsstörung tut ihr Übriges.

Ich bringe mich durch exzessives Verhalten aber auch selbst ständig in totalen Stress. Ich kann mich Monate mit einem einzigen Thema beschäftigen und nicht aufhören.

Gedanklich bin ich ständig abwesend und mit meinen Interessen beschäftigt oder denke über irgendwas nach. Alltagshandlungen sind damit extrem schwierig und ich kontrolliere alles 30x nach , weil ich gedanklich nie dabei bin.

SSRIs hab ich alle probiert, sie helfen gegen die aufdringlichen Zwangsgedanken.

Sertralin hat mich sehr aufgeputscht , ich war Recht unruhig, überdreht, konnte aber besser meinen Alltag bewältigen. Der zusätzliche Dopamin Effekt war hier sehr deutlich spürbar. Konzentration war super, ich brauchte kaum Schlaf. Aber sehr getrieben, unruhig, impulsiv, zittrig, überdreht. Man merkte hier deutlich eine ähnliche Wirkung wie Stimulanzien. Sertralin wirkt halt auf Dopamin zusätzlich zum Serotonin.

Escitalopram macht mich extrem träge und antriebslos. Ständig gedanklich abwesend. Es wirkt nur auf Serotonin.

Stimulanzien pushen mich unfassbar. Extrem überdreht, unruhig, impulsiv, getrieben usw. Das Stresssystem wird ans Maximum getrieben.

Atomoxetin 80 mg brachte nix.

Gibt es noch andere Medikamente, die beruhigen können, den Fokus stärken usw?

Guanfacin?

AuDHS ist doch gar nicht so selten und hier sind Stimulanzien wegen des Autismus doch öfters viel zu stark und pushen das Stresssystem noch mehr.

Scheinbar gibt’s in Deutschland auch kaum einen Arzt mit Erfahrung, während das in den USA viel bekannter ist.

Ich bin so ratlos. Der winzigste Stress und mein Gehirn randaliert.

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in welchen Mengen hast du denn Stimulanzien genommen?

Je nach Dosis können sie pushen bzw. auch runterfahren. Hattest du dich durch Dosierungen probiert?

Unterdosiert ist oft viel voel unangenehmer als überdosiert wo man quasi eher dedämpft in der Ecke sitzt?

Medikinet bis 30 mg. Hier hatte ich bei 30 mg Dosierung auch schon mal ruhige Momente. Aber nur kurzfristig für 2 Stunden oder so

Kinecteen 18 mg. Das machte nur etwas unruhig.

Elvanse bis 50 mg. Fühlte mich extrem seltsam damit, konnte teilweise kaum denken noch reagieren auf Gespräche, hoher Puls und sehr sehr komisches Gefühl im Körper.

Clonidin mal 150 probiert zusätzlich zu Escitalopram. Aber nix von gemerkt.

was ist mit Ritalin?

Medikinet ist auch aktiverend triggerte bei mir trotzdem vieles Ritalin nicht das liegt aber an der Retardierung nicht am Wirkstoff weshalb man das ja immer probieren muß

Mmm. Vielleicht wäre das ne Überlegung.

Ritalin pusht nicht so?

Du könntest auch unretardiertes MPH in ganz niedriger Dosis langsam hochdosieren. Vielleicht reagierst du besser auf sehr niedrige Dosen. Unretardiertes Medikinet gibt es ab 5mg. Halbiert kämst du auf 2,5mg und geviertelt sogar auf 1,25mg

So könntest du zum einem sehr niedrige Dosis testen oder auch vorsichtig in kleinsten Schritten hoch gehen ob in einer höheren Dosis eine Wirkung kommt.

Darauf lies sich dann später ggf. Rückschliessen welches retardierte Medikament passen könnte.

Ebenso konntest du Elvanse auch durch auflösen sehr niedrig dosiert testen .

Aber das sind alles nur Ideen , die zuvor mit dem Arzt abgesprochen werden müssen . Eine Meinung ist noch längst kein medizinisches Wissen.

Leider sind Schlaf , kein Koffeein während der Eindosierungen aber auch die Ernährung in der ganzen Sache Komponenten, die auch einen Einfluss haben.

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Ich habe nur bei tests mit Koffein und Nikotinspray festgestellt, dass mich kleine Dosierungen eher unruhiger machen, als wenn ich relativ hoch dosiere. Das macht dann eher etwas benommen oder ruhiger.

Die Wirkung dürfte ja Ähnlichkeit mit Stimulanzien haben.

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Ich glaube, es ist so.

Ich bin meistens verträumt und mit den Gedanken abwesend. Konzentration funktioniert nur bei besonderem Interesse, suchtartigen Dingen wie Medien oder im Alltag ging es immer nur unter extremem Druck , Angst oder Panik. Entweder machte mir jemand Druck oder ich machte mir selbst welchen. Nur dann ging etwas. Lernen für klausuren war nur unter Zeitdruck und Panik möglich. Das machte aber eine Angststörung und einen Burnout.

Nehme ich jetzt Escitalopram, killt das den Stress und die Panik und somit ist die Exekutive Funktion weg und der Alltag geht kaum noch. Weil ohne Angst und Panik kein Fokus.

Aber der Stress macht mich auch krank.

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Gibt es eigentlich irgendwelche Erfahrungen mit guanfacin? Das soll ja eigentlich die Konzentration erhöhen ohne jetzt extrem zu pushen

schau mal hier:

und die Suche nach Stichwort Guanfacin liefert dir noch mehr threads mit Erfahrungsberichten…

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Puh. Irgendwie hab ich keine Lust mehr auf Medikamente.

Alles muss man sich selbst anlesen, man geht in die ADHS Sprechstunde im Krankenhaus und hat den Eindruck, die Ärzte wissen so ziemlich nix über ADHS und die Medikamente.

Soll ich mir jetzt für viel Geld die ganzen ADHS Kurse online ansehen und mir alles selbst beibringen , um den Ärzten das alles beizubringen?

Bei YouTube gibt’s exzellente Ärzte, die kennen sich aus und geben Kurse. Aber ich habe noch keinen Psychiater kennengelernt, der mir die Unterschiede der Medikamente erklären kann. Das muss ich mir alles mühsam anlesen und merke, dass meine Ärzte das alles nicht wissen.

Ich bin so müde davon.

Ich glaube mein Arzt ist müde davon, dass egal was er sagt, ich es besser weiß, glaube es besser zu Wissen oder ich es mir sowieso anlesen muss, weil ich ihm eh nicht zuhöre bei solchen Sachen. Keine Ahnung wie das andere machen. :grin:

Winkler hatte glaube ich mal in einem seiner Vorträgen gesagt, dass ein ADHsler die richtige Dosis selber rausfindet. Jeder ist halt sein eigener Experte quasi, da kann man nicht viel machen als außenstehender. Man macht ja sowieso was man will, gezwungener maßen quasi als ADHS Betroffener… gilt natürlich nicht für alle.

Ich muss sicherlich zugestehen, dass ich mit sehr schwerer Zwangsstörung, Angst und Panikstörung, AuDHS und suchtartigen Verhaltensweisen nicht der einfachste Fall von ADHS sein dürfte, aber laut Internet ist das eigentlich gar nicht so selten.

Zumindest gibt’s da ne Menge Berichte. Leider sind alle Ärzte, die ich bisher hatte mit AuDHS scheinbar ziemlich überfordert.

Lediglich bei YouTube finde ich einen Arzt, der sich richtig auszukennen scheint, aber der wohnt leider nicht in Deutschland.

Bin ziemlich ratlos

Wenn sie nicht wirklich spezialisiert darauf sind, nehme ich es den Fachpersonen nicht mal wirklich übel.

Wobei sie natürlich trotzdem in die Fachinformation schauen könnten - oder auch in diverse Datenbanken, an die sie möglicherweise angebunden sind.

Aber wenn du die Unterschiede wissen willst, gibts ausser viel Lesestoff so Menschen auf Youtube, wie beispielsweise Russel Barkley, oder auch John Kruse.

Eigentlich sind es auch nur 4 Wirkstoffe, die relevant wären.

  • Stimulanzien:

    • MPH
    • LDX bzw. DEX
  • Nicht-Stimulanzien:

    • Atomoxetin
    • Guanfacin

Hat man die Unterschiede einmal grob verstanden, ist es gar nicht mehr so wild.

Statt Studien und Fachkram bis ins kleinste Detail zu durchforsten, kann man mittlerweile KI zur Hilfe nehmen.

Manche Research Datenbanken, wie z.B. SciSpace und andere bieten KI-Tools gleich auf der Startseite an.
So bekommt man aktuelle Quellen und kann sie entweder komplett lesen, zusammenfassen lassen, sich bestimmte Passagen genauer erklären lassen, oder sie gleich miteinander vergleichen lassen.

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Na ja, es gibt einen australischen Arzt auf YouTube, der berichtet von AuDHS und wie man die Stimulanzien richtig ergänzt mit Dingen wie Atomoxetin, guanfacin, Clonidin, bupropion etc pp. Wie man mit Nebenwirkungen umgeht und unendlich viele weitere Dinge.

Das wären so die Dinge, die ich mir von einem Experten wünschen würde.

Warum reagiere ich mit extremer Unruhe und Überdrehung und so weiter.

Naja, wie gesagt.
Ein Experte widmet sich speziellen Bereichen genauer und taucht tiefer ein.

Aber nur, weil jemand Medizin studiert hat, ist er nicht gleich Experte für Pharmakologie.

Wenn man sich anschaut, wie ein Medizinstudium aufgebaut ist und manche Themenbereiche nur angekratzt werden können, wird ein Schuh daraus.

Wenn man dann bedenkt, wie das medizinische Versorgungssystem aufgebaut ist und wie der Alltag in z.B. einer psychiatrischen Praxis abläuft, kann ich schon nachvollziehen, dass nicht alle die Zeit und den Willen aufbringen, sich in alle Bereiche tiefer einzuarbeiten.

Da wird dann vermutlich eher die Fachinformation zur Hand genommen und dann kommt möglicherweise Trial & Error, oder ein Baukasten-Prinzip.

Für eine vernünftige Evaluierung ist dann in diesen 10-15 Minuten Terminen einmal im Quartal aber leider auch nicht genug Zeit.

Man beginnt also irgendwo und wechselt dann durch bis es passt - oder in manchen Fällen leider dann auch immer noch nicht.

Für Patienten ist das natürlich nicht optimal und kann sehr frustrierend sein, aber mit einem Facharzt tauschen, würde ich heutzutage auch nicht wollen :confused:

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Ja, verstehe ich. Da ADHS aber die häufigste Störung ist oder zumindest eine der häufigsten, muss es doch auch in Deutschland Experten dafür geben.

Ich habe mir die Videos angeschaut und dieser Arzt kann sofort sagen,woran welche Nebenwirkung liegt und was man tun kann.

Einfach nur sinnlos die Medikamente durchprobieren wird nicht helfen, vermutlich braucht es eh eine Kombination.

Also muss ich scheinbar sämtliche Quellen selbst wälzen und dem Arzt sagen,was er tun soll.

Sehr unverständlich bei einer so häufigen Störung wie ADHS

Ich kenne Menschen mit Depressionen und ich merke, die wenigsten Ärzte kennen die Unterschiede zwischen den 6 SSRIs, Standard Medikamente in der Psychiatrie.

Da verstehe ich echt die Welt nicht mehr, wenn ich den Bekannten dann sagen muss, welches Medikament sie benötigen und dass manches Nebenwirkungen der Medikamente und nicht der Depression sind.

Dann kann ich auch zum Hausarzt gehen …

Vielleicht interessiert es ja jemanden.

Scheinbar haben 50-80% der ADHS Personen auch autistische Anteile.

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Dazu gibts Themen im Forum und Artikel im Kompendium.

Auch zur Sensibilität bzgl. Stimulanzien und warum kleine Dosen und feinjustierte Steigerungen besser wirken könnten. Da haben wir wieder das mit dem Inverted-U Prinzip und der Arousal Baseline.

Zu Therapien und Strategien ausser der Medikation gibts auch einiges.